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Allerheiligen: Trauerbewältigung und Erinnerungskultur

Neue Befähigungsprüfung für Bestatter:innen - Innungsmeisterin Strack-Dewanger: „Kompetenzen und Qualifikationen weit über die Trauerfeier hinaus“ 

Friedhof bei Sonnenuntergang
© envato/erika8213 Friedhof bei Sonnenuntergang

Es sind besonders emotionale Umstände, die auch nach ganz besonderen Kompetenzen verlangen: „Bestatter:innen kommen als Dienstleister in den allerschwersten Lebenssituationen eines Menschen zum Einsatz. Wenn jemand – vielfach auch unerwartet – einen lieben Angehörigen oder Partner verloren hat, sind neben dem fachlichen Know-how besonderes psychologisches Gespür und Feingefühl gefragt“, sagt Katharina Strack-Dewanger, stv. Bundesinnungsmeisterin der Rauchfangkehrer und Bestatter in der Wirtschaftskammer Österreich.

Sichergestellt wird dieser hohe Qualitätsanspruch durch die neue Prüfungsordnung, die im September 2021 in Kraft getreten ist. Die Befähigungsprüfung wurde dafür komplett überarbeitet und reagiert auf dieses vielfältige Anforderungsprofil. Die Prüfung besteht jetzt aus 4 Modulen, zudem muss eine mindestens zweijährige fachliche Tätigkeit nachgewiesen werden. Die neu gestaltete Prüfungsordnung wurde beim Ministerium für eine Einstufung auf NQR-Level 6 im Nationalen Qualifikationsrahmen eingereicht – somit wird eine gleichwertige Einordnung wie der akademische Bachelor angestrebt. 

Fullservice-Anspruch

„Von Bestatter:innen wird erwartet, dass sie souveräne Begleiter und vielseitige Unterstützer ihrer Kunden sind. Das reicht von der Begleitung im Trauerprozess bis zur Organisation und Durchführung der Trauerfeier, von der Drucksortengestaltung und anfallender Korrespondenz bis hin zur pietätvollen Umsetzung der Trauerkultur. Dadurch entstehen immer neuartige Aufgaben, die bereits lange vor der Trauerfeier beginnen und weit über die Beisetzung hinausreichen. Dieser Fullservice-Anspruch verlangt nach neuen Qualifikationen, die in die Berufsaus- und Weiterbildung von Bestatter:innen einfließen und durch die neue Prüfungsordnung adäquat abgebildet werden“, sagt Strack-Dewanger.

Von Bestatter:innen werden nicht nur umfassende und tiefreichende Kenntnisse der Trauerrituale unterschiedlicher Religionsgemeinschaften oder regionaler Traditionen verlangt. Der Qualitätsanspruch und umfassende Qualifikationsnachweis der österreichischen Bestatter:innen ist auch deshalb so wichtig, weil es um die Sicherheit für Leib, Leben und Gesundheit geht, wie einer breiten Öffentlichkeit während der Corona-Pandemie bewusst wurde. Das Know-how reicht von der Vermeidung von Seuchen und Ansteckungsgefahren über die Bestatter:innen als Hilfsorgane der Sanitätsbehörden bis hin zur Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen bei internationalen Überführungen.

Im abgelaufenen Jahr 2021 gab es in Österreich 520 Bestatter:innen, vor zehn Jahren, im Jahr 2011, waren es 540 Bestatter:innen. 

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