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Appell an Wimmer und Katzian: KV-Kultur nicht gefährden

Falschinformationen, Drohungen und Populismus schaden allen und gefährden Wachstum und sichere Arbeitsplätze

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie
© FMTI Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie

In den letzten Tagen tätigten die Spitzenfunktionäre der Gewerkschaften, ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian und PRO-GE Vorsitzender Rainer Wimmer, Aussagen, die inhaltlich falsch sind und darüber hinaus in der erfolgreichen sozialpartnerschaftlichen Entwicklung der zweiten Republik einzigartige Rückschritte darstellen.

Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie: „Herr Wimmer hat uns in einem Interview mit der Wiener Zeitung unterstellt, mit unseren Daten zu `schwindeln´. Das ist ein schwerer Untergriff und eine Falschinformation. Er untergräbt mit solchen Aussagen die vertrauensvolle Basis, auf der wir bisher immer verhandelt haben. Er meint es müsse heuer `klingeln´, wenn er aber weiter so populistisch agiert, wird er zwar Schlagzeilen produzieren, aber es wird ihm niemand die Türe öffnen.“

Im Trend spricht ÖGB-Präsident Katzian davon, dass er sich nicht mehr an eine gesamtwirtschaftliche Verantwortung gebunden fühlt, da die Gewerkschaft bei der Nationalbank „hinausgeflogen“ sei. „Das ist eine unglaublich abstruse Argumentation. Wenn Posten für die SPÖ-Gewerkschafter verloren gehen, dann fühlen sie sich nicht mehr für den Standort verantwortlich? Damit gibt die Gewerkschaft aus machtpolitischem Kalkül ihre verantwortungsvolle Rolle auf. Auf dieser Basis sind vernünftige und seriöse Verhandlungen schwer vorstellbar“, befürchtet Knill.

Hier nochmals die Fakten, an denen sich auch durch die Verdrehungen der Gewerkschaften nichts ändert: 

  • Die Metalltechnische Industrie hat sich in den letzten eineinhalb Jahren positiv entwickelt. Der Produktionswert stieg im Jahr 2017 um 4,7 %, in den ersten sechs Monaten 2018 betrug der Zuwachs rund 3 %, das ist solide, aber kein Höhenflug. Von einem zweistelligen Umsatzwachstum, wie die Arbeiterkammer behauptet, kann also gar keine Rede sein.

  • Die zentrale Wachstumsstütze ist mehr denn je der Export. Fast 80 % der Produktion geht ins Ausland, die Hauptmärkte sind Deutschland, USA und Frankreich, die für zwei Drittel der Exporte stehen. Die großen internationalen Risiken müssen bei den KV-Runden beachtet werden.

  • Die Inflation lag in den letzten Monaten bei durchschnittlich knapp 2 %.

  • Die gesamtwirtschaftliche Produktivität lag zuletzt zwischen 1,1 % (2017) und 1,4 % (WIFO Schätzung für 2018). Diese Maßeinheit ist seit Jahrzehnten traditionell die Basis für die Lohnverhandlungen in der Metalltechnischen Industrie, da diese auch für alle anderen Branchen als Benchmark gelten. In der Metalltechnischen Industrie gibt es lediglich für einzelne Teilbereiche Statistiken zur Umsatzproduktivität, etwa für Metallware oder Maschinenbau, diese sind aber nicht repräsentativ für die gesamte Branche und unterliegen darüber hinaus einer großen Volatilität. Hätte man sie in den letzten Jahren als Basis herangezogen, so hätte es etliche Jahre Minus-Abschlüsse geben müssen. Sie sind also kein tauglicher Parameter für die 1.200 Betriebe der Metalltechnischen Industrie. „Hier verwechselt Herr Wimmer offensichtlich die Bedeutungen von Umsatz, Wertschöpfung und Gewinn“, meint Christian Knill.

  • Die Zusammenarbeit in den Betrieben zwischen Beschäftigten und Geschäftsführung läuft in der Regel fair und partnerschaftlich. Gerade deshalb ist diese Branche so erfolgreich, sie zahlt hervorragend und schafft laufend neue Arbeitsplätze.

  • Das neue Arbeitszeitgesetz greift nicht in den bestehenden Kollektivvertrag ein. Alle Regelungen bleiben aufrecht. Die Metalltechnische Industrie ist der falsche Adressat für die politische Kampagne der Gewerkschaften gegen die Bundesregierung.

Christian Knill appelliert: „Lieber Herr Katzian, lieber Herr Wimmer, wachen Sie auf! Stoppen Sie die Verbreitung von Falschinformationen und Unterstellungen. Opfern Sie nicht die gute sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit auf KV-Ebene auf dem Altar ihrer parteipolitischen Interessen! Lassen Sie uns auf einer seriösen Basis verhandeln, vernünftig, auf Augenhöhe und ohne populistische Kampagnen. Nur so erzielen wir Lösungen, die allen etwas bringen.“


Über die Metalltechnische Industrie

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“. Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt rund 130.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2017 einen Produktionswert von rund 37 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

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