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Afrika strebt weltgrößte Freihandelszone an 

EU und österreichische Unternehmen begrüßen die geplante Schaffung der kontinentalen Freihandelszone

Afrika strebt weltgrößte Freihandelszone an
© wko

44 der 55 afrikanischen Staaten unterzeichneten im März in Ruandas Hauptstadt Kigali das Continental Free Trade Area (AfCFTA) Abkommen der Afrikanischen Union. „Die EU wie auch österreichische Unternehmen stehen der Schaffung der nach Ländern größten Freihandelszone der Welt positiv gegenüber“, berichtet der für Afrika zuständige Regionalmanager der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Rudolf Thaler. Das kontinentale Freihandelsabkommen ist ein politisches Signal und wird Afrika verstärkt auf den Radar von Unternehmen setzen.  

Nach der Ratifizierung durch die nationalen Parlamente müssen die zollbefreiten Güter festgelegt werden. Innerhalb von zehn Jahren sollen die Zölle und Importquoten für 90 Prozent der Güter im innerafrikanischen Handel abgeschafft werden. Bei den restlichen 10 Prozent handelt es sich um sensible Güter. Für viele afrikanische Länder wird damit eine wesentliche Einnahmequelle wegfallen. Eine Herausforderung wird die Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse sein.  

Ägypten, Äthiopien, Kenia und Marokko unterzeichneten beispielsweise das Abkommen, während die beiden bedeutendsten Volkswirtschaften Afrikas - Nigeria und Südafrika - die Unterschrift auf Druck von Gewerkschaft und Industrie verweigerten. Für die Liberalisierung des Personenverkehrs traten nur 27 afrikanische Staaten ein.  

Innerafrikanischer Handel als Wachstumsmotor 

Der Handel zwischen den afrikanischen Ländern beträgt nur 16 Proozent, während er in der EU und Asien vergleichsweise bei 70 und 51 Prozent liegt. AfCFTA wird als Wachstumsmotor gesehen und soll das BIP Afrikas in den kommenden Jahren steigern. Der afrikanische Binnenhandel könnte um die Hälfte zunehmen.  

76 Prozent der afrikanischen Exporte in die Welt sind Rohstoffe, der Rest Landwirtschafts- und Industriegüter. Bei Exporten in ein afrikanisches Land werden meist höhere Zölle bezahlt als beispielsweise nach Europa. Der Ausbau des Binnenhandels erfordert massive Investitionen in die Infrastruktur. 

EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen 

EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) sollen durch das Verschmelzen kleinerer Märkte zu größeren Regionen einen Beitrag zur regionalen Wirtschaftsintegration leisten. Die Mehrheit der afrikanischen Staaten setzt bereits ein WPA mit der EU um oder hat entsprechende Verhandlungen abgeschlossen. Umgesetzt werden WPA beispielsweise in den westafrikanischen Staaten Côte d’Ivoire und Ghana. In 16 Staaten Westafrikas und fünf Staaten der ostafrikanischen Gemeinschaft dauert die Verabschiedung allerdings noch an. Tansania und Uganda befürchten beispielsweise, dass der Übergangszeitraum von 25 Jahren zu kurz ist, um ihre Industrien wettbewerbsfähig zu machen. Nach dem asymmetrischen Zollabbau der EU zugunsten afrikanischer Länder ist ein beidseitiger Zollabbau vorgesehen.  

Österreichische Unternehmen sondieren vermehrt ihre Chancen in kleineren, überschaubaren Märkten mit stabilen Bedingungsrahmen wie beispielsweise Côte d’Ivoire, Ghana und Tansania. Über den Ausbau des Handels sollen Investitionen angekurbelt werden. Denn nach Afrika flossen 2016 laut UNCTAD nur 51 Milliarden US-Dollar der insgesamt global 1.525 Milliarden Dollar ausländischen Direktinvestitionen. (PWK271/SR)

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