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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 28.9.2020

Inhaltsübersicht

  • Sozialpartner setzen sich gemeinsam für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein
  • Österreich sozial EU-Spitze
  • Speed Recruiting – ein internationales Good-Practice-Beispiel zur Jobvermittlung
  • Grafik des Monats: 80% der Corona-Cluster im Haushalt, nur 5,6% am Arbeitsplatz
  • ZAS-Tag am 15.10.2020, Schwerpunkt Corona-Krise & Arbeitsrecht
  • Future :: Health and Science Talk 3.0

Sehr geehrte Damen und Herren,

täglich neue Studien zu Homeoffice: Man wird produktiver/zufriedener oder auch nicht. Klar ist: Homeoffice ist keine Dauerlösung für Kinderbetreuung. Hier gibt es Handlungsbedarf, denn Kinder sind unsere Zukunft. Dazu haben die Sozialpartner ein gemeinsames Programm vorgelegt.

Die Europäische Kommission stellt fest, dass Corona die sozialen Fortschritte der letzten Jahre zunichtegemacht hat. Dabei ist die Lage in Österreich deutlich besser als in der übrigen EU.

Die Lage am Arbeitsmarkt zwingt zur Innovation. Ein neues Vermittlungsformat könnte helfen.

Wo steckt man sich mit Corona an? Meist im Haushalt, selten am Arbeitsplatz, stellt die AGES fest.

Unser alljährliches Update zum Arbeits- und Sozialrecht findet am 15. Oktober 2020 als Webinar statt. 

Alles Gute!

Rolf Gleißner



Sozialpartner setzen sich gemeinsam für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein

Die Corona-Krise hat erneut die große Bedeutung der Kinderbetreuung und Elementarbildung als Voraussetzung für eine familienfreundliche Berufswelt gezeigt. Die Spitzen der österreichischen Sozialpartner und die Industriellenvereinigung haben dazu ein gemeinsames Forderungs-Programm mit konkreten Maßnahmen erarbeitet.

Ö1-Beitrag: https://radiothek.orf.at/oe1/20200923/612323/1600841458000

orf.at-Beitrag: https://www.orf.at/#/stories/3182429/

Schlagzeile auf wko.at: https://news.wko.at/news/oesterreich/Sozialpartnerinnen-und-Industriellenvereinigung-setzen-si.html



Österreich sozial EU-Spitze

Massive Auswirkungen der Pandemie auf die gesamte EU 

Corona macht die sozialen Fortschritte der letzten Jahre in der EU zunichte, stellte die Europäische Kommission kürzlich im Bericht zur Beschäftigung und zur sozialen Lage in Europa 2020 fest. Dabei attestiert sie Österreich im EU-Vergleich Spitzenwerte bei Armutsbekämpfung, Einkommensgerechtigkeit und medizinischer Versorgung. 

Dem Bericht bzw. einer Umfrage zufolge hat Österreich den höchsten medizinischen Versorgungsgrad in der EU. Bei uns sind praktisch alle Menschen medizinisch versorgt - wesentlich in der aktuellen Lage. Jeder sechste Este sieht sich nicht versorgt. Der Versorgungsgrad hat sich in der gesamten EU seit 2012 erheblich verbessert. 

Nur wenige Arme in Österreich

Nur wenige Arme in Österreich
© EU-SILC 2017

Die Grafik zeigt die Armutssituation in der EU nach verschiedenen Messmethoden. Würde die Armutsgrenze EU-weit bei 60% des EU-Medianeinkommens festgelegt, würden etwa 5% der Österreicher darunterliegen, aber 20% der Italiener und fast 80% der Rumänen (blaue Balken). Die gelben Balken zeigen hingegen die Armutsgefährdung, also wie viele Personen weniger als 60% des nationalen Medianeinkommens verdienen. Dabei geht es somit um gleichmäßige Einkommensverteilung, nicht um absolute Armut. Auch hier schneidet Österreich gut ab. 

Was die Einkommenshöhe betrifft, sind die Menschen in der gesamten EU eher unzufrieden, nur in fünf von 22 betrachteten Ländern wird sie von der Mehrheit als fair empfunden – in den Niederlanden, Irland, Schweden, Österreich und Belgien. Ein Grund dafür dürfte sein, dass in Österreich 98% der Arbeitnehmer von Kollektivverträgen erfasst sind – das ist EU-Spitze. In den anderen 17 EU-Ländern empfindet die Mehrheit ihr Einkommen als unfair niedrig. In den neuen EU-Staaten sehen sich größtenteils über 70% unfair vergütet. 

Massive Auswirkungen der Pandemie auf die gesamte EU 

Laut Bericht haben sich die meisten sozialen Parameter in der gesamten EU – Arbeitslosenrate, Armut, medizinische Versorgung, etc. - in den Jahren vor 2020 erheblich verbessert. Die Corona-Pandemie hat diese Fortschritte zu einem Großteil zunichtegemacht. Der wirtschaftliche Schock ist in allen Mitgliedstaaten größer als in der letzten Wirtschaftskrise 2008/09. Besonders stark betroffen ist Europas Jugend. 

Die Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration kommt im Bericht wenig überraschend zu sehr sozialen Schlüssen und Empfehlungen, die in Österreich praktisch bereits umgesetzt sind:

  • Angemessene Mindestlöhne und –einkommen könnten sich positiv auf die soziale Mobilität der Europäer auswirken.
  • Die Stärkung der sozialen Gerechtigkeit, unter anderem durch Investitionen in die Menschen, zahle sich aus. Die Verlängerung des Erwerbslebens und die Anhebung des Bildungsniveaus zeigen positive Auswirkungen.
  • Strukturelle Veränderungen wie der grüne Wandel sollten laut Bericht mit sozialen Maßnahmen einhergehen.
  • Kurzarbeitsregelungen schützen wirksam vor dem Verlust von Arbeitsplätzen. Die EU unterstützt die Mitgliedstaaten dabei finanziell.
  • Sozialer Dialog und KV-Verhandlungen wirken sich auf die Gerechtigkeit und deren Wahrnehmung am Arbeitsplatz aus.
     
    Weitere Informationen
    Bericht zur Beschäftigung und zur sozialen Lage in Europa
    Beschäftigung und Sozialanalyse auf der Website der GD EMPL


von Claudia Golser, M.A.I.S., LL.M., Bakk., BA



Speed Recruiting –
ein internationales Good-Practice-Beispiel zur Jobvermittlung

Die Lage am Arbeitsmarkt ist angespannt: Die Zahl der Menschen in Kurzarbeit ist zwar von 31.8. bis 24.9. 2020 von rund 452.000 auf 280.000 rasant zurückgegangen. Doch werden aktuell mit rund 372.000 um 93.000 mehr Arbeitslose verzeichnet als vor einem Jahr, für den Winter erwartet das AMS sogar eine halbe Million. Umso wichtiger ist es, die offenen Stellen möglichst rasch zu besetzen und eine Verfestigung der Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Dabei sollten neben bewährten Instrumenten wie der Eingliederungsbeihilfe auch innovative Vermittlungsformate eingesetzt werden. 

Aus einer Studie von WIFO und abif im Auftrag des AMS zur Unterstützung von Betrieben bei der Besetzung ihrer offenen Stellen geht hervor, dass Arbeitsmarktverwaltungen anderer EU-Länder bereits sehr gute Erfahrungen mit „Speed Recruiting“ gemacht haben. Es handelt sich dabei um rasch aufeinander folgende kurze Bewerbungsgespräche, die entweder im Rahmen von virtuellen oder auch physischen Jobmessen bzw. Jobbörsen stattfinden.  

Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer 

Durch das spezielle Veranstaltungsformat können Arbeitgeber binnen kurzer Zeit kompakte Gespräche mit einer großen Zahl an Bewerbern führen. Gerade wenn keine passgenauen Bewerber für offene Stellen zur Verfügung stehen, bietet Speed Recruiting die Möglichkeit zur unmittelbaren Darstellung des Anforderungsprofils bzw. der vorhandenen Kompetenzen. Für KMU und Startups bieten solche Formate die Chance, mehr Bekanntheit bei einer größeren Zahl an Arbeitsuchenden zu bekommen. Weiters eröffnen sie Zugang zu einem überregionalen Bewerberpool. Vor allem bei der Suche nach spezialisierten Fachkräften dient Speed Recruiting häufig einer ersten Vorauswahl von Bewerbern, der dann vertiefte Gespräche bzw. Assessmentcenter folgen. 

Arbeitnehmer können im Zuge von Speed Recruiting Events binnen kurzer Zeit Gespräche mit unterschiedlichen Unternehmen führen. Gerade von älteren Arbeitnehmern wird die Möglichkeit, unmittelbar Kontakte zu knüpfen und mit Persönlichkeit zu punkten, sehr geschätzt. Ähnliches gilt für Personen mit Migrationshintergrund. 

Zielgerichtete Vermittlung durch branchenspezifische Formate  

Häufig fokussieren Speed Recruiting Events auf eine Branche bzw. einzelne Berufe. Die Arbeitsuchenden werden meist vorausgewählt. 

Besonders interessant ist die Vorgehensweise von Slowenien: Stellt die slowenische Arbeitsmarktverwaltung (PES) fest, dass Unternehmen Stellen längere Zeit nicht besetzen können, bietet sie ihnen unterschiedliche Unterstützungsleistungen an, dazu zählen auch Jobmessen oder Speed Recruiting Formate. 

Das PES übernimmt die Organisation des Speed Recruiting Events, von den Räumlichkeiten bis zur Rekrutierung der teilnehmenden Unternehmen und Arbeitsuchenden. Von erfahrenen HR-Managern werden gezielt Arbeitsuchende mit den relevanten Qualifikationen eingeladen. Beide Seiten werden auf die Veranstaltungen vorbereitet: die Bewerber können an einem elevator-pitch-training teilnehmen, den Unternehmen werden Beurteilungsbögen zur Verfügung gestellt. Die Bewerbungsgespräche dauern zwischen fünf und acht Minuten.  

Auch das AMS Tirol hat im Herbst 2019 bereits sehr erfolgreich im Rahmen der European Online Job days ein entsprechendes Online-Vermittlungsformat für die Tiroler Tourismusbranche durchgeführt: Es nahmen etwa 50 Arbeitgeber und 1.100 Arbeitsuchende daran teil.  

Die Studie von WIFO und abif empfiehlt die Durchführung von Speed Recruiting Events als ergänzende Maßnahmen, wenn offene Stellen nicht über herkömmliche Vermittlungswege besetzt werden können. Der Vorteil digitaler Formate ist, dass keine lange Vorlaufzeit nötig ist und rasch auf die aktuelle Arbeitsmarktlage in bestimmten Branchen Bezug genommen werden kann. Gerade in Anbetracht der Corona-Krise erscheint es sinnvoll, die vorhandenen Erfahrungen dazu zu nutzen, und insbesondere verstärkt online Speed Recruiting Formate ins Feld zu bringen.


von MMag. Margit Kreuzhuber



Fakt des Monats: 80% der Corona-Cluster im Haushalt, nur 5,6% am Arbeitsplatz


Verteilung der Cluster
© AGES


Verteilung der Cluster "Lokale Häufung" nach Settings und Kalenderwoche (Stand 09.09.)

Quelle: https://www.ages.at/service/service-presse/pressemeldungen/epidemiologische-abklaerung-am-beispiel-covid-19/ 

Corona verbreitet sich in Österreich meist innerhalb der Haushalte – andere Bereiche wie der Arbeitsplatz spielen nur eine untergeordnete Rolle. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES). 

Zum Stand 9. September wurden insgesamt 2.407 Infektionscluster in Österreich festgestellt, darunter 1.684 lokale, die nicht mit Reisetätigkeit verbunden waren. Von diesen 1.684 Clustern sind nur 95 im Bereich „Arbeitsplatz“ aufgetreten, das sind 5,6%.

Zählt man auch die Cluster dazu, die im Mix aus Arbeitsplatz und anderen Bereichen wie Haushalt und Freizeitaktivität aufgetreten sind, steigt der Anteil auf 10,4%. Hingegen sind fast 80% der Cluster im Haushaltskontext entstanden, nämlich insgesamt 1.337.

Die AGES ermittelt die Quellen der Infektion und die Übertragungsketten durch persönliche Befragungen von erkrankten bzw. positiv getesteten Personen. So können gezielt Maßnahmen identifiziert werden, die die Verbreitung eindämmen oder verlangsamen. Der Cluster wird jenem Bereich zugeordnet, in dem die meisten Übertragungen stattfinden. Allerdings konnte nur jede zweite Infektion einem Cluster zugeordnet werden.



ZAS-Tag am 15. 10. 2020, Schwerpunkt Corona-Krise & Arbeitsrecht

Der ZAS-Tag findet heuer erstmals als Webinar statt. Die Jahrestagung Arbeits- und Sozialrecht, die der Manz-Verlang in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich veranstaltet, bietet diesmal drei Beiträge:

  • die aktuelle Judikatur 2020
  • Neues aus der Gesetzgebung
  • Folgen der Corona-Krise für die Arbeitsrechtspraxis

Zeit: Donnerstag, 15. Oktober 2020, 14:00 – 17:00 Uhr 

Details unter: https://shop.manz.at/shop/events/552562




Future :: Health and Science Talk 3.0 am 8.10.2020

Inklusion und Diversität in Unternehmen, Wissenschaft und Gesellschaft

Zum Programm



Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp

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