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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 29.10.2021

Inhaltsübersicht

  • WKO-Fachkräfteradar: Handlungsbedarf aufgrund des steigenden Fachkräftemangels
  • Arbeitszeit: Österreich im EU-Mittelfeld, top bei freien Arbeitstagen
  • Demografie und Pensionszuckerl treiben Pensionsausgaben in die Höhe 
  • EcoAustria: Kosten und Nutzen des Ausbaus der Elementarpädagogik
  • MentorInnen gesucht – werden Sie Möglichmacher!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Zahl der Arbeitslosen ist wieder auf dem Niveau vor COVID, gleichzeitig gab es noch nie so viele offene Stellen. Der WKO-Fachkräfteradar zeigt, wie sehr der Arbeitskräftemangel die Unternehmen trifft und damit Wachstum und Innovation hemmt.

In dieser Lage wäre jede Einschränkung der Arbeitszeit kontraproduktiv. Zudem widerlegt eine aktuelle Eurofound-Studie die Mär von der langen Arbeitszeit: Österreich liegt hier im EU-Mittelfeld, bei Urlaub und Feiertagen sogar im Spitzenfeld. 

Spitze – jedoch im negativen Sinne - sind auch unsere Pensionsausgaben: Sie steigen laut BMF-Strategiebericht von 2019 bis 2025 um 7,5 Milliarden Euro, angeheizt durch Demografie und teure Pensionszuckerl. 

Das Geld fehlt dafür bei Zukunftsinvestitionen, etwa in die Kinderbetreuung. Dabei zeigt eine aktuelle Studie von EcoAustria, dass sich der Ausbau von Kinderbetreuung selbst für den Finanzminister relativ rasch selbst finanziert.

Und das Erfolgsprogramm „Mentoring für MigrantInnen“ der WKO in Kooperation mit AMS und ÖIF startet in die nächste Runde.

Alles Gute!

Rolf Gleißner


WKO-Fachkräfteradar: Handlungsbedarf aufgrund des steigenden Fachkräftemangels

„Die größte Herausforderung für die nächsten Jahre“, „das größte Hemmnis für die Geschäftstätigkeit“ – das sind nur zwei Attribute, die aktuelle Umfragen dem Fachkräftemangel zuschreiben. Der Fachkräfteradar wird jährlich im Auftrag der WKÖ vom ibw durchgeführt und ist die repräsentativste (4.272 Betriebe nahmen teil) Unternehmensbefragung zu dem Thema. 

Die Zahl der Arbeitslosen ist wieder auf dem Niveau vor COVID, gleichzeitig gab es noch nie so viele offene Stellen. Der Fachkräftemangel ist somit schärfer denn je: Laut WKO-Fachkräfteradar 2021 leiden aktuell 70,5 % der Unternehmen unter starkem Fachkräftemangel (2020 waren es 62 %). Insbesondere im Bereich des Handwerks, der Technik und Gastronomie sind Fachkräfte schwer zu finden. Besonders häufig gesucht werden Personen mit Lehrabschlüssen (58,3 %). Dies zeigt sich auch in der Bereitschaft von fast jedem zweiten Betrieb, mehr Lehrlinge auszubilden, wenn es geeignete Kandidaten gäbe.

Fachkräftemangel
© WKÖ
Der Fachkräftemangel wirkt sich bereits deutlich auf das Unternehmensgeschäft aus 

Die Suche nach geeigneten Fachkräften wird für die Unternehmen immer schwieriger und kostenintensiver. Knapp 80 % berichten von einem höheren Aufwand sowie Ausgaben für die Personalsuche. Dies zeigt sich auch klar in den Ursachen des Fachkräftemangels aus Sicht der Unternehmen: 91 % meinen, es gibt zu wenig fachlich geeignete Bewerber, 86 % sehen generell einen großen Fachkräftebedarf in der jeweiligen Region, und 78 % orten ein zu geringes Interesse an den inserierten Berufen. 

Insbesondere im derzeitigen wirtschaftlichen Aufschwung bremst der Fachkräftemangel das Geschäft. 63,1 % der österreichischen Betriebe erleiden deswegen Umsatzeinbußen, und 51,3 % müssen ihre Innovationstätigkeit einschränken bzw. haben weniger Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Produkte.

Fachkräftemangel
© WKÖ
Dringender Handlungsbedarf: Maßnahmenmix erforderlich 

79 % der Unternehmen sind der Auffassung, dass der Fachkräftemangel in ihrer Branche in den nächsten Jahren (stark) zunehmen wird. Für knapp 15 % wird er konstant bleiben. Eine Einschätzung, die sich mit den Prognosen der Statistik Austria deckt: Allein von 2020 bis 2030 geht die Zahl der 20- bis 60-Jährigen um rund 275.000 Personen zurück. 

Auch die aktuelle Deloitte CFO Survey 2021 erkennt im Fachkräftemangel einen massiv zunehmenden Risikofaktor. Was es jetzt also braucht, ist ein vielfältiges Paket an Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken. Konsequente und auch überregionale Vermittlung, Arbeitsmarktreform, Attraktivierung der Lehre, Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder, Gesundheitsförderung und gezielte Rekrutierung von internationalen Fachkräften sind nur einige wesentliche Schritte, um den Standort Österreich zukunftsfit zu machen. 


von Mag. Julia Moreno-Hasenöhrl



Arbeitszeit: Österreich im EU-Mittelfeld, top bei freien Arbeitstagen

Kritisiert werden häufig die langen Arbeitszeiten von Vollzeitbeschäftigten. In der aktuellen Eurofound-Studie „Working Time 2019-2020“ liegt Österreich hingegen bei Arbeitszeit im Mittelfeld, bei Urlaub und Feiertagen weit oben. 

Der Studie zufolge war das Jahr 2020 in der ganzen EU von COVID und hinsichtlich Arbeitszeit von Kurzarbeit geprägt. Die meisten Länder führten Modelle ein, um kurzfristig die Arbeitszeit zu verkürzen und Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Kurzarbeit änderte die faktischen, nicht hingegen die gesetzlichen und kollektivvertraglichen Arbeitszeiten.

Bei Arbeitszeit im Mittelfeld 

Hier liegt Österreich bei der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit eines Vollzeitbeschäftigten mit 40,8 Stunden zwar im Spitzenfeld. Unter Berücksichtigung von Urlaubs- und Feiertagen betrug die Jahresarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten 1.728 Stunden, womit Österreich nur im Durchschnitt liegt, siehe Grafik unten. Die tatsächliche Wochenarbeitszeit betrug 2020 sogar nur 37,5 Stunden und damit weniger als der EU-Schnitt von 38,4 Stunden.

Jahresarbeitszeit
© WKÖ
Zwei Faktoren führen zu diesem Unterschied zwischen der durchschnittlichen und der tatsächlichen Arbeitszeit: Die tatsächliche Arbeitszeit wurde 2020 durch die starke Nutzung von Kurzarbeit und flexibler Arbeitszeit gedämpft. 

Nr. Vier bei freien Arbeitstagen 

Längerfristig wirkt, dass Österreich beim Urlaubsanspruch zuzüglich Feiertagen mit 37 Tagen im internationalen Spitzenfeld liegt, was aber nur bei Messung der tatsächlichen Arbeitszeit berücksichtigt wird. Nur Schweden, die Slowakei und Dänemark verzeichnen mehr freie Arbeitstage. Dabei sind für Österreich Heiligabend und Silvester noch gar nicht eingerechnet -  diese beiden Tage sind oft aufgrund Kollektivvertrag oder betrieblicher Praxis frei. 

Fazit: Im internationalen Arbeitszeitvergleich liegt Österreich im Mittelfeld. Also kein Grund für Aufregung oder gar Eingriffe in die Arbeitszeit. 


Link zur Studie: Working time in 2019–2020 | Eurofound (europa.eu)

 

von Dr. Ingomar Stupar



Demografie und Pensionszuckerl treiben Pensionsausgaben in die Höhe 

Laut dem Strategiebericht des Finanzministeriums verschärft sich die Ausgabendynamik bei Pensionen: Die Ausgaben für Privatpensionen steigen zwischen 2019 und 2025 um 5,2 Mrd. Euro, die Ausgaben für Beamtenpensionen um 2,3 Mrd. Euro. Damit entfallen 40 % des Zuwachses an Bundesausgaben in dem Zeitraum auf Pensionen -Zukunftsbereiche müssen im Vergleich dazu zurückstehen (siehe Grafik unten). Der Anteil der Pensionen an den Gesamtausgaben steigt von 24,9 auf 27,9 %.

Pensionsausgaben
© WKÖ
Der Budgetbericht nennt als Ursachen für die Ausgabendynamik die rezenten teuren politischen Maßnahmen wie Pensionserhöhungen, Frühstarterbonus, etc. sowie den Pensionsantritt starker Jahrgänge. Jahr für Jahr verschärft die Demografie die Lage. Im Gegensatz dazu bremsen alle anderen EU-Länder diese Dynamik durch Reformen ein. 


von Mag. Dr. Rolf Gleißner


EcoAustria: Kosten und Nutzen des Ausbaus der Elementarpädagogik

Kinderbetreuung schafft eine Win-Win-Situation – auch für den Staat. Das zeigt jetzt eine Analyse von EcoAustria. Das Institut schätzt die  Mehrkosten, die mit einer Ausweitung der Kinderbetreuung verbunden wären, und stellt gegenüber, welche fiskalischen und weiteren Effekte ein Ausbau der Betreuung bzw. eine Ausweitung der Öffnungszeiten hätte. Dabei zeigt sich, dass die Mehrkosten relativ rasch durch positive Effekte beinahe ausgeglichen werden.

Näheres und die Studie selbst unter

https://ecoaustria.ac.at/nutzen-des-ausbaus-von-kinderbetreuung/



MentorInnen gesucht – werden Sie Möglichmacher!

Das Erfolgsprogramm „Mentoring für MigrantInnen“ der WKO in Kooperation mit AMS und ÖIF startet in die nächste Runde. Bewerbungen sind bis 17.11.2021 per Mail an mentoring@wko.at möglich. 

Mentoren aus der Wirtschaft unterstützen qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt. Gemeinsam wird am Aufbau des Netzwerks, der Anerkennung von Qualifikationen oder des Bewerbungsprozesses gearbeitet und so eine nachhaltige Arbeitsmarkteingliederung ermöglicht. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel und zur Internationalisierung der österreichischen Wirtschaft geleistet.  

Mentoring für MigrantInnen wurde 2008 ins Leben gerufen und gilt international als Best Practice Beispiel. Die Idee dafür stammt aus Kanada. Mittlerweile wurden österreichweit mehr als 2.400 Mentoringpaare gebildet.  

Nähere Infos unter www.wko.at/mentoring




Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp 

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