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Analyse: Nutzen und Kosten von internationalem Handel

Internationaler Handel hat grundsätzlich einen positiven Gesamteinfluss auf das Wirtschaftswachstum, die Armutsreduktion, die Arbeitsnachfrage sowie auf die Löhne in Volkswirtschaften. Die positiven Effekte fallen aufgrund verschiedener länderspezifischer Voraussetzungen sowie angewandter Methoden in der empirischen Forschung unterschiedlich stark aus, zeigen jedoch durchwegs ein hohes Wachstumspotenzial für Entwicklungsländer und ein etwas geringeres Potenzial für Industriestaaten. Von internationalem Handel profitieren sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer.

Auf Arbeitgeberseite bringt die Erschließung neuer Märkte einerseits höhere Absatzmöglichkeiten, wodurch die Produktion und der Gewinn gesteigert werden können. Andererseits müssen sich die Unternehmen durch eine erhöhte Marktöffnung auch einem intensiveren (internationalen) Wettbewerb stellen. Die positiven Effekte materialisieren sich hierbei insbesondere durch die dadurch ausgelöste Steigerung der Produktivität auf Betriebsebene, welche letztendlich durch Anpassungsprozesse das gesamte Wirtschaftssystem positiv beeinflusst. Die Produktivitätssteigerungen werden hierbei insbesondere durch 5 Wirkungskanäle generiert: (1) Innovation und technologischer Fortschritt, (2) Wissenstransfer, (3) Ausnutzung von Skalenerträgen, (4) billigere und größere Auswahl an Intermediärgütern sowie (5) institutionelle Reformen. Die Produktivitätsgewinne können wiederum vielfältig eingesetzt werden: Sei es zur Erhöhung der Forschungs- und Entwicklungs-Quote, zur Erhöhung der preislichen und qualitativen Wettbewerbsfähigkeit oder für Lohnerhöhungen bzw. für die Einstellung neuer Mitarbeiter.

Arbeitnehmer profitieren als Konsumenten durch offenere Märkte insbesondere von einer größeren Produktvielfalt sowie von niedrigeren Preisen auf den heimischen Märkten. Darüber hinaus hat internationaler Handel in Summe auch positive Effekte auf das Lohneinkommen und die Arbeitsbedingungen.

Es gibt eine breite Übereinstimmung unter Ökonomen, dass die Vorteile des internationalen Handels etwaige Kosten übertreffen. Neue empirische Arbeiten lassen jedoch vermuten, dass negative Effekte von strukturellen Anpassungsprozessen in Volkswirtschaften – welche großteils auf den technologischen Wandel, aufgrund der Interdependenzen in einem geringeren Umfang aber auch auf internationalen Handel zurückzuführen sind – insbesondere durch die oftmals eingeschränkte Mobilität der Arbeitskräfte größer und länger anhaltend sind als ursprünglich angenommen sowie verstärkt in ohnehin bereits strukturschwachen Regionen auftreten und besonders geringqualifizierte Arbeitskräfte betreffen.

Adäquate nationale Politikmaßnahmen – da auf EU-Ebene kompetenzrechtlich nur sehr eingeschränkt möglich – können dazu beitragen, diese Anpassungskosten zu reduzieren, wodurch letztendlich alle Wirtschaftsakteure von den positiven Effekten des internationalen Handels nachhaltig profitieren können. Hierzu zählen einerseits die aktive und passive Arbeitsmarktpolitik, andererseits nehmen auch die Bildungspolitik, Wohnungspolitik, Kreditmarktpolitik sowie regionale Strukturpolitiken zentrale Rollen ein. Hervorzuheben ist jedoch, dass es keine „one size fits all“-Strategie gibt, vielmehr müssen die Charakteristika jedes Landes bei der Politikimplementierung berücksichtigt werden. 



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