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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 28.5.2019

Inhaltsübersicht:

  • OECD-Employment Outlook 2019 - The future of work : Analyse statt Schwarzmalerei
  • Soziale Töpfe 2018 – Österreichs Unternehmen sind tragende Säule des Sozialsystems 
  • Langfristiger Vergleich zeigt: Anteil der Erwerbstätigen kräftig gestiegen
  • Inklusion
    Im Sozialstaat grassiert die Vollkasko-Mentalität
  • Veranstaltung „International eHealth Forum: Supporting the Patient’s Journey” 



OECD-Employment Outlook 2019 - The future of work 
Analyse statt Schwarzmalerei

Mag. Margit Kreuzhuber, Mag. Gabriele Straßegger

Es ist unbestritten, dass sich der Arbeitsmarkt vor allem durch die drei Megatrends technologischer Fortschritt und Digitalisierung, Globalisierung und demographischer Wandel verändern wird. Die OECD befasst sich in ihrer aktuellen Studie „The future of work – OECD Employment Outlook 2019“ eingehend mit den Arbeitsmarkttrends. Die gute Nachricht vorweg: Ein genereller Beschäftigungsrückgang ist nicht zu erwarten.  

Seit der Industriellen Revolution gibt es regelmäßig die Befürchtung, dass der technologische Wandel zum Abbau von Arbeitsplätzen führt. Tatsächlich ist die Beschäftigung in den OECD-Ländern in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. 

Technologien verbreiten sich immer schneller 

Allerdings hat die Geschwindigkeit, mit der sich die neuen Technologien verbreiten, rapide zugenommen. Dies zeigt folgendes Beispiel: es dauerte sieben Jahrzehnte, bis sich die Nutzung des Telefons von ursprünglich 10 % auf 90 % der US-Haushalte steigerte, bei Mobiltelefonen dauerte es nur mehr 15 Jahre und bei Smartphones lediglich 8 Jahre.  

Präzise Voraussagen zum Arbeitsmarkt sind unmöglich, selbst Schätzungen unsicher: Nach aktuellen OECD-Schätzungen sind in der OECD im Schnitt nur 14 % der bestehenden Jobs durch eine vollkommene Automatisierung bedroht, in Ö 16,6 %. Diese Zahlen beziehen sich nur auf einen potenziellen Jobrückgang; die – möglicherweise sogar größere – Zahl an Jobs, die durch Automatisierung geschaffen wird, ist dabei nicht berücksichtigt. Bei OECD-weit 32 % der Jobs könnte es zu wesentlichen Änderungen der Aufgaben kommen. 

OECD Employment Outlook 2019
© OECD

Der verstärkte Einsatz von Robotern und der Einzug von Künstlicher Intelligenz können zu einem bedeutsamen Rückgang der Beschäftigung in manchen Branchen führen. Gleichzeitig führen steigende Produktivität und Einkommen zu einer zusätzlichen Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, wodurch wiederum neue Jobs geschaffen werden. Durch den technologischen Fortschritt können auch gefährliche und ungesunde Tätigkeiten reduziert und den Arbeitskräften mehr Flexibilität, Autonomie und Work-Life-Balance ermöglicht werden.  

Ö als Vorbild in der sozialen Absicherung 

Die Arbeitswelt wird zunehmend bunter und diese Vielfalt wird sich noch weiter verstärken. Die soziale Absicherung der Standardbeschäftigung reicht dazu nicht immer aus. Ö ist unter den OECD-Ländern ein Vorzeigeland für ein breites soziales Netz, auch außerhalb der Standardbeschäftigung.

  • Freie Dienstnehmer haben die volle soziale Absicherung. Sie sind kranken-, pensions-, unfall- und arbeitslosenversichert und erhalten im Fall der Arbeitslosigkeit die gleichen Unterstützungen wie Standardbeschäftigte. Es steht ihnen die Bildungskarenz genauso zu wie die Abfertigung Neu.
  • Die meisten Selbständigen erhalten im Fall der Erwerbslosigkeit Arbeitslosengeld: Sie können auf alte Arbeitslosengeldansprüche zurückgreifen oder freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzahlen.

Die Anpassungen an die technologischen Veränderungen erfordern lebensbegleitendes Lernen. Ö wird von der OECD in mehreren Beispielen positiv erwähnt:

  • Die regelmäßig unter Einbindung der Sozialpartner eingerichteten Arbeitsstiftungen unterstützen arbeitslose Menschen, die am Arbeitsmarkt nötigen, neuen Qualifikationen zu erwerben und helfen dabei, das Wissen an den technologischen Wandel anzupassen.
  • Befristet Beschäftigte sind überdurchschnittlich in Weiterbildungsmaßnahmen einbezogen.
  • Leiharbeitskräften steht ein eigener Weiterbildungsfonds zur Verfügung.
  • Die Bildungsteilzeit erleichtert die Anpassung an den technologischen Wandel. Die vom AMS geförderte Reduktion der Arbeitszeit ermöglicht es, parallel zur beruflichen Tätigkeit an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen.

OECD-Studie unter

https://www.oecd-ilibrary.org/employment/oecd-employment-outlook-2019_9ee00155-en



Soziale Töpfe 2018 – Österreichs Unternehmen sind tragende Säule des Sozialsystems 

Mag. Martin Kircher

Dienstgeber und Dienstnehmer (DG, DN) haben 2018 laut Zahlen des Hauptverbandes der Österreichischen Sozialversicherungsträger rund 57,9 Mrd. Euro an Lohnnebenkosten (ohne Kommunalsteuer, Kammerumlagen und Gemeindeabgaben) aufgewendet. Davon entfielen rund 37,2 Mrd. Euro und damit fast zwei Drittel der Abgaben auf die Dienstgeber und Selbständigen.  

Beitragsleistung nach Zweigen der SV 

Die Beitragsleistung der DN und der DG ist insbesondere in der Krankenversicherung von Bedeutung. Dies deshalb, da von DN-Vertretern gerade in diesem Zweig die künftige Parität in den Selbstverwaltungskörpern der SV-Träger heftig kritisiert wird. Die Zahlen zeigen, dass die ASVG-Krankenversicherung zu fast gleichen Teilen von DN wie DG finanziert wird, was auch der paritätischen Vertretung entspricht.  

  • Beitragsleistungen in der Krankenversicherung 2018 
    DG: 4,3 Mrd. Euro
    DN: 4,4 Mrd. Euro 
  • In der Pensionsversicherung tragen die DG aufgrund des höhereren Beitragssatzes (Anm.: 12,55% versus 10,25% der DN) mit rund 15,5 Mrd. Euro mehr zur Finanzierung bei als DN mit rund 12,7 Mrd. Euro.  
  • Die Unfallversicherung wird bekanntermaßen ausschließlich durch DG-Beiträge in der Höhe von rund 1,4 Mrd. Euro finanziert. 

Dienstgeber leisten mehr als „nur“ Beiträge 

Die Dienstgeber leisten jedoch nicht nur einen Löwenanteil der SV-Beiträge, sondern heben für die SV die SV-Beiträge ein und leiten diese ohne jegliche Abgeltung an diese weiter. Schließlich kommen Dienstgeber im Krankheitsfall wochenlang für die Entgeltfortzahlung ihrer Mitarbeiter auf. Erst nach dem Ende der Entgeltfortzahlung springt die Krankenversicherung mit dem Krankengeld ein, das auch wesentlich durch Dienstgeberbeiträge finanziert wird.   

Fazit: Österreichs Unternehmen tragen ganz wesentlich zur Finanzierung des gut ausgebauten heimischen Sozialstaats bei. Wer so viel für die soziale Versorgung der Bevölkerung leistet, soll auch über den effizienten Einsatz der Mittel mitbestimmen. 



Langfristiger Vergleich zeigt: Anteil der Erwerbstätigen kräftig gestiegen

Mag.Dr. Rolf Gleißner

Allgemein wird beklagt, dass atypische („prekäre“) Beschäftigungsformen überhandnehmen und „normale“ Vollzeitdienstverhältnisse verdrängen. Ein Blick auf die Statistiken in Österreich zeigt das Gegenteil: Der Anteil der klassischen Arbeitsverhältnisse steigt sogar. 

Die Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria weist u.a. die Anteile der verschiedenen Erwerbsformen an der erwerbsfähigen Bevölkerung (15 bis 64 Jahre) aus. Demnach war der Anteil der Vollzeitbeschäftigten 2004 bei 39,5 Prozent, ging nach der Krise 2008/2009 leicht zurück und stieg dann bis 2018 wieder auf den Rekordwert von 40,9 Prozent. Vor allem seit 2016 sind viele zusätzliche Vollzeitjobs entstanden – 103.400 und damit mehr als die Einwohnerzahl Klagenfurts. Langfristig noch kräftiger stieg der Anteil der Teilzeitbeschäftigten.

Anteil an der erwerbsfähigen Bevölkerung in Prozent
© WKÖ

Stark rückläufig war zwischen 2004 und 2018 der Anteil der Inaktiven (Hausfrauen, Studenten, etc.) sowie der freien Dienstnehmer, leicht rückläufig der Anteil der Beamten/Vertragsbediensteten. Die anderen Segmente (Selbständige, Arbeitslose) sind im Langfristvergleich stabil. 

Fazit: Die Zahlen bieten somit keinerlei Anhaltspunkt dafür, dass „prekäre“ Verhältnisse insgesamt vordringen, im Gegenteil: Das Vollzeitdienstverhältnis bleibt die Norm und ist nicht gefährdet. Die Erwerbsquote steigt, vor allem bei den Frauen.



Inklusion

Wenn Unternehmen Menschen mit Behinderungen ausgrenzen, verlieren sie wertvolle Mitarbeiter und potenzielle Kunden. Welche Vorurteile es zu überwinden gibt und was die Politik tun muss, erklärt Gregor Demblin, Gründer des Beratungsunternehmens myAbility und selbst seit seinem 18. Lebensjahr querschnittgelähmt. 

https://www.die-wirtschaft.at/die-wirtschaft/inklusion-181865

 


Im Sozialstaat grassiert die Vollkasko-Mentalität 

In der Neuen Zürcher Zeitung wird für die Schweiz eine wachsende Anspruchshaltung gegenüber dem Sozialstaat gesehen, was man angesichts der demografischen „Zeitbombe“ für unverantwortlich hält. 

https://www.nzz.ch/meinung/vollkaskomentalitaet-im-sozialstaat-ld.1477528

 


Veranstaltung „International eHealth Forum: Supporting the Patient’s Journey” 

Die Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich lädt gemeinsam mit vier Botschaften - USA, Großbritannien, Finnland und Schweden – hochkarätige Experten und erfolgreiche Technologieanbieter aus allen vier Ländern plus Ö ein, um über Erfahrungen und Ziele rund um die „Patients Journey“ zu sprechen und in Workshops an konkreten eHealth-Lösungen zu arbeiten. 

Wann? am Dienstag, den 4.6. ab 8:30 Uhr

Wo? in den Räumlichkeiten der Schwedischen Botschaft in Wien 

Die Veranstaltung ist in englischer Sprache. Die Zahl der Teilnehmer ist limitiert. Melden Sie sich HIER rasch an. Die Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich ist eine Initiative der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ.



IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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