th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

SPIK - Sozialpolitik informativ & kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 31.1.2020

Inhaltsübersicht

  • Mindestlöhne für Europa: Die Quadratur des Kreises
  • WKO-Initiativen stärken die Lehre
  • Fortsetzung des internationalen Best-Practice-Programms Mentoring für MigrantInnen 
  • NEUERSCHEINUNG: Jahrbuch Gesundheit 2019
  • Fakt des Monats: Demografie treibt die Ausgaben in die Höhe
  • AMS-Chef Johannes Kopf: "Die Hacklerregelung ist falsch" 

Mindestlöhne für Europa: Die Quadratur des Kreises

Die neue Europäische Kommission will die EU sozialer machen und setzt sich für gerechte Mindestlöhne ein, auch wenn die EU dafür nicht zuständig ist. An die Adresse Österreichs gerichtet mit seinem ausgebauten Kollektivvertragssystem heißt das Eulen nach Athen tragen. 

Die Europäische Kommission konsultiert derzeit die europäischen Sozialpartner zu „einer möglichen Maßnahme zur Bewältigung der Herausforderungen im Zusammenhang mit gerechten Mindestlöhnen“. Begründet wird die Initiative u.a. damit, dass  

  • sich die Situation der Niedriglohnempfänger verschlechtert und die Lohnunterschiede in einigen Mitgliedstaaten verstärkt hätten,
  • das Armutsrisiko von Menschen mit niedrigem Bildungsniveau und in atypischen Beschäftigungsverhältnissen beseitigt werden soll,
  • Lohnwachstum sich positiv auswirken würde, etwa weil es Anreiz ist, in die Produktivität von Arbeitnehmern zu investieren.  

28 verschiedene Mindestlohnsysteme 

Das Bild an Mindestlöhnen ist so unterschiedlich, dass allgemeine Standards kaum vorstellbar sind: Von den 28 EU-Staaten haben 22 einen gesetzlichen Mindestlohn, 6 Länder, nämlich Ö, Schweden, Finnland, Dänemark, Italien und Zypern haben nur kollektivvertragliche Mindestlöhne. Dabei ist Ö Spitze mit einer stabilen Abdeckung von 98 Prozent aller Arbeitnehmer. Das liegt daran, dass – europaweit einzigartig – die Wirtschaftskammer und ihre Fachverbände mit gesetzlicher Mitgliedschaft die Kollektivverträge abschließen. In allen anderen Ländern sind es Verbände mit freiwilliger Mitgliedschaft. 

Von 2000 bis 2015 ist die Deckungsrate in der EU von 68,5 auf 59,5% zurückgegangen, vor allem in Deutschland und den neuen EU-Staaten. In den USA sind allerdings nur 11,6%, in Japan nur 16,5% der Arbeitnehmer von Kollektivverträgen erfasst (OECD). 

Entsprechend dem wirtschaftlichen Niveau variieren die Mindestlöhne innerhalb der EU um den Faktor 1:7: Bulgarien hat mit 286 Euro den niedrigsten, Luxemburg mit 2.071 Euro den höchsten gesetzlichen Bruttomindestlohn. Was flächendeckende Mindestwerte betrifft, liegt Ö mit 1.750 Euro pro Monat (das entspricht 1.500 Euro, 14 mal pro Jahr) hinter Luxemburg an zweiter Stelle. Hohe kollektivvertragliche Mindestlöhne bestehen in Dänemark, Schweden, Italien und Finnland, die allerdings nur einen Teil der Arbeitnehmer erfassen.

Grafik Mindestlöhne
© Eurostat

Zu Kaufkraftparitäten, also bereinigt um die unterschiedlichen Preisniveaus (niedriger in den neuen EU-Staaten), ist die EU-interne Spreizung zwischen höchstem und niedrigstem Lohn nicht mehr 1:7, sondern „nur“ mehr 1:4. Zusätzlich wird der Vergleich erschwert durch die ganz unterschiedliche Abgabenstruktur:  Die verglichenen Bruttolöhne sagen weder aus, was der Arbeitnehmer netto erhält, noch was der Arbeitgeber insgesamt aufwenden muss. Zum Bruttolohn kommen Lohnnebenkosten hinzu, die in Ö besonders hoch sind. (In Dänemark gibt es keine Lohnnebenkosten, alles ist im Bruttolohn inkludiert, ein Grund für den „Ausreißer“ oben). 

Angesichts dieser Unterschiede ist klar, dass es keine Einheitslöhne in der EU geben kann. Die Kommission bringt als Maßstab für die jeweiligen Mindestlöhne die Armutsgefährdungsschwelle ins Spiel, die 60% des jeweiligen Medianeinkommens beträgt. Dieser Wert misst somit nicht Lebensstandard und Armutssituation, sondern ob sich der jeweilige Mindestlohn niedriger oder höher im nationalen Lohngefüge einreiht.  

Ziele und Maßnahmen 

Die Kommission will mit der EU-Initiative dazu beitragen,

  • die Kaufkraft von Niedriglohnempfängern zu erhöhen,
  • die Binnennachfrage anzukurbeln und gleichzeitig
  • Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. 

Ziele sind letztlich

  • angemessene Mindestlöhne unter Berücksichtigung der nationalen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen;
  • klare Kriterien und regelmäßige Aktualisierungen;
  • eine hohe Abdeckungsrate;
  • die Beteiligung der Sozialpartner an der Anpassung von Mindestlöhnen und dem Abschluss von Tarifverträgen.  

Fazit 

Die Lohnsysteme in der EU sind völlig unterschiedlich. Ö ist vorbildlich im Vergleich zu anderen Staaten. Doch kann die EU mangels Zuständigkeit für Lohnpolitik letztlich keine Standards vorgeben. Es wäre aber sinnvoll, die Sozialpartner v.a. in Ländern mit schwachen Strukturen bei der Festsetzung von Löhnen zu unterstützen.

Konsultation der Sozialpartner durch die Eur. Kommission

https://ec.europa.eu/social/BlobServlet?docId=22222&langId=de

von Mag. Dr. Rolf Gleißner



WKO-Initiativen stärken die Lehre

Die Lehre ist ein wichtiges Fundament für den österreichischen Wirtschaftsstandort. Mehrere Initiativen sollen die Lehre stärken und zeigen bereits Wirkung.

Die WKÖ ergänzt mit einer neuen Lehrlingsinitiative die Bemühungen der Wirtschaftskammern in den Bundesländern sowie der Politik: In einer bis zum Jahresende laufenden Videoserie werden Lehrlinge in ihrem Alltag gezeigt und ihre Leistungen sichtbar gemacht.  

Schon jetzt zeigt die vor einem Jahr gestartete WKO-Bildungsoffensive Wirkung: Die Zahl der Lehrlinge in Ausbildungsbetrieben stieg im vergangen Jahr um +2,1 Prozent im Vergleich zu 2018. Die Lehrlingszahl in der überbetrieblichen Lehrausbildung ging hingegen zurück.  

Zudem wurden kürzlich mit dem Beschluss der Novelle des Berufsausbildungsgesetzes im Ministerrat wesentliche WKO-Forderungen erfüllt:

  • Dazu gehört der eintragungsfähige Meistertitel, der künftig vor dem Namen als Abkürzung geführt und in öffentlichen Dokumenten eingetragen werden kann. Das stärkt das Ansehen unserer Meister und macht deren Qualifikation noch besser transparent.
  • Außerdem werden Betriebspraktika für Lehrlinge der überbetrieblichen Ausbildung geschaffen, um sie schneller in reguläre Ausbildungsverhältnisse zu bringen.
  • Auch die bessere Durchlässigkeit zwischen Schule und Lehre leistet einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Fachkräftesicherung. 

Diese Neuerungen sind ein weiteres wichtiges Signal, um die duale Ausbildung in Österreich zu stärken.

von Mag. Dr. Rolf Gleißner



Fortsetzung des internationalen Best-Practice-Programms Mentoring für MigrantInnen 

MentorInnen aus der Wirtschaft unterstützen MigrantInnen mit wichtigen informellen Kenntnissen über den österreichischen Arbeitsmarkt und notwendigen persönlichen Kontakten. Dadurch kann das Potenzial für die exportorientierte österreichische Wirtschaft besser genutzt werden.

Artikel lesen



NEUERSCHEINUNG: Jahrbuch Gesundheit 2019

Im 11. – erstmals interaktiven - Jahrbuch der WKÖ in Kooperation mit Sanofi Österreich berichten hochrangige österreichische Expertinnen und Experten über innovative aktuelle Trends, Perspektiven und Herausforderungen für die heimische und Gesundheitswirtschaft und 

Artikel lesen 



Fakt des Monats: Demografie treibt die Ausgaben in die Höhe

Grafik Zuwachs öffentl. Ausgaben 2020-2040
© WKÖ Quelle: Langfristige Budgetprognose BMF

Die langfristige Prognose des Finanzministeriums ergibt ein bedrohliches Bild: Demnach steigen die Ausgaben für Pensionen, Gesundheit und Pflege in den nächsten 20 Jahren um insgesamt 3,5 Prozent des BIP an. Das ist mehr als das nach Maastricht zulässige Budgetdefizit von 3 Prozent. Kostentreiber ist natürlich die Demografie – starke Jahrgänge gehen in Pension und kommen ins Alter mit hohem Pflegebedarf. Unsere Sozialsysteme, vor allem das Pensionssystem, sind darauf nicht eingestellt.  



AMS-Chef Johannes Kopf: "Die Hacklerregelung ist falsch"

Warum die Hacklerregelung falsch ist, die Alten den Jungen keine Jobs wegnehmen, man möglichst gleich zu Beginn der Arbeitslosigkeit einen Job suchen sollte und der neue Algorithmus mehr Menschen in Arbeit bringt, erklärt AMS-Vorstand Kopf im Profil-Interview. 

Artikel lesen



Publikationen


Download: Programmfolder "Mentoring für MigrantInnen"

Download Programmfolder Mentoring für MigrantInnen
© WKÖ

„Mentoring für MigrantInnen“ bewährt sich bereits seit 2008. Dabei konnten viele qualifizierte Menschen in den heimischen Arbeitsmarkt vermittelt werden. Das Programm stößt auch international auf großes Interesse. Es wurde bereits mehrfach als Vorbild ausgezeichnet.


jetzt downloaden!





Impressum
Wirtschaftskammer Österreich
Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner
Telefon: +43 (0)5 90 900 4286
sp@wko.at
https://wko.at/sp

Das könnte Sie auch interessieren