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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 16.2.2018

Inhaltsübersicht:

  • Beschäftigung wächst kräftig bis 2023
  • Migration: Positiver Gesamteffekt auf Wirtschaft und Staatshaushalt
  • Österreicher bei Jahresarbeitszeit nur im EU-Mittelfeld
  • Jahresbericht 2017
  • Europatag am 26. 2. 2018: Arbeitsmarkt Europa - im Spannungsfeld zwischen Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel
  • 10. Gesundheitswirtschaftskongress am 14. März 2018


Beschäftigung wächst kräftig bis 2023

Mag. Maria Kaun
© WKÖ

Mag. Maria Kaun

Nach sieben „mageren“ Jahren kommen jetzt offenbar die sieben „fetten“ Jahre: Zwischen 2016 und 2023 wird die unselbständige Beschäftigung in Österreich um 325.000 Dienstverhältnisse (DV) wachsen, so die WIFO Beschäftigungsprognose. Das ist ein Wachstum von 1,3 % pro Jahr. In den schwachen Jahren 2009 bis 2015 stieg die Beschäftigung hingegen nur um 0,6 % pro Jahr. Das WIFO geht dabei von einem jährlichen BIP-Wachstum von 2 % aus.

Der Strukturwandel von Produktion zu Dienstleistung setzt sich fort. Mit einem Beschäftigungsplus von 294.000 (+1,5 % jährlich) entfällt der Großteil des Beschäftigungswachstums auf den Dienstleistungssektor. Der Produktionssektor soll 2023 um 31.100 Personen mehr beschäftigen als 2016 (+0,5 % jährlich).  

Trends 

  • Nach wie vor steigt das Arbeitskräfteangebot durch Zuwanderung, mehr Erwerbsbeteiligung von Frauen und von Älteren. 58 % der zusätzlichen DV entfallen auf Frauen, großteils in Teilzeit. Nur 30 % der zusätzlichen Jobs entfallen auf Vollzeit. 
  • Der Trend der Alterung setzt sich fort. Von den +325.300 zusätzlichen Beschäftigungsverhältnissen bis 2023 sollen 217.400 auf die 50+ entfallen, vor allem weil noch starke Geburtenjahrgänge in diese Altersgruppe aufrücken.  
  • Das Angebot an geringqualifizierten Personen geht zwar zurück (-1,6 % pro Jahr), aber die Beschäftigungsmöglichkeiten für diese Personen sinken noch stärker. Beschäftigungschancen bestehen für Hilfskräfte allerdings noch im Dienstleistungssektor, im Produktionssektor (z.B. Maschinenbediener) sinken sie stark.  
  • Bei Absolventen von Lehre oder mittlerer Schule wird die Nachfrage stärker wachsen als das Angebot. Hier wird es zu Arbeitskräfteverknappung kommen! Umso wichtiger ist, die betriebliche Lehre sowie Angebote praxisorientierter Bildungsmöglichkeiten im AHS/BHS Bereich („Matura mit Lehre“) zu forcieren. 
  • Das Angebot an AHS/BHS-Absolventen wird stärker steigen als die Nachfrage.
  • Bei akademischen Berufen steigen Angebot und Nachfrage gleichermaßen stark an. Besonders im technischen, medizinischen, naturwissenschaftlichen sowie sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Bereich mit jährlichen Wachstumsraten von mind. + 2,5 %. profitieren Männer und Frauen in ähnlichem Maß. 
  • In allen Bundesländern nimmt die Beschäftigung zu. Es führen Tirol und Burgenland mit jeweils 1,6 % Zuwachs jährlich, Schlusslicht soll mit +0,5% pro Jahr Kärnten sein. Die übrigen Bundesländer wachsen zwischen 1,1 % und 1,5 % jährlich.  


Welche Branchen und Berufe gewinnen? 

Das stärkste absolute Beschäftigungswachstum verzeichnet der Gesundheitsbereich (absolut +71.800), Beherbergung und Gastronomie (+36.000) sowie Erziehung und Unterricht (+26.000). Die höchsten relativen Beschäftigungszuwächse haben Informations- und Kommunikationstechnologie mit knapp +5 % pro Jahr sowie Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatung mit +2,9 %. Hingegen soll in der Nachrichtenübermittlung und im Finanz-, Kredit-, Versicherungswesen die Beschäftigung zurückgehen. 

Im Produktionssektor wächst die Beschäftigung insgesamt bis 2023 um 0,5 % p.a. Besonders kräftig wachsen Metallerzeugung (+8.700), Maschinenbau (+6.700), Chemie und Erdölverarbeitung (+1,4 %) und Gummi- und Kunststoffwaren (+1,4 %). Beschäftigungsverluste sind in Textil und Bekleidung (-1,9 % p.a.), Papier, Pappe und Herstellung von Druckerzeugnissen (-0,9 % p.a.) zu erwarten. 

Entwicklung nach Berufen

  • Starkes Wachstum bei technischen Fachkräften, nicht akademischen Fachkräften und Dienstleistungsberufen;
  • Schwache Zunahme bei Büro- und Handwerksberufen;
  • Akademische Berufe wachsen überdurchschnittlich (+2,8 % p.a.), am stärksten die akademischen IKT-Berufe und verwandte IKT Berufe (+5,2 % p.a.)
  • Produktion: Rückgang bei manuellen Routinetätigkeiten, Zuwächse für höher qualifizierte Tätigkeiten. 

stark wachsende Berufsgruppen „Top 3“: Diplom-Krankenpfleger/innen (+29.000), akad. Wirtschaftsberufe (+28.400), akad. und verwandte IKT-Berufe (+28.100) 

schrumpfende Berufsgruppen „Bottom 3“: Bedienung stationärer Anlagen/Maschinen (-7.400), Hilfskräfte in Transport/Lagerei (-5.800), Bedienung mobiler Anlagen (-3.800) 

Die Prognose des WIFO zeigt, dass Fachkräftesicherung eine wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre wird. Vor allem im Bereich der Lehre wird es Aktivitäten zur Steigerung der Absolventenzahlen brauchen. Maturanten müssen für die Karrieremöglichkeiten im Bereich der Lehrberufe (Matura mit Lehre) sensibilisiert werden.   

WIFO Beschäftigungsprognose samt Länderberichten unter

http://www.ams-forschungsnetzwerk.at/deutsch/publikationen/BibShow.asp?id=12418&sid=66092&look=0&stw=WIFO+2016+2023&gs=0&lng=0&vt=1&or=0&woher=0&aktt=0&zz=30&mHlId=0&mMlId=0&sort=jahrab&Page=1



Migration: Positiver Gesamteffekt auf Wirtschaft und Staatshaushalt

Mag. Simone Schaller
© WKÖ

Mag. Simone Schaller


Eco Austria hat die ökonomischen und fiskalischen Auswirkungen der Migration nach Österreich in den Jahren 2013-2018 untersucht. Es werden die Migrationsbewegungen aus den EU15-Ländern, den neuen EU-Staaten, Drittstaaten und die Asylmigration jeweils mit einem Basisszenario ohne Migration verglichen. Das Gesamtergebnis für 2013-2020 zeigt positive Effekte für Volkswirtschaft und Budget. 

Erhöht sich das Arbeitskräfteangebot, steigen in der Regel Beschäftigung und Wirtschaftswachstum. Kurzfristig kann das erhöhte Angebot allerdings zu Verdrängungseffekten führen, die im Laufe der Zeit aber abflachen.  

Die starke Zuwanderung aus den 13 neuen EU-Staaten (156.000 Personen bis 2018, im Gegensatz zu EU15: 60.000 Personen) zeigt bis 2020 kräftige Effekte: Der Beschäftigungszuwachs durch die EU13-Migration im Vergleich zum Basisszenario liegt bei 2,4%, das reale BIP wächst um 1,8%. Durch die EU15-Zuwanderung steigt die Beschäftigung um 1%, das reale BIP ist um 0,8% höher als im Basisszenario ohne Migration.  

Die wichtigsten Faktoren, um Effekte von Migration zu messen, sind die Zahl der Migranten, ihre Bildungsstruktur und Arbeitsmarktintegration. Auf der Haben-Seite werden Steuer- und Sozialabgabenleistungen und Wachstumseffekte berücksichtigt, auf der Soll-Seite Kosten aus Sozialleistungen, Ausbildung, etc. 

Migration insgesamt entlastet Budget 

Werden öffentliche Einnahmen und Ausgaben aller Migrationsströme von 2013 bis 2020 gegenübergestellt, ergibt sich insgesamt ein positiver Saldo von 1,4 Mrd. Euro (0,05% des kumulativen BIP). Die Nettomigration der EU15-Staaten hat kumulativ für den betrachteten Zeitraum einen Saldo von 2,6 Mrd. Euro zur Folge (0,1% des BIP dieser Jahre). Stärkere positive fiskalische Effekte ergeben sich aufgrund der 2,6-mal so großen Zuwanderung bei den EU13-Ländern (Saldo: 5,8 Mrd. Euro bzw. 0,2% des BIP). Der ebenfalls positive Saldo der Migration aus Drittstaaten fällt unter Berücksichtigung der hohen Nettomigration (119.000 bis 2018) mit 1,2 Mrd. Euro relativ gering aus. Grund dafür ist die eher wenig vorteilhafte Bildungsstruktur und geringe Arbeitsmarktintegration von Drittstaatsangehörigen.

kumulierte fiskalische Auswirkungen
© WKÖ

Hingegen fällt der Saldo für Asylmigration mit -8,1 Mrd. negativ aus. Das liegt einerseits an höheren Aufwendungen für Grundversorgung und Mindestsicherung, andererseits an nur geringen Einnahmen aus Erwerbstätigkeit. Allerdings verringert die steigende Arbeitsmarktintegration den negativen Saldo dieser Gruppe im Zeitverlauf merklich.   

Je besser die Arbeitsmarktintegration, desto positiver die Effekte 

Fazit der Studie ist, dass besonders Bildungsstruktur und Arbeitsmarktintegration ausschlaggebend sind, ob Zuwanderer einen Beitrag zu Österreichs Wirtschaft und Budget leisten. In Zukunft bedeutet das für Österreich: der Fokus muss auf qualifizierte Zuwanderung gelegt und geflüchtete Menschen müssen möglichst rasch in den Arbeitsmarkt integriert werden.

Den gesamten Forschungsbericht finden Sie unter folgendem Link: http://ecoaustria.ac.at/images/docs/PM_Dez17/EcoAustria_FiskalischeEffekte_Final_Web.pdf.  


 

Österreicher bei Jahresarbeitszeit nur im EU-Mittelfeld

Zur Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten veröffentlicht Eurostat immer zwei Werte: Die normale Wochenarbeitszeit gibt die durchschnittlich normalerweise geleisteten Arbeitsstunden wieder. Die tatsächliche Arbeitszeit sind die Arbeitsstunden, die in der Referenzwoche gearbeitet wurden. Urlaub, Feiertage und Krankenstände dämpfen die tatsächliche Arbeitszeit, werden aber in der normalen Arbeitszeit ausgeblendet. Außertourliche Überstunden in der Referenzwoche heben hingegen die tatsächliche Arbeitszeit an.

In den Medien wird meist nur über die normale Wochenarbeitszeit berichtet, bei der Ö mit 41,4 Stunden in der EU an dritter Stelle hinter Großbritannien und Zypern liegt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Weil Österreicher mehr Urlaub und Feiertage haben als in der EU üblich, waren wir bei der tatsächlichen Wochenarbeitszeit mit 39,6 Stunden 2016 genau im EU-Schnitt. Die Arbeitsbelastung ist also insgesamt nicht höher als in der EU. Übrigens sinkt die tatsächliche Arbeitszeit: 2008 arbeiteten Vollzeitbeschäftigte im Schnitt noch 41,1 Stunden.

Vergleich der Normal- und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit
© Eurostat



Dr. Martin Gleitsmann
© WKÖ

Dr. Martin Gleitsmann

Jahresbericht 2017

Das vergangene Jahr war in jeder Hinsicht ein forderndes Jahr für die gesamte Sozialpolitische Abteilung.
 
Schon im Jänner beschlossen die vier Sozialpartner-Präsidenten, jeweils ein Thema in intensiven Verhandlungen bis zum Juni des Jahres in Umsetzungsreife zu bringen - alle vier Themen waren in unserer Abteilung angesiedelt:

Mindestlohn € 1.500,-- Arbeitszeitflexibilisierung, Arbeitsmarkt-Entsendungen und Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln.

Umso bedauerlicher war es, dass Ende Juni die Gewerkschaft zu der für uns wichtigen Arbeitszeitflexibilisierung im letzten Augenblick die Zustimmung versagte! Schon vorher aber auch über den Sommer erarbeitete die Abteilung unzählige Vorschläge zur Verbesserung der sozialpolitischen Situation für unsere Betriebe für die anstehenden Nationalratswahlen. 

Obwohl wir an den Regierungsverhandlungen unmittelbar nicht teilnehmen konnten, gelang es doch, eine ganz große Zahl von wichtigen Vorschlägen in die Verhandlungen und in weiterer Folge in das Regierungsübereinkommen einzuspielen: 

Von der deutlichen Senkung der Lohnnebenkosten über die Flexibilisierung der Arbeitszeit, der Entschärfung des Lohn- und Sozialdumpings, der Abschaffung des Kumulationsprinzips, der Neuordnung des Arbeitslosengeldes bis zur großen Strukturreform der österreichischen Sozialversicherung - ein großer Erfolg für die Wirtschaftskammer! 

Zugleich sahen wir uns einem neuen Groß-Ressort gegenüber: Dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, das sämtliche Aufgabenbereiche unserer Abteilung umfasst. 

Jetzt gilt es, die konsequente Umsetzung des Regierungsübereinkommens mit vielen Verbesserungen der Effizienz des Sozialsystems und der Entlastung unserer Betriebe voranzutreiben. Die äußerst gute Konjunkturlage und der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit sollte dabei hilfreich sein!
 
Link zum Jahresbericht


Europatag am 26. 2. 2018: Arbeitsmarkt Europa - im Spannungsfeld zwischen Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel

Die Arbeitnehmerfreizügigkeit hat zum Ziel, Angebot und Nachfrage am EU-Arbeitsmarkt in Einklang zu bringen. Länder wie Tschechien oder Polen, aus denen in der Vergangenheit viele qualifizierte Arbeitskräfte in die EU-15 abgewandert sind, weisen mittlerweile eine Arbeitslosenquote von 2,9 bzw. 4,8 Prozent auf und liegen besser als Österreich. In Ö verringerte sich in den letzten Jahren die Nettozuwanderung aus Rumänien, Bulgarien, Polen, Tschechien, etc.

Der internationale Wettbewerb um Fachkräfte ist bereits in vollem Gange, gleichzeitig leiden die österreichischen Betriebe zunehmend unter Fachkräftemangel. Jedes zweite Unternehmen verzeichnet deswegen bereits Umsatzeinbußen. Wie stellt sich die Situation auf den europäischen Arbeitsmärkten aktuell dar? Welche Erfahrungen machen die ö Betriebe? Welche Lösungsansätze gibt es zur Fachkräftesicherung? Diesen Fragestellungen widmet sich dieser Europatag.

Zeit: 26.02.2018 | 9.00 - 13.00 Uhr

Ort: Wirtschaftskammer Österreich, Rudolf Sallinger Saal (Saal 6), Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien

Programm & Anmeldung 



10. Gesundheitswirtschaftskongress am 14. März 2018

Der Kongress bietet aktuelle Trends, hochrangige Entscheidungsträger und Top-Themen in der Zukunftsbranche Gesundheit. 

Er findet im Austria Trend Hotel Savoyen in Wien statt. Details unter http://www.oegwk.at/programm/index.php




IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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