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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 15.3.2018

Inhaltsübersicht:

  • Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten auf gutem Weg
  • WKÖ-Europatag: Fachkräftemangel im Fokus
  • Gesundheitsausgaben steigen - 41,5% für stationäre Versorgung
  • Factsheets zur Digitalen Arbeitswelt, zu Teilzeit und zum Einkommen von Männern und Frauen
  • Die Aufklärung funktioniert
  • Studienpräsentation und Podiumsdiskussion: Zukunftschance Demografie


Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten auf gutem Weg

MMag. Margit Kreuzhuber
© WKÖ
MMag. Margit Kreuzhuber

Eine aktuelle Auswertung von Hauptverbands- und AMS-Daten (Jänner 2018) zur Beschäftigung von Afghanen und Syrern in Österreich zeigt: 26,5 % der syrischen und 50 % der afghanischen Staatsangehörigen befinden sich derzeit in Österreich in Beschäftigung

Arbeitsmarktsituation Syrische und Afghanische Staatsangehörige
© WKÖ

Afghanische Staatsangehörige weisen vermutlich deshalb eine höhere Beschäftigungsquote auf, da es auch schon vor der starken Migration ab Mitte 2015 eine bedeutende Zuwanderung von Afghanen nach Österreich gab und auch schon länger in Österreich aufhältige Personen in den Daten berücksichtigt sind. Hingegen kam der Großteil der Syrer erst ab 2015 nach Österreich. Das Arbeitskräftepotenzial von Afghanen in Österreich hat sich von Jänner 2015 bis Jänner 2018 verdoppelt (von 7.000 auf 14.000), während sich das Arbeitskräftepotenzial von Syrern in diesem Zeitraum mehr als versechsfacht hat (von 3.000 auf 19.000).  

Es ist davon auszugehen, dass Afghanen schlechter ausgebildet sind und daher eher niedrig qualifizierte Jobs annehmen, aber schneller Eingang in den Arbeitsmarkt finden. Bei Syrern ist der Aufwand der Vorbereitung auf und Integration in den Arbeitsmarkt offenbar größer. Es braucht hier häufig Sprachkurse bzw. Schulungen, um die mitgebrachten Qualifikationen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt einbringen zu können. Dem AMS zufolge bringen insbesondere Frauen häufig eine hohe Qualifikation, aber kaum Berufserfahrung mit.

Eine Auswertung nach Wirtschaftsklassen zeigt, dass der Großteil der Afghanen und Syrer in der Gastronomie und der Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften beschäftigt sind, gefolgt von Einzelhandel, Beherbergung und dem Sozialwesen. 

Laut OECD ist bisherigen Erfahrungen zufolge damit zu rechnen, dass die Beschäftigungsquote von anerkannten Flüchtlingen nach 10 Jahren bei 50 % liegt, bei umfassenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ist eine Beschäftigungsquote von 50 % bereits nach 5 Jahren möglich. Vor diesem Hintergrund sind die vorliegenden Daten zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen positiv zu bewerten. 

Umfrage unter Unternehmen zeigt Fortschritte 

Eine aktuelle Umfrage von Deloitte unter 186 überwiegend größeren Unternehmen zeigt, dass 31 % der befragten Unternehmen anerkannte Flüchtlinge beschäftigen. 91 % dieser Unternehmen planen bzw. ziehen in Erwägung, weitere Geflüchtete anzustellen. 50 % der Unternehmen, die Geflüchtete angestellt haben, sehen die sprachlichen Qualifikationen als (stark) verbesserungswürdig. Bei der Beschäftigung von Geflüchteten wünschen sich Unternehmen Bürokratieabbau (56 %), bessere Beratung und Begleitung von Unternehmen (50 %), eine Vereinfachung der gesetzlichen Regelungen (48 %), mehr Information und Aufklärung (36 %) sowie finanzielle Förderungen (24 %).  

Fazit: Die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Personen zeigt erste Fortschritte. Es schätzen auch immer mehr Unternehmen Geflüchtete als Fachkräftepotenzial, wobei jedoch Informationsbedarf besteht. Die WKÖ hat die Website www.fachkraeftepotenzial.at ins Leben gerufen, die umfassende Informationen für Unternehmen zum Thema Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen bietet. 

Umfrage von Deloitte:
https://www2.deloitte.com/at/de/seiten/press-release/deloitte-umfrage--beschaeftigung-anerkannter-fluechtlinge.html 



WKÖ-Europatag: Fachkräftemangel im Fokus

Fabian Schastok, MSc
© WKÖ

Fabian Schastok, MSc

Thema des diesjährigen WKÖ Europatags war der europäische Arbeitsmarkt. Die EU-Volkswirtschaften boomen derzeit, Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften. Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit in einigen Regionen der EU sehr hoch. Wie können Wirtschaft und Politik dieses Spannungsfeld auflösen?  

Die Experten waren sich einig, dass die Erhöhung der Mobilität ein wirksames Mittel ist, um den regionalen Mismatch aufzulösen. Dabei ist sowohl die innereuropäische Migration als auch die Migration aus Drittstaaten zu forcieren. 

Ohne Zuwanderung aus Drittstaaten würde die EU-Bevölkerung schon seit Jahren schrumpfen, weil die Geburtenraten in der EU schon lange deutlich unter dem Bestanderhaltungsniveau liegen. Ein Pensionsautomatismus, eine bessere Ausschöpfung der Erwerbsquote sowie eine proaktive, EU-weite Migrationspolitik, langfristig auch eine familienfreundliche Politik können die Effekte der demographischen Entwicklung abfedern.

Nettozuwanderung 2014-2016
© WKÖ

Hohe Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel sind kein Widerspruch. Gibt es nicht ausreichend Fachkräfte, so entfällt Wertschöpfung, sodass auch damit verbundene Jobs etwa für niedriger Qualifizierte wegfallen. Aus den neuen EU-Staaten lassen sich immer weniger Fachkräfte für Österreich gewinnen, weil diese mehrheitlich geringere Arbeitslosenquoten als Ö haben und selbst unter Fachkräftemangel leiden. Gleichzeitig wandern österreichische Fachkräfte aus. Daher braucht es klare Regeln, Transparenz und positive Signale, um eine qualifizierte Zuwanderung zu ermöglichen!

Arbeitslosenquote Jänner 2018, saisonbereinigt
© WKÖ

WK-Präsident Leitl mahnte, bei einer Debatte über Migration auch die Bevölkerung einzubinden. Nur so ließen sich Ereignisse wie der Brexit in Zukunft verhindern. Wichtig ist, die Vorteile von Migration in den Vordergrund zu stellen. Temporäre Migration ist aber ohnehin die häufigste Migrationsform: Die meisten Arbeitsmigranten kehren nach einiger Zeit wieder in ihre Heimat zurück.  

Um das Vorzeigemodell der dualen Ausbildung international zu etablieren und so mehr Fachkräfte auszubilden, steht die WKÖ seit 2011 in intensivem Kontakt mit der Wirtschaftskammer Serbien. So werden nicht nur die serbischen Institutionen, sondern auch die dortigen ö Betriebsniederlassungen bei der Ausbildung unterstützt.  

Um auch den österreichischen Arbeitsmarkt langfristig zukunftsfit zu machen, arbeitet die WKÖ intensiv an einer Gesamtstrategie zur Fachkräftesicherung. Diese besteht aus den fünf Säulen Qualifizierung, Sicherung und Aktivierung von Beschäftigung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, gezielte Zuwanderung sowie die Förderung und Erhaltung von Gesundheit. 

Mehr zum WKÖ Europatag 2018 erfahren Sie hier.



Gesundheitsausgaben steigen - 41,5% für stationäre Versorgung

Mag. Ulrike Klein
© WKÖ

Mag. Ulrike Klein

Laut aktuellen Daten der Statistik Austria betrugen die laufenden Gesundheitsausgaben im Jahr 2016 36,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem BIP-Anteil von 10,4%. Im Vergleich zu 2015 stieg dieser um 0,1%. Das entspricht einer Erhöhung zu laufenden Preisen um 1,245 Mrd Euro. 

Für stationäre Leistungen (inkl. tagesklinischer Fälle) in Krankenanstalten, Kur- und Pflegeheimen sowie Rehabilitationseinrichtungen wurden 2016 öffentliche und private Mittel in Höhe von 15,3 Mrd Euro ausgegeben – das ist der Löwenanteil von 41,5%. 9,3 Mrd, also ca. ein Viertel der laufenden Gesundheitsausgaben wurden für ambulante Leistungen verwendet. Weitere 16,9% der Ausgaben (6,2 Milliarden) entfielen auf pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter (u. a. Arzneimittel, Sehbehelfe, Hörhilfen oder orthopädische Hilfsmittel). Die restlichen Ausgaben verteilten sich auf die Bereiche häusliche Langzeitpflege (7,1%), Verwaltung (4,2%), Hilfsleistungen der Gesundheitsversorgung (3,0% – u. a. Laborleistungen, bildgebende Diagnoseverfahren, Krankentransport oder Rettungsdienste) und Prävention (2,2%). Diese 2,2% Prävention entsprechen 795 Millionen Euro.

Gesundheitsausgaben 2016
© WKÖ

Im OECD-Vergleich liegt Österreich mit einem Anteil der laufenden Gesundheitsausgaben am BIP von 10,4% auf dem 10. Platz von insgesamt 35 OECD-Mitgliedstaaten. Die EU-Staaten in der OECD geben im Schnitt 8,8% aus. 

Fazit

Die Gesundheitsreform hat nichts daran geändert, dass die teure stationäre Versorgung den größten Anteil der Ausgaben ausmacht. Die neuesten Zahlen zeigen einmal mehr, dass die langjährige Absicht, die Versorgung weg vom stationären hin zum ambulanten Bereich zu verlagern, bisher nicht umgesetzt wurde. Immerhin sieht das Regierungsprogramm die Entlastung der Spitalsambulanzen als Ziel vor.  

Enttäuschend ist aber nicht nur der immer noch so große Anteil der stationären Versorgung, sondern auch der geringe Anteil der Prävention. Mit 795 Mio Euro wurden für 2016 für Prävention weit weniger ausgegeben, als der Anstieg der Gesundheitsausgaben zwischen 2015 und 2016 ausmachte! Positiv in diesem Zusammenhang ist, dass das Regierungsprogramm die Ausdehnung des Mutter-Kind-Passes auf unter 18-Jährige vorsieht. Dasselbe gilt für die Verbindung der Vorsorgeuntersuchung mit Anreizen. Nun brauchen wir eine rasche Umsetzung.  

Weiterführende Informationen: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/gesundheitsausgaben/index.html



Factsheets zur Digitalen Arbeitswelt, zu Teilzeit und zum Einkommen von Männern und Frauen 

Da zu diesen Themen viele falsche Mythen verbreitet werden, stellen wir Fakten, Zahlen und Argumente auf jeweils vier Seiten dar.

Siehe: https://news.wko.at/news/oesterreich/Sozialpolitische-Positionen-und-Argumente.html



Die Aufklärung funktioniert

Klimaerwärmung, mächtige Technologiekonzerne, wachsendes Wohlstandsgefälle innerhalb des Westens: Der Lauf der Welt bereitet vielen Menschen Sorge. Dabei wird die Welt immer besser, stellt die Neue Zürcher Zeitung fest. 

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-aufklaerung-funktioniert-ld.1358560


Studienpräsentation und Podiumsdiskussion: Zukunftschance Demografie 

Im Gegensatz zu den Problemen, die die Alterung der Gesellschaft mit sich bringt, werden die Chancen, die sich daraus ergeben, kaum diskutiert. Mit dem Alter der Menschen steigt jedoch auch die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen. Die höhere Lebenserwartung beeinflusst die Konsumgewohnheiten der alternden Bevölkerung. Damit eröffnen sich vielfältige Chancen für Wachstum und Beschäftigung.

Das Institut für Höhere Studien hat im Auftrag der WKÖ in einer Studie folgende Fragen untersucht: Welche Länder gehen das Thema Demografie bereits proaktiv an und wie? Welche Möglichkeiten tun sich für Wirtschaft und Gesellschaft auf? Was ist bei diesem Themenkomplex zu bedenken? 

Auf Basis von priorisierten Wirtschaftsbereichen werden 

am 16. März 2018 um 9 Uhr in der Wirtschaftskammer Österreich 

die Ergebnisse präsentiert und vor dem Hintergrund aktueller Daten diskutiert. Die Einladung mit allen Informationen finden Sie hier: https://www.wko.at/site/Plattform-Gesundheitswirtschaft/Einladung-Zukunftschance-Demografie16.3.2018.pdf 




IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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