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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 25.11.2019

Inhaltsübersicht:

  • OECD zu Kollektivverträgen – Österreich Weltspitze
  • Pensionen: OECD und andere empfehlen Österreich – einmal mehr – Reformen
  • Neuer Chef der Pensionskommission kritisiert Politik scharf
  • Kinderarmut in Österreich: Worum es wirklich geht
  • Ist das Grundeinkommen die Lösung?
  • Österreich bei Sozialausgaben im EU-Spitzenfeld, bei Pensionen an zweiter Stelle
  • Fehlzeitenreport 2019


OECD zu Kollektivverträgen – Österreich Weltspitze

Die OECD hat in einer aktuellen, weltweiten Studie die Verbreitung von Kollektivverträgen und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt analysiert. 

Dr. Ingomar Stupar

Die Studie hebt hervor, dass gerade in einer sich wandelnden Arbeitswelt Koordinierungs- und Verhandlungsmechanismen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sehr wichtig sind. Auch die Qualität des Arbeitsumfelds ist im Durchschnitt in Ländern höher, in denen die Tarifpartner gut organisiert sind und die Tarifbindung hoch ist. 

Abdeckung durch Kollektivverträge in Österreich hoch – weltweit sinkt sie  

In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer deutlich gesunken. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad variiert erheblich im OECD-Vergleich. Am niedrigsten war er 2018 in Estland mit 4,7%, am höchsten in Island mit 91%. Ö befindet sich mit 20-30% im vorderen Drittel. Ebenso sank die Zahl jener Arbeitnehmer, die von Kollektivverträgen erfasst sind, OECD-weit. Massiv rückläufig war die Tarifbindung in Deutschland, Griechenland, Slowenien, Japan und den USA. 

In Ö ist ein solcher Trend nicht erkennbar, weil die meisten Kollektivverträge von der Wirtschaftskammer und ihren Fachverbänden abgeschlossen werden. Diese erfassen durch die gesetzliche Mitgliedschaft alle Unternehmen und somit auch alle Arbeitnehmer der jeweiligen Branche. In Ö sind 98% der Arbeitnehmer von Kollektivverträgen erfasst, das ist gemeinsam mit Frankreich Weltspitze.

Kollektivverträge Länder
© OECD

Quelle: OECD 

Nach der Studie ist die größte Herausforderung für Kollektivvertragspartner und Regierungen, mit den Tarifvertragssystemen mehr Beschäftigung, Beschäftigungsqualität und Teilhabe zu erzielen. Die Unternehmen müssen aber weiterhin Spielraum haben, die getroffenen Vereinbarungen an ihre Gegebenheiten anzupassen. 

Fazit 

Im Jahr 2017 haben sich die Sozialpartner bereit erklärt, in allen Branchen stufenweise einen Mindestlohn von 1.500 brutto Euro, 14mal pro Jahr, einzuführen. Dies ist nunmehr fast flächendeckend erreicht. Staatliche Eingriffe z.B. durch einen gesetzlichen Mindestlohn sind daher nicht nötig. Die OECD nennt Ö daher auch als eines der Vorbilder. 

Link zur Studie

http://www.oecd.org/berlin/publikationen/collective-bargaining-in-a-changing-world-of-work.htm 



Pensionen: OECD und andere empfehlen Österreich – einmal mehr – Reformen

Mag. Martin Kircher

„Und täglich grüßt das Murmeltier…!“ An diesen bekannten Hollywoodfilm fühlt man sich erinnert, wenn internationale Organisationen wiederholt Reformen für ein nachhaltiges Pensionssystem einmahnen.  

EU-Kommission, OECD, Mercer: Liegen alle internationalen Experten falsch? 

Im Frühjahr dieses Jahres empfahl die Europäische Kommission in ihren Länderspezifischen Empfehlungen Ö zum wiederholten Mal, einen Pensionsautomatismus, also eine Koppelung des Antrittsalters an die Lebenserwartung, einzuführen. Auch die OECD empfiehlt Ö sowohl in ihrer Studie "Going for Growth" ("Streben nach Wachstum") wie auch in ihrem aktuellen Länderbericht einmal mehr generell länger zu arbeiten und speziell die Koppelung des Antrittsalters an die Lebenserwartung. 

Im Oktober 2019 stellte das internationale Beratungsunternehmen Mercer dem heimischen Alterssicherungssystem - ebenfalls zum wiederholten Mal - ein im internationalen Vergleich schlechtes Zeugnis aus, was die Nachhaltigkeit des Systems angeht: Insgesamt wurden 37 Länder analysiert, nur Italien rangiert bei diesem Kriterium hinter Ö. Mercer findet, dass der Anteil Älterer in Erwerbstätigkeit angehoben werden sollte. Weiters stellt die Studie fest, dass Ö bei betrieblichen Pensionen viel Luft nach oben habe. Schließlich erhält das Land schlechte Punkte wegen der hohen öffentlichen Ausgaben für das System. 

Arbeitsjahre versus Zeiten in Ausbildung und Ruhestand – Die Kluft wird größer 

Die Aufwendungen für das Pensionssystem machen bereits ein Viertel des gesamten Budgets aus und erschweren damit Investitionen in Zukunftsbereiche wie Bildung, Digitalisierung, Wissenschaft und Familien. Die demographischen Herausforderungen sind seit Jahren bekannt. Demnächst scheiden die geburtenstarken Baby-Boomer-Jahrgänge aus dem Erwerbsleben aus, wesentlich schwächere Jahrgänge betreten den Arbeitsmarkt.

Arbeitsjahre versus Zeiten in Ausbildung und Ruhestand
© Eurostat

Das führt dazu, dass die Pensionsausgaben bis 2040 weit über dem Schnitt ansteigen werden. Das durchschnittliche Antrittsalter betrug im Vorjahr 60,4 Jahre (Frauen: 59,4 Jahre; Männer: 61,5 Jahre) und liegt damit nach wie vor weit unter dem internationalen Schnitt und dem Antrittsalter Anfang der 70er Jahre! Dies trotz stark gestiegener und international hoher Lebenserwartung. Nach dem kurzfristigen statistischen Effekt der Herausrechnung der Bezieher von Rehageld (das faktisch an die Stelle der vorzeitigen Invaliditätspension trat), stagniert das faktische Pensionsantrittsalter seit 2015, obwohl die Lebenserwartung stetig steigt.

Pensionsantrittsalter 2013-2018
© WKÖ

Quelle: Hauptverband der Österr. Sozialversicherungsträger 

Nachhaltigkeit  

Unser Pensionssystem ist nicht nachhaltig. Die Nationalratsbeschlüsse v.a. zur „Hacklerregelung“ haben die Lage verschärft. Höchste Zeit, auf die Empfehlungen objektiver Experten und Institutionen zu hören und das Pensionssystem fit für die nächsten Generationen zu machen.  

LINKS:

http://www.oecd.org/berlin/presse/oesterreich-braucht-eine-reformagenda-um-hohen-lebensstandard-zu-halten-13112019.htm

https://info.mercer.com/rs/521-DEV-513/images/MMGPI%202019%20Full%20Report.pdf

https://www.parlament.gv.at/PAKT/EU/XXVI/EU/06/74/EU_67415/imfname_10907606.pdf



Neuer Chef der Pensionskommission kritisiert Politik scharf


https://www.derstandard.at/story/2000110800687/neuer-chef-der-pensionskommission-kritisiert-politik-scharf 



Kinderarmut in Österreich: Worum es wirklich geht

WIFO-Chef Christoph Badelt erklärt im Gastkommentar, wie nachhaltige und wirksame Armutsbekämpfung bei Kindern wirklich gelingen kann. Der langfristige Nutzen von Geldleistungen, die „armen Menschen“ zuerkannt werden, ist demnach begrenzt. Als wirksame Mittel empiehlt er die Förderung von Brennpunktschulen und die frühzeitige Eingliederung von ausländischen Kindern in den Kindergarten bzw. entsprechende Deutschkurse. 

Die Zahl der (statistisch) – relativ - armutsgefährdeten Kinder stieg in den letzten Jahren deshalb, weil andere Gruppen, v.a. Pensionistenhaushalte ihre Einkommen erheblich steigern konnten. Das hat mit der ökonomischen Situation der Kinder nichts zu tun. 

Link:

https://www.diepresse.com/5714073/kinderarmut-in-osterreich-worum-es-wirklich-geht



Ist das Grundeinkommen die Lösung?

Das Grundeinkommen – ein Traum mit bösem Erwachen. In der Wiener Zeitung schreibt Rolf Gleißner, warum. Das Pro kommt von Margit Appel/Katholische Sozialakademie. 

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/digital/digitale-republik/2036083-Ist-das-Grundeinkommen-die-Loesung.html?em_no_split=1



Österreich bei Sozialausgaben im EU-Spitzenfeld, bei Pensionen an zweiter Stelle 

EU-Länder gaben nach Eurostat im Jahr 2017 im Schnitt 27,9% des Bruttosozialprodukts für Sozialschutz aus. An der Spitze stehen Frankreich (34,1%) vor Dänemark, Finnland, Deutschland und Ö, das mit einem Anteil von 29,4% an fünfter Stelle liegt. Schlusslichter sind durchwegs die neuen EU-Staaten, die alle zwischen 14 und 20% des BSP ausgeben.  

Pro Kopf gibt Ö 11.000 Euro pro Jahr aus, und liegt damit sogar an vierter Stelle hinter Luxemburg, Deutschland und Dänemark. 5.500 Euro davon entfallen in Ö allein auf Pensionen, in der EU gibt nur Luxemburg hier mehr aus als Ö. 

https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/10246894/3-22112019-AP-EN.PDF/e1c0adb8-2e85-7a23-3965-c816861b713a



Fehlzeitenreport 2019


Am 4. Dezember 2019 um 18:30 Uhr wird im Hauptverband der Fehlzeitenreport 2019 im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und des Hauptverbandes präsentiert.

Der Fehlzeitenreport 2019 setzt sich im diesjährigen Schwerpunktkapitel mit dem Thema „Die flexible Arbeitswelt: Arbeitszeit und Gesundheit“ auseinander.
Neben der Präsentation der Fehlzeiten wollen wir dieses Thema näher beleuchten und freuen uns über einen fachlichen Austausch im Rahmen der Podiumsdiskussion.
 
Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 29.11.2019 an: fehlzeitenreport@sozialversicherung.at
 
Einladung und Programm




IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |

Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner | sp@wko.at


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