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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 6.9.2021

Inhaltsübersicht

  • Deutsche Studie: Österreich überholt Deutschland bei Arbeitskosten
  • Arbeitskräftemangel bremst Unternehmen ein
  • Das Zauberwort ist Flexibilität
  • AGES: COVID-Infektionen vor allem in Haushalten und auf Reisen
  • ZAS-Tag am 7.10.2021, Schwerpunkt Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt
  • Neu: Lexikon der Arbeitswelt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

COVID ist nicht vorbei: Die Infektionen steigen wieder rasant. Die Zahlen zeigen aber: Der Arbeitsplatz bleibt der sicherste Ort.

Die Pandemie und die Begleitmaßnahmen wirkten sich vielfach aus, etwa auch auf die Arbeitskosten, wie eine deutsche Studie zeigt. Österreich überholte Deutschland.

Hingegen hat der Arbeitsmarkt die COVID-Krise vorerst überwunden. Von hoher Arbeitslosigkeit sind wir direkt in Arbeitskräftemangel gekippt. Grund genug, Fehlanreize zu prüfen und abzustellen.

Vor fast genau drei Jahren erweiterten sich die Spielräume in der Arbeitszeit. In der COVID-Zeit waren und sind sie nötiger denn je.

Am 7.10. findet wieder der ZAS-Tag statt mit einem Update für Gesetzgebung und Judikatur und dem Schwerpunkt Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt.

Und erstmals gibt´s in Österreich ein umfassendes Lexikon zur Arbeitswelt.

Alles Gute!

Rolf Gleißner


Deutsche Studie: Österreich überholt Deutschland bei Arbeitskosten

Covid und Kurzarbeit beeinflussen die Arbeitskosten massiv. Zu dem Schluss kommt eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans Böckler-Stiftung. 

Die Volkswirtschaften in der EU sind eng verflochten. Umso wichtiger ist es, wie sich die Arbeitskosten im Vergleich zu den Nachbarn entwickeln. Dabei wirken verschiedene Faktoren: Lohnabschlüsse, Kollektivvertragsdeckung, Inflation, Produktivität, etc. 

In der COVID-Krise förderten praktisch alle Staaten die Aufrechterhaltung der Beschäftigung. Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien machten die Kurzarbeit für Arbeitgeber attraktiver. Das machten auch Österreich und die Niederlande, die zudem ihre Systeme reformierten. In Holland hängen die Lohnsubventionen vom Umsatzrückgang ab. Griechenland, Ungarn und Slowenien führten erstmals die Kurzarbeit ein. Andere Staaten wie Polen setzten auf Lohnsubventionen ohne Kurzarbeit. 

Form und Ausmaß der Lohnstützung hatten den Studienautoren zufolge 2020 erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Arbeitskosten je Stunde. Großzügige Kurzarbeitsprogramme wie in Österreich und Deutschland erhöhten die Arbeitskosten zeitweise, weil hier ein Großteil der Löhne auch bei geringen Arbeitszeiten fortzuzahlen waren. Lohnsubventionen für Unternehmen, die diesen mehr Spielräume ließen, reduzierten hingegen die Arbeitskosten etwa in Holland, Kroatien und Irland. 

Starker Anstieg der Arbeitskosten pro Stunde 

Während die Produktivität insgesamt 2020 überall einbrach, stieg die Produktivität je Stunde in den Ländern mit Kurzarbeit. Der Grund: Die Zahl der Arbeitsstunden ging – gefördert durch Kurzarbeit – noch stärker zurück als die Wertschöpfung. Österreich ist hier Spitze: Nirgendwo stiegen Produktivität UND Arbeitskosten je Stunde 2020 so stark an: +5,6% bei Arbeitskosten (zum Vergleich Deutschland +2,3%, EU-Schnitt +2,7%). 

Österreich liefert sich mit dem Haupthandelspartner Deutschland seit langem ein „Kopf an Kopf-Rennen“ bei den Arbeitskosten je Stunde. 2020 überholte Österreich den Nachbarn und liegt jetzt auf Rang 6 in der EU. Noch teurer sind nur Dänemark, Luxemburg, Belgien, Schweden und Frankreich. 

Arbeitskosten je Stunde nach Wirtschaftszeigen im Jahr 2020
© WKÖ
Fazit: Auch wenn 2020 ein untypisches Jahr war: Die Arbeitskosten sind in Österreich zu hoch, was vor allem am hohen Anteil der Lohnnebenkosten liegt. Um den Faktor Arbeit zu entlasten, sollten daher die Lohnnebenkosten sinken, mittelfristig zumindest auf das Niveau Deutschlands, unseres Haupthandelspartners.  

Report unter:

Arbeits- und Lohnstückkostenentwicklung 2020 - Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung (boeckler.de)


von Mag. Sarah Reiserer 



Arbeitskräftemangel bremst Unternehmen ein

Erstmals seit Beginn der COVID-19 Krise nennen Unternehmen  den „Mangel an Arbeitskräften“ als wichtigstes Hemmnis für ihre Tätigkeit.  

In der aktuellen  Konjunkturumfrage des WIFO vom Juli  2021 rechnet die überwiegende Mehrheit der Unternehmen mit der Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs. Sowohl die aktuelle Lagebeurteilung als auch die unternehmerischen Erwartungen für die Folgemonate liegen deutlich über den Werten für April 2021.  

In der Konjunkturumfrage werden Unternehmen gefragt, ob Hemmnisse für die Geschäftstätigkeit vorliegen, wobei folgende zur Wahl stehen:

  • Mangel an Nachfrage
  • Mangel an Arbeitskräften
  • Kapazitätsengpässe bzw. Mangel an Material
  • Finanzierungsprobleme
  • Sonstige Gründe (Wetter, Beeinträchtigungen durch die COVID – 19 Krise) 

Quer über die gesamte Wirtschaft war erstmals der Mangel an Arbeitskräften das am häufigsten genannte Hemmnis. Nur in der Sachgütererzeugung und in der Bauwirtschaft liegt der Mangel an Material oder Kapazität an erster Stelle, gefolgt vom Arbeitskräftemangel. Doch auch dort gewann der Arbeitskräftemangel deutlich an Gewicht. Laut WIFO sind Arbeitskräftemangel und Lieferengpässe so gravierend, dass sie die Konjunktur verlangsamen können.

Hemmnisse der wirtschaftlichen Tätigkeit
© Wifo
Angesichts dieser Entwicklung hat der Arbeitsminister den richtigen Zeitpunkt für einen Reformdialog zu Arbeitslosenversicherung & Arbeitsmarkt gewählt. Fehlanreize, die Arbeitslosigkeit verlängern, sind zu beseitigen. 

Geringfügige Beschäftigung neben dem Arbeitslosengeld verlängert die Arbeitslosigkeit 

Fast 40.000 Personen beziehen Arbeitslosengeld und sind gleichzeitig geringfügig beschäftigt. Grundsätzlich ist gegen einen geringfügigen Zuverdienst nichts einzuwenden, die Arbeitsmarktwirkung ist aber problematisch: Eine WIFO-Untersuchung (Eppel, Mahringer, 2018) findet keine Evidenz dafür, dass die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigung während der Arbeitslosigkeit als Brücke in reguläre Beschäftigung wirkt. Sie verlängert im Gegenteil die Arbeitslosigkeit und reduziert in einem Beobachtungszeitraum von 3 Jahren die in regulärer Beschäftigung verbrachte Zeit. Darüber hinaus zieht sie niedrigere Erwerbseinkünfte nach sich. 

Offensichtlich hemmt die geringfügige Beschäftigung die Rückkehr in reguläre Beschäftigung vor allem, weil sich diese nicht rentiert. Bei Ausweitung der Beschäftigung fallen einerseits viele Abgaben an, andererseits fallen Arbeitslosengeld, aber auch andere Transfers wie Mietzinsbeihilfe weg. Die Autoren sehen die geringfügige Beschäftigung daher als Falle, die Arbeitslosigkeit verlängert und die Chancen auf Vollversicherung verringert. Grund genug, die Kombination Geringfügigkeit-Transfer kritisch zu hinterfragen.  

WIFO Monatsbericht 8/2021: https://www.wifo.ac.at/jart/prj3/wifo/resources/person_dokument/person_dokument.jart?publikationsid=67453&mime_type=application/pdf

 

von Mag. Maria Kaun



Das Zauberwort ist Flexibilität

Vor genau drei Jahren haben sich die Spielräume in der Arbeitszeit erweitert. Zum Glück rechtzeitig vor der Corona-Pandemie.

Link Das Zauberwort ist Flexibilität - marie.wko.at



AGES: COVID-Infektionen vor allem in Haushalten und auf Reisen 

Aktuell steigen die COVID-Infektionen rasant an. Aufgrund des Impffortschritts ist die vierte Welle nicht mit früheren vergleichbar, weil die Spitalseinweisungen deutlich weniger ansteigen und die Todeszahlen gar nicht. 

Dennoch ist ein Blick auf die Infektionsquellen der AGES-Statistik interessant: Es dominieren Haushalt (48,1%), Reise (30,2%) und Freizeit (10,8%). Arbeit und Hotel-Gastro haben nur eine untergeordnete Bedeutung. Der Anteil der Infektionen am Arbeitsplatz ist stabil niedrig, der Bereich Hotel-Gastro ist seit Juli stark rückläufig, der Anteil der Infektionen infolge von Reisen ist hingegen seit Juli stark gestiegen. 

COVID-Infektionen letzte Augustwoche 2021
© WKÖ
Quelle: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/epidemiologische-abklaerung-covid-19/ 

Der Schluss daraus: Königsweg bei der Bekämpfung von COVID ist eine hohe Impfrate. Wenn die Politik aber angesichts des Anstiegs der Infektionen weitere Schutzmaßnahmen vorsieht, sollte sie dort ansetzen, wo die Infektionen stattfinden.



ZAS-Tag am 7.10.2021, Schwerpunkt Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt

Wie schon in den vergangenen Jahren bietet der Manz-Verlag in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich ein Update zum Arbeits- und Sozialrecht des Jahres in einem Tag. Geboten werden

  • die aktuelle Judikatur 2021
  • die aktuelle Gesetzgebung 2021 und
  • der Schwerpunkt Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt: 
    • Homeoffice, digitale Arbeitsmittel & Datensicherheit
    • Mitarbeiterbindung und Arbeitsvertragsgestaltung
    • Psychische Belastungen der neuen Arbeitswelt

Ort: Wirtschaftskammer Österreich, Saal 2, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien 
Zeit: Donnerstag, 7. Oktober 2019, 9:00 (Eintreffen) – 16:15 Uhr 

Details und Anmeldung:

https://shop.manz.at/shop/events/568903



Neu: Lexikon der Arbeitswelt 

Erstmals ist in Österreich ein Lexikon der Arbeitswelt erschienen, verfasst von namhaften Autoren mit umfassender Expertise. Es enthält Arbeitstechniken, Arbeitsorganisation, Arbeitsgestaltung, Arbeitsmedizin und Arbeitspsychologie bis zu einschlägigen Messtechniken. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle mit der Arbeitswelt befassten oder daran interessierten Menschen.

Über die Erläuterung von Fachbegriffe hinaus enthält das Lexikon Hinweise auf Rechtsvorschriften, Institutionen und Internetadressen. 

Näheres und Bestellung unter

https://www.nwv.at/oekonomie/1506_lexikon_der_arbeitswelt/




Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp 

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