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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 23.10.2019

Inhaltsübersicht:

  • EU: Weniger Menschen im Erwerbsalter, aber mehr Ältere und Frauen arbeiten
  • Ländervergleich zeigt: Heimisches Gesundheitssystem spitalslastig
  • Eurostat: Armut in Österreich halbiert, in der EU reduziert
  • Erfolgsprogramm Mentoring für MigrantInnen startet in Kürze – Bewerbungen ab sofort möglich
  • Hartes Strafregime gegen Lohndumping steht auf der Kippe

EU: Weniger Menschen im Erwerbsalter, aber mehr Ältere und Frauen arbeiten

Mag. Maria Kaun 

Das europäische Netzwerk der öffentlichen Arbeitsmarktverwaltungen (PES) betrachtete die Entwicklung der Bevölkerung, die Zahl der Beschäftigten sowie die Beschäftigungsquoten in der EU.

Drei Trends zeigten sich in den letzten 10 Jahren:

  • Mehr Menschen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren in Beschäftigung: Die Zahl der Beschäftigten nahm um 6 Mio. oder +2,3 % zu.
  • Steigende Beschäftigungsquoten: Die Beschäftigungsquote (der Anteil der beschäftigten Personen an der Bevölkerung im Erwerbsalter) stieg um + 2,9 Prozentpunkte.
  • Sinkende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) um minus 1,3 %. 

Der Anstieg der beschäftigten Menschen bei gleichzeitig sinkender Bevölkerung im Erwerbsalter geht auf die deutlich zunehmende Erwerbsbeteiligung älterer Personen zurück. Die Zahl der Beschäftigten im Alter von 55 bis 64 stieg seit 2008 um 12,3 Mio. Menschen oder +45 %! Die Bevölkerung in dieser Altersgruppe stieg um 12,8 %. Die Beschäftigungsquote der 55 bis 54 –Jährigen stieg um 13,3 Prozentpunkte!

Die junge Bevölkerung (15 bis 24 Jahre) sank spürbar um 10,4 % (Österreich: -2,9 %). Nur in den Benelux-Staaten und in Dänemark stieg die junge Bevölkerung. Die Zahl der Beschäftigten dieser Altersgruppe sank um 15,5 %.

Die Entwicklung in den einzelnen Mitgliedstaaten ist jedoch sehr unterschiedlich. In den meisten Ländern steigt die Beschäftigungsquote, ansonsten lassen sich drei große Gruppen unterscheiden: 

Sinkende Erwerbsbevölkerung, steigende Zahl der Beschäftigten: Tschechien, Ungarn, Polen, Slowakei, Deutschland, Frankreich. Diesen Ländern gelang es, eine sinkende Erwerbsbevölkerung durch einen starken Anstieg der Erwerbsbeteiligung auszugleichen. 

Wachsende Erwerbsbevölkerung, steigende Beschäftigtenzahlen: Niederlande, UK, Belgien, Schweden, Österreich, Island, Malta, Luxemburg.  

Sinkende Erwerbsbevölkerung, sinkende Beschäftigung: Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Estland, Kroatien, Portugal, Slowenien, Finnland, Spanien. Die steigende Erwerbsbeteiligung konnte das Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung nicht ausgleichen.

Sinkende Erwerbsquoten weisen Griechenland, Spanien, Italien und Dänemark auf.

Die Erwerbsbeteiligung der Frauen nahm auch in den letzten 10 Jahren weiter zu. Die Beschäftigung stieg um 5,3%, die Beschäftigungsquote um 4,6%, während bei Männern die Zahlen stagnieren.  

Download EU-Labour-Market-Bulletin

https://www.pesnetwork.eu/2019/10/10/more-and-more-people-are-in-work-do-growing-employment-rates-indeed-correspond-with-more-people-in-employment/

 


Ländervergleich zeigt: Heimisches Gesundheitssystem spitalslastig

Mag. Maria Cristina Moshammer 

Österreich hat vermeidbare hohe Kosten im stationären Bereich und einen Mangel an professionellem Nachwuchs. Zu diesem Schluss kommt die aktuellste Vergleichsstudie bei der Gegenüberstellung der Gesundheitsausgaben in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Erstellt wurde sie von der Wiener Wirtschaftsuniversität und der Berliner IGES, einem unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastruktur- und Gesundheitsfragen. 

Alle drei Länder liegen im OECD-Vergleich in den Top Ten, sowohl im Anteil an der Wirtschafsleistung, als auch in den Pro-Kopf Gesundheitsausgaben. Die Ausgaben sind im Dreiländervergleich in Österreich im Verhältnis zum BIP – mit 10,3% - am niedrigsten. Auch sind die Ausgaben in den letzten 10 Jahren weniger schnell gestiegen als bei den Nachbarn. Das war die gute Nachricht.  

Absolut gesehen sind jedoch Österreichs Gesundheitskosten mit rund 40 Milliarden Euro (2018) relativ hoch – wir besetzen damit Platz 10 von 36. In den letzten 20 Jahren sind die Gesundheitsausgaben in Prozent vom BIP stetig gestiegen, angesichts der Überalterung der Gesellschaft dürfte sich der Anstieg in Zukunft noch beschleunigen. 

Gesundheitssystem fragmentiert 

Die Studie zeigt großes Potenzial in der besseren Koordinierung der Gesundheitsleistungen. Der Anteil der Ausgaben für stationäre Leistungen war in Österreich 2017 mit 44% höher als in Deutschland und in der Schweiz. Mit rund 23.000 Krankenhausaufenthalten pro 100.000 Einwohner besetzte Österreich 2017 im OECD-Vergleich Platz 2, gleich nach Deutschland. Wirksam wäre die Umleitung von Patientinnen und Patienten in den niedergelassenen Bereich, z.B. durch Ambulanzgebühren. 

Problematisch ist auch die Frage nach dem Ärztenachwuchs. Obwohl viel von Ärztemangel die Rede ist, kommt laut OECD Österreich mit 5 Ärzten je 1000 Einwohner auf die zweithöchste Ärztedichte Europas. Einem jährlichen Bedarf von ca. 1.450 Ärzten stehen 1.400 Medizin-Absolventen gegenüber, ca. 40% davon verlassen Österreich. Die neu geschaffene Anstellung von Ärzten bei Ärzten ist eine Maßnahme dagegen.  

Damit das Gesundheitssystem in Österreich ergebnisorientiert funktionieren kann, ist die wichtigste Herausforderung die Finanzierung aus einer Hand, so wie sie in fast allen anderen Ländern der Fall ist. Österreichs Problem ist die derzeitige Fragmentierung: Prävention, Kuration, Pflege – sie werden von unterschiedlichen Bereichen finanziert und so optimiert jeder Bereich bestenfalls sich selbst.  

Um Gesundheitsausgaben zu reduzieren, bleibt jedoch die wirksamste Maßnahme die Prävention. Das Geheimrezept für nachhaltige Gesundheit ist dabei die Eigenverantwortung, konkret Anreize für gesundes Verhalten. Denn davon hängt die Gesundheit vorwiegend ab. Essen, Entspannung, Umgang mit sozialen Medien, Bewegung – die Meilensteine am Weg zu einem gesunden Leben sind bekannt, das Problembewusstsein vorhanden. Jetzt müssen noch Taten folgen. 

Studie unter

https://www.aekwien.at/documents/4771581/21916434/191009_Gesundheitsausgabenvergleich+DACH-Charts.pdf/218504fe-7d08-4dbc-918b-0f9315f01e00?version=1.0&t=1570615359000



Eurostat: Armut in Österreich halbiert, in der EU reduziert 

Mag.Dr. Rolf Gleißner 

Vor kurzem hat Eurostat aktuelle Armutsstatistiken veröffentlicht. Die erfreuliche Entwicklung: Seit 2008 ist der Anteil der erheblich deprivierten Personen (also jener mit geringem Lebensstandard) in der EU von 8,5% auf 5,8% zurückgegangen. In Österreich hat sich der Anteil sogar von 5,9% auf 2,8% halbiert. Nur Schweden, Holland und Luxemburg liegen noch besser. Dies trotz Wirtschaftskrise 2008/09 und Zuwanderung aus armen Drittstaaten. Schlusslicht ist Bulgarien mit 20,9%. 

Merkwürdig, dass kaum ein Medium darüber berichtet hat. Wie oft liest man demgegenüber, dass Armut und prekäre Verhältnisse in der EU und auch in Österreich zunehmen? 

https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/10163472/3-16102019-CP-DE.pdf/a978ac50-fde2-f7ff-0dec-9c2e85561795



Erfolgsprogramm Mentoring für MigrantInnen startet in Kürze – Bewerbungen ab sofort möglich 

MMag. Margit Kreuzhuber

Trotz hoher Qualifikation fällt es Menschen mit Migrationshintergrund häufig schwer, am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Fehlen von Netzwerken bzw. unzureichenden informellen Kenntnissen des österreichischen Arbeitsmarkts.

Genau hier setzt das Programm Mentoring für MigrantInnen der Wirtschaftskammern Österreichs in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds und dem Arbeitsmarktservice an. Mentorinnen und Mentoren aus der Wirtschaft unterstützen qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund auf Ihrem Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt.

Mentoring für MigrantInnen wurde bereits 2008 ins Leben gerufen, die Idee dafür stammt aus Kanada. Mittlerweile wurden österreichweit knapp 2.200 Mentoringpaare gebildet, rund 1/3 der Mentees konnte bereits am Ende des sechsmonatigen Durchgangs am Arbeitsmarkt Fuß fassen.

Am kürzlich abgeschlossenen Durchgang von Mentoring für MigrantInnen in Wien/Niederösterreich haben beispielsweise Mentees aus 28 verschiedenen Herkunftsländern teilgenommen, der Akademikeranteil betrug 93 %. Auch dieser Durchgang ist entsprechend einer Evaluierung unter den Mentoren sehr positiv verlaufen:

  • 100 % der Mentoren sehen Mentoring als (sehr) sinnvolles Instrument zur Unterstützung der Arbeitsmarkteingliederung.
  • 83 % sind davon überzeugt, auch selbst Vorteile aus der Mentoringpartnerschaft gezogen zu haben, unter anderem durch den Ausbau der interkulturellen Kompetenzen, die Erweiterung ihres internationalen Netzwerks oder die Anwendung von Coaching Skills.
  • 86 % der befragten Mentoren meinen, dass die spezifischen Kenntnisse der Mentees von heimischen Unternehmen bei der Ausweitung ihrer Auslandsaktivitäten genutzt werden können. 

Mentoring für MigrantInnen gilt auch international als Best Practice Beispiel und wurde unter anderem bei den European Enterprise Awards 2011 mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Im Jänner 2020 startet der nächste Durchgang von Mentoring für MigrantInnen, Bewerbungen dafür sind bis 15.11.2019 unter mentoring@wko.at möglich. Nähere Informationen zum Programm sowie den Teilnahmevoraussetzungen finden Sie unter wko.at/mentoring.



Hartes Strafregime gegen Lohndumping steht auf der Kippe

Prof. Stefan Köck analysiert die Folgen des aktuellen EuGH-Urteils zum Gesetz gegen Lohndumping im Standard.  

https://www.derstandard.at/story/2000109878735/hartes-strafregime-gegen-lohndumping-steht-auf-der-kippe



IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |

Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner | sp@wko.at


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