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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit

SPIKI SozialPolitik Informativ-Kurz-Innovativ

20.1.2017

  • Selbstbehalte fördern Eigenverantwortung und Effizienz
  • Wie erfolgreich sind Lehrlinge im späteren Berufsleben?
  • Österreich auf Platz 6 im „Social Justice Index“
  • Warum der 6-Stunden-Arbeitstag in Schweden nicht funktioniert
  • vielgesundheit.at zum Jahrbuch „Gesundheit 2016“



Dr. Martin Gleitsmann

Dr. Martin Gleitsmann

Selbstbehalte fördern Eigenverantwortung und Effizienz


Oft ist „gut gemeint“ das Gegenteil von „gut“, fällt einem zum Vorschlag des Bundeskanzlers ein, Selbstbehalte für Selbständige in der Krankenversicherung zu streichen. Denn die Erfahrung zeigt, dass Selbstbehalte zu einer bewussteren Inanspruchnahme medizinischer Leistungen führen und daher kostendämpfend wirken. So gehen Selbständige sechsmal pro Jahr zum Arzt, Beamte neunmal, Bauern zehnmal und Arbeitnehmer 12mal.

Dabei reduzieren Kostenbeteiligungen gemäß Studien vor allem die Arztbesuche gesunder Menschen und beeinträchtigen die Gesundheit nicht. Die Selbstbehalte der SVA halten schon deshalb Kranke oder Bedürftige nicht vom Arztbesuch ab, weil zahlreiche Befreiungen und Obergrenzen die Selbstbehalte für die Versicherten sozial abfedern. Aus diesen Gründen haben auch Beamte und Bauern Selbstbehalte. Sie fördern Eigenverantwortung und Effizienz - Werte, die gerade Selbständigen wichtig sind.

Und nicht zu vergessen: Durch die Streichung von Selbstbehalten würde die SVA 54 Mio Euro an Einnahmen verlieren. Diese müssten entweder mit Leistungskürzungen oder mit Beitragserhöhungen kompensiert werden. Das wäre aber nicht im Interesse der Versicherten.

Fakten zu Selbstbehalten unter
https://www.wko.at/Content.Node/Interessenvertretung/Arbeit-und-Soziales/Factsheet-Selbstbehalte_Mythen-und-Fakten-2017.pdf



Mag. Gabriele Straßegger

Mag. Gabriele Straßegger

Wie erfolgreich sind Lehrlinge im späteren Berufsleben?  


Wie erfolgreich sich Lehrabsolventen im späteren Berufsweg behaupten, wurde erstmals durch das ibw, das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, längerfristig untersucht. Dabei stellt die Studie „Nach der Lehre: Ausbildungs- und Berufserfolg von Lehrabsolventen in Österreich“ der betrieblichen Lehre ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. Eine positiv absolvierte Lehre erhöht die Arbeitsmarktchancen beträchtlich, gleichzeitig sind die ehemaligen Lehrlinge mit ihrem gewählten Beruf auch Jahre danach noch sehr zufrieden.

Lehrlinge sehen sich im Vergleich zu Freunden, die eine Schule besucht haben, vielfach im Vorteil: bei den Jobchancen, bei der Freude und Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit und der Möglichkeit, das Erlernte außerberuflich nutzen zu können. Hingegen fühlen sich Lehrabsolventen beim Image der Lehre benachteiligt.

Im Vergleich zur überbetrieblichen Ausbildung (kurz ÜBA) schneiden die Absolventen einer betrieblichen Lehre eindeutig besser ab. Selbst nach 5 Jahren sind sie wesentlicher seltener arbeitslos (7% versus 22%).

Wie geht’s den Lehrlingen nach der Lehre?

Die spätere Arbeitsmarktintegration hängt stark vom Lehrabschluss ab. 85% der Absolventen mit ausgezeichnetem Prüfungserfolg sind drei Jahre danach in Beschäftigung, nur 4% arbeitslos. Unter den Abbrechern sind bloß 38% in Beschäftigung, aber 20% arbeitslos.

Wichtige Aussagen liefert die Studie zu den Arbeitsmarkterfolgen der ÜBA. Selbst drei Jahre nach Ausbildungsende liegt die Beschäftigungsquote der ÜBA-Absolventen mit 57% deutlich niedriger als nach einer betrieblichen Lehre (80%), gleichzeitig liegt deren Arbeitslosenquote deutlich höher als nach einer betrieblichen Lehre. Drei Jahre nach dem Abbruch einer ÜBA sind nur 28% in Beschäftigung.  

Ähnlich bei den Lehrausbildungen mit verlängerter Lehrzeit oder Teilqualifikation (früher als „integrative“ Berufsausbildungen bezeichnet): Auch hier ist die Arbeitsmarktintegration wesentlich besser, wenn die Ausbildung direkt im Betrieb und nicht in einer ÜBA stattgefunden hat. 3 Jahre nach Ausbildungsende sind etwa 73% der Lehrlinge mit einer verlängerten Lehrzeit in einem Betrieb in Beschäftigung, hingegen nur 53% nach einer Ausbildung in einer überbetrieblichen Einrichtung.

Drop-outs – Überbetriebliche Ausbildungen Problem Nummer 1

Der Abbruch einer Lehre verringert die Berufschancen massiv: Mit 16,2% brechen nur relativ wenige die Lehre ab. Der Drop-out-Anteil ist bei betrieblichen Ausbildungen mit 14,5% dreimal so niedrig wie bei den ÜBA mit 44,5%. Ein wesentlicher, aber nicht der einzige Grund ist natürlich, dass in den ÜBA als Auffangnetz bekanntlich lernschwächere Jugendliche, die keine betriebliche Lehrstelle gefunden haben, anzutreffen sind. Lehrlinge mit ausländischer Staatsbürgerschaft brechen mit 31,8% die Lehre viel häufiger ab als österreichische Lehrlinge mit 14,8%. 

Der Anteil der Lehrabbrecher steigt mit zunehmenden Alter. Die Abbrecherquote unter 15-jährigen Lehranfängern ist mit 7,4% deutlich niedriger als unter 25-jährigen Lehranfängern (36,5%). Das frühe Einstiegsalter und die frühe Berufswahl sind offenbar ein Erfolgsfaktor und kein Nachteil. 

Fazit:

  • Die Studie zeigt klar die Vorteile der betrieblichen Lehre. Deren Absolventen weisen klar bessere Berufslaufbahnen auf als ÜBA-Absolventen.
  • Das Auffangnetz der ÜBA ist zweifellos wichtig, sollte aber nur so weit wie notwendig aufgemacht werden und Jugendliche so schnell wie möglich fit für eine betriebliche Lehre machen. 
  • Einjährigen ÜBA ist gegenüber ÜBÄ über die gesamte Ausbildungszeit der Vorzug zu gegeben. 
  • Großer Handlungsbedarf besteht bei den hohen Abbrecherzahlen im Rahmen der ÜBA, weil ein Abbruch die Arbeitsmarktchancen massiv verringert. 



Mag. Christa Schweng

Mag. Christa Schweng

Österreich auf Platz 6 im „Social Justice Index“



Ö nimmt seit 2008 unter 28 EU-Ländern den guten 6. Platz im Index soziale Gerechtigkeit der Bertelsmannstiftung ein. Dieser Index vergleicht an Hand von Indikatoren in den Bereichen Armutsprävention, gleichberechtigte Erziehung, Zugang zum Arbeitsmarkt, sozialer Zusammenhalt und Nichtdiskriminierung sowie Gesundheit die Performance der 28 EU-Mitgliedstaaten.  

Ö liegt mit 6,67 Punkten hinter Schweden, Finnland, Dänemark, der Tschechischen Republik und den Niederlanden und knapp vor Deutschland. Im Bereich Zugang zum Arbeitsmarkt liegen wir an der 3. Stelle. Im Bereich niedrigste Jugendarbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit erreicht Ö sogar Platz 2. Den Spitzenplatz nimmt Ö bei der Frage nach freiwilliger Befristung von Arbeitsverträgen ein, weil die Zahl der Arbeitnehmer, die unfreiwillig ein befristetes Dienstverhältnis eingegangen sind, am niedrigsten ist. Während die heimische Beschäftigungsquote auf Platz 7 liegt, besteht bei der Beschäftigungsquote Älterer Nachholbedarf, da diese im europäischen Vergleich nur auf Platz 19 liegt. 

Im Bereich Gesundheit ist die Performance von Ö gemischt: Trotz einer hohen Rate an erfüllter medizinischer Versorgung und daher einer hohen Zugänglichkeit des Gesundheitssystems können Österreicher nur mit 57,7 gesunden Lebensjahren rechnen und damit um 4 Jahre weniger als Durchschnittseuropäer und sogar um 16 Jahre weniger als Schweden. 

Im Bereich der Bildung bestehen für Ö spezifische Herausforderungen: Der Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die PISA-Ergebnisse österreichischer Schüler zeigt, dass Kinder aus Migrantenfamilien und bildungsferneren Schichten spezifische Fördermaßnahmen brauchen, um voll in Gesellschaft und Arbeitsmarkt integriert zu werden. 

Während Ö mit Ausnahme der Bildung und der Gesundheit unter den Top 10 Ländern zu finden ist, bilden Griechenland, Rumänien und Bulgarien die Schlusslichter des Index. 

Der volle Bericht kann hier eingesehen werden: http://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_NW_Social-Justice-Index_2016.pdf



Warum der 6-Stunden-Arbeitstag in Schweden nicht funktioniert

In Schweden wurde der 6-Stunden-Tag getestet. Das Experiment wurde von Anhängern der Arbeitszeitverkürzung stets als Vorbild und Beweis für die Umsetzbarkeit angeführt. Der Stern berichtet (wie viele andere Medien), dass der Test gescheitert ist und nun einstellt wird.

http://www.stern.de/wirtschaft/job/6-stunden-arbeitstag--schweden-stampft-testprojekt-ein-7268662.html



vielgesundheit.at zum Jahrbuch „Gesundheit 2016“

Am 10.1. präsentierten Sanofi und die Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich wie jedes Jahr das Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft. Vielgesundheit.at filmte bei der Präsentation und der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Gesundheit für alle?! Ist die optimale medizinische Versorgung (auch) in Zukunft gesichert?“. Das Ergebnis und weitere Beiträge finden sich im aktuellen Fachmagazin unter www.vielgesundheit.at/informiert.

Das Jahrbuch ist kostenlos unter www.gesundheitspolitik2016.at zu bestellen.


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