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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 17.12.2018

Inhaltsübersicht:

  • Gesetzliche Änderungen ab 1.1.2019
  • Fehlzeitenreport 2018: Zahl der Krankenstände stabil, Arbeitsunfälle auf Allzeittief
  • La dolce vita: So (un)gesund ist Österreich
  • Rot-Weiß-Rot-Karte: Bald auch regionaler Bedarf abgedeckt
  • Sozialausgaben: Nur Luxemburg gibt mehr aus als Österreich


Liebe Leserinnen, liebe Leser, 

noch am 13.12. hat der Nationalrat die Sozialversicherungsreform sowie die Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte beschlossen. Die Wirtschaft hat hier wichtige Weichenstellungen erreicht: schlankere Strukturen durch Zusammenlegung von 21 auf 5 Sozialversicherungsträger, die Parität in den Gremien – Arbeitgeber sind entsprechend ihrem Anteil an der Finanzierung nun gleich stark vertreten wie Arbeitnehmer -, eine Lohnnebenkostensenkung und erstmals die Berücksichtigung des regionalen Bedarfs an Fachkräften.

Das sind nach der Flexibilisierung der Arbeitszeit wichtige Impulse, vor allem wenn die Konjunktur sich abschwächt.

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir ruhige, besinnliche Tage rund um das Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein gesundes, glückliches Jahr 2019.

Martin Gleitsmann und Rolf Gleißner 
sowie das gesamte Team Sozialpolitik und Gesundheit


Gesetzliche Änderungen ab 1.1.2019

Mit Jahreswechsel ergeben sich wieder einige arbeits- und sozialrechtliche Änderungen. Noch am 13.12. hat der Nationalrat etwa die Sozialversicherungsreform und Änderungen zur Rot-Weiß-Rot-Karte beschlossen.

Übersicht der sozialpolitischen Änderungen ab 2019


Fehlzeitenreport 2018: Zahl der Krankenstände stabil, Arbeitsunfälle auf Allzeittief

Mag. Martin Kircher

Alljährlich erstellt das WIFO im Auftrag des Hauptverbandes, der Arbeiterkammer und der Wirtschaftskammer Österreich den Fehlzeitenreport. Mit durchschnittlich 12,5 Kalendertagen blieben die Krankenstände 2017 in Österreich stabil. 

Im langfristigen Vergleich ist das Krankenstandsniveau niedrig. Der Höchstwert wurde mit 17,4 Krankenstandstagen pro Kopf im Jahr 1980 erreicht, in den 1990 und 2000er Jahren waren die Beschäftigten durchschnittlich 15,2 Tage und 14,4 Tage krankgeschrieben. 

Erfreulich ist der neuerliche Rückgang bei Arbeitsunfällen: Die Unfallquote (Unfälle in Prozent der Beschäftigtenzahl) ist mit 3,2% auf einem Tiefstwert und hat sich seit 1974 (7,6%) mehr als halbiert. Das ist abgesehen vom Wandel in der Arbeitswelt auch eine Folge des Engagements der Betriebe und der Allgemein Unfallversicherungsanstalt im Arbeitnehmerschutz und in der Prävention.

Dafür nehmen die Kurzzeitkrankenstände zu. Sie stiegen seit 1990 stetig an und erreichten 2017 ein Höchstniveau.

Kurzkrankenstände auf Höchstniveau
© Wifo Quelle: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, WIFO-Berechnungen

Absentismus und Präsentismus

Das heurige Schwerpunktthema des FZR lautet „Präsentismus und Absentismus“. Den verfügbaren Daten zufolge ist die Hälfte der österreichischen Beschäftigten im Jahresverlauf mindestens einmal trotz Krankheitssymptomen am Arbeitsplatz (= Präsentismus).

Absentismus, also das Vortäuschen eines Krankenstandes, belastet naturgemäß besonders die Unternehmen, betrifft aber einen kleineren Personenkreis und ist deutlich schlechter erforscht. Nach groben Schätzungen beanspruchen 7 bis 13% der Beschäftigten zumindest einmal pro Jahr ungerechtfertigt einen Krankenstand. Erhöhte Krankenstände sind während der Kündigungsfrist zu verzeichnen, nicht allerdings an Fenstertagen.

Beide Phänomene schaden den Betroffenen, der Wirtschaft und/oder dem Sozialstaat. Weder sollten Menschen krank in die Arbeit gehen, noch das Sozialnetz zu Lasten der Unternehmen oder der Versichertengemeinschaft missbrauchen.

Als Maßnahmen gegen Absentismus führt der Bericht die Förderung von Arbeitszufriedenheit, die Vermeidung von Gratifikationskrisen (also wenn der eigene Einsatz nicht honoriert wird), Rückkehrgespräche, Kontrollen an. Auch die Ärzte und ihre Krankschreibepraxis haben Einfluss. 

2017 wurde auf Initiative der WKÖ die Wiedereingliederungsteilzeit eingeführt. Mit ihrer Hilfe sollen Menschen nach längeren Krankenständen schrittweise in den Job zurückkehren. Dieses neue Modell ist sehr erfolgreich, es sollte daher auch ein Modell für kürzere Krankenstände geben.

Fehlzeitenreport 2018 unter https://news.wko.at/news/oesterreich/FZR-Fehlzeitenreport-2018.pdf



La dolce vita: So (un)gesund ist Österreich

Mag. Maria Cristina Moshammer

Ende November hat die OECD ihren neuen "Health at a Glance 2018"-Bericht zur Situation im Gesundheitswesen für die europäischen Länder veröffentlicht. Leider ist Ö auch Spitzenreiter beim Alkoholmissbrauch, Rauchen und schlechter Ernährung .

Die Österreicher leben im EU-Vergleich ungesund 

Bei den Erwachsenen liegt Ö mit 25 Prozent regelmäßigen Rauchern deutlich über dem EU-Schnitt (20 Prozent). Damit ist Ö Spitzenreiter unter den west- und mitteleuropäischen Staaten. Frauen rauchen zwar immer noch deutlich weniger als Männer, in Ö ist jedoch die Lücke zwischen Männern und Frauen eine der geringsten – 26 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen greifen zur Zigarette. 28 Prozent der 15- bis 16-jährigen Österreicher rauchen.  

Auch in Sachen Alkoholkonsum ist Ö nach wie vor eines der Spitzenländer europaweit, 11,4 Liter Alkohol konsumieren die Österreicher im Durchschnitt pro Jahr. Das ist Platz 5 in der EU, in der im Schnitt 9,8 Liter konsumiert werden. 

Im EU-Schnitt sind 12 Prozent der Sieben- bis Achtjährige übergewichtig, in Ö sind es nur 9 Prozent. Wesentlich schlechter die Situation bei den Erwachsenen: Im EU-Schnitt fühlen sich 16 Prozent der Bevölkerung als zu dick bzw. fettsuchtgefährdet, in Ö sind es 14 Prozent. Generell lässt sich sagen, dass, je ärmer und ungebildeter die Menschen sind, desto übergewichtiger sind sie auch. Menschen mit niedrigem Bildungshorizont fühlen sich demnach zu 20 Prozent europaweit als übergewichtig (Ö: 21 Prozent, Deutschland 22 Prozent). 

Die Folge: Relativ geringe gesunde Lebenserwartung bei hohen Gesundheitsausgaben 

Folge des ungesunden Lebenswandels: Die gesunde Lebenserwartung von 57,2 Jahren bei Frauen bzw. 57,1 Jahren bei Männern ist in Ö deutlich unter dem EU-Schnitt von 64,4 (Frauen) bzw. 63,3 Jahre (Männer). 

Gleichzeitig liegt Ö mit Gesundheitsausgaben von 3.945 Euro pro Kopf und Jahr an vierter Stelle in der EU, in der im Schnitt nur 2.773 Euro ausgegeben werden. Auch bei den Gesundheitsausgaben im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt liegt Ö mit 10,9 Prozent im Spitzenfeld auf Platz 4. EU-Schnitt sind hier 9,6 Prozent. 

Angesichts des hohen Inputs (Kosten Gesundheitssystem) ist der Output (gesunde Lebensjahre) unbefriedigend. Um diese Kluft zu schließen, ist bei den Schwächen anzusetzen, die die OECD-Studie einmal mehr offenlegt: Beim Gesundheitsverhalten der Menschen und bei der Prävention. Das erfordert auch mutige Reformschritte im gesamten Gesundheitssystem.

Link zur OECD-Studie

http://www.oecd.org/health/health-at-a-glance-europe-23056088.htm



Rot-Weiß-Rot-Karte: Bald auch regionaler Bedarf abgedeckt  

Mag. Simone Schaller  

Die Bundesregierung hat – auf intensives Betreiben der WKÖ – sich auf einige grundlegende Verbesserungen der Rot-Weiß-Rot–Karte geeinigt. Die gesetzlichen Änderungen für die Regionalisierung der Mangelberufsliste sind am 13.12. im Nationalrat beschlossen worden.   

Regionalisierung der Mangelberufsliste – vom NR beschlossen  

Zusätzlich zur bereits bestehenden bundesweiten Mangelberufsliste wird es nun auch für sieben Bundesländer regionalisierte Mangelberufe geben. Damit trägt man etwa dem Ost-West-Gefälle am Arbeitsmarkt Rechnung. Sowohl für die bundesweiten als auch die regionalen Mangelberufe ist ein Stellenandrang von bis zu 1,5 (= Anzahl der Arbeitslosen je offene Stelle) bzw. 1,8 bei Vorliegen von weiteren Mangelindikatoren gesetzlich normiert. Die bundesweite Liste für das Jahr 2019 wird von 27 Berufen auf 45 Berufe inkl. Gaststättenköche erweitert. 

Die Anzahl der Berufe auf der Mangelberufsliste des jeweiligen Bundeslandes variiert je nach Bedarf. Insgesamt werden maximal 300 Fachkräfte in regionalen Mangelberufen 2019 zugelassen. Dies wird wohl nicht ausreichen, denn bereits 75% der heimischen Betriebe leiden an starkem Fachkräftemangel. Sowohl Bundesliste als auch die regionalisierten Mangelberufslisten (Fachkräfteverordnung 2019) sollen ab 1.1.2019 in Kraft treten.  

Reform Rot-Weiß-Rot-Karte – in Verhandlung  

Um die Rot-Weiß-Rot–Karte zu verbessern, hat die Regierung einerseits die Reduktion der Gehaltsschwellen für sonstige Schlüsselkräfte in Aussicht gestellt, andererseits soll auch der Nachweis eines Mietvertrages in Österreich im Antragsverfahren für eine Rot-Weiß-Rot–Karte entfallen. Weiters ist geplant, die oft langwierigen Verfahren zu optimieren und möglichst viele Verfahrensschritte zu digitalisieren. 

Die vorgesehenen bzw. bereits beschlossenen Neuerungen helfen den Betrieben. Für eine nachhaltige Wirkung und Attraktivierung des Arbeitsstandorts Ö sollte die im Regierungsprogramm vorgesehene Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung rasch in Angriff genommen werden.



Sozialausgaben: Nur Luxemburg gibt mehr aus als Österreich

2016 gab Österreich pro Kopf 11.100 Euro für Sozialschutz aus, konkret für die Bereiche Familie, Arbeitslosigkeit, Krankheit, Pension, Wohnen & soziale Ausgrenzung. Damit lag Ö an zweiter Stelle und wurde nur von Luxemburg (14.300 Euro) übertroffen. Jeder zweite „Sozialeuro“ wird dabei in Ö für Pensionen aufgewendet. Die neuen EU-Staaten geben durchwegs weniger als 5.000 Euro für Soziales aus (jeweils zu Kaufkraftstandards). 

Was den relativen Anteil betrifft, gab Ö 2016 30,3% seines Bruttosozialprodukts für den Sozialschutz aus, Spitzenreiter ist hier Frankreich (34,3%) vor Finnland, Dänemark und Ö. Im EU-Schnitt sind es 28,2%. Die neuen EU-Staaten liegen fast alle unter 20%. 

Details und Grafiken unter

https://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/9443906/3-12122018-BP-DE.pdf/ccc4da18-2b11-4eb3-8b96-652fa43a5702




IMPRESSUM:
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Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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