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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 18.12.2020

Inhaltsübersicht

  • Gesetzliche Änderungen zum 1.1.2021
  • Ergebnisse Fachkräfteradar: Trotz Corona haben Unternehmen starken Fachkräftebedarf
  • Die Beschäftigungsaktion 20.000 – ein teures Experiment
  • Fehlzeitenreport 2020
  • www.wirmachengesundheit.at im neuen Look
  • Einladung zur Online-Präsentation des Jahrbuchs für Gesundheitspolitik & Gesundheitswirtschaft 2020

Liebe Leserinnen, liebe Leser,  

mit 1.1.2021 ergeben sich viele gesetzliche Änderungen, die wir zusammengefasst haben.

Was sich trotz hoher Arbeitslosigkeit nicht ändert, ist der massive Fachkräftebedarf, den die Unternehmen melden.

Somit besteht Handlungsbedarf am Arbeitsmarkt. Dafür benötigen wir Instrumente, die wirksam UND effizient sind. Die Aktion 20.000 war es nicht.

Corona wirkt sich anders als erwartet auf Krankenstände aus: 2019 sind sie nach dem Fehlzeitenreport gestiegen, 2020 stark zurückgegangen.

Unsere Webseite www.wirmachengesundheit.at haben wir komplett überarbeitet.

Und am 12.1.2021 laden wir und Sanofi zur Online-Präsentation des Jahrbuchs für Gesundheitspolitik & Gesundheitswirtschaft ein. 

Damit beschließen wir ein extrem herausforderndes Jahr für Wirtschaft, Wirtschaftskammer und unser Team. Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir ruhige, besinnliche Weihnachtstage und einen guten Rutsch in ein (hoffentlich) gesundes und glückliches Jahr 2021. 

Rolf Gleißner, Margit Kreuzhuber 
sowie das gesamte Team Sozialpolitik und Gesundheit



Gesetzliche Änderungen zum 1.1.2021  

Mit Jahreswechsel sowie zu Stichtagen kurz danach ergeben sich wieder einige arbeits- und sozialrechtliche Änderungen. Einige – etwa das Paket zur Stundung und Ratenzahlung von Abgaben oder die Sonderbetreuungszeit - hat der Nationalrat erst am 11.12.2020 beschlossen, sodass die weitere Gesetzwerdung abzuwarten ist.

Änderungen im Arbeits- und Sozialrecht ab 1.1.2021 (Übersicht, pdf)



Ergebnisse Fachkräfteradar: Trotz Corona haben Unternehmen starken Fachkräftebedarf

Die im Auftrag der WKÖ durchgeführte Unternehmensbefragung für den Fachkräfteradar zeigt, dass trotz Corona-Krise weiterhin 62 % der Unternehmen unter (sehr) starkem Fachkräftemangel leiden. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 74 %. An der vom ibw im Herbst 2020 durchgeführten Unternehmensbefragung nahmen 4.431 Betriebe teil.  

Der Mangel an Fachkräften macht sich insbesondere am Bau, in der Herstellung von Holzwaren, im Tourismus und im handwerklich-technischen Bereich bemerkbar. Besonders nachgefragt sind aktuell Handwerksberufe gefolgt von Technikern in anderen Bereichen.  

Fachkräftemangel führt zu Umsatzeinbußen und Einschränkung der Innovationstätigkeit 

86 % der Unternehmen gaben an, dass der Fachkräftemangel zu einer Zusatzbelastung der Firmenchefs und ihrer Familienangehörigen führt. 61% verzeichnen wegen des Fachkräftemangels Umsatzeinbußen. 47 % der Betriebe müssen wegen des Fachkräftemangels ihre Innovationstätigkeit einschränken. 

Der hochgerechnete Fachkräftebedarf für September 2020 lag bei 177.000, dies ist ein Rückgang im Vergleich zum April 2019 (Erhebungszeitpunkt im Vorjahr) um 30.000 (-15 %). 

Um den Fachkräftemangel bewältigen zu können, wünschen sich die Betriebe vor allem eine Vorauswahl der Bewerber durch das AMS, Informationen über Förderungen und Qualifizierungen, fachspezifische bzw. digitale Jobbörsen und überregionale Vermittlung. 

Was sich Unternehmen vom AMS wünschen

Was sich Unternehmen vom AMS wünschen
© WKÖ
Jedes zweite Unternehmen geht davon aus, dass der Fachkräftemangel in der Branche in den nächsten drei Jahren stark zunehmen wird. Weitere 22 % vermuten, der Fachkräftemangel wird etwas zunehmen, während 17 % der befragten Betriebe davon ausgehen, dass der Fachkräftemangel konstant bleiben wird. 

Es braucht gezielte Maßnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie der Mobilität, um arbeitslose Menschen rasch in Beschäftigung zu bringen und den nach wie vor großen Bedarf an Fachkräften zu decken. Nähere Informationen zur Situation in den einzelnen Berufen und Regionen sind auf den interaktiven Karten des WKO Fachkräfteradars abrufbar.


von MMag. Margit Kreuzhuber



Die Beschäftigungsaktion 20.000 – ein teures Experiment

Die Aktion 20.000 sollte für langzeitarbeitslose ältere Personen 20.000 vom AMS finanzierte Arbeitsplätze im öffentlichen Bereich schaffen. Die Aktion wurde mit 30.6.2020 beendet und war hinsichtlich Kosten und Arbeitsmarkterfolg umstritten. Die vorliegenden Evaluierungen der Unternehmensberatung prospect Research@Solution sowie des IHS untermauern die Kritik. 

Ergebnisse und Fakten zur Aktion 20.000 

  • Trotz intensiver politischer und medialer Begleitung wurde nur ein sehr kleiner Teil der Zielgruppe erreicht, von rund 74.000 förderbaren Personen nicht einmal 4.000 (5%).
  • 42 % der Teilnehmer waren im Bereich soziale Dienstleistungen beschäftigt, dieser hatte die höchste Abbruchquote mit 54 %. Die Abbruchgründe waren sehr unterschiedlich und reichten von gesundheitlichen Gründen (47 %) bis zu „kein Spaß bei der Arbeit“ (34 %).
  • Nach Förderende waren 31 % in einem nicht geförderten Dienstverhältnis.
    60 % davon beim selben Dienstgeber, also bei einem öffentlichen Dienstgeber bzw. einer gemeinnützigen Organisation.
  • Es traten vor allem jene Personen ein, die innerhalb der Zielgruppe leichter zu erreichen und motiviert waren.  51 % der geförderten Personen waren unter 55 Jahre alt. 60 % der geförderten Personen hatten keine gesundheitsbedingten Vermittlungshindernisse.

Die fiskalischen Effekte  

Das IHS verglich die Einnahmen und Ausgaben der öffentlichen Hand für die Teilnehmer der Aktion 20.000 mit jenen für die übrigen rund 50.000 Langzeitbeschäftigungslosen des Stichtages 30. Juni 2017 (Vergleichsgruppe). Untersucht wurden der Programmzeitraum der Beschäftigungsaktion 20.000 (Juli 2017 bis Juni 2019) und 6 Monate danach. 

Für die Teilnehmer der Aktion 20.000 fielen höhere Sozialversicherungsbeiträge an. Diese führten zu höheren Leistungsansprüchen in der Arbeitslosenversicherung bzw. danach im Pensionssystem. Die höheren Arbeitslosengeldbezüge vormaliger Teilnehmer der Aktion 20.000, die nach Ende der Teilnahme wieder arbeitslos waren, werden nur im 6-monatigen Nachbetrachtungszeitraum berücksichtigt. Allfällige höhere zukünftige Pensionsansprüche wurden gar nicht berücksichtigt. Ergebnis: 

  • Für alle Untersuchungsgruppen (Teilnehmer der Aktion 20.000 und Vergleichsgruppe) überstiegen die Ausgaben die Einnahmen. Sowohl im Programmzeitraum als auch im Nachbetrachtungszeitraum entstanden Nettokosten.
  • Während des Programmzeitraumes entstanden für Teilnehmer der Aktion 20.000 monatliche Mehrkosten von 703 Euro gegenüber der Vergleichsgruppe. Im 6-monatigen Nachbetrachtungszeitraum lagen die monatlichen Nettokosten der Teilnehmer der Aktion 20.000 um 377 Euro unter den Nettokosten der Vergleichsgruppe, da die Teilnehmer der Aktion 20.000 eine höhere Arbeitsmarktintegration hatten als die Vergleichsgruppe. Es überstiegen aber auch im Nachbetrachtungszeitraum für beide Gruppen die Ausgaben die Einnahmen.

Es würde im Schnitt 45 Monate dauern, bis die Mehrkosten der Teilnehmer der Aktion 20.000 durch die Kostenersparnis im Nachbetrachtungszeitraum refinanziert würden. Das Problem: Bei den Älteren rechnet sich die Aktion im Schnitt schneller, sie gehen aber meist schon vorher in Pension.   

Anders etwa bei der innerhalb der Zielgruppe relativ jungen Altersgruppe 50-54 Jahre ohne gesundheitliche Einschränkungen. Diese Gruppe hat auch ohne Aktion 20.000 relativ gute Arbeitsmarktchancen, weshalb sich die Förderung erst nach (hypothetisch) über 18 Jahren Beschäftigung rechnen würde. Alles in allem war der Arbeitsmarkterfolg zu gering, als dass sich das Programm rechnete.  

Erkenntnisse für die Arbeitsaufnahme langzeitarbeitsloser Älterer 

  • Öffentliche und gemeinnützige Dienstgeber haben unausgeschöpftes Beschäftigungspotenzial, das es zu nutzen gibt.
  • Auf das Potenzial in der Privatwirtschaft sollte nicht vergessen werden:
    Vorauswahlen, Onboarding und Begleitung ermöglichen erfolgreiche Beschäftigungsaufnahmen der Zielgruppe 50+ in der Privatwirtschaft.
  • Eine erfolgreiche Beschäftigungsaufnahme setzt ein individualisiertes Matchingverfahren voraus.
  • Die Begleitung von potenziellen Arbeitgebern könnte auch ein kleiner Schritt zur Lösung des Fachkräftemangels sein.
  • Die im Vergleich zur Aktion 20.000 jeweils kurzen Förderdauern bei der klassischen Eingliederungsbeihilfe für Personen 50+ ist zu hinterfragen.

Fazit:

Die hohe Überförderung im öffentlichen Bereich hat sich fiskalisch nicht gelohnt. Die klassische Eingliederungsbeihilfe hat im langjährigen Vergleich eine weit höhere Arbeitsmarkterfolgsquote bei der Zielgruppe der 50+ (55% versus 39%) und das bei einem Zehntel der Kosten. Statt teurer Experimente sollte daher das bewährte Instrument der Eingliederungsbeihilfe in der Privatwirtschaft großzügiger eingesetzt und ein gezieltes Matching mit einer guten Vorauswahl forciert werden.

Download der Studien:

https://www.prospectgmbh.at/project/evaluation-aktion-20-000/ 

https://www.bmafj.gv.at/Services/Publikationen.html
IHS, Endbericht Untersuchung der fiskalischen Effekte der Beschäftigungsaktion 20.000


von Mag. Maria Kaun, Mag. Gabriele Straßegger


Fehlzeitenreport 2020

Von 1980 bis 2006 ist das Krankenstandsniveau vom Spitzenwert 17,4 auf 12,0 Krankenstandstage pro Jahr und Arbeitnehmer gesunken. 2019 ist es wieder auf 13,3 Krankenstandstage gestiegen. Überraschenderweise haben verschiedene Faktoren während der Corona-Pandemie bis August 2020 die erfassten Krankenstände wieder reduziert.

Fehlzeitenreport 2020



www.wirmachengesundheit.at im neuen Look

Unsere Website ist aktualisiert online gegangen: Sie finden ab sofort aktuelle rechtliche und steuerliche Informationen sowie Förderungen zur „Betriebliche Gesundheitsförderung“, einen Marktplatz für unsere Betriebe und Links zu interessanten Studien, Publikationen und Veranstaltungen der Gesundheitsbranche übersichtlich dargestellt.

www.wirmachengesundheit.at



Einladung zur Online-Präsentation des Jahrbuchs für Gesundheitspolitik & Gesundheitswirtschaft 2020 

Wir laden gemeinsam mit Sanofi am 12. Jänner 2021 im neuen Livestream Format - aber gewohnt hochkarätig besetzt zum Thema Biodiversität und dessen Einfluss auf Gesundheit und Wirtschaft ein.

Wir freuen uns auf Sie!

Programm

Anmeldung

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Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
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Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
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https://wko.at/sp 

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