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SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 31.8.2020

Inhaltsübersicht

  • Die Pensionsfinanzierung läuft aus dem Ruder
  • Aktuell keine Jobs am Arbeitsmarkt? - Ein genauerer Blick lohnt sich
  • Erfolgreiche Wege bei der Besetzung offener Stellen
  • ZAS-Tag am 15.10.2020, Schwerpunkt Corona-Krise & Arbeitsrecht
  • Neuer Ratgeber „Personalmaßnahmen in Krisenzeiten“

Die Pensionsfinanzierung läuft aus dem Ruder

Die Pensionsversicherungsbeiträge haben noch nie ausgereicht, um das üppige heimische Pensionssystem zu finanzieren. Nach der Prognose des Dachverbands steigt der Bundesbeitrag von 2019 bis 2024 um fast 70% von 6,9 auf 11,6 Mrd Euro. Der Anstieg entspricht in etwa dem gesamten Budget für Wissenschaft und Forschung oder dem halben Bildungsbudget.

Entwicklung des Bundesbeitrages
© WKÖ

Die Gründe für die Entwicklung: Zum einen dämpft die Corona-Krise die Einnahmen, sprich die Pensionsversicherungsbeiträge. Zum anderen laufen die Ausgaben aus dem Ruder, weil seit 2018 zahlreiche teure Zuckerl für Pensionisten eingeführt wurden: Hacklerregelung, Abschaffung der Wartefrist, Pensionserhöhung per 1.1.2020 um bis zu 3,6% (höher als Erwerbslöhne!), Erhöhung der Negativsteuer für Pensionen, Einführung Mindestpension, Erhöhung des Pflegegelds, zuletzt massive Verbesserung der Bauernpensionen.

Diese Maßnahmen passen nicht zum Hintergrund:

  1. Die Österreicher gehen immer noch früher in Pension als vor 50 Jahren und früher als die meisten Europäer. 2019 ist das faktische Pensionsantrittsalter sogar gesunken, 2020 kommt noch die boomende Hacklerregelung dazu.
  2. Die heimischen Pensionen sind im internationalen Vergleich sehr hoch – Pensionisten erhalten im Schnitt 90% ihres Nettoerwerbseinkommens – im OECD-Schnitt sind es 58,6%, in Deutschland 51,9%. Die Nettoersatzrate ist u.a. deshalb so hoch, weil bei Pensionisten weniger Abgaben anfallen als bei Erwerbstätigen. In der EU liegen nur Italien und Luxemburg über Österreich (siehe unten Grafik aus dem OECD Pensions Outlook).

  3. Ab nun gehen die zahlenmäßig starken Babyboomer-Jahrgänge in Pension – in den 60er Jahren wurden 130.000 Kinder pro Jahr geboren, derzeit nur mehr 80.000. Die Folge: Nach der langfristigen Budgetprognose des Finanzministeriums werden die Ausgaben für Pensionen, Gesundheit und Pflege in den nächsten 20 Jahren um insgesamt 3,5 % des BIP steigen, also mehr als das Maastricht-Defizit.
OECD pensions models
© OECD

Und was ist die Antwort darauf? Es wird eine Erhöhung der Pensionen über der Inflationsrate gefordert. Und das in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, in der die Branchen die Löhne nicht oder maximal um die Inflationsrate erhöhen können. Zudem sind die Pensionen gesichert, während viele Arbeitnehmer ihre Jobs verlieren, in Kurzarbeit sind und zahllose Unternehmer um ihre Existenz bangen. 

Und um das Missverhältnis zwischen steigender Pensionsfinanzierung und der zuletzt schrumpfenden Beschäftigung, die das System finanziert, noch zu verschärfen, soll auch noch die Arbeitszeit verkürzt werden. Zeit, um endlich umzudenken und gegenzusteuern!


von Mag. Dr. Rolf Gleißner



Aktuell keine Jobs am Arbeitsmarkt? - Ein genauerer Blick lohnt sich


Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren am Arbeitsmarkt. Aktuell sind beim AMS 421.697 Menschen arbeitslos gemeldet, dazu kommen 48.760 Schulungsteilnehmer. Obwohl die Arbeitslosigkeit sukzessive zurückgeht, werden immer noch 112.174 arbeitslose Personen mehr verzeichnet als im Vorjahresmonat. Dazu kommen 455.600 Personen in Kurzarbeit. Zum Vergleich: zu Spitzenzeiten waren nach der Finanzkrise 2009 nur 37.348 Personen in Kurzarbeit. 

Arbeitsmarktzahlen COVID-19
© WKÖ

Ende Juli waren beim AMS 65.004 offene Stellen gemeldet. Obwohl die Zahl der offenen Stellen steigt, liegt sie noch deutlich unter dem Vorjahreswert (-22,1 %).  

Trotz hoher Arbeitslosigkeit 40 Mangelberufe 

Trotz der hohen Arbeitslosigkeit haben in einigen Berufen bzw. Regionen Betriebe weiterhin Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. So gibt es aktuell rund 40 Mangelberufe, die österreichweit einen Stellenandrang von maximal 1,5 aufweisen. Bei einem Stellenandrang von 1,5 kommen auf eine beim AMS gemeldete offene Stelle max. 1,5 Arbeitsuchende im jeweiligen Beruf. 

Zu den potenziellen Mangelberufen zählen beispielsweise Zimmerer mit einem Stellenandrang von 0,55 und Rohrinstallateure mit 0,73. Sieht man sich einzelne Regionen an, so ist die Situation deutlich verschärft. So liegt der Stellenandrang für Zimmerer in der Stadt Salzburg bei 0,03, bei Dachdeckern in Gmunden oder Zell/See gar bei 0,0 – dies bedeutet, es ist kein einziger Dachdecker beim jeweiligen AMS gemeldet. 

Auch eine aktuelle market-Umfrage vom August 2020 kam zum Ergebnis, dass trotz der angespannten Arbeitsmarktlage 51 % der Unternehmen derzeit nur schwer Fachkräfte finden. Dem recruiting-Unternehmen stepstone zufolge schätzt die Hälfte der Betriebe den Recruiting-Bedarf im eigenen Unternehmen in den kommenden Wochen sehr hoch oder eher hoch ein. Für das kommende Jahr wird von einem deutlich stärkeren Personalbedarf ausgegangen: Zwei Drittel der Betriebe (66 %) rechnen 2021 mit sehr oder eher hoher Nachfrage nach Fachkräften. 

Der Mangel an Fachkräften ist für viele Betriebe trotz angespannter Arbeitsmarktlage weiterhin eine große Herausforderung. Daher ist es wichtig, den Schwerpunkt nun auf eine rasche und passgenaue Vermittlung zu legen, um eine Verfestigung der Arbeitslosigkeit zu vermeiden und die Betriebe mit den dringend benötigten Fachkräften zu versorgen.

 

von MMag. Margit Kreuzhuber




Erfolgreiche Wege bei der Besetzung offener Stellen

In einer kürzlich erschienenen Studie haben die Forschungsinstitute WIFO und abif im Auftrag des AMS untersucht, wie europäische Arbeitsmarktverwaltungen Betriebe bei der Besetzung ihrer offenen Stellen unterstützen. In der aktuellen Arbeitsmarktlage ist es noch wichtiger, offene Stellen zu besetzen. Nach wie vor ist es für viele Betriebe schwierig, passendes Personal zu finden.

Nicht immer passen die Anforderungen der offenen Stellen mit den Fähigkeiten der Bewerber zusammen. Zum Teil fehlt die Arbeitserfahrung, zum Teil ist das Wissen veraltet. In Estland gibt es aus diesem Grund die sogenannte „Arbeitspraxis“, ein Instrument, das den Bewerbern hilft, praktisches Wissen in den Betrieben zu erlangen. Im Mittelpunkt des bis zu 4 Monate dauernden Trainings im Betrieb steht der Kompetenzerwerb. Die estnische Arbeitsmarktverwaltung sucht Betriebe, die bereit sind, arbeitslosen Personen neue Fähigkeiten zu vermitteln. Vorteil für Betriebe: Sie können den Teilnehmer, den sie nun kennen, nach der Maßnahme übernehmen.  

Erfolgsmodell „Arbeitspraxis“ in Estland 

Die Arbeitgeber müssen die Personen betreuen und Ausbildungspersonal stellen. Teilnehmer und die Betriebe führen ein Buch, in dem sie die Fortschritte dokumentieren. Die Betriebe erbringen auf diese Weise Arbeitsmarktdienstleistungen, die ihnen die öffentliche Arbeitsmarktverwaltung in Form einer Mentoring-Gebühr zwischen 400 und 800 Euro pro Person/Monat abgilt. Die teilnehmenden Personen erhalten neben dem Arbeitslosengeld und dem Spesenersatz eine zusätzliche Unterstützung von rund 100 Euro im Monat. 

Die Gefahr, dass die Teilnehmer als „Gratisarbeitskräfte“ eingesetzt werden, wird ausgeschaltet, in dem die Arbeitsmarktverwaltung sehr genau schaut, wie viel Zeit die Ausbildung erfordert. Die Liste der Ausbildungen ist lang, und reicht von geringeren Qualifikationen bis zu hoch spezialisierten Arbeitskräften. Die Arbeitspraxis war in Estland bisher sehr erfolgreich. Angesichts der langjährigen, positiven Erfahrungen könnte dieses Instrument auch das arbeitsmarktpolitische Repertoire des AMS ergänzen. 

Hinweis: Der nächste SPIK wird sich mit einer Reihe weiterer interessanter Vorschläge der Studie beschäftigen, wie etwa dem „Speed Recruitung“.


von Mag. Gabriele Straßegger



ZAS-Tag am 15. 10. 2020, Schwerpunkt Corona-Krise & Arbeitsrecht

Der ZAS-Tag findet heuer erstmals als Webinar statt. Die Jahrestagung Arbeits- und Sozialrecht, die der Manz-Verlang in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich veranstaltet, bietet diesmal drei Beiträge:

  • die aktuelle Judikatur 2020
  • Neues aus der Gesetzgebung
  • Folgen der Corona-Krise für die Arbeitsrechtspraxis

Zeit: Donnerstag, 15. Oktober 2020, 14:00 – 17:00 Uhr 

Details unter: https://shop.manz.at/shop/events/552562



Neuer Ratgeber „Personalmaßnahmen in Krisenzeiten“

Maßnahmen bei „Auslastungsdellen“ und bei langen Auslastungsrückgängen – der aktuelle Ratgeber vermittelt praxisnah, welche arbeitsrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten für Unternehmen nach den konkreten Auswirkungen der Krise in Betracht kommen.

Bestellung unter:

Printausgabe: https://webshop.wko.at/publikationen/arbeitsrecht-und-sozialrecht/pers-krise-buch.html 

e-book:




Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp

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