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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 17.1.2019

Inhaltsübersicht:

  • Der Arbeitsmarkt im Jahr 2018
  • Rechnungshof bestätigt: Realeinkommen der Österreicher steigen
  • Österreicher am zufriedensten mit Arbeitsbedingungen
  • The times they are changing: Digitalisierte Gesundheit



Der Arbeitsmarkt im Jahr 2018

Mag. Maria Kaun

Zum Jahreswechsel lieferte das AMS ein erstes Resümee über die Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in Ö: Die Zahl der arbeitslosen oder in AMS-Schulung befindlichen Personen sank gegenüber dem Vorjahr um -7,6 % bzw. um -31.228 auf 380.846 Personen. Das ist der stärkste prozentuelle Rückgang seit 2007, obwohl das Arbeitskräfteangebot weiterhin kräftig zunimmt (+ 56.000). Die Arbeitslosenquote nach Eurostat (letzter Wert November 2018) hat mit 4,7% fast denselben Wert wie im Vorkrisenjahr 2007 (4,5%). 

Arbeitslosenzahl sank erheblich 

Die Arbeitslosigkeit (AL) der Männer ist mit -9,1% stärker gesunken als die der Frauen (-5,7%), da vor allem Branchen mit hoher Männerbeschäftigung vom Konjunkturaufschwung profitieren. Dennoch sind mehr Männer (210.000) als Frauen (170.000) arbeitslos. 

Vom Rückgang der AL konnten alle Gruppen profitieren. Prozentuell am stärksten sank sie bei Personen mit Lehrabschluss, in absoluten Zahlen gingen die Arbeitslosen mit Pflichtschulabschluss am stärksten zurück. Auch bei Personen über 50 Jahren sank die Arbeitslosigkeit um 4,5%. Gleichzeitig stieg die Beschäftigung bei den Älteren um 5%. Überdurchschnittliche Rückgänge der Arbeitslosigkeit gab es in der Industrie (-12%), am Bau (-10,2%), im Tourismus (-10%) sowie im Handel (-9,2%). 

Hohe Rückgänge der AL verzeichneten Tirol (-14 5%), die Steiermark (-11%) und OÖ (-10%), am geringsten war der Rückgang in Wien (-4,8%). Die niedrigsten Arbeitslosenquoten (nationale Definition) weisen Salzburg, Oberösterreich und Tirol (alle 5,4%) auf. Die höchsten Arbeitslosenquoten haben Wien (13,2%), Kärnten (9,9%) und NÖ (8,4%). 

Die Beschäftigung stieg um + 86.000 Personen oder um +2,3% an, der stärkste Anstieg seit den 1970er Jahren! Die zusätzliche Beschäftigung entfiel überwiegend auf Vollzeitarbeitsverhältnisse. Das Arbeitskräfteangebot nahm um rund 56.000 Personen zu. Knapp 90 % dieser Personen kommen aus dem EU-Ausland oder sind Asylberechtigte überwiegend aus Syrien und Afghanistan.

Beschäftigte im Jahresvergleich: Rekordanstieg 2018
© WKÖ

Betrieben fehlen Fachkräfte 

Die steigende Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften zeigt sich an der Zunahme der offenen Stellen: Im Jahr 2018 waren im Schnitt 71.545 (+25,6%) offene Stellen zu jedem Monatsletzten beim AMS gemeldet. Die Laufzeit der offenen Stellen verlängerte sich gegenüber dem Vorjahr auf 61 Tage (+12). 

Dass immer noch im Schnitt 2018 380.000 Menschen arbeitslos waren, hat großteils strukturelle Gründe. Der regionale und qualifikatorische Mismatch führt bei guter Konjunktur gleichzeitig zu Arbeitslosigkeit und zu Arbeitskräftemangel. 

Daher kündigt das AMS für 2019 an, die überregionale Vermittlung und die betriebsnahe Qualifizierung von Arbeitsuchenden zu forcieren. Lehrstellensuchende sollen verstärkt in die betriebliche Lehre vermittelt und generell die Lehre für Erwachsene gefördert werden. Das sollte den Unternehmen dringend benötigte Fachkräfte zuführen.  

AMS-Jahresübersicht 2018

https://www.ams.at/content/dam/download/arbeitsmarktdaten/%C3%B6sterreich/berichte-auswertungen/001_spezialthema_1218.pdf



Rechnungshof bestätigt: Realeinkommen der Österreicher steigen

Sinkende Arbeitszeit verzerrt Statistik

Mag. Dr. Rolf Gleißner

Alle zwei Jahre erscheint der Einkommensbericht des Rechnungshofs. Daraus wird gern der Schluss gezogen, dass die Einkommen vor allem der Geringverdiener sich schwach entwickeln, dass Frauen benachteiligt sind, etc. Bei genauerer Betrachtung belegt der Bericht das Gegenteil.   

So sind die Vollzeiteinkommen im Schnitt von 2004 bis 2017 real um 7 Prozent gestiegen, die Teilzeiteinkommen sogar um 16 Prozent (Bericht Seite 49). Dem entspricht der Befund der Statistik Austria, wonach alle Lohnabschlüsse der letzten Jahre über der Inflationsrate waren. 

Dass sich der statistische Durchschnittslohn dennoch schwach entwickelt, hateinen einfachen Grund: Durch den steigenden Teilzeitanteil und einen massiven Rückgang von Überstunden hat sich die Arbeitszeit im Schnitt zwischen 2004 und 2017 von 38,0 auf 35,6 Stunden pro Woche verkürzt. Rein statistisch dämpft das die Einkommensentwicklung, auch wenn die Stundenlöhne steigen. Dies bestätigen auch WIFO und IHS, der Rechnungshof betont diesen Teilzeiteffekt im Einkommensbericht mehrfach (Seiten 23, 41, 134).

Entwicklung der Wochenarbeitszeit in Stunden
© WKÖ

Bereinigt um Teilzeiteffekt steigen untere Einkommen stärker 

Noch stärker steigt der Teilzeitanteil in den unteren Einkommensgruppen: Während früher dort auch Vollzeitbeschäftigte waren, finden sich in diesen Einkommensgruppen nun nur mehr Teilzeit- und geringfügig Beschäftigte, was die Einkommensentwicklung stark dämpft. Bereinigt um Struktureffekte steigen die Niedrigeinkommen dem Bericht zufolge (Seiten 60f.) sogar schneller als der Durchschnitt.  Das entspricht der Lohnpolitik der Sozialpartner, die niedrige Löhne oft stärker abheben und in vielen Branchen den Mindestlohn von 1.500 Euro umsetzen.  

Besonders stark wirkt der steigende Teilzeitanteil der Frauen. Getrennt betrachtet steigen die Vollzeiteinkommen der Frauen schneller als die Vollzeiteinkommen der Männer, dasselbe gilt für die Teilzeiteinkommen der Frauen (Seite 49). Nach Eurostat ist Teilzeit in Österreich zu 87,6 Prozent so gewollt, im EU-Schnitt nur zu 73,6 Prozent. 

Fazit: Die Kaufkraft der Österreicher steigt. Das liegt auch an der Lohnpolitik der Sozialpartner.



Österreicher am zufriedensten mit Arbeitsbedingungen

Mag. Maximilian Ihra

Dr. Rolf Gleißner

Die kürzlich auf europäischer Ebene veröffentlichte Eurofound-Studie „Working conditions - Employment status and job quality“ analysiert den Zusammenhang zwischen Beschäftigungsstatus und Arbeitsqualität. Beim Vergleich der Arbeitsbedingungen schneidet Österreich sehr gut ab.  

Bei der Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen liegt Österreich mit einem Wert von 92,8% am der Spitze der EU vor den Niederlanden. Schlusslicht ist Griechenland. Der EU-Durchschnitt liegt bei 85,7%. Überschneidungen zwischen Beruf- und Privatleben empfinden lediglich 18,3% der Österreicher, der EU-Schnitt ist 21,4%. 

Das bestätigen auch die AK-eigenen Quellen. So weist der Index für Arbeitszufriedenheit der AK Oberösterreich 2018 den höchsten Wert seit Beginn der Messungen im Jahr 1997 auf. Nach derselben Quelle ist der physische und psychische Stress der Österreicher auf dem niedrigsten Stand seit Beginn der Messungen vor 20 Jahren.  

AK Oberösterreich: Immer weniger Stress 

Auch mit ihrer Arbeitszeit sind die Österreicher zufrieden: Das bestätigt eine market-Umfrage vom Oktober 2018: 68% der Befragten geben an, dass ihre Arbeitszeitwünsche meist oder fast immer berücksichtigt werden, 18% sagen „teil, teils“. Darüber hinaus äußern sich in derselben Umfrage über 80% der Österreicher mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. Nach der Studie „Wie geht´s Österreich?“ der Statistik Austria sind immerhin drei Viertel der Arbeitnehmer mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. 

Nach der Eurofound-Studie gaben 67,4% der Österreicher an, motiviert zu arbeiten, 69,2% bezeichnen sich als engagiert. Im EU-Schnitt beträgt die Arbeitsmotivation 63,3% sowie das Engagement 68%. Gemeinsam mit den Niederlanden und Spanien ist Österreich im europäischen Vergleich auch Spitzenreiter betreffend mentales Wohlbefinden am Arbeitsplatz. 68,9% der Europäer und 72,5% der Österreicher fühlen sich demnach mental an ihrem Arbeitsplatz wohl.  

Positiv auch das Gefühl der Absicherung: Lediglich 31,2% der österreichischen Bevölkerung im Vergleich zu 37,5% der europäischen Gesamtbevölkerung empfinden finanzielle Unsicherheit im Zusammenhang mit ihrer Beschäftigung. 

Link zur Studie „Employment status and job quality“:

https://www.eurofound.europa.eu/sites/default/files/wpef18005en.pdf 

Arbeitsklimaindex der AK Oberösterreich

http://db.arbeitsklima.at/



The times they are changing: Digitalisierte Gesundheit

Mag. Maria Cristina Moshammer

„Digitalisierte Gesundheit“ war am 8. Jänner das Generalthema bei der Präsentation des „Gesundheitsjahrbuch 2018“. Die Menschen nehmen das Thema Gesundheit immer mehr selbst in die Hand. Und die technischen Entwicklungen machen das in einer Weise möglich wie noch nie zuvor. Zahlreiche Herausforderungen sowie unterschiedliche Lösungsansätze wurden bei dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung in der WKÖ Sky Lounge diskutiert. Eingeladen hat die Plattform Gesundheitswirtschaft, eine Initiative der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKÖ, und das Pharmaunternehmen Sanofi.

Auswirkungen der technologischen Entwicklung auf die Gesundheitsversorgung

Im Rahmen von vier Themeninterviews und zwei Podiumsdiskussionen diskutierten führende Gesundheitsexpertinnen und -experten aus klinischer Praxis, Patientenvertretung, Gesundheitspolitik und Sozialversicherungswesen zukunftsweisende Themen und präsentierten aktuelle Entwicklungen im österreichischen Gesundheitssystem.  

Thema Arzneimittelinnovation

Nicht nur die Krebs-, auch die Diabetestherapie ist mittlerweile personalisiert. Es gibt nicht nur Typ 1 und Typ 2, es gibt viele Subtypen, und es kann durch die neuen Medikamente immer spezifischer behandelt werden. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen für Arzneimittelforschung in Österreich verbessert werden. In den vergangenen zehn Jahren hat sich international die Zahl der jährlichen klinischen Prüfungen von Wirkstoffen verdoppelt, in Österreich im selben Zeitraum um ein Drittel verringert.

Thema Gesundheitsversorgung

In Zukunft werden nicht mehr die Patienten ins Krankenhaus kommen, sondern nur ihre Daten. D Patient wird über Sensoren einen Kontakt zum Spital haben. Auch der Zugang zur Medizin wird individueller sein - man wird sich Termine von zu Hause aus ausmachen. Krankenhäuser und Apotheken werden sich noch viel mehr spezialisieren. Auch das Fördern der Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten ist ein wichtiger Zukunftsbereich, ebenso wie Medikamenten-Checks zur Warnung vor unerwünschten Wechselwirkungen.

Thema Patientenmitbestimmung

Eine  gute Ausgangslage gibt es derzeit für die Themen Patientenrechte und Patientenorientierung. So gibt es jetzt eine „Österreichische Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe“ (ÖKUSS, www.oekuss.at), über die Mittel zielgerichtet zur Förderung von Selbsthilfeorganisationen verwendet werden. Als Vertretung der gemeinsamen Interessen der Selbsthilfegruppen wurde der Bundesverband Selbsthilfe Österreich (www.bundesverband-selbsthilfe.at) eingerichtet. Betroffene sind in Österreich auch mit eigenen Geschäftsideen erfolgreich: as Webportal www.hautinfo.at ist eine seriöse Anlaufstelle und in Österreich heute die größte digitale Plattform für Hautfragen.

Thema Wirtschaftsfaktor Gesundheit

Pharmaunternehmen beschäftigen sich immer stärker mit umfassenden Gesundheitslösungen. Trotz vieler Medikamente erreichen rund 50 Prozent der Patienten ihre Therapieziele noch immer nicht. Neue Technologien sind hier eine Chance: o könnte in zehn bis 15 Jahren Ärzte anhand des genetischen Profils und der Daten über Ess- und Bewegungsverhalten schon erkennen, welche zusätzlichen Gesundheitsrisiken bestehen. Darüber hinaus ist Gesundheit ein enormer Wachstums-, Innovations- und Beschäftigungsfaktor. 600.000 Menschen arbeiten in Österreich im „Kernbereich Gesundheit“, zusätzliche 290.000 im erweiterten Bereich: Fast jeder fünfte Arbeitsplatz in Österreich ist im Umfeld der Gesundheit zu Hause. Neue Medikamente und Therapien können helfen, gesundheitlich beeinträchtigte Menschen, die heute noch außerhalb des Arbeitsmarktes stehen, hereinzuholen.

Weitere Infos zu Gesundheit, zur Veranstaltung sowie Bestellung des Jahrbuchs

  • Auf unserer Website www.wirmachengesundheit.at finden Sie Lesenswertes zum Thema Gesundheit.
  • HIER finden Sie Downloads, Links sowie Fotos & Videos zur 10. Jubiläumspräsentation des Jahrbuchs 2018 in der WKÖ Sky Lounge am 8.1.2019.

Exemplare des Jahrbuchs können gerne kostenlos bei sabine.mihaljevic@wko.at bestellt werden.



IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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