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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 17.1.2018

Inhaltsübersicht:

  • Mangelberufe: Fakten statt Märchen
    SPÖ verwechselt offenbar Rot-Weiß-Rot – Karte und Rot-Weiß-Rot – Karte plus
  • OECD-Studie empfiehlt Ö einmal mehr Pensionsreformen
  • Veranstaltungshinweis: Zukunft des Arbeitens am 21.-22.2.2018 mit Fraunhofer und Zukunftsinstitut


Mangelberufe: Fakten statt Märchen
SPÖ verwechselt offenbar Rot-Weiß-Rot – Karte und Rot-Weiß-Rot – Karte plus

Dr. Martin Gleitsmann
© WKÖ

Dr. Martin Gleitsmann

Völlig aus der Luft gegriffen sind die in den letzten Tagen von der SPÖ täglich neu ins Spiel gebrachten Zahlen zur Rot-Weiß-Rot-Karte beziehungsweise Mangelberufsliste. Wir möchten dazu klarstellen:

  • Die Zahl der RWR-Karten beläuft sich seit 2011 bis heute INSGESAMT auf rund 12.000.
  • Davon wurden aber nur insgesamt 1.700 Fachkräfte IN MANGELBERUFEN in den rund 5 Jahren seit Einführung der Fachkräfteverordnung im Jahr 2013 zugelassen. 
  • Ende Dezember 2017 waren aktuell lt. AMS-Daten rund 2.000 Personen mit „Rot-Weiß-Rot – Karte“ und 43.000 Personen mit „Rot-Weiß-Rot – Karte plus“ beschäftigt. 

ABER:

Die SPÖ hat offenbar die „Rot-Weiß-Rot – Karte“mit der „Rot-Weiß-Rot – Karte plus“ verwechselt. Letztere hat zwar einen ähnlichen Namen, ist aber ein sehr breit gefasster Aufenthaltstitel. Dieser umfasst sehr viele unterschiedliche Personengruppen, nur 2.800 Inhaber einer Rot-Weiß-Rot - Karte plus sind Familienangehörige von Rot-Weiss-Rot - Karten-Inhabern. Der Großteil hat gar nichts mit der Rot-Weiß-Rot – Karte zu tun, wie zB unterschiedlichste Formen des Familiennachzugs anderer Zuwanderergruppen.

FAKTUM: Bei der Mangelberufsliste geht es ausschließlich um die derzeitige Gruppe von 1.700 Fachkräften in Mangelberufen. 

Die von der SPÖ aufgestellte Rechnung würde also knapp eine Verhundertfachung bedeuten, was natürlich völlig absurd ist.

FAKTUM: Für die heimischen Betriebe ist der Fachkräftemangel mittlerweile prioritäres Problem und Hemmschuh für Wachstum geworden: Bereits rund drei Viertel der Unternehmen haben Schwierigkeiten damit, ihre offenen Stellen mit geeigneten Personen zu besetzen.  

Alle Maßnahmen im Inland ausschöpfen

Daher gilt es, sämtliche Maßnahmen im Inland auszuschöpfen. Dazu zählt auch ein Ausbau der überregionalen Vermittlung. Diese alleine werde aber nicht reichen. Nachdem der internationale Wettbewerb um die besten Köpfe bereits in vollem Gange ist, wird es kaum möglich sein, in Österreich oder den benachbarten EU-Ländern ausreichend Fachkräfte zu bekommen. Ganz im Gegenteil: Länder wie Rumänien, Ungarn oder Deutschland  - die Top-3-EU-Herkunftsländer - leiden ebenso unter Fachkräftemangel und weisen eine deutlich niedrigere Arbeitslosenquote auf als Österreich. Daher muss künftig verstärkt auf die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus Drittstaaten gesetzt werden. 

Fokus auf qualifizierte Zuwanderung

Die österreichische Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm klar verankert, dass sich die legale Zuwanderung an den Bedürfnissen Österreichs orientieren soll. Mit einem klaren Fokus auf qualifizierte Zuwanderung kann Österreich festlegen und kontrollieren, wer zuwandern darf. Das Instrument dafür ist die Rot-Weiß-Rot – Karte, dieses sollte für die Zuwanderung dringend benötigter Fachkräfte im Sinne unserer Betriebe und unseres Wirtschaftsstandorts auch entsprechend genutzt werden.



OECD-Studie empfiehlt Ö einmal mehr Pensionsreformen

Mag. Martin Kircher
© WKÖ

Mag. Martin Kircher

Die OECD gibt in ihrer Studie „Pensions at a glance 2017“ einen Überblick über die für ein Pensionssystem wesentlichen Indikatoren, vergleicht die Pensionssysteme der Mitgliedsländer, analysiert jüngste Reformen und gibt abschließend Länderempfehlungen ab. 

Die OECD stellt fest, dass die Reformen seit der Veröffentlichung des letzten Reports vor zwei Jahren weniger und auch weniger weitreichend waren als in den Jahren davor. Diese Analyse deckt sich trotz des Pensionsgipfels 2016 mit der Situation in Österreich. 2017 hat man Altlasten repariert, hat sich bemüht, das Projekt Rehabilitation vor Pension endlich wirksam zu machen und Präventions- und Wiedereingliederungsmaßnahmen verbessert. Strukturelle Reformen im Pensionssystem finden jedoch seit Jahren nicht statt.       

Österreich altert rasant 

Dabei besteht Handlungsbedarf: Unser Land altert rasant, der Altenquotient wird sich bis 2050 verdoppeln. Er gibt an, wie viele Personen über 64 Jahre von 100 Erwerbstätigen finanziert werden müssen. Im Jahr 1975 kamen auf 100 potentiell Aktive 27 Ältere, im Jahr 2015 waren es 31. Bis zum Jahr 2050 sollen es jedoch 59 und bis 2075 gar 63 Senioren sein. Somit müssen künftig weniger als zwei Beitragszahler einen Pensionisten finanzieren! 

Hintergrund: Die Lebenserwartung steigt jährlich um 2 bis 3 Monate. Zudem ergibt sich schon bis 2035 eine massive Belastung dadurch, dass zwischen 2020 und 2035 alle starken Baby-Boomer-Jahrgänge in Pension gehen. Beschwichtigende Statistiken stellen hingegen immer gezielt auf das Jahr 2060 ab. Zu diesem Zeitpunkt entspannt sich die demografische Lage leicht, weil die meisten Baby-Boomer schon verstorben sind. 

Die Studie bestätigt einmal mehr, dass Ö derzeit Pensionsaufwendungen von rund 14% des BIP hat und mit einem prognostizierten Anstieg auf 14,7% in den Jahren zwischen 2035 und 2045 und auf 14,5% im Jahr 2050 im internationalen Spitzenfeld liegt. Die vermeintlichen Beruhigungspillen, ein stetiges Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum, überzeugen nicht. Bevölkerungswachstum hilft nur dann, wenn Integration in den Arbeitsmarkt von vorübergehend arbeitsunfähigen, arbeitslosen oder ins Land migrierten Menschen erfolgreich ist. Und Wirtschaftswachstum setzt ebenso voraus, dass mehr und nicht weniger Menschen produktiv tätig sind.

Knackpunkt Antrittsalter 

Nicht nur in Ö ist Konsens, dass das System nicht durch Pensionskürzungen oder Beitragserhöhungen nachhaltig werden soll, sondern durch ein höheres Antrittsalter. Bekanntermaßen gehen Menschen in Ö trotz leichter Fortschritte viel zu früh in Pension: Männer laut Studie mit durchschnittlich 62,0 Jahren (OECD: 65,1 Jahre), Frauen mit 60,6 Jahren (OECD: 63,6 Jahre).

Österreichs Pensionssystem im globalen Vergleich
© Der Standard

Diese Zahlen berücksichtigen nicht Pensionen aufgrund einer Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit. Rechnet man diese mit, ist das Antrittsalter 2016 sogar gesunken: Um 0,1 Jahre auf 59,2 Jahre (inkl. Rehageldbezieher) bzw. um 0,3 Jahre auf 59,9 Jahre (exkl. Rehageldbezieher). 

OECD-Empfehlungen für Österreich 

Die OECD stellt für Ö fehlenden Reformeifer fest. Empfohlen wird (wie auch von der Europäischen Kommission) einmal mehr ein Nachhaltigkeitsmechanismus, also eine automatische Koppelung des Antrittsalters an die Lebenserwartung oder auch die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters, wie das die meisten OECD-Staaten machen. 

Die OECD empfiehlt weiters flexiblere Pensionsantrittsmöglichkeiten. Ein fließender Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand kann nämlich nicht nur dem Einzelnen, sondern in Zeiten des Fachkräftemangels auch den Betrieben helfen.

 


Veranstaltungshinweis: Zukunft des Arbeitens am 21.-22.2.2018 mit Fraunhofer und Zukunftsinstitut

Was wird in Zukunft aus der Arbeit? Bei HORIZONTE am 21.2.2018 präsentieren und diskutieren wir die Arbeitswelt von morgen für die neue, digitale Arbeitsgestaltung in Produktion und Büro. Prof. Wilhelm Bauer von Fraunhofer gibt einen Ausblick auf die Arbeitswelt der Zukunft in Zeiten künstlicher Intelligenz - reflektiert in einer Diskussion mit Dr. Sabine Bothe, Personalchefin von T-Mobile Austria und Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut. 

Welche Rolle spielt der Mensch in der Arbeitswelt von morgen? Am 22.2. leitet Prof. Bauer einen Workshop, um das Thema Arbeitswelt zu vertiefen, gemeinsame Konzepte zu erarbeiten und Erfahrungsaustausch unter Fachleuten auf verschiedenen Ebenen zu fördern. Harry Gatterer moderiert und kuratiert den Workshop – das  gewährleistet konkrete Werkzeuge für Ihre Arbeit.

•    HORIZONTE "Zukunft des Arbeitens":
Quicklink: https://wko.at/aussenwirtschaft/zukunftarbeit
Online-Anmeldung: https://awisorange.advantageaustria.org/AWIS.AWPortal/Kampagne/Anmeldeformular/100/63167

•    Workshop „Zukunft des Arbeitens“:
Quicklink: https://wko.at/aussenwirtschaft/ws-zukunftarbeit
Online-Anmeldung: https://awisorange.advantageaustria.org/AWIS.AWPortal/Kampagne/Anmeldeformular/100/67091


IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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