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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 24.10.2022

Inhaltsübersicht

  • Alterung bremst Wirtschaftswachstum
  • Grafik des Monats: Demografie und Pensionsmaßnahmen treiben Pensionsausgaben in die Höhe
  • Inklusion am Arbeitsmarkt: NEBA Betriebsservice ab 1.1. 2023 flächig in Österreich
  • “Mentoring für MigrantInnen”: Werden Sie Möglichmacher!
  • Was man selbst gegen Long Covid tun kann
  • Arbeitsmedizin: Daten zeigen großen Bedarf
  • 58. Tagung der Österr. Gesellschaft für Arbeitsrecht und Sozialrecht 29.-31.3.2023 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Österreich und Europa altern aufgrund von Geburtenmangel und steigernder Lebenserwartung. Die Alterung dämpft laut Studie des wiiw längerfristig das Wirtschaftswachstum. Doch schon jetzt sind die Folgen für Arbeitsmarkt und Sozialsysteme spürbar und werden sich verschärfen.

Das zeigt sich etwa an den Pensionsausgaben, die nach einer Prognose des Finanzministeriums in den nächsten Jahren buchstäblich explodieren.

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung ist ein menschliches, angesichts des Arbeitskräftemangels aber auch ein wirtschaftliches Anliegen. Das NEBA-Betriebsservice unterstützt Unternehmen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen (wollen).

Das Erfolgsprogramm „Mentoring für MigrantInnen“ geht in eine neue Runde. Wir suchen Mentorinnen und Mentoren!

Weiters zwei interessante Beiträge zu Long Covid und Arbeitsmedizin und zum Abschluss das Programm der nächsten Zeller Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Arbeitsrecht und Sozialrecht.

Alles Gute!

Rolf Gleißner


Alterung bremst Wirtschaftswachstum

Der demografische Wandel in den EU-Mitgliedstaaten bremst das Wirtschaftswachstum.  Das zeigt eine Anfang Oktober 2022 publizierte Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw). 

In ganz Europa sanken ab den 60er Jahren die Geburtenzahlen und fielen in den 70er Jahren unter die Rate von 2,1 Kinder je Frau und damit unter das Niveau, das zur Bestanderhaltung langfristig nötig ist. Dazu kommt ein langfristiger Anstieg der Lebenserwartung von zwei bis drei Monaten pro Jahr. Beides führt zu einer Umkehr der Bevölkerungspyramiden, kurz zur Überalterung.

Klar ist der positive Zusammenhang zwischen BIP-Wachstum und Bevölkerungswachstum: Dem entspricht, dass im letzten Fachkräfteradar 63% der Betriebe Umsatzeinbußen infolge des Fachkräftemangels meldeten. Nicht vollständig geklärt ist hingegen der Zusammenhang zwischen Produktivität bzw. Pro-Kopf-Einkommen und einer immer älteren Erwerbsbevölkerung. Alle Altersgruppen haben Stärken - Jüngere in punkto Innovation und Lernfähigkeit, Ältere bezüglich Erfahrung. In Österreich ist der Anteil der 50-64-Jährigen zwischen 1995 und 2021 besonders stark gestiegen, der Anteil der 15-24-Jährigen gesunken.

Eine Studie aus 2018 kommt zum Schluss, dass die Alterung das Pro-Kopf-Einkommen eher steigert, weil sie einen Druck erzeugt, die Produktivität durch neue Technologien, etwa Roboter, zu erhöhen. Die Ökonomen des wiiw kamen hingegen für die EU-27 zum Ergebnis, dass Überalterung das Wachstum von BIP, Produktivität und Einkommen bremst. Andere Studien haben diesen negativen Zusammenhang bereits für die USA nachgewiesen.

Mehr Mittel für Pensionen als für Zukunftsbereiche 

Eine mögliche Ursache dafür zeigt sich an der Entwicklung des heimischen Bundesbudgets. Allein der Zuwachs bei den Pensionsausgaben binnen fünf Jahren ist größer als die Budgets für Bildung und Familien, siehe Grafik des Monats. Der Anteil der Pensionen an den Ausgaben des Bundes wird demnach von 21,7% im Jahr 2021 auf 28,1% im Jahr 2026 steigen. Haupttreiber ist die Alterung – mehr Pensionisten und höhere Leistungen. Das sind Mittel, die letztlich durch wachstumshemmende Steuern finanziert werden müssen und bei zukunftsgerichteten Investitionen, die die Produktivität steigern würden, fehlen.

Fazit 

Die Auswirkungen der Überalterung für Europa und Österreich sind gravierend. Der Arbeitskräftemangel bremst nicht nur das Wirtschaftswachstum. Die Alterung der Erwerbsbevölkerung dämpft auch Produktivität und Pro-Kopf-Einkommen. Obendrein kommt noch der Trend zu kürzerer Arbeitszeit. Damit bröckelt aber langfristig die Basis für unseren Wohlstand und den Sozialstaat. Es ist höchste Zeit für einen Diskurs und Maßnahmen, um diese Basis zu stärken, etwa Ausbau der Kinderbetreuung, die Mobilisierung von Arbeitskräften, längeres Arbeiten entsprechend der Lebenserwartung, mehr qualifizierte Zuwanderung, Arbeitsanreize für Pensionisten, etc.



Grafik des Monats: Demografie und Pensionsmaßnahmen treiben Pensionsausgaben in die Höhe

Budgetausgaben 2021 und 2026 in Mio. €
© WKÖ

Laut dem Strategiebericht des Finanzministeriums verschärft sich die Ausgabendynamik bei den Pensionen: Allein der Zuwachs bei den Pensionsausgaben binnen fünf Jahren ist größer als die gesamten Budgets für Bildung und Familien. Der Anteil der Pensionsausgaben an den Gesamtausgaben des Bundes soll demnach von 21,7 auf 28,1% steigen. 

Als Ursachen für den Anstieg nennt der Budgetbericht den Pensionsantritt geburtenstarker Jahrgänge, die Pensionsanpassung 2023 und Leistungserhöhungen der Vorjahre (zB Frühstarterbonus). Der schrittweise Anstieg des Frauenpensionsalters ab 2024 bremst die Ausgabendynamik offenbar kaum ein. Um wieder Spielräume für Zukunftsinvestitionen zu schaffen, bräuchte es Maßnahmen zur Kostendämpfung anstelle immer neuer teurer Zuckerl.



Inklusion am Arbeitsmarkt: NEBA Betriebsservice ab 1.1. 2023 flächig in Österreich

Das NEBA Betriebsservice ist ein vom Sozialministeriumservice gefördertes Beratungs- und Serviceangebot rund um das Thema Arbeit und Behinderung. Es steht Unternehmen bereits jetzt zur Verfügung, flächendeckend aber ab 1.1.2023 und zwar unverbindlich und kostenfrei.

Inklusion – das bedeutet Strukturen, die Menschen mit Behinderung eine volle Teilhabe im Arbeitsleben ermöglichen. Inklusion ist für Betriebe Herausforderung und Chance: Einerseits sind geeignete Rahmenbedingungen mitzudenken und zu schaffen und das für verschiedenste Behinderungen, die oft nicht sichtbar sind und meist erst im Lauf des (Berufs)Lebens entstehen. Andererseits gewinnen Unternehmen so wertvolle Mitarbeiter. 

Viele Betriebe leben Inklusion bereits - Good-Practice-Beispiele stehen unter: https://www.betriebsservice.info/inklusion-gelebt/good-practice 

Eines davon ist Twinformatics, der interne IT-Dienstleister der Vienna Insurance Group mit 520 Mitarbeitern. Der Startschuss zum Projekt „twinformatics goes Inclusion“ war - unter Mithilfe von NEBA Betriebsservice - im Dezember 2021. Im März 2022 wurden die ersten Pilotprojekte definiert: Inklusion wurde in die Lehrlingsausbildung aufgenommen. Es gab einen Workshop für Lehrlingsausbilder zum Thema Autismus. In der Folge sollen mit Hilfe des NEBA Betriebsservice auch autistische Jugendliche aufgenommen werden. Weiters wurde ein inklusives Testcenter für Bewerber entwickelt. Geplant ist, den Recruitingprozess 2023 zu starten und zunächst einmal 2 bis 3 Kandidaten aufzunehmen und auszubilden. 

Von „Ausgleichstaxe reduzieren“ bis „Zusammenarbeit im Team inklusiv gestalten“ – das NEBA Betriebsservice berät auf dem Weg zur Inklusion. Kontakt und Details unter www.betriebsservice.info



“Mentoring für MigrantInnen”: Werden Sie Möglichmacher!

Das Erfolgsprogramm „Mentoring für MigrantInnen“ der WKO in Kooperation mit AMS und ÖIF startet in die nächste Runde. 

Mentoren aus der Wirtschaft unterstützen qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt. Gemeinsam wird am Aufbau des Netzwerks, der Anerkennung von Qualifikationen oder des Bewerbungsprozesses gearbeitet und so eine nachhaltige Arbeitsmarkteingliederung ermöglicht. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel und zur Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft geleistet.  

Der nächste Durchgang des Programms startet im Jänner 2023.  

Bewerben sie sich als Mentorin/Mentor bis 15.11.2022 per Mail an mentoring@wko.at! 

Nähere Infos unter Mentoring für MigrantInnen - WKO.at



Was man selbst gegen Long Covid tun kann

Neben der Gesundheitsversorgung ist Selbstmanagement das wichtigste Mittel gegen Long Covid, schreibt das Austrian Institute for Health Technology Assessment (AIHTA), das internationale Empfehlungen zu Long Covid zusammenfasste. Zum Selbstmanagement zählen Bewegung, richtige Ernährung, Stressabbau, Teilnahme an Long-Covid-spezifischen Onlineprogrammen oder Apps.

https://aihta.at/page/long-covid-versorgungspfade/de



Arbeitsmedizin: Daten zeigen großen Bedarf

Die Arbeitsmedizin kann viel zur Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess und zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz beitragen, schreibt die Österreichische Ärztezeitung.

Arbeitsmedizin: Daten zeigen großen Bedarf | Ärztezeitung (aerztezeitung.at)

 


58. Tagung der Österr. Gesellschaft für Arbeitsrecht und Sozialrecht 29.-31.3.2023

Nachwuchsforum (und Registrierung):
Mittwoch, 29. März 2023 - 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr
– gesonderte Anmeldung erforderlich –
Infos unter: www.arbeitsrechtundsozialrecht.com 

Donnerstag, 30. März 2023 08:45 bis ca 13 Uhr

  • Unionsrecht statt Urlaubsgesetz?
    Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Susanne Auer-Mayer (Wirtschaftsuniversität Wien) 
  • Irrtum und Aufklärung im Arbeitsverhältnis
    Univ.-Prof. Mag. Dr. Christoph Kietaibl (Alpen-Adria Universität Klagenfurt) 
  • Beweisverwertungsverbote im Arbeitsrecht
    Vizepräsident des OGH, Hon.-Prof. Univ.-Prof. Dr. Matthias Neumayr (OGH und Paris-Lodron-Universität Salzburg) 

Seminar: 17:30 Uhr – 19:00 Uhr

  • Das Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz (LSD-BG)
    MMag. Dr. Christoph Wiesinger (Wirtschaftskammer Österreich) 

Freitag, 31. März 2023 – 09:00 bis ca. 13:00 Uhr

  • Neues in der Pflegevorsorge
    Univ.-Prof. Dr. Walter J. Pfeil (Paris-Lodron-Universität Salzburg) 
  • Strukturfragen des Unfallversicherungsrechts nach COVID-19
    Assoz. Univ.-Prof.in Mag.a Dr.in Barbara Födermayr (Johannes Kepler Universität Linz)

Teilnahmegebühr: 100 EUR an Österreichische Gesellschaft für Arbeitsrecht und Sozialrecht, Kontodaten IBAN: AT261500000771005501, BIC: OBKLAT2L 

Anmeldebeginn: Montag, 9. Jänner 2023 Anmeldeschluss: Montag, 13. März 2023 

Anmeldungen und Anfragen unter e-mail: astrid.boenisch@jku.at; M +43 664 224 50 80




Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozial- und Gesundheitspolitik
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp 

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