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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 30.10.2020

Inhaltsübersicht

  • Erfolgsprogramm „Mentoring für MigrantInnen“ geht in die nächste Runde
  • Österreicher mit Gesundheitszustand und –system zufrieden – zumindest vor Corona
  • Europäische Beispiele bestätigen: Berufspraktika schaffen WIN–WIN-Situation
  • Fakt des Monats: Strategiebericht: Pensionsausgaben steigen rasant
  • Initiative „PflegerIn mit Herz“
  • Zukunft.Frauen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Aktuell wird alles von Corona überlagert. Dabei übersieht man Themen, bei denen wir jetzt die Weichen für die Zukunft stellen:

  • Integration: Wir suchen Mentoren für unser Programm Mentoring für MigrantInnen, das bisher Fachkräfte sehr erfolgreich in Österreich integriert.
  • Gesundheit: Die Gesundheitsbefragung zeigt interessante Ergebnisse. Beim Gesundheitsverhalten haben die Österreicher noch „Potenzial“, was sich auch in der Corona-Krise zeigt.
  • Arbeitsmarkt: Im Rahmen der geplanten Arbeitsstiftung können betriebliche Praktika einen wichtigen Beitrag leisten.
  • Sozialstaat: Der aktuelle Strategiebericht bestätigt, dass die Pensionsfinanzierung aus dem Ruder läuft. Gut, wenn zumindest bei der Hacklerregelung gegengesteuert wird.
  • EU-Sozialpartnerschaft: Wir sind stolz, dass die langjährige Expertin der WKÖ, Christa Schweng, zur Präsidentin des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses gewählt wurde!

Alles Gute!

Rolf Gleißner



Erfolgsprogramm „Mentoring für MigrantInnen“ geht in die nächste Runde 

Beitrag gegen den Fachkräftemangel und für die Internationalisierung der Wirtschaft

Trotz hoher Qualifikation fällt es Menschen mit Migrationshintergrund häufig schwer, am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Netzwerke und informelle Kenntnisse des heimischen Arbeitsmarkts fehlen. Dies bestätigt einmal mehr die OECD bei der Präsentation des Migration Outlooks 2020. „Mentoring für MigrantInnen“, das Erfolgsprogramm der Wirtschaftskammern Österreichs in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds und dem Arbeitsmarktservice, ist daher wichtiger denn je.

Mentorinnen und Mentoren aus der Wirtschaft unterstützen qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt. Gemeinsam wird am Aufbau des Netzwerks, der Anerkennung von Qualifikationen oder des Bewerbungsprozesses gearbeitet und so eine nachhaltige Arbeitsmarkteingliederung ermöglicht. 

Das ist ein wichtiger Beitrag gegen den Fachkräftemangel und zur Internationalisierung der Wirtschaft. Denn die Zuwanderer weisen meist eine sehr hohe Ausbildung auf und können durch ihre Kenntnisse über ihr Herkunftsland wichtige Brückenbauer für die Exportwirtschaft sein. 

  • 86 % der MentorInnen sind überzeugt, dass die spezifischen Kenntnisse der Mentees von heimischen Unternehmen bei der Ausweitung ihrer Auslandsaktivitäten genutzt werden können.
  • 4/5 der MentorInnen sind davon überzeugt, auch persönlich Vorteile aus der Mentoringpartnerschaft gezogen zu haben; u.a. durch den Ausbau der interkulturellen Kompetenzen, durch die Erweiterung ihres internationalen Netzwerks oder die Anwendung von Coaching-Skills.
  • 89 % der Mentees des letzten Durchgangs „Mentoring für MigrantInnen“ in Wien und Niederösterreich waren Akademiker. 

Mentoring für MigrantInnen wurde bereits 2008 ins Leben gerufen und gilt international als Best Practice Beispiel. Die Idee dafür stammt aus Kanada. Mittlerweile wurden österreichweit mehr als 2.300 Mentoringpaare gebildet, durchschnittlich können rund 1/3 der Mentees bereits am Ende des sechsmonatigen Durchgangs am Arbeitsmarkt Fuß fassen.  

Im Jänner 2021 startet der nächste Durchgang von Mentoring für MigrantInnen, Bewerbungen dafür sind bis 30.11.2020 unter mentoring@wko.at möglich. Nähere Informationen zum Programm sowie den Teilnahmevoraussetzungen finden Sie unter wko.at/mentoring.

von Mag. Julia Moreno-Hasenöhrl



Österreicher mit Gesundheitszustand und –system zufrieden – zumindest vor Corona

Die Österreicher sind zufrieden mit dem heimischen Gesundheitssystem und ihrem Gesundheitszustand. Im Gesundheitsverhalten gibt es markante Unterschiede zwischen den Gruppen. Das sind Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Gesundheitsbefragung des Gesundheitsministeriums, die von der Statistik Austria durchgeführt wurde. Dazu wurden im Jahr 2019 – also vor Corona - Privathaushalte befragt.  

Die Studie bietet Informationen über Krankheitsgeschehen, Gesundheitsbewusstsein, (riskantes) Gesundheitsverhalten, Nutzung von Vorsorgeangeboten und medizinische Leistungen.  

Sechs von zehn Personen ab 15 Jahren beurteilten die Qualität der medizinischen Versorgung mit „hervorragend“ oder „sehr gut“. 74,5 % der Österreicher und Österreicherinnen bewerten ihren eigenen Gesundheitszustand mit „sehr gut“ oder „gut“, Frauen jedoch weniger (-2,4%) als Männer. Im Laufe der letzten 20 Jahren gaben ca. 10% mehr Menschen diese Bestbewertung ab. Die Lebenserwartung in Gesundheit stieg im selben Zeitraum um 7,4 Jahre bei Männern, um 7,8 Jahre bei Frauen. 

Nach Vorgabe einer Liste chronischer Erkrankungen wird am häufigsten über chronisches Rückenleiden (1,9 Mio. Personen) berichtet, dahinter folgen Allergien (1,7 Mio.), Bluthochdruck (1,6 Mio.), chronische Nackenschmerzen sowie sonstigen Schmerzen an der Halswirbelsäule (1,4 Mio.). Frauen leiden wesentlich häufiger an chronischen Nackenschmerzen, Arthrose, chronischen Kopfschmerzen und Depressionen als Männer. 

Unterschiede zwischen Männern und Frauen und je nach Bildungsstand 

18,1 % der Männer und 15,2 % der Frauen sind gemäß der WHO-Definition adipös (fettleibig). 1,5 Mio. Österreicher ab 15 Jahren rauchen täglich – das sind im Vergleich zu 2014 um 247.000 Personen weniger, da der Anteil der Raucherinnen nicht mehr steigt. Allerdings liegt Österreich immer noch über dem EU-Schnitt. Männer rauchen hierzulande häufiger als Frauen, Ausländer (Anteil 29,4%) deutlich häufiger als Inländer (19,1%). 8,9% der Männer trinken (fast) täglich Alkohol, nur 2,5% der Frauen. Inländer trinken deutlich mehr als Ausländer.

Einen massiven Einfluss auf das Gesundheitsverhalten hat der Bildungsstand: Unter den Akademikern rauchen 12%, 36,8% sind übergewichtig. Unter den Personen mit Lehrabschluss rauchen hingegen 27% und 60,5% (!) sind übergewichtig.

Nur die Hälfte der Bevölkerung bewegt sich so viel, wie es die WHO empfiehlt, nämlich zumindest 150 Minuten pro Woche. Männer sind geringfügig aktiver als Frauen. Tiroler sind aktiver als der Rest, ansonsten sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht groß.

Aktuell interessant: 8,8% der Befragten wurden in den 12 Monaten zuvor gegen Grippe geimpft, in der Altersgruppe 75+ immerhin 21,9%. 

Die Umfrage zeigt, dass Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten stark zusammenhängen. Hier gibt es Fortschritte (Rückgang der Raucher), aber im internationalen Vergleich haben wir noch viel Aufholbedarf. 

Zur Studie

von Mag. Maria Cristina de Arteaga



Europäische Beispiele bestätigen: Berufspraktika schaffen WIN–WIN-Situation

Eine erst kürzlich erschienene Studie im Auftrag des AMS sieht Berufspraktika als internationales Good-Practice-Beispiel Recherche: Berufspraktika sind wirksam und breit einsetzbar: Praktika unterstützen vor allem Gruppen mit Nachteilen beim Berufseinstieg, z.B. Jugendliche, Geringqualifizierte, Langzeitarbeitslose, Personen mit Fluchthintergrund oder mit gesundheitlichen Einschränkungen.  Wichtig sind Begleitangebote, etwa Mentoren, und eine möglichst unbürokratische Abwicklung.

Slowenien und Deutschland: Mit Praktika gegen den Fachkräftemangel 

Slowenien setzt im Kampf gegen den Fachkräftemangel auf Praktika für Arbeitsuchende, denen Erfahrung oder Kompetenzen für eine Stelle fehlen: Den Praktikanten wird eine Mentorin/ein Mentor aus dem Unternehmen zur Seite gestellt. Dabei fiel ein Projekt auf, das jugendliche Arbeitssuchende für regionale Mangelberufe (etwa Krankenpflege, Kochassistenz) gewinnen und mit Arbeitgebern aus der Region im Rahmen von Networking-Events zusammenbringen soll. 75% der Jugendlichen sollen auf diese Weise eine Beschäftigung aufnehmen. Im Rahmen des Programms werden Menschen mit Interesse an einer betrieblichen Lehre mit zweimonatigen Praktika auf eine duale Ausbildung vorbereitet.

Deutschland setzt in Programmen für Geflüchtete auf Praktika. Dabei geht es um die Feststellung der berufsfachlichen Kompetenzen, die Vermittlung berufsbezogener Deutschkenntnisse sowie um die Anerkennung der im Ausland erworbenen Abschlüsse. Dabei werden die berufsfachlichen Kenntnisse und Stärken der Teilnehmer festgestellt und am Ende zusammengefasst. Dieser Nachweis erleichtert den weiteren Integrationsprozess. 

Weitere Erkenntnisse der Studie:

  • Unternehmen kennen das bestehende Förderangebot oft zu wenig. Die Studie empfiehlt daher eine zentrale Vermittlungsstelle für Praktika.
  • Betriebe sind zu Praktika bereit bei geringen Kosten, Eingliederungszuschüssen und wenig administrativem Aufwand.
  • Begleitangebote wie Jobcoaches werden von den Unternehmen positiv bewertet. Teilnehmer schätzen von den Unternehmen bereitgestellte Mentoren. 

Auch Österreich hat sehr gute Erfahrungen mit betrieblichen Praktika. Sie nehmen in der geplanten Corona-Arbeitsstiftung einen prominenten Platz ein. Für den künftigen Ausbau liefert die Studie gute Anhaltspunkte.


von Mag. Gabriele Straßegger



Fakt des Monats: Strategiebericht: Pensionsausgaben steigen rasant

Strategiebericht: Pensionsausgaben steigen rasant
© WKÖ

Quelle: Strategiebericht 2021 bis 2024 BMF

Der aktuelle Strategiebericht des Finanzministeriums enthält die erfolgten und geplanten Auszahlungen des Bundes im Zeitraum 2018 bis 2024. Die Ausgaben für Pensionen von Nichtbeamten steigen in dem Zeitraum von 9,2 auf 14,3 Mrd Euro, die Ausgaben für Beamtenpensionen steigen von 9,4 auf 11,7 Mrd Euro. Damit entfällt mehr als die Hälfte des Zuwachses an Bundesausgaben in dem Zeitraum auf Pensionen. Zukunftsbereiche verzeichnen viel geringere Zuwächse. Der Anteil der Pensionen an den Gesamtausgaben steigt in sechs Jahren von 23,9% auf 28,4%. 

Der Strategiebericht erwähnt als Ursache für die Kostendynamik Beitragsausfälle durch die Corona-Krise, den Pensionsantritt starker Jahrgänge (Babyboomer) sowie die teuren Pensionsmaßnahmen der letzten 18 Monate: abschlagsfreie Hacklerregelung, Abschaffung der Wartefrist, Pensionserhöhung per 1.1.2020 um bis zu 3,6%, per 1.1.2021 um bis 3,5% (jeweils weit höher als Erwerbslöhne), Erhöhung Negativsteuer für Pensionen, Erhöhung Ausgleichszulage, Einführung Mindestpension, Erhöhung Pflegegeld, massive Verbesserung der Bauernpensionen. 

Die Zahlen belegen, dass das Pensionssystem angesichts der demografischen Zukunft nicht nachhaltig aufgestellt ist. Es fragt sich nur, warum diese Fehlentwicklung durch obige Maßnahmen noch beschleunigt wurde, anstatt sie durch notwendige Reformen zumindest einzubremsen. Gut, dass wenigstens die Korrektur der Hacklerregelung geplant ist.



Initiative „PflegerIn mit Herz“

Mit der Initiative werden all jene Menschen, die im Pflege- und Betreuungsbereich tätig sind, vor den Vorhang geholt. Die Wirtschaftskammern Österreichs unterstützen den Wiener Städtische Versicherungsverein und die Wiener Städtische dabei. Ab 5. November kann online nominiert werden (postalisch ab sofort). Alle Infos unter https://pflegerin-mit-herz.at/ 



Zukunft.Frauen 

Das Führungskräfteprogramm Zukunft.Frauen ist eine gemeinsame Initiative des BMDW, der WKÖ und IV für Frauen auf ihrem Weg ins Top-Management, in den Vorstand und in den Aufsichtsrat. Die Bewerbungsfrist läuft bis 13. November 2020. Nähere Informationen & Details finden Sie unter

.



Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp

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