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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 2.8.2019

Inhaltsübersicht:

  • In eigener Sache: Stafettenübergabe in der Sozialpolitik!
  • Ältere und Pensionisten - die Gewinner im Zeitraum 2010 - 2015
  • Digitalisierung als Chance - Österreich hat Aufholbedarf
  • Inklusionsbonus für Aufnahme eines Lehrlings mit Behindertenpass



In eigener Sache: Stafettenübergabe in der Sozialpolitik!

Mit 1.9.2019 wird Rolf GLEISSNER zum Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich bestellt. Er trat 1997 als Referent in die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich ein. Viele Jahre verhandelte er Kollektivverträge und war später auch Geschäftsführer von vier Fachverbänden. 2007 wechselte er in die Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit und wirkte seitdem an allen arbeitsrechtlichen Novellen mit. 



Ältere und Pensionisten - die Gewinner im Zeitraum 2010 - 2015

Mag. Gabriele Straßegger

Die Medien greifen gern Negatives auf, etwa Unterschiede in der Pensionshöhe zwischen Männern und Frauen oder das Thema Altersarmut. Eine aktuelle WIFO-Studie kommt hingegen zum Schluss: Die Situation von Älteren und Pensionisten ist gut und hat sich in den letzten Jahren noch verbessert.  

Das WIFO untersuchte dabei aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Einkommensverteilung, die Umverteilung durch den Staat ebenso wie die Armutsquoten.  

Die konkreten Ergebnisse

  • Das Medianeinkommen der Pensionistenhaushalte stieg auffallend stark. Grund: Die Neupensionen werden immer höher, die Zahl der Pensionistenhaushalte steigt.
  • Es wurde mehr umverteilt. „Umverteilungsverlierer“ waren vor allem junge Haushalte mit Kindern, „Umverteilungsgewinner“ junge und ältere Haushalte ohne Kinder. Grund: der Anstieg der Arbeitslosigkeit und damit höhere monetäre Transfers an diese Haushaltstypen.
  • In Pensionistenhaushalten verteilen Sachleistungen (Ausgaben für die Gesundheit) am stärksten um.
  • Die Armutsgefährdung sank in Pensionistenhaushalten am stärksten. Deren Armutsgefährdung ist weit unter dem Österreichschnitt (2015: 7,1% versus 10,5%)  

Pensionistenhaushalte und ältere Haushalte ohne Kinder machten 2015 bereits ein Viertel aller Haushalte aus, in einem Drittel der Haushalte lebten Eltern mit Kindern. Die jungen Haushalte mit Kindern waren im unteren Einkommensdrittel deutlich überrepräsentiert, die Pensionistenhaushalte im mittleren Drittel, im oberen Drittel finden sich die meisten Haushalte ohne Kinder.  

Massive Umverteilung  

Umverteilt wird zwischen Haushalten mit unterschiedlichem Einkommen, zwischen Haushalten mit und ohne Kindern sowie Haushalten mit und ohne Pensionsbezug. Die Umverteilung erfolgt durch öffentliche Geldleistungen, Pensionszahlungen sowie durch Steuern, Abgaben und Sachleistungen (etwa Gesundheitsleistungen, Schulen). 

Gemessen nach gängigen Umverteilungsmaßen wurde 2015 im Durchschnitt mehr umverteilt als 2010, die Ungleichheit nahm dadurch ab. Diese Entwicklung gestaltete sich in den einzelnen Haushaltstypen sehr unterschiedlich. Während die kinderlosen älteren Haushalte und die Pensionistenhaushalte vor und nach der Umverteilung nach oben stiegen, rutschten die junge Haushalte und Haushalte mit Kindern nach unten.  

Bei Haushalten mit Kindern und Pensionistenhaushalten erfolgte die Umverteilung in erster Linie über öffentliche Sachleistungen (Schulen, Pensionen). 

Pensionisten weniger armutsgefährdet als Durchschnitt 

Die relative Armut sank im Durchschnitt aller österreichischen Haushalte leicht.

Bezogen auf die Haushaltstypen ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild: Junge Haushalte mit Kindern waren auch hier die Verlierer, deren Armutsgefährdungsquote stieg (+1,6%). Dieser Trend zulasten der Haushalte mit Kinder könnte durch den Familienbonus gestoppt worden sein. Denn die Einkommensverteilung wird durch den Familienbonus nun etwas gleicher.  

Nach der Sozialstatistik 2018 liegt allerdings die Armutsgefährdungsquote der Pensionistenhaushalte nach wie vor deutlich niedriger als die der restlichen Haushalte. 

https://www.wifo.ac.at/jart/prj3/wifo/main.jart?rel=de&content-id=1454619331110&publikation_id=61580&detail-view=yes&sid=1


Digitalisierung als Chance - Österreich hat Aufholbedarf

Mag. Gabriele Straßegger 

Mit den Effekten der Digitalisierung haben sich in jüngster Zeit in Bezug auf Österreich das IHS, in Bezug auf Deutschland das Forschungsinstitut der deutschen Arbeitsmarktverwaltung (IAB) auseinandergesetzt. Beide Institute kommen nicht überraschend zu gleichlautenden Ergebnissen: Digitalisierungsängste sind unbegründet. Die Automatisierung wird neue Arbeitsplätze entstehen lassen, was die Arbeitsplatzverluste mehr als ausgleichen wird. Für Österreich als Hochlohnland verortet das IHS allerdings Aufholbedarf in Sachen Digitalisierung. 

Digitalisierung als Jobmotor 

Das IHS schätzt, dass rund 9 % der Jobs in Österreich durch die Digitalisierung gefährdet sein könnten. Umgekehrt wird der technische Fortschritt zu Beschäftigungsgewinnen in anderen Sektoren und gänzlich neuen Tätigkeitsbereichen führen, so wie es bereits in den letzten 20 Jahren der Fall war (seit 1998: Beschäftigungszuwachs über 20 %). In Firmen, die Industrieroboter einsetzten, ist durch mehr Produktivität und Expansion ihrer Geschäfte die Beschäftigung besonders gestiegen. Nicht automatisierte Unternehmen verloren hingegen Marktanteile.  

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch das deutsche IAB. Seit den 70er Jahren ist der Arbeitsplatzabbau durch Arbeitsplatzaufbau in anderen Bereichen ausgeglichen worden. Daran hat auch die fortschreitende Computerisierung in den vergangen 20 Jahren nichts geändert. Im Gegenteil, seit 2005 ist der Anteil der weggefallenen Arbeitsplätze gesunken. Die allgemeine Vorstellung und Sorge vor einem Turboarbeitsmarkt wird damit eindeutig widerlegt. Die meisten Arbeitsplätze, die neu geschaffen wurden, sind im Übrigen besser als jene, die verloren gegangen sind. Der IHS-Vergleich: Waschmaschine versus Wäscherinnen am Fluss.  

Der Fachkräftemangel wird chronisch 

Durch die gute Konjunktur schafften die österreichischen Unternehmen 2018/19 rund 150.000 neue Jobs, so IHS-Chef Kocher. Damit verschärfte sich der Fachkräftemangel aber noch weiter. Die bevorstehende Pensionswelle der Babyboomer wird ab 2023 nicht nur zusätzliche Ausgaben verursachen (Pensionen, Pflege, Gesundheit), sondern auch den Fachkräftemangel anheizen. Deutlich weniger junge Menschen werden in den Arbeitsmarkt eintreten. Neben vielen Maßnahmen zur Fachkräftesicherung werden Automatisierung und Digitalisierung dringend nötig sein, um das schrumpfende Arbeitskräftepotenzial auszugleichen.  

Für IHS-Chef Kocher könnte die Digitalisierung und Automation in Österreich bereits weiter fortgeschritten sein, weshalb er Aufholbedarf ortet. Österreich wird seine Rolle als Hochlohnland mittelfristig nur halten können, wenn Innovationen und der Aufbau von Humankapital stärker gefördert werden.  

Fazit 

Die Schlussfolgerungen des IHS: Neben einem antizipierenden Bildungssystem braucht es möglichst treffsichere Qualifikationsprogramme und Trainingsmaßnahmen. Ergänzend die Vorschläge des IAB zum Abbau des Mismatch am Arbeitsmarkt: eine zielorientierte Vermittlung und Beratung der Arbeitslosen, Mobilitätsbeihilfen sowie eine Weiterbildungsförderung der Beschäftigten, damit sie mit den Herausforderungen der Digitalisierung schritthalten können. 

Links 

IAB-Kurzbericht „Strukturwandel am Arbeitsmarkt seit den 70er Jahren“ 
http://doku.iab.de/kurzber/2019/kb1319.pdf 

IHS Projektbericht „Digitalisierung der Arbeit“ 
https://www.ihs.ac.at/fileadmin/public/2016_Files/Documents/20170412_IHS-Bericht_2017_Digitalisierung_Endbericht.pdf 

IHS Pressemitteilung „Mittelfristige Prognose der österreichischen Wirtschaft 2019 – 2023“
https://www.ihs.ac.at/fileadmin/public/2016_Files/Photos/Konjunkturprognose/
Mittelfristige_Konjunkturprognose_Juli/Pressemitteilung_Prognose_Juli2019.pdf
 



Inklusionsbonus für Aufnahme eines Lehrlings mit Behindertenpass

Mag. Pia Rosner-Scheibengraf

Der Inklusionsbonus unterstützt Betriebe bei der Aufnahme von Lehrlingen mit Behindertenpass (Anspruch auf einen Behindertenpass haben Personen mit einem Grad der Behinderung oder einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 50 %). Diese Unterstützung ist während der gesamten Dauer der Lehrzeit möglich. Das Alter der Lehrlinge spielt keine Rolle. Die Höhe des Bonus richtet sich nach der jeweils gültigen Ausgleichstaxe und beträgt derzeit monatlich 262 Euro. 

Der Inklusionsbonus kann für Lehr- bzw. Ausbildungsverhältnisse, die ab 1.07.2019 beginnen, beantragt werden. Die Online-Antragstellung ist ab 1.10.2019 beim Sozialministeriumservice möglich. Eine rückwirkende Auszahlung ist vorgesehen.

Weiterführende Informationen zum Inklusionsbonus für Lehrlinge sowie zu sonstigen Unterstützungen für Unternehmen und Menschen mit Behinderungen sind auf http://www.arbeitundbehinderung.at/ abrufbar.




IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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