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Anschlussbahnen sind das Rückgrat des Schienengüterverkehrs 

Fachtagung beleuchtet Entwicklung der Anschlussbahnunternehmen – sie nehmen Schlüsselrolle bei Verlagerung von der Straße auf die Schiene ein

Anschlussbahnen sind das Rückgrat des Schienengüterverkehrs
© wkö

„Der Schienengüterverkehr ist einer der wichtigsten Hebel, um die Treibhausgas-Emissionen nachhaltig zu senken. Hier braucht es die nötigen Maßnahmen und Anreize, damit der Güterverkehr auf der Schiene verstärkt zum Zug kommt“, so Markus Schinko, Präsident des Verbandes der Anschlussbahnunternehmen (VABU), im Rahmen der heute stattfindenden 8. Fachtagung der Anschlussbahnen in Krems. Zumal Innovationen im Bereich Sensoren und Logistik sowie eine zunehmende Digitalisierung die Verlagerung auf die Schiene noch attraktiver machten.  

In Summe prognostiziert das Verkehrsministerium einen 32prozentigen Zuwachs des Güterverkehrs auf der Schiene in Österreich bis 2025, verglichen mit dem Jahr 2010. „Damit kommt auch den Anschlussbahnen eine Schlüsselrolle zu, um das von der Politik ausgerufenen Ziel der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene zu erreichen“, betont Schinko. 

Anzahl der Anschlussbahnen rückläufig 

Allerdings wurden 2017 mit 609 Schienenverkehrsanschlüssen in ganz Österreich um 34 weniger bedient als im Jahr davor. Insgesamt ist der Bestand an Anschlussbahnen seit 2008 um 30 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig stieg das Aufkommen: Mit 1,31 Millionen Wagen wurden im Vergleich um rund acht Prozent mehr Güterwagen in den österreichischen Anschlussbahnen beigestellt als 2016. Dies zeigt, dass die Branche von einer starken Konzentration geprägt ist. Denn acht Anschlussbahnen, darunter unter anderem voestalpine Linz, Sappi Gratkorn und der Ennshafen, sorgten im Jahr 2017 für ein Drittel des gesamten Aufkommens. 

Insgesamt werden rund zwei Drittel des Schienengüterverkehrs in Österreich über Anschlussbahnen abgewickelt (2017 waren das 71 Millionen Tonnen). Anschlussgleise ermöglichen eine direkte Beladung von Waggons am Firmengelände und ersparen somit Lkw-Fahrten zum Schienenterminal und kostspielige Umlade Vorgänge. 

„Anschlussbahnen sind somit das Rückgrat des Schienengüterverkehrs. Wir müssen Wettbewerbsnachteile des Schienengüterverkehrs gegenüber anderen Verkehrsträgern konsequent ausgleichen oder beseitigen“, so Schinko. Die Branche begrüßt daher die Fortsetzung des Förderprogrammes bis 2022. „Die Errichtung von Anschlussbahnen muss weiterhin ein öffentliches Interesse darstellen und maßgeschneidert an die Bedürfnisse der Unternehmen möglich sein“, sagt Schinko.

Das Förderprogramm für Anschlussbahnen sei ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung und Steigerung der Frachtvolumina auf der Schiene. 

Anschlussbahnförderung zeigt Wirkung 

Das zeigen auch die Daten zur Anschlussbahnförderung von 2013-2017: In diesem Zeitraum wurden 76 Projekte mit insgesamt 29,2 Mio. Euro gefördert. Dies löste eine Gesamtinvestitionssumme von rund 105 Mio. Euro aus. Die vertraglich vereinbarten Tonnagenverpflichtungen aller geförderten Projekte von 2013 bis 2017 betragen rund 42,8 Mio. Tonnen. Dies entspricht einem Einsparungspotential von 783.426 Tonnen CO2. (PWK670/DFS)    

Über VABU 

VABU ist die Interessensvertretung aller heimischen Anschlussbahnen. Der Verband hat den Zweck, die gemeinschaftlichen Interessen seiner Mitglieder zu wahren und zu vertreten. Dazu gehören insbesondere: die Verhandlung mit Behörden, Eisenbahnunternehmen und Normengeber; die Beschaffung bzw. Erstellung von Gutachten in allen die Interessen der Mitglieder betreffenden Angelegenheiten. Der Verband befasst sich ferner mit der unentgeltlichen technischen, kommerziellen und juristischen Beratung seiner Mitglieder.

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