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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 16.12.2019

Inhaltsübersicht:

  • Gesetzliche Änderungen zum 1.1.2020
  • Parität in der Sozialversicherung entspricht der Finanzierung
  • WIFO-Studie: Alterung und Geburtenmangel gefährden den Wohlstand
  • Wie gesund ist Österreich?
  • „Üppiges Pensionssystem“
  • Gesundheit 2019: Zukunftstrends im Gesundheitswesen, Ethik und Governance der künstlichen Intelligenz am 8.1.2020

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

mit 1.1.2020 ändert sich einiges: Die neue Struktur der Sozialversicherung wird voll wirksam. Der Verfassungsgerichtshof hat ja die Fusion von 21 auf fünf Sozialversicherungsträger und die Parität, also die gleichberechtigte Vertretung der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, bestätigt. Zudem hat er die Selbstverwaltung durch Versicherte und Beitragszahler gegenüber der Politik gestärkt.

Die schrittweise Senkung der Lohnnebenkosten geht weiter: Der Beitrag zum IESG sinkt von 0,35 auf 0,20%. Seit 1.7.2014 sind damit die Lohnnebenkosten um 1,15% Prozentpunkte gesunken, eine Entlastung der Betriebe um 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. Zudem entfällt die Auflösungsabgabe.

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir ruhige, besinnliche Tage rund um das Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches Jahr 2020.

Rolf Gleißner, Margit Kreuzhuber 
sowie das gesamte Team Sozialpolitik und Gesundheit



Gesetzliche Änderungen zum 1.1.2020

Mit Jahreswechsel ergeben sich wieder einige arbeits- und sozialrechtliche Änderungen. Noch am 11.12. hat der Nationalrat beschlossen, dass Asylwerber ihre Lehre abschließen dürfen.



Parität in der Sozialversicherung entspricht der Finanzierung

Die Arbeitgeber zahlten 2018 rund 23,6 Mrd Euro an gesetzlichen Beiträgen in die Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung ein, die Arbeitnehmer 19 Mrd Euro. Daraus folgt, dass die gleichberechtigte Vertretung der Arbeitgeber in den Gremien der SV-Träger legitim ist, was auch der Verfassungsgerichtshof festgestellt hat.

Beiträge Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung 2018
© WKÖ



WIFO-Studie: Alterung und Geburtenmangel gefährden den Wohlstand

Mag. Sonja Rincón Restrepo

 Das WIFO hat in einer Studie für die Bertelsmann Stiftung die Folgen des demographischen Wandels untersucht. Ergebnis: Durch den Geburtenrückgang ab den 70er Jahren und verschärft nach 1995 sowie durch die stetig steigende Lebenserwartung altert unsere Gesellschaft rasant. Diese Entwicklung soll im Jahr 2040 das BIP um rund 2,7 Mrd € dämpfen. Ö muss gegensteuern. 

Bis zum Jahr 2040 wird sich die Zahl der Personen im Pensionsalter im Vergleich zur Zahl der Personen im Erwerbsalter massiv erhöhen. Die Folge: Im Schnitt werden die Österreicher dadurch um rund 4.220 Euro pro Jahr weniger verdienen. Nur Japan schneidet mit Einbußen von 6.470 Euro schlechter ab als Ö. In den USA wird die Demographie nur 2.200 Euro kosten – weil mehr Geburten und Zuwanderung die Bevölkerung steigern.  

Technologie muss fehlende Arbeitskräfte ersetzen  

Unternehmer werden sich bei Investitionsentscheidungen neu orientieren. Bis dato standen hier die Optimierung von Produktionsabläufen und die Entwicklung neuer Produkte im Vordergrund. Zukünftig werden sich Investitionen auf arbeitssparende Technologien konzentrieren müssen, weil den Betrieben immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Der Mangel kann laut Studie teilweise durch Informations- und Kommunikationstechnologien abgefedert werden.  

Die Produktivität von Menschen ist im Alter von 50 am höchsten und sinkt dann. Umso wichtiger werden Strategien, um Leistungsfähigkeit und Produktivität im Älter zu erhöhen, etwa betriebliche Gesundheitsförderung und Qualifikation. Aktive Betriebe, die ihre Mitarbeiter länger im Erwerbsleben halten, steigern ihre Arbeitsproduktivität und internationale Wettbewerbsfähigkeit. 

Nach der Bevölkerungsprognose der Statistik Austria wird die Zahl der Personen im Haupterwerbsalter bis zum Jahr 2030 um mehr als 250.000 Personen zurückgehen. Seit 2018 sinkt das Arbeitskräfteangebots in dieser Altersgruppe. Dabei fehlen den Betrieben schon jetzt Fachkräfte (mehr). 

Erfolgsstrategie: Die fünf Handlungsfelder der Fachkräftesicherung

Fachkräftesicherung: Das sind die 5 Handlungsfelder
© WKÖ

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Folgen der Demografie auszugleichen, konkret um den Fachkräftebedarf zu sichern:

  • Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter;
  • stärkere Arbeitsanreize und überregionale Vermittlung und Mobilität;
  • der Ausbau des Kinderbetreuungsangebots, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern und Anreize für mehr Kinder zu geben;
  • die Verlängerung des Erwerbslebens durch Förderung von Gesundheit und Arbeitsfähigkeit sowie Maßnahmen im Pensionssystem;
  • schließlich qualifizierte Zuwanderung.

Mehr… 

Fazit: Die demographische Entwicklung gefährdet unseren Wohlstand. Um diesem Trend entgegenzuwirken müssen wir jetzt handeln. Höhere Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien sind ebenso grundlegend wie die wirksamen Maßnahmen in den fünf Handlungsfeldern.

Quellen:

https://wifo.ac.at/forschung/projekte/projektberichte?detail-view=yes&publikation_id=62066

https://www.wko.at/service/unternehmensfuehrung-finanzierung-foerderungen/gesundheit--und-arbeitsfaehigkeit-erhalten.html

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/demographische_prognosen/bevoelkerungsprognosen/index.html



Wie gesund ist Österreich?


Mag. Cristina Moshammer

Die Lebenserwartung in Österreich ist in den letzten Jahren auf 81,7 Jahren gestiegen und liegt damit über dem EU-Schnitt von 80,9. Österreicherinnen und Österreicher verbringen jedoch weniger Zeit ihres Lebens bei guter Gesundheit als Menschen in vielen EU-Ländern. 

OECD, European Observatory on Health Systems and Policies und Eur. Kommission haben länderspezifische Gesundheitsprofile aller EU-Länder veröffentlicht. Ernüchterndes Ergebnis: In Ö wird mehr geraucht als in den meisten anderen EU-Ländern. Auch beim Alkoholkonsum liegen wir über dem EU-Schnitt, obwohl dieser seit 2000 zurückgegangen ist. Alarmierend sind vor allem der Umgang der heimischen Kinder und Jugendlichen mit dem Rauchen und mit Alkohol sowie ihre mangelnde körperliche Aktivität. Hier besteht höchster Handlungsbedarf. 

Position Ö (je weiter außen der Punkt, desto schlechter)

länderspezifisches Gesundheitsprofil Ö
© Copyright: OECD and World Health Organization 2019 Quelle: Kalkulationen der OECD auf der Grundlage der ESPAD-Umfrage 2015 und HBSC-Umfrage 2013–2014 für Indikatoren bei Kindern; und EU-SILC 2017, EHIS 2014 und OECD-Gesundheitsstatistik 2019 für Indikatoren bei Erwachsenen

Hinweis: Je näher ein Punkt dem Zentrum ist, desto besser schneidet ein Land im Vergleich zu anderen EU-Ländern ab. Kein Land liegt im weißen „Zielbereich“, da in allen Ländern in allen Bereichen noch Fortschritte möglich sind.

Gute Noten bekommen in Ö der nahezu universelle Krankenversicherungsschutz und der Zugang zu Leistungen. Allerdings ist das ö Gesundheitssystem strukturell und finanziell fragmentiert – zB zwischen Krankenhäusern und dem niedergelassenen Bereich. Das behindert eine Integration der Versorgung und Effizienzsteigerungen.  

So verzeichnet Ö mehr vermeidbare Krankenhausaufnahmen wegen chronischer Erkrankungen als der EU-Schnitt. Insgesamt ist das heimische Gesundheitssystem mit 3.900 Euro pro Kopf pro Jahr (2017) teuer, 34% davon entfallen auf die stationäre Gesundheitsversorgung. Dieser Anteil ist zu reduzieren, im Gegenzug sind Gesundheitsförderung und Prävention (2% der Gesamtausgaben) auszubauen. 

Die wichtigsten Trends für das Gesundheitssystem 

Die EU-Kommission hat Trends identifiziert, die die meisten EU-Staaten betreffen. Dies berührt unweigerlich den demografischen und technologischen Wandel, die Umstellung auf Grundversorgung und Prävention sowie die Belastung des Gesundheitspersonals: 

  1. Die Impfskepsis ist eine große Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in ganz Europa; Abhilfe kann hier die Verbesserung der Gesundheitskompetenz, die Bekämpfung von Desinformation und die aktive Einbeziehung des Gesundheitspersonals schaffen.
  2.  Der digitale Wandel bei Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention kann zu Gewinnern und Verlierern führen. Für Menschen, die am meisten von der mobilen Gesundheitsversorgung und anderen digitalen Instrumenten profitieren würden, ist der Zugang dazu unter Umständen am schwierigsten. 
  3. Immer noch ist die Gesundheitsversorgung nicht überall in der EU vollständig zugänglich. Will man den Zugang zur Gesundheitsversorgung sowie die zahlreichen Barrieren ermitteln, müssen sowohl die klinischen Bedürfnisse als auch die sozioökonomischen Merkmale der Patienten berücksichtigt werden. 
  4. Der richtige Qualifikationsmix und die Verlagerung von Aufgaben unter den Gesundheitsberufen würden das Gesundheitssystem stärken. Dafür gibt es viele Beispiele in der EU, etwa die gestärkte Rolle von Krankenpflegekräften und Apothekern. 
  5. Im Hinblick auf Arzneimittel wird den Mitgliedstaaten eine stärkere Zusammenarbeit empfohlen, damit sichere, wirksame und erschwingliche Therapien gewährleistet, die Ausgaben gedämpft und Arzneimittel verantwortungsvoll verschrieben werden.

Die 30 länderspezifischen Gesundheitsprofile, den Begleitbericht und weitere Hintergrundinformationen finden Sie hier.



„Üppiges Pensionssystem“

titelt der Standard zum aktuellen OECD-Pensionsbericht. Darin stellt die OECD wieder einmal fest, dass die Österreicher zu früh in Pension gehen und im internationalen Vergleich sehr hohe Pensionen beziehen. Die OECD empfiehlt Ö, nach dem Vorbild anderer Länder das gesetzliche Pensionsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. 

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20191128/281831465586854



Gesundheit 2019: Zukunftstrends im Gesundheitswesen, Ethik und Governance der künstlichen Intelligenz am 8. Jänner 2020

Die Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ lädt zur Präsentation des 11. Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft in der Veranstaltung „Gesundheit 2019: Zukunftstrends im Gesundheitswesen, Ethik und Governance der künstlichen Intelligenz“

am Mittwoch, 8. Jänner 2020 ab 9:00 Uhr

im Media Quarter Marx 3.1.

PROGRAMM UND ANMELDUNG HIER



IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |

Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner | sp@wko.at


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