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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 31.1.2022

Inhaltsübersicht

  • Mehr Beschäftigte als vor der Pandemie – aber massive Branchenunterschiede
  • Der Anspruch auf Kinderbetreuung – Investition in unsere Zukunft
  • Österreich muss bei E-Health aufholen
  • AUVAtop – Unterstützung und Beratung für Unternehmen bei der Prävention
  • Jahrbuch für Gesundheitspolitik & Gesundheitswirtschaft 2021

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das neue Jahr fängt leider an wie das alte geendet hat – mit „Alles COVID“ statt mit „Alles Walzer“. Trotz der andauernden Einschränkungen zeigen sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt aber relativ robust und resilient. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich 2021 viel besser als erwartet, auch für 2022 ist die Aussicht laut WIFO gut - wenn nicht der Arbeitskräftemangel bremsen würde.

Wichtig für den künftigen Arbeitsmarkt und generell für unsere Zukunft ist die Kinderbetreuung. Ein Anspruch auf Kinderbetreuung könnte Beschäftigung und Geburtenzahl steigern, wie der Blick nach Deutschland zeigt.

Nachholbedarf hat Österreich auch im Gesundheitssystem, vor allem beim Thema E-Health. Das ist das Fazit einer aktuellen Studie.

Zum Abschluss ein neues, sehr nützliches Beratungsangebot der AUVA und eine Nachlese auf die Präsentation des Gesundheitsjahrbuchs 2021 mit spannenden Beiträgen zum Thema Gesundheitskompetenz & COVID.

Alles Gute!

Rolf Gleißner


Mehr Beschäftigte als vor der Pandemie – aber massive Branchenunterschiede

Seit Mai 2021 liegt die Zahl der Beschäftigten über dem Vorkrisenniveau. Manche Branchen haben massiv zugelegt, andere verloren. Auch zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Der Ausblick ist positiv – das sind die Ergebnisse einer WIFO-Analyse. 

Das WIFO analysierte im Research Brief 1/2022 die Beschäftigtenzahlen 2021. Bereits seit Mai 2021 lagen die Zahlen der unselbständig Beschäftigten über den Vergleichsmonaten des Vorkrisenjahres 2019. Auch im Jahresdurchschnitt lag die Beschäftigung 2021 über dem Vorkrisenjahr 2019. So lag die Zahl der Arbeitnehmer 2021 um 2,5% über dem Niveau 2020 und um 0,4% über jenem von 2019. Die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen war Ende 2021 sogar um 56% über dem Wert aus Ende 2019.

Entwicklung der aktiv unselbständig Beschäftigten
© WIFO-Research Briefs 1/2022

Beschäftigungsgewinner und Verlierer der Coronakrise 

„Krisengewinner“ mit überdurchschnittlichen Beschäftigungszuwächsen waren das Gesundheitswesen (+8,9% im Vergleich zu 2019), die Informations- und Kommunikationstechnologie (+8,2%), das Bauwesen (+5%) sowie die freiberuflichen Dienstleistungen (+4%, darunter fallen Rechts- und Steuerberatung, Unternehmensberatung, etc.), deren Dienste während der Gesundheitskrise besonders stark gefragt waren.  

Nach wie vor deutlich unter dem Niveau von 2019 liegen die Branchen Beherbergungs- und Gaststättenwesen (-15,3%), das Verkehrswesen (-4,2%; vor allem Land- und Luftverkehr), persönliche Dienstleistungen (-9%; z.B. Friseur- und Kosmetik).  

Noch geringfügig unter dem Vorkrisenniveau lag die Beschäftigung im Bereich der Sachgütererzeugung (-0,9%). Im Arbeitskräfteverleih konnte das Vorkrisenniveau bereits annähernd wieder erreicht werden.

Aktiv unselbständig Beschäftigte nach Branchen
© WIFO-Research Briefs 1/2022

Zuwachs bei Älteren und im Osten, Rückgang bei Jüngeren und im Westen 

Die Beschäftigung nach Alter wird mehr von der Demografie als von der Krise beeinflusst: Bei den 20- bis 24-Jährigen lag die Beschäftigung um 3,5% unter dem Vorkrisenniveau, vor allem weil die Zahl der Personen in diesem Alter zurückging. Die Beschäftigung ab 55 Jahren stieg hingegen um 8,4% gegenüber 2019, in erster Linie weil die geburtenstarken Babyboomer in diese Altersgruppe vorrücken. 

Wenig überraschen die regionalen Unterschiede: In Tirol und Salzburg mit starkem Tourismussektor, lag die Beschäftigung 2021 um fast 3% bzw. 2% unter dem Vorkrisenniveau, im Burgenland und in Niederösterreich lag sie deutlich darüber. 

Ausblick: Die Wirtschaftsforscher prognostizieren für 2022 ein weiteres Beschäftigungswachstum um 70.000 Personen. Die Beschäftigung wird allerdings durch den Mangel an Arbeitskräften gebremst, der laut WIFO-Konjunkturtest das meistgenannte Hemmnis der Unternehmenstätigkeit ist. Umso wichtiger sind Maßnahmen zur Sicherung des Arbeitskräftebedarfs. Die Wirtschaftskammer unterstützt die Unternehmen mit ihrer Strategie zur Fachkräftesicherung auf www.wko.at/fachkräfte

Download WIFO Research briefs 1/2022
https://www.wifo.ac.at/publikationen/wifo_research_briefs?detail-view=yes&publikation_id=69291


von Mag. Maria Kaun



Der Anspruch auf Kinderbetreuung – Investition in unsere Zukunft

Ein Kinderbetreuungsplatz ist die Grundvoraussetzung für die Wahlfreiheit der Eltern, entweder arbeiten zu gehen und das Kind in Betreuung zu wissen oder das Kind selbst zu betreuen. Deutschland hat vor neun Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr geschaffen. Ein Vorbild für Österreich. 

Seit 2013 besteht in Deutschland ein einklagbarer Rechtsanspruch auf Förderung in einem Kindergarten oder bei einer Tagesmutter für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. „Einklagbar“ klingt im ersten Moment nach Rechtsstreitigkeiten und Bürokratie und schürt Ängste etwa bei Gemeinden, gegen die sich der Rechtsanspruch richtet. Doch die große Klagewelle ist bis heute ausgeblieben. Abgesehen davon hatte der Rechtsanspruch erhebliche Auswirkungen. 

Positive Effekte überwiegen 

  • Einerseits ist die Zahl der teilzeitbeschäftigten Mütter gestiegen. Andererseits gab es einen Rückgang bei der Vollzeitbeschäftigung. Dieser Effekt wird auch durch eine aktuelle Studie des österreichischen Instituts für Familienforschung zum beitragsfreien Kindergarten bestätigt.
  • 330.000 neue Arbeitsplätze wurden bis 2020 im Bereich der Elementarpädagogik geschaffen. Dies war die am stärksten wachsende Branche, die jedenfalls noch bis 2030 weiterwachsen wird. Gleichzeitig wurden Kampagnen gestartet, um mehr Männer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen.
  • Die Zahl der Geburten ist gestiegen.
  • In absoluten Zahlen stieg die externe Betreuung von Kindern unter 3 Jahren von 361.623 (2008) auf 829.163 (2020). Die Betreuungsquote hat sich im selben Zeitraum von 17,6% auf 35% verdoppelt.
  • Die frühkindliche Betreuung verbesserte Bildungsgerechtigkeit und Sprachkompetenz. Besonders in Migrantenfamilien wird oft kein Deutsch zu Hause gesprochen. Frühkindliche Betreuung soll dazu führen, dass auch Kinder mit Migrationshintergrund mit guten Deutschkenntnissen die Schullaufbahn beginnen.
  • Viele Gemeinden wurden durch die verbesserte Kinderbetreuung zu einem attraktiveren Standort.  

Doch es gab auch negative Auswirkungen, allen voran die Kosten: Der Ausbau der Kinderbetreuung erfordert eine Anschub- und eine laufende Finanzierung. Der Bund hat seit 2008 mit fünf Investitionsprogrammen in Gesamthöhe von 5,38 Mrd Euro die Schaffung von 750.000 Betreuungsplätzen gefördert. Zusätzlich wurden von 2019 bis 2022 im Rahmen des „Gute-KiTa-Gesetzes“ 5,5 Mrd Euro für die Verbesserung der Qualität bereitgestellt. Deutschland setzte dabei zuerst auf die Quantität der Betreuungsplätze – die Qualität hielt nicht immer Schritt.

Als wichtig für die erfolgreiche Umsetzung erwiesen sich die Rolle des Bundes und die Vorausplanung: Der Bund stellte die Anschubfinanzierung zur Verfügung und erhöhte die Mittel für den laufenden Betrieb. Der (künftige) Bedarf wurde unter Einbeziehung der demografischen Entwicklung und Migration genau geplant. 

Vorbild für Österreich 

Die WKÖ und Frau in der Wirtschaft setzen sich wie die übrigen Sozialpartner für einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Geburtstag ein. Dazu braucht es einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze und eine Ausweitung der Öffnungszeiten. Kinderbetreuungsplätze müssen in Österreich flächendeckend, ganztägig, qualitätsvoll und leistbar sein. 

Einer EcoAustria-Studie zufolge würden schon in kurzer Zeit zwei Drittel der öffentlichen Ausgaben durch Mehreinnahmen gedeckt, die vor allem durch die erhöhte Erwerbsbeteiligung von Eltern entstehen. Dazu kommt ein Anstieg des Privatkonsums. Längerfristig kommt jeder in die frühkindliche Bildung investierte Euro um ein Mehrfaches zurück, nicht nur in Form eines Kinderlächelns. Zu guter Letzt steigert ein lokaler Betreuungspatz die Attraktivität der ländlichen Region für junge Familien und wirkt dadurch der Landflucht entgegen. 

Fazit: Letztlich soll jede Familie selbst wählen können: Echte Wahlfreiheit setzt aber eine flächendeckende Kinderbetreuung voraus. Ein Rechtsanspruch trägt zu dem Ziel bei und damit auch zu unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zukunft.  


von Mag. Emanuel Ludwig MBA



Österreich muss bei E-Health aufholen

Das österreichische Gesundheitssystem ist leistungsfähig, einem hohen Mitteleinsatz steht allerdings ein überschaubares Ergebnis gegenüber. Das liegt auch daran, dass Österreich bei E-Health Nachholbedarf hat, sagt eine aktuelle Studie von Accenture. 

Die Studie „Der Patient im Mittelpunkt“ analysiert Stärken und Schwächen des heimischen Gesundheitssystems. Österreich wendet 10,4% des BIP für öffentliche Gesundheit auf und damit deutlich mehr als der EU-Schnitt mit 8,5%. Dabei wird sich der Druck auf den Gesundheitssektor aufgrund der steigenden Lebenserwartung und des Pensionsantritts der Babyboomer-Jahrgänge in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. Das Ergebnis ist, gemessen an der gesunden Lebenserwartung, aber nur durchschnittlich.  

Ein Grund dafür ist der geringe Digitalisierungsgrad: So geben 65% der bei der Studie Befragten an, dass ihnen keine Gesundheits-Apps bekannt sind. Dramatisch ist, dass in diesen Tagen die Stopp-Corona-App zu Grabe getragen wird. Während in anderen Ländern (v.a. Ostasien) Apps die nötigen Daten liefern, müssen in Österreich Tausende Contact-Tracer telefonisch bei COVID-Infizierten nach Kontaktpersonen recherchieren. Doch es reicht nicht: Wenn die Infektionszahlen wie aktuell steigen, sinkt die Aufklärungsrate - derzeit sind nur mehr 32% der Infektionen zuordenbar.

Nachfrage nach digitalen E-Health vorhanden

Dabei sind breite Bevölkerungsschichten bereits digital affin und wünschen sich mehr virtuelle Angebote: 45% verwenden regelmäßig Wearables wie Smartwatches und Fitness-Armbänder, 21% davon sind über 60 Jahre. 60% - auch ältere Personengruppen - nehmen Arzttermine virtuell wahr, auch am Wochenende. 57% können sich eine virtuelle Unterstützung bei chronischen Krankheiten vorstellen.

Österreich hat den Startvorsprung, der durch den Aufbau von ELGA vorhanden ist, nicht genutzt. Internationale Vergleiche zeigen einen großen Aufholbedarf: So liegt Österreich im Digital-Health-Index der Bertelsmann Stiftung lediglich im Mittelfeld – Estland und Dänemark zählen zu den Vorreitern, aber auch Länder wie Portugal, Spanien und England liegen deutlich vor uns. COVID hat allerdings den Fortschritt auch in Österreich beschleunigt und uns den E-Impfpass, die GreenCheck-App gebracht.

Mit einer Plattform ins digitale Gesundheitszeitalter

Die Studie empfiehlt den Aufbau einer Gesundheitsplattform, die als zentrale Anlaufstelle für das persönliche Gesundheitsmanagement fungieren und sämtliche Gesundheitsleistungen abrufbar machen würde. Dabei könnte man den Fokus stärker auf Prävention legen, was wiederum das Gesundheitssystem langfristig entlasten würde.

Die derzeitige Pandemie legt Stärken unseres Gesundheitssystems – etwa ein leistungsfähiges Spitalswesen -, aber mehr noch die Schwächen offen: hohe Kosten, eine durchschnittliche gesunde Lebenserwartung, eine „ausbaufähige“ Gesundheitskompetenz. Eine bessere Nutzung von E-Health kann abhelfen. 

Zur Studie „Der Patient im Mittelpunkt“


von Mag. Maria Cristina de Arteaga



AUVAtop – Unterstützung und Beratung für Unternehmen bei der Prävention

Viele Unternehmen überlegen, wie sie mit einer veränderten Arbeitswelt umgehen. Die Prävention von Erkrankungen und Unfällen trägt zum unternehmerischen Erfolg und zur Mitarbeiterbindung bei. Die AUVA bietet zu diesem Zweck ein kostenloses, breites Beratungskonzept an. Es gibt 21 Module mit rechtlichen, gesundheitlichen oder betriebswirtschaftlichen Schwerpunkten. 

Nach einem informativen Vorgespräch werden die Potenziale des Unternehmens bei Sicherheit und Gesundheit analysiert. Der Betrieb wählt dann die Module – von der Arbeitsplatzevaluierung über die Rechtskonformität bis zum gesunden Führen. Näheres unter: Folder "AUVAtop - Das modulare Beratungskonzept



Jahrbuch für Gesundheitspolitik & Gesundheitswirtschaft 2021

Unser Jahrbuch, herausgegeben in Kooperation mit Sanofi, richtet sich an Entscheidungsträger und Interessierte, soll zum Nachlesen, Nachdenken und Handeln anregen und somit zu einem positiven Diskurs in Sachen Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft beitragen. Den Link zur Bestellung des aktuellen Jahrbuches und zur Nachlese sowie zu Fotos und Aufzeichnung der Präsentations-Veranstaltung am 12.1.2022, finden Sie HIER




Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp 

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