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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 26.11.2018

Inhaltsübersicht:

  • Fachkräfteradar macht Fachkräftebedarf transparent
  • Pensionen: Schlusslicht Österreich
  • Wie geht’s Österreich? - Österreicher mit Arbeitszeit und Beschäftigung zufrieden 
  • Faktische Arbeitszeitverkürzung dämpft die Einkommensentwicklung
  • Die Zukunft der Sozialpartnerschaft 
  • China überholt alle – und Europa schaut zu
  • 17. Auflage von „Arbeitsrecht für Arbeitgeber“ von Dr. Thomas Rauch


Fachkräfteradar macht Fachkräftebedarf transparent

Mag. Simone Schaller

Das Fachkräfteradar ist die erste umfassende und regelmäßig durchgeführte wissenschaftliche Analyse des Fachkräftebedarfs in Österreichs Betrieben. Es wird vom ibw (Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft) im Auftrag der Wirtschaftskammer durchgeführt, umfasst umfangreiche Datenanalysen sowie eine Befragung von rund n=4.500 Betrieben.  

Stellenandrang je Bezirk und Beruf sichtbar 

Der Fachkräfteradar stellt anschaulich den Stellenandrang anhand einer Österreich-Karte mit Bundesländern und Bezirken dar (siehe https://wko.at/statistik/fachkraefte/themen/stellenandrang.html). Für jedes Bundesland bzw. jeden Bezirk (sofern ausreichend Daten vorliegen) werden arbeitslos gemeldete Personen in einem bestimmten Beruf und beim AMS gemeldete offene Stellen im selben Beruf gegenübergestellt.

WKÖ Fachkäfte Radar
© WKÖ Statistik

Quelle: AMDB des AMS und BMASGK

Dabei kann der Stellenandrang auf zwei Arten gemessen und dargestellt werden, nach der Bestands- und nach der Zugangslogik: Nach der gängigen Berechnungsweise der Bestandslogik werden die Bestände an Arbeitssuchenden und offenen Stellen jeweils zu Monatsende herangezogen (= Stichtagsbetrachtung) und davon ein Jahresschnitt gezogen. Für den Beruf „Elektroinstallateur“ liegt der Stellenandrang so österreichweit bei 1,03 (= 1,03 Arbeitslose pro offener Stelle). 

Die Berechnung nach der Zugangslogik beschreibt die Arbeitsmarktsituation über das gesamte Jahr gesehen (= Zeitraumbetrachtung). Allen innerhalb eines Jahres neu gemeldeten offenen Stellen werden alle in diesem Jahr neu vorgemerkten Arbeitslosen gegenübergestellt. Die Zugangsdaten beschreiben die Dynamik des Arbeitsmarktes besser, weil alle Neuzugänge eines Jahres erfasst werden und weil der „Altbestand“ an offenen Stellen und vorgemerkten Arbeitslosen nicht (mehr) erfasst wird. Nach der Zugangslogik ist der Fachkräftemangel noch eklatanter – der Stellenandrang im Beruf „Elektroinstallateur“ ist dann z.B. nur 0,45.  

75 Prozent der Betriebe spüren den Fachkräftemangel stark 

Der zweite Teil des Fachkräfteradars ist eine Unternehmensbefragung: Dabei gaben 75 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie den Fachkräftemangel bereits stark spüren. Besonders intensiv wird der Mangel an Fachkräften in mittelgroßen Betrieben, im Tourismus (vor allem Köche), im handwerklich-technischen Bereich sowie in West-Österreich erlebt. 

Bereits 59% der aktuell offenen Stellen sind länger als 6 Monate unbesetzt. Im letzten Jahr sind Zahl und Qualität der Bewerbungen deutlich gesunken, die Dauer und der Aufwand für die Personalsuche sind hingegen deutlich gestiegen.  

Besonders nachgefragt werden Lehrabschlüsse – 60 Prozent der Betriebe hatten im letzten Jahr häufig Schwierigkeiten bei der Suche nach Mitarbeitern mit Lehrabschlüssen, hingegen nur 9 Prozent bei Fachhochschulabschlüssen bzw. 6 Prozent bei Universitätsabschlüssen. Rund die Hälfte der Betriebe würde mehr Lehrlinge ausbilden, wenn sie dafür ausreichend geeignete und interessierte Jugendliche finden würde.  

Mehr als 70 Prozent der Befragten melden, dass sich der Fachkräftemangel durch zusätzliche Arbeitsbelastungen für Firmenchefs, deren Familienangehörige sowie Mitarbeiter auswirkt. In rund 60 Prozent der Betriebe hat der Fachkräftemangel zudem auch zu Umsatzeinbußen geführt. Die Hälfte der Betriebe melden, dass als Folge des Fachkräftemangels die Möglichkeiten zur Innovation bzw. Entwicklung neuer Produkte eingeschränkt sind. 

Demografie verschärft den Fachkräftemangel

Demografie verschärft den Fachkräftemangel
© WKÖ Statistik

Quelle: ibw, Statistik Austria

Unabhängig von der Konjunktur wird sich der Fachkräftemangel in Zukunft noch verschärfen: Das veranschaulicht eine Prognose der Statistik Austria zur Demografie: Schon ab dem Jahr 2019 wird die Zahl der 20-60-Jährigen in Österreich kontinuierlich sinken. Gleichzeitig stagniert das Pensionsantrittsalter, siehe unten. 

Die Webseite wko.at/fachkraefte enthält alle Informationen und Serviceangebote der WKO.



Pensionen: Schlusslicht Österreich

Dr. Rolf Gleißner  

Eine Studie des internationalen Beratungsunternehmens Mercer attestiert dem heimischen Pensionssystem geringe Nachhaltigkeit. Unter 34 weltweit ausgewerteten Staaten kommt Österreich in diesem Ranking nur auf den vorletzten Platz. Nur Italiens Pensionssystem wird eine noch geringere Nachhaltigkeit bescheinigt. 

Anhand weniger objektiver Parameter lässt sich das Studienergebnis leicht bestätigen: Die meisten EU-Länder sehen für Männer und Frauen dasselbe gesetzliche Pensionsalter vor. Einzelne Länder, insbesondere die neuen EU-Staaten, befinden sich im Prozess der Angleichung. Nur in zwei Ländern ist noch nichts geschehen: In Österreich und Polen, die damit gleichzeitig auch Schlusslichter beim gesetzlichen Frauenpensionsalter sind.

Gesetzliches Frauenpensionsalter 2018
© WKÖ

Quelle: https://www.etk.fi/en/the-pension-system/international-comparison/retirement-ages/

Faktisches Pensionsantrittsalter stagniert 

In den letzten Jahren wurde immer wieder verkündet, dass das faktische Pensionsalter infolge von Reformen wie „Reha vor Pension“ gestiegen sei. Inzwischen zeigt sich, dass der bisherige Effekt von „Reha vor Pension“ im Wesentlichen statistisch war. Menschen mit Gesundheitsbeeinträchtigung erhielten bis 2013 eine befristete Invaliditätspension und zählten daher als Pensionisten. Seit 2014 erhalten sie stattdessen aus dem Pensionsbudget Rehageld und zählen nicht mehr als Pensionisten. Die Folge: Statistisch stieg das faktische Pensionsantrittsalter im Jahr 2014 sprunghaft an, seit 2015 stagniert es wieder. 

Rechnet man die Bezieher von Rehageld (siehe dicke Linien im Diagramm) ein, ergibt sich seit 2013 ein moderater Anstieg des Pensionsantrittsalters, der in etwa dem Anstieg der Restlebenserwartung im selben Zeitraum entspricht. Im Ergebnis also kein Fortschritt trotz „Reformen“.

Pensionsantrittsalter
© WKÖ RG-B = Rehageldbezieher

Mercer Global Pension Index 2018 unter https://info.mercer.com/rs/521-DEV-513/images/Mercer%20-%20MMGPI%20Report%202018.pdf



Wie geht’s Österreich? - Österreicher mit Arbeitszeit und Beschäftigung zufrieden

Mag. Maria Kaun

In der kürzlich erschienenen Studie „Wie geht´s Österreich“ wertet die Statistik Austria Fragen zur Zufriedenheit mit Leben, Arbeitszeit und Arbeitsorganisation aus. 

Eine zentrale Aussage lautet: Erwerbstätigkeit ist nicht nur für den materiellen Lebensstandard, sondern auch für die Lebensqualität wesentlich. Arbeit bietet neben dem Einkommen die Möglichkeit, sich zu entwickeln, Fähigkeiten zu erwerben und sich als nützlich in der Gesellschaft zu erleben. 

Ein Großteil der Erwerbstätigen, nämlich 72%, ist mit ihrer Arbeitszeitsituation zufrieden. 9,6% würden gern länger arbeiten, 19,5% kürzer. Lange Arbeitszeiten per se beeinflussen das Wohlbefinden nicht, wenn sie mit dem persönlichen Arbeitszeitwunsch übereinstimmen. 

Nach einer Umfrage von Market-Institut vom Oktober 2018 sind sogar 82% der Arbeitnehmer mit dem Ausmaß und 87% mit der Lage ihrer Arbeitszeit zufrieden. Bei Teilzeitbeschäftigten sind die Werte noch höher. 68% der Arbeitnehmer melden, dass ihre Arbeitszeitwünsche fast immer oder meist berücksichtigt werden, weitere 18% antworten hier „teils, teils“. Was die Auswirkung des neuen Arbeitszeitgesetzes betrifft: Die Arbeitszeit hat sich dadurch bisher nur bei 4% der Befragten geändert und nur bei 2,2% der Befragten verlängert. 

Erwerbstätige unabhängig vom Lohn zufriedener als Arbeitslose  

Die Statistik Austria hat auch untersucht, wie sich der Erwerbsstatus auf die Lebensqualität auswirkt. Die „gesamte Lebenszufriedenheit“ hatte für die Gesamtbevölkerung auf einer 10-stufigen Skala im Jahr 2017 einen Wert von 7,9 (so hoch wie in den beiden Vorjahren). Österreicher sind damit zufriedener als der EU-Schnitt (7,1). Die allgemeine Lebenszufriedenheit ist hierzulande am höchsten (Wert 8,2) bei Personen in Vollzeit, in Teilzeit und bei Personen mit einer Arbeitszeit unter 12 Stunden die Woche. Am niedrigsten ist sie bei Personen mit längerer Arbeitslosigkeit (Wert 6,4). Niedriglohnbezieher sind mit einem Wert von 7,8 fast so zufrieden wie die Gesamtbevölkerung und deutlich zufriedener als Arbeitslose. 

Abgefragt wurde auch die Zufriedenheit mit der derzeitigen Hauptbeschäftigung. Diese ist bei Personen in Vollzeit, in Teilzeit und in Ausbildung in etwa gleich hoch (8,0). Niedriglohnbezieher liegen nur geringfügig darunter (7,9). Arbeitslose geben hier nur einen Wert von 2,6 bis 2,8 auf der 10-stufigen Skala an. Dasselbe Ergebnis zeigt sich bei der Frage nach der Lebensqualität. Offenbar ist die Erwerbstätigkeit an sich für Zufriedenheit und die damit einhergehende Zugehörigkeit zu einer Gruppe Lebensqualität viel wichtiger als die Lohnhöhe.  

Link zur Studie „Wie geht´s Österreich“ der Statistik Austria: http://www.statistik.at/web_de/presse/119562.html



Faktische Arbeitszeitverkürzung dämpft die Einkommensentwicklung

Dr. Rolf Gleißner 

Kürzlich wurde eine Statistik veröffentlicht, wonach die Bruttoverdienste in Österreich zwischen 2010 und 2017 real (also nach Abzug der Inflationsrate) stagniert haben. In der EU stiegen sie demgegenüber um 0,6 Prozent pro Jahr. Das verwundert insofern, als alle Lohnabschlüsse in diesem Zeitraum über der Inflationsrate lagen, also die Kaufkraft gesteigert haben. 

Eine Statistik von Eurostat löst den Widerspruch auf: Die Arbeitszeit, auf die sich die Einkommen beziehen, ist demnach zwischen 2010 und 2017 im Schnitt von 36,7 auf 35,5 Stunden gesunken, das ist mit Kroatien der stärkste Rückgang in der EU. Demnach arbeiten die Österreicher seit 2004 Jahr für Jahr im Schnitt um eine Viertelstunde pro Woche kürzer. Das liegt daran, dass einerseits der Anteil der Teilzeitbeschäftigten stetig zunimmt und dass andererseits die Zahl der Überstunden rückläufig ist. Auch die Zuwanderung tendenziell in Niedriglohnbranchen dürfte die Entwicklung dämpfen. 

Berücksichtigt man diese Arbeitszeitverkürzung, etwa indem man Stundenlöhne betrachtet, liegt Österreich beim Lohnzuwachs im EU-Schnitt oder sogar darüber. Das bestätigen auch WIFO und IHS. Dies obwohl die heimische Wirtschaft in der Zeit sogar knapp schwächer wuchs als die EU insgesamt.  

Beitrag im Standard

https://derstandard.at/2000091260125/Oesterreich-bei-Einkommensentwicklung-in-Europa-weit-hinten



Die Zukunft der Sozialpartnerschaft

Prof. Filzmaier analysiert in der Krone vom 18.11.2018 die Lage der Sozialpartnerschaft. Am selben Tag haben sich die Kollektivvertragspartner in der Metallindustrie geeinigt.

https://www.pressreader.com/austria/kronen-zeitung/20181118/282067687971809


China überholt alle – und Europa schaut zu

Prof. Heinsohn analysiert in der Neuen Zürcher Zeitung, dass sich bezüglich Kompetenz in der Welt eine große Kluft auftut – ostasiatische Länder sind demnach an der Spitze, Europa und Nordamerika Mittelmaß, der Rest der Welt weit abgeschlagen. Während aber die Bevölkerung in Ostasien und Europa stagniert, wächst sie im Rest der Welt rasant. 

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-schere-zwischen-kompetenten-und-inkompetenten-klafft-weltweit-immer-weiter-auseinander-china-stellt-die-digitale-avantgarde-und-westeuropa-zaudert-wie-verschieben-sich-gerade-die-gewichte-ld.1434525?mktcid=smsh&mktcval=E-mail



17. Auflage von „Arbeitsrecht für Arbeitgeber“ von Dr. Thomas Rauch

Das Fachbuch „Arbeitsrecht für Arbeitgeber“ ist nunmehr in der 17.Auflage erschienen (926 Seiten mit Mustern zum Download). Behandelt werden wie immer umfassend praxisrelevante Themen. In die 17. Auflage wurden u,a. alle Neuerungen zur Angleichung Arbeiter/Angestellte und zum Nichtraucherschutz in den Betriebe eingearbeitet, dazu neue Entscheidungen der Höchstgerichte.

Details und Bestellung unter

https://www.lindeverlag.at/buch/arbeitsrecht-fuer-arbeitgeber-18045



Fehlzeitenreport 2018 - Präsentation

Fehlzeitenreport 2018 Am 11. Dezember 2018 um 18:00 Uhr wird im Hauptverband der Fehlzeitenreport 2018 im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung der Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer und des Hauptverbandes präsentiert.

Der Fehlzeitenreport 2018 setzt sich im diesjährigen Schwerpunktkapitel mit dem Thema „Präsentismus und Absentismus“ auseinander.
Neben der Präsentation der Fehlzeiten wollen wir dieses Thema näher beleuchten und freuen uns über einen fachlichen Austausch im Rahmen der Podiumsdiskussion.
 
Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 5. Dezember 2018 an: fehlzeitenreport@sozialversicherung.at
 
Einladung und Programm


IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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