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Mein WKO

SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 24.9.2019

Inhaltsübersicht:

  • Stafettenübergabe in der WKÖ-Sozialpolitik
  • Ein Jahr neue Arbeitszeitflexibilisierung: Positiv, aber unspektakulär
  • Unternehmen bieten mehr flexible Arbeitsmodelle an
  • Einkommensverteilung in Ö und EU in den letzten 10 Jahren stabil
  • Veranstaltungstipp: FUTURE::HEALTH & SCIENCE TALK 2.0
  • „Arbeits- und Sozialrecht für die Praxis“ von Dr. Lukas Stärker



Stafettenübergabe in der WKÖ-Sozialpolitik

Dr. Martin Gleitsmann
Mag. Dr. Rolf Gleißner

Nach 25 ½ Jahren und davon 20 Jahre Leitung der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ nehme ich Abschied von dieser mehr als erfüllenden Aufgabe und stelle meinen gewonnenen Erfahrungsschatz in einem großen Netzwerk als Unternehmensberater im Bereich der Politik- und Strategieberatung zur Verfügung

martin@gleitsmann.eu
 

Kein Tag in dieser Zeit verging, ohne dass eines der wichtigen Themen im Bereich Arbeit, Soziales und Gesundheitspolitik angesprochen wurde. Ich hatte die faszinierende Gelegenheit mit einem großartigen Team die Sozial- und Gesundheitspolitik der WKÖ zu gestalten und die Interessen der Unternehmen im Land auf allen Ebenen zu vertreten. Nur wenige Highlights seien an dieser Stelle erwähnt:  

  • Abfertigung Neu
  • Pensionsreform 2003
  • Rot-Weiß-Rot-Karte als kriteriengeleitetes Punktesystem für qualifizierte Zuwanderung
  • Kleinstunternehmerregelung in der SVA
  • 24-Stunden-Betreuer
  • Wahrung der Arbeitslosenversicherungsansprüche für Selbständige sowie ein umfassendes Paket der Sozialen Sicherheit für Selbständige
  • Große Reformen in der Sozialversicherung 2001, 2008 und nun die große Reform 2018/2019
  • Entwicklung der Wiedereingliederungsteilzeit
  • Entwurf einer umfassenden Fachkräftestrategie und Erarbeitung vieler gesundheitspolitischer Positionspapiere
  • Arbeitszeitreform   

Auch viele Projekte wurden erfolgreich platziert, wie z.B. die Schaffung einer Plattform der österreichischen Gesundheitswirtschaft, das betriebliche Gesundheitsförderungstool profitnessaustria.at, das mehrfach ausgezeichnete Projekt Mentoring für Migranten und das Projekt „Der Jugend eine Chance“ zur Beseitigung der Jugendlangzeitarbeitslosigkeit. 

All das wäre nicht möglich gewesen ohne ein sehr engagiertes, motiviertes und fachlich hochwertiges Team. Entscheidend für den Erfolg war aber auch, dass viele junge Menschen in diesem Team wachsen konnten und bedeutende Positionen außerhalb der Wirtschaftskammer besetzt haben. Das Wachsen dieser jungen Menschen zur fördern und zu begleiten gehörte zu meinen schönsten Aufgaben.  

Mit 1.9.2019 übernimmt mein langjähriger Stellvertreter, der exzellente Arbeits- und Sozialrechtsexperte, Rolf Gleißner 

rolf.gleissner@wko.at
 das Ruder. Schon seit Jahren trägt er maßgeblich zu den Erfolgen in der Interessenvertretung bei. Die längste Zeit betreut er auch schon mit viel Engagement diesen Newsletter, den SPIK.  

Ich wünsche ihm und dem tollen Team der Abteilung für die große, verantwortungsvolle Aufgabe das Allerbeste. Abschließend möchte ich mich bei allen treuen Leserinnen und Lesern unseres SPIK herzlichst bedanken und auf weitere positive Entwicklungen in der Sozial- und Gesundheitspolitik für den Standort Österreich hoffen.



Ein Jahr neue Arbeitszeitflexibilisierung: Positiv, aber unspektakulär

Dr. Ingomar Stupar
Dr. Rolf Gleißner 

Vor einem Jahr am 1. September 2018 trat die Novelle zum Arbeitszeitgesetz in Kraft, die mehr Spielräume und Flexibilität für Unternehmen und Arbeitnehmer brachte und politisch sehr umstritten war. Insbesondere wurde die Möglichkeit ausgeweitet, bis zu 12 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich zu beschäftigen. Mitarbeiter können Überstunden über 10 bzw. 50 Stunden sanktions- und begründungslos ablehnen („Freiwilligkeit“).  

Das Market-Institut hat im August 2019 Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu den Auswirkungen der Novelle in der Praxis befragt. Das Ergebnis:  

80% der befragten Arbeitnehmer sind mit dem Ausmaß ihrer Arbeitszeit weiterhin zufrieden, 87% mit der Lage ihrer Arbeitszeit. Bei Teilzeitbeschäftigten sind die Werte etwas höher als bei Vollzeitbeschäftigten. 

Arbeitszeitwünsche der Arbeitnehmer meistens berücksichtigt 

69% der Arbeitnehmer geben an, dass ihre Arbeitszeitwünsche fast immer oder meistens berücksichtigt werden, 20% sagen teils/teils, nur bei 9% werden sie selten oder gar nicht berücksichtigt. Von den Arbeitgebern sehen sogar 90% die Wünsche ihrer Arbeitnehmer als fast immer oder meistens berücksichtigt. Das spricht klar gegen Behauptungen, die Arbeitnehmer hätten kein Mitspracherecht und das Ablehnungsrecht („Freiwilligkeit“) hätte kein Gewicht. 

8% der Arbeitnehmer geben an, dass sich ihre Arbeitszeit seit 2018 geändert hat, 5% antworten, ihre Arbeitszeit habe sich verlängert. Bedenkt man, dass es auch andere Gründe für Veränderungen gibt, hat die Arbeitszeitgesetznovelle sich somit kaum auf die tatsächliche Arbeitszeit ausgewirkt. Dem entspricht, dass die Arbeitgeber als wichtigste Auswirkung der Novelle angeben, dass sich die Vorgaben nun leichter einhalten lassen, konkret dass das Strafrisiko sinkt. 

Fazit 

Die Arbeitszeitnovelle 2018 wurde von Opposition und Arbeitnehmervertretern heftig kritisiert. Die Praxis hat gezeigt, dass diese Reaktionen stark übertrieben waren und die Befürchtungen sich nicht bewahrheitet haben. Die Arbeitszeiten der Menschen haben sich faktisch kaum verändert, die Arbeitszeitzufriedenheit ist weiterhin hoch, die Rechtssicherheit für Unternehmen gestiegen.



Unternehmen bieten mehr flexible Arbeitsmodelle an

Mag. Maria Kaun 

Unternehmen kommen den Wünschen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach flexiblem Arbeiten nach. Eine aktuelle Befragung von 214 Personalisten sowie Führungskräften zeigt, dass immer mehr Betriebe ihren Mitarbeitern flexible Arbeitsmodelle, v.a. Gleitzeit und Home Office, anbieten.  

Mediale Aussagen zum 12-Stunden-Tag nicht von Studie gedeckt 

Weder aus der Frage der Studienautoren noch aus der Antwort der Personalisten kann ein Rückschluss auf die tatsächliche tägliche Arbeitszeit der Mitarbeiter im Betrieb getroffen werden. Aussagen in Medien, wonach 12-Stunden-Tage in 30 % der Unternehmen gang und gäbe wären, sind von der Studie nicht gedeckt. In 30% der befragten Unternehmen sind bis zu 12 Stunden im Rahmen der Gleitzeit möglich. Das sagt nichts aus über die Häufigkeit von Zwölf-Stunden-Tagen!  

Am weitesten verbreitet ist das Gleitzeitmodell mit Kernzeit. 53 % der befragten Unternehmen bieten es für zumindest die Hälfte der Mitarbeiter an. Zunehmend wird auch Gleitzeit ohne Kernzeit angeboten. Bereits bei einem Viertel der Unternehmen arbeitet mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ohne Kernzeit. Dadurch wird die Flexibilität vor allem für Mitarbeiter weiter erhöht.  

Flexibler Arbeitsort – Home Office/Telearbeit 

Durch mobile Endgeräte wie Tablet, Laptop und Smartphone kann die Arbeitsleistung immer öfter ortsungebunden erfolgen. 97 % der Unternehmen bieten es in unterschiedlichem Umfang an. 60 % der Unternehmen ermöglichen definierten Zielgruppen, mobil zu arbeiten (2017: 43 %). 38 % bieten Home Office nur wenigen Einzelpersonen an. Die tatsächliche Nutzung von Home Office hat sich in den letzten beiden Jahren mehr als verdoppelt. 50 % der Unternehmen geben an, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter das Home Office auch tatsächlich nutzt (2017: 20 %).

Grafik Home Office Telearbeit
© Deloitte Consulting GmbH, Uni Wien, Uni Graz, 2019

Home Office steht zunehmend allen Mitarbeitergruppen frei 

Während früher Home Office nur bei besonderen Gründen, wie langen Pendelzeiten oder Vereinbarkeitsgründen gewährt wurde, steht es mittlerweile Mitarbeitern auch ohne diese Gründe offen. Das Anbieten flexibler Arbeitsformen hinsichtlich Zeit und Ort positioniert Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber. 

Aktuelle Studien ergeben, dass bereits ¾ aller Jobsuchenden bei der Vorauswahl die Unternehmen nach flexiblen Arbeitsweisen filtern. D.h. sie sehen sich die Inserate von Unternehmen, die dies nicht anbieten, gar nicht mehr an. 

Ein Erfolgsfaktor für die Nutzung von Home Office sind klare Erwartungen, was Erreichbarkeit und deren Grenzen anbelangt. Wenn Mitarbeiter keine Nachteile hinsichtlich ihrer Karriere durch die Nutzung von Home Office befürchten, nutzen sie das Angebot.  

Trotz des Vormarschs von Home Office geben 85 % der Unternehmen an, dass physische Präsenz wichtig ist. Dies ist für viele Tätigkeiten, aber auch für den persönlichen Austausch sinnvoll und notwendig.  

Download der Studie : https://www2.deloitte.com/at/de/seiten/human-capital/artikel/flexible-working-studie.html



Einkommensverteilung in Ö und EU in den letzten 10 Jahren stabil 

„Reiche werden immer reicher, Arme immer ärmer“, ist ein gern verbreiteter Mythos. Die Fakten: Eurostat zufolge (Quelle: SILC) sind die Einkommen heute sowohl in Österreich als auch in der EU gleichmäßiger verteilt als vor 10 Jahren.  

Der GINI-Koeffizient misst, wie gleichmäßig verteilt Einkommen sind. 1 bedeutet, das gesamte Einkommen entfällt auf eine Person, 0 bedeutet, alle haben gleich viel Einkommen. 

Österreich hatte 2018 einen GINI-Koeffizienten von 0,27, 2008, 2009 und 2017 lag er noch bei 0,28. Im EU-Schnitt waren die Einkommen mit einem Wert von 0,31 etwas ungleicher verteilt als hierzulande. Der EU-Wert ist stabil seit 2009 mit leicht sinkender Tendenz. Sehr gleichmäßig sind die (allerdings relativ niedrigen) Einkommen verteilt in der Slowakei, Tschechien und Slowenien (jeweils 0,23/0,24), relativ ungleich ist die Verteilung in Spanien, Großbritannien (je 0,33) und der Türkei (0,43). 

Link zu Eurostat

http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=ilc_di12&lang=de



Veranstaltungstipp: FUTURE::HEALTH & SCIENCE TALK 2.0

Disruptive Innovationen in Medizin und Gesellschaft – Herausforderungen und Chancen. Was erwartet uns? Und wo werden wir uns in Österreich positioniert haben? Die Wirtschaftskammer Österreich lädt in Kooperation mit Gilead Sciences GesmbH, U. S. Commercial Service und AmCham Austria am 15. Oktober 2019, ab 17:15 Uhr in TUtheSky in Wien ein. 

HIER geht es zum Programm und zur Anmeldung

 


 „Arbeits- und Sozialrecht für die Praxis“ von Dr. Lukas Stärker 

Auf 700 Seiten werden sämtliche für die Praxis relevanten Bereiche behandelt. Alle Änderungen bis April 2019 sind in diese 7. Auflage eingearbeitet. 

Details und Bestellung unter

https://shop.lexisnexis.at/arbeits-und-sozialrecht-fuer-die-praxis-9783700775645.html?gclid=EAIaIQobChMIjqHfvvjm5AIVEamaCh30TwKwEAQYASABEgK1lfD_BwE



IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Mag. Dr. Rolf Gleißner | sp@wko.at

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