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IHS: Keine Verdrängung durch Zuwanderung

Das IHS untersuchte kürzlich die Auswirkungen der Arbeitsmarktöffnungen gegenüber den neuen EU-Staaten auf den ö Arbeitsmarkt. Das Ergebnis: Wenngleich die Nettozuwanderung aus diesen Ländern seit 2010 stark zugenommen hat, gab es keine Verdrängungseffekte für Inländer. Vielmehr fand das IHS einen positiven Zusammenhang zwischen höherer Zuwanderung und potentieller Wirtschaftsleistung. Durch die Zuwanderung verlangsamte sich weiters die Überalterung der ö Bevölkerung. 

Migrationsströme und Beschäftigungswachstum in Österreich 

Während früher der Familienzuzug aus den traditionellen Gastarbeiterländern dominierte, waren es in den vergangenen 15 Jahren der Zuzug aus den neuen EU-Ländern und zuletzt die Flüchtlingswelle. Einer Nettozuwanderung aus den neuen EU-Ländern von +300.000 Personen (Zeitraum 2006 bis 2017) stand ein Anstieg der Beschäftigung von +400.000 Personen gegenüber. Das Beschäftigungsplus entfiel überwiegend auf die Generation 50+, der Anstieg im Haupterwerbsalter v.a. auf ausländische Staatsbürger aus den neuen EU-Ländern.   

Die höchsten Wachstumsraten an ausländischen Beschäftigten gab es zwischen 2006 bis 2015 im Tourismus (Ausländeranteil 44%), bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen und am Bau. 

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/08 und die europäische Schuldenkrise 2011 bis 2013 schlugen sich weniger auf die Beschäftigung als vielmehr auf die Arbeitslosigkeit nieder. Diese stieg im Beobachtungszeitraum 2006 bis 2017 um +104.000 Personen. 

Keine Verdrängung von Inländern 

Das IHS ging der Frage nach, ob die hohe Zuwanderung aus den neuen EU-Ländern zu einer Verdrängung von ö Arbeitskräften oder alteingesessenen ausländischen Arbeitskräften führte. Regional zeigt sich kein Zusammenhang zwischen einem hohen Ausländeranteil an den Beschäftigten und einer hohen Arbeitslosenquote. So ist der Ausländeranteil an den Beschäftigten im Westen (Vorarlberg, Tirol Salzburg) höher als im Osten, gleichzeitig die Arbeitslosigkeit im Westen eindeutig niedriger. Allerdings verzeichnet Wien den höchsten Ausländeranteil und die höchste Arbeitslosigkeit.  

Das IHS konnte österreichweit keine Hinweise auf Verdrängungseffekte von Ausländern auf inländische Erwerbstätige feststellen. Die Beschäftigungsquoten der Inländer und Ausländer steigen gleichermaßen. Gründe dafür sind auch die gute Konjunktur ab 2017 und der zunehmende Fachkräftemangel. Hingegen zeigen sich bei alteingesessenen Ausländern gewisse Anzeichen für eine Verdrängung. 

Zuwanderung bremst die Alterung  

Old-Age-Dependency Ratio* anhand der drei Migrationsszenarien, 2017 bis 2027

Old-Age-Dependency Ratio
© AMS/IHS

Quelle: Statistik Austria (2017a) und Bittschi et al. (2018), Berechnung IHS

Anmerkung: Der Altenquotient* gibt das Verhältnis der Älteren (64+) und der Personen im Erwerbsalter an. 

Die Grafik zeigt, dass die tendenziell jüngeren Zuwanderer die Alterung der Gesellschaft verlangsamen. Für die Entwicklung des Standorts und die nachhaltige Finanzierung der Sozialsysteme ist dabei entscheidend, dass die Zuwanderer voll in den Arbeitsmarkt integriert werden und nicht von Transfers abhängen. 

Fazit: 

Die Studie zeigt, dass Zuwanderung kein Nachteil für die einheimische Bevölkerung sein muss, im Gegenteil. Sie ist angesichts des Fachkräftebedarfs notwendig. Es ist erfreulich, dass sich die neue Bundesregierung zur Deckung des Arbeits- und Fachkräftebedarfs bekennt. Dabei soll zuerst der Fokus auf den Arbeitsmarkt in Ö, dann in der EU und dann in den Drittstaaten gelegt werden. Um das Potenzial aus anderen EU-Mitgliedsstaaten zu nutzen, sollte das Potenzial von EURES – der europaweiten Jobvermittlung – noch besser genutzt werden. Gleichzeitig braucht es eine Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung. Das Regierungsprogramm enthält hier wichtige Punkte, wie die Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot–Karte und gezielte Anwerbung von spezifischen Berufsgruppen aus bestimmten Ländern. 

https://irihs.ihs.ac.at/id/eprint/4910/1/2018-ihs-report-titelbach-fink-hyee-valkova-beschaeftigungsentwicklung-oesterreichischen-arbeitsmarkt.pdf


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