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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit 29.5.2017

Inhaltsübersicht:

  • Ansturm auf die Altersteilzeit wird weiter zunehmen
  • Ausländische Studienabsolventen verlassen Österreich
  • Rechnungshof kritisiert Finanzierungswirrwarr im Gesundheitssystem
  • Arbeitsklimaindex: Stress lässt nach, psychische Belastungen haben abgenommen
  • „Arbeitslosenrekord na und?“
  • „Digitalisierung killt keine Jobs“
  • Veranstaltungstipp 1.6.2017 „Der Weg ist das Ziel“ 


Ansturm auf die Altersteilzeit wird weiter zunehmen

Mag. Gabriele Straßegger

Mag. Gabriele Straßegger

Altersteilzeit boomt. Wer die Altersteilzeit nützt, ist meist sehr zufrieden damit. Das ist kein Wunder, alimentiert doch der Beitragszahler, also Arbeitnehmer und Arbeitgeber, jeden Altersteilzeitfall mit über 13.000 Euro pro Jahr – das ist mehr als doppelt so viel wie das übliche Kinderbetreuungsgeld! Doch wie so oft im Sozialsystem schaut man nicht so gern auf die Finanzierungsseite.

Während zwischen 2010 und 2013 die Altersteilzeitfälle stagnierten, nimmt seit 2014 die Zahl der Personen, die sich für Altersteilzeit entscheiden, rasant zu. 2013 traten 5.108 Personen die Altersteilzeit an, 2016 waren es bereits 11.452 Personen, somit mehr als doppelt so viele! Das liegt nicht nur am „lukrativen“ Angebot, sondern auch an der Demografie: Immer mehr Menschen kommen in die Altersgruppe mit potenziellem Anspruch, auch weil das Mindestzugangsalter mit 58 Jahren für Männer und mit 53 Jahren (!) für Frauen seit vielen Jahren unverändert ist. 

75 Prozent Kostenanstieg in 3 Jahren 

Infolgedessen stiegen die Kosten der Altersteilzeit zwischen 2013 und 2016 rasant von 204 auf 352 Mio Euro. Insgesamt nahm der Bestand an Altersteilzeitfällen von 2013 bis heute von 17.530 auf 27.712 zu. 

57 Prozent der Fälle sind Frauen. Das typische Antrittsalter liegt bei Frauen bei 55, bei Männern bei 58 Jahren. Frauen zogen immer schon die „echte“ Teilzeitvariante, also das kontinuierliche Modell vor. Männer bevorzugten früher die Blockvariante, inzwischen überwiegt auch bei ihnen das kontinuierliche Modell, bei dem die Arbeitszeit gleichmäßig über den gesamten Zeitraum reduziert wird.  

Ohne Gegensteuerung werden die Kosten noch rapide steigen 

Allein die Demografie wird den Zustrom in die Altersteilzeit noch verstärken: Die ersten Babyboomer-Jahrgänge erreichen gerade das typische Antrittsalter für die Altersteilzeit. Zudem weisen diese Jahrgänge eine höhere Erwerbsbeteiligung auf als ältere Jahrgänge. Steuert die Politik nicht dagegen, werden die jährlichen Ausgaben bald eine halbe Milliarde Euro überschreiten.  

Zumindest das Zugangsalter, das vor einigen Jahren von 55/60 auf 53/58 Jahre gesenkt (!) wurde, ist dringend anzuheben. Auch wenn jene, die Altersteilzeit nützen, zufrieden sind: Das Geld der Beitragszahler könnte angesichts der hohen Arbeitslosenzahl sinnvoller investiert werden.



Ausländische Studienabsolventen verlassen Österreich

Mag. Sabine Brunner

Mag. Sabine Brunner


Knapp 85 % der deutschen Absolventen eines Humanmedizinstudiums verlassen Österreich innerhalb von drei Jahren nach Abschluss. Eine aktuelle Auswertung der Statistik Austria zeigt, dass auch andere Studienrichtungen massiv von der Abwanderung von EU- und Nicht-EU-Bürgern betroffen sind. Ö zahlt also einerseits eine teure Ausbildung, verliert aber andererseits hochqualifizierte Kräfte.   

Von den insgesamt 8.168 Bachelorabsolventen des Studienjahres 2010/11 zogen innerhalb von drei Jahren rund 14 % weg. Bei den Personen aus Nicht-EU-Ländern liegt der Anteil bei rund 53 %, bei den deutschen Absolventen sogar bei 68 %. Nach dem höchstmöglichen Bildungsabschluss, dem Doktorat, wandern sogar noch mehr ab. So zog es im Studienjahr 2010/11 insgesamt rund 21 % ins Ausland, unter den Drittstaatsangehörigen waren es sogar rund 72 %.  

Auch rund die Hälfte der Masterabsolventen aus Nicht-EU-Staaten verlässt Ö. Hier ist die Wegzugsrate aber gesunken, wozu sicher die Rot-Weiß-Rot-Karte beigetragen hat, die speziell Studienabsolventen den Zugang zum heimischen Arbeitsmarkt erleichtert. 

MINT-Absolventen ziehen eher weg 

Absolventen von MINT-Studien wandern noch häufiger ab als bei anderen Studien. Zwischen 30 und 60% der ausländischen Absolventen der Studien Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik ziehen weg. Dabei haben die ö Betriebe einen besonderen Bedarf an Fachkräften aus diesem Bereich.  

Wegzüge von MINT-Studienabsolventen von 2008/09 bis 2012/13 nach Staatsangehörigkeit in Prozent

Wegzüge von MINT-Studienabsolventen

Quelle: Statistik Austria, Bildungsstandstatistik, Wanderungsstatistik.

 

WKÖ setzt Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte durch 

Derzeit wird nur jede zehnte Rot-Weiß-Rot-Karte an ausländische Studienabsolventen vergeben, obwohl diese Personen meist arbeitsmarktnahe Qualifikationen aufweisen, auf Kosten des ö Steuerzahlers ausgebildet wurden und in der Regel gut integriert sind. Das liegt an den restriktiven Rahmenbedingungen der Rot-Weiß-Rot-Karte für diese Zielgruppe.  

Die WKÖ hat nun eine Weiterentwicklung der RWR-Karte für Studienabsolventen durchgesetzt, die mit 1. 10. 2017 in Kraft tritt: So wird die RWR-Karte auf Bachelor- und Doktorats-(PhD-)Absolventen ausgedehnt. Die Beschäftigungszeit während des Studiums wird auf 20 Wochenstunden erhöht, sodass künftige Studienabsolventen leichter frühzeitig am Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Zudem soll künftig auch die Jobsuchzeit für Studienabsolventen 12 Monate anstelle von bisher nur 6 Monate betragen. 

Diese verbesserten Rahmenbedingungen sind aus Sicht der WKÖ ein wichtiger Schritt, um das Potenzial der ausländischen Studienabsolventen bestmöglich im Sinne des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes zu nutzen. 

Nähere Informationen zu der Auswertung der Statistik Austria finden Sie hier.



Rechnungshof kritisiert Finanzierungswirrwarr im Gesundheitssystem

Mag. Bianca Fadler

Mag. Bianca Fadler


Wieder einmal hat sich der Rechnungshof mit dem Dickicht aus Zahlungsströmen im österreichischen Gesundheitssystem auseinandergesetzt. Für das Jahr 2014 wurden sämtliche Mittelflüsse im heimischen Gesund­heitswesen unter die Lupe genommen. Insgesamt wurden ganze 27,4 Milliarden Euro an über 60 Empfänger verteilt. Auf Krankenanstalten entfiel mit 17,9 Mrd. Euro der Löwenanteil, auf Heilmittel und Heilbehelfe 3,5 Mrd. Euro, auf niedergelassene Ärzte 4,7 Mrd. Euro.

Mittelflüsse im Gesundheitssystem (aggregiert)

Mittelflüsse im Gesundheitssystem (aggregiert)

Quelle: Bericht des Rechnungshofes, Mittelflüsse im Gesundheitswesen  

Ein Grund für die Vielzahl und Verzweigung der Zahlungsströme oft über mehrere Institutionen und Einrichtungen ist die Kompetenzzersplitterung: Die Kompetenzen im ö Gesundheitssystem sind auf mehr als 60 (!) Akteure auf Bundes–, Länder– und Gemeindeebene aufgeteilt. Die Gesundheitsreform 2013 hätte schon für mehr Effizienz, Klarheit und Struktur im Gesundheitssystem sorgen sollen. Doch die zersplitterte Kompe­tenzlage blieb unverändert: Immer noch sind meist verschiedene Akteure für Ausgaben, Aufgaben und Finanzierung verantwortlich. Von einer gemeinsamen Finanzierung aus einer Hand ist man weit entfernt. Auch das Prinzip der Einstimmigkeit in der Bundeszielsteuerungskommission (von Vertretern aus Bund- Ländern und SV-Trägern) verhindert größere Reformschritte.   

Empfehlungen für die Zukunft  

Der Rechnungshof hat schon mehrmals aufgezeigt, dass die Steuerung des ö Gesundheitssystems zu verbessern ist. Eine Reform im Rechnungswesen und eine entsprechende Harmonisierung zwischen Bund und Sozialversicherungsträgern wären ein wichtiger Anfang. Auch die aktuelle Effizienzstudie der Wirtschaftskammer zeigt Effizienzpotenziale in der Sozialversicherung auf.  

Bericht des Rechnungshofs

http://www.rechnungshof.gv.at/fileadmin/downloads/_jahre/2017/berichte/berichte_bund/Bund_2017_10.pdf 

Studie Effizienzpotenziale in der Sozialversicherung

https://news.wko.at/news/oesterreich/Studie-zu-Effizienzpotenzialen-des-Sozialversicherungssys.html


Arbeitsklimaindex: Stress lässt nach, psychische Belastungen haben abgenommen

Die jüngste Arbeitsklimaindexbefragung der Arbeiterkammer Oberösterreich, die wohl unverdächtig ist, die Arbeitswelt schönzureden, befasste sich mit dem Thema Burnout. Der Bericht dazu enthielt auch folgende Passage, die in den meisten Medienberichten unerwähnt blieb: 

„Immer weniger Beschäftigte empfinden in der Arbeit körperliche oder psychische Belastungen. Dennoch ist und bleibt Stress ein weit verbreitetes Phänomen.

In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Zahl der Beschäftigten, die unter keinen körperlichen oder psychischen Belastungen leiden, stark angestiegen. Hatten 1997 noch 17 Prozent keinerlei Zeitdruck, so sind es 2017 schon 38 Prozent. Im selben Zeitraum ist der Anteil von Personen, die keine seelisch belastende und aufreibende Arbeit haben, von 30 auf 60 Prozent gestiegen. Auch von technischen Veränderungen oder sich ändernden Arbeitsabläufen fühlen sich heute um jeweils 10 Prozent mehr Befragte gar nicht gestresst.“ 

https://ooe.arbeiterkammer.at/beratung/arbeitundgesundheit/arbeitsklima/arbeitsklima_index/Arbeitsklima_Index_Mai_2017.html



„Arbeitslosenrekord na und?“

Martin Gleitsmann analysiert im Standard, dass die Arbeitsmarktreformen wesentlich zum Beschäftigungserfolg in Deutschland beigetragen haben. Ö, das im internationalen Vergleich zurückgefallen ist, sollte sich daran ein Beispiel nehmen. 

http://derstandard.at/2000056613319/Arbeitslosenrekord-na-und

Martin Gleitsmann im Standard



„Digitalisierung killt keine Jobs“

Voestalpine-Konzernchef Wolfgang Eder erklärt, warum trotz Vollautomatisierung eines neuen Drahtwalzwerks keine Mitarbeiter abgebaut werden.

https://kurier.at/wirtschaft/voestalpine-chef-wolfgang-eder-digitalisierung-killt-keine-jobs/261.968.177



Veranstaltungstipp 1.6.2017 „Der Weg ist das Ziel“ 

„Institutionelle Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention“ 

Die AK lädt gemeinsam mit dem BMASK, BMGF und der WKÖ zu einer Fachtagung mit dem Schwerpunkt Betriebliche Gesundheitsförderung. Im Mittelpunkt steht eine aktuelle Studie zu diesem Thema, deren neueste Erkenntnisse und Handlungsperspektiven im Rahmen der Veranstaltungen präsentiert werden. Im Anschluss folgt eine Podiumsdiskussion mit Experten rund um die Fragen: Was kann in Betrieben unternommen werden, um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern und damit die Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen? Was muss getan werden, um die in Gesundheit verbrachten Lebensjahre in Österreich auf EU-Niveau anzuheben?  

Zeit: 1.6.2017, 09:30-13:00

Ort: AK-Bildungszentrum, Großer Saal, Theresianumgasse 16 –18, 1040 Wien 

Details unter:

https://media.arbeiterkammer.at/AK_Einl_NET_0601_BetrGesundheitsfoerderung_k0.pdf 

Anmeldung unter: sv@akwien.at



IMPRESSUM:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Österreich |
Wiedner Hauptstrasse 63 | A-1045 Wien
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit |
Leiter: Dr. Martin Gleitsmann | sp@wko.at
Redaktion: Mag. Dr. Rolf Gleißner

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