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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit

SPIKI SozialPolitik Informativ-Kurz-Innovativ

31.8.2016

  • Die digitalisierte Wirtschaft zwischen Hysterie und Realität
  • SV-Einnahmen steigen stabil 
  • Welche Arbeit ist zumutbar?
  • Junge verdienen heute deutlich besser als ihre Eltern früher
  • Neuer Kommentar zum GSVG
  • Neue Auflage vom „Arbeitsrecht für Arbeitgeber“ von Dr. Thomas Rauch
  • Vortrag von Wolfgang Clement auf Youtube
  • Veranstaltungstipp 12., 13. Oktober 2016 HR Inside Summit
  • Vorankündigung zur Personal Austria 2016
  • Neu gestaltetes Fachmagazin vielgesundheit.at informiert



Mag. Gabriele Straßegger

Mag. Gabriele Straßegger

Die digitalisierte Wirtschaft zwischen Hysterie und Realität


Welche Folgen die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft auf die Arbeitswelt und den Arbeitsmarkt hat, untersuchte erst kürzlich das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in der ausführlichen Studie „Arbeitswelt und Arbeitsmarktordnung der Zukunft“. Die aktuelle Studie kommt zum Ergebnis, dass es keine Belege für die zum Teil „hysterisch“ aufgezeigten negativen Folgen gibt, selbst bei jenen Beschäftigtengruppen nicht, bei denen man dies aufgrund der potenziellen Automatisierbarkeit der Tätigkeiten am ehesten vermuten würde.

Besonders interessant: Das WIFO hat sich ebenfalls ganz aktuell in der Studie „Österreich im Wandel der Digitalisierung“ mit dem Thema auseinandergesetzt und kommt zu vergleichbaren Ergebnissen. Die Berufsstruktur wird sich weniger verändern. Stärker werden sich die Arbeitsinhalte der Berufsbilder verändern, hier ist Österreich mit der dualen Ausbildung sehr gut aufgestellt. Die Veränderungen werden im Übrigen nur schrittweise stattfinden und nicht abrupt.

Die Digitalisierung und deren Beschäftigungseffekte 

Die deutsche Wirtschaft Köln setzt sich mit zahlreichen empirischen Untersuchungen aus unterschiedlichen Ländern auseinander und findet keine Anhaltspunkte für negative Beschäftigungsentwicklungen. Die uralte Angst, dass sich der Mensch durch den Produktionsfortschritt selbst abschafft, durchzieht zwar die gesamte Debatte über die Auswirkungen der Digitalisierung, es gibt jedoch keine Anhaltspunkte in der Geschichte, die diese Angst rechtfertigen.

Die bekannten Studie von Frey und Osborn, wonach in den USA rund die Hälfte der Arbeitsplätze durch die Digitalisierung bedroht wäre, hat Schwachstellen. Klar ist, dass der Mechaniker von heute ebenso wie seine Helfer anders arbeitet als in 10 oder 20 Jahren. Das heißt aber nicht, dass es künftig keine Mechaniker und Helfer geben wird. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung kommt daher zum Schluss, dass selbst stark gefährdete Arbeitsplätze (nach Frey und Osborn Arbeitsplätze mit einer Automatisierungswahrscheinlichkeit von mehr als 70%) nur bedingt wegrationalisierbar sind. Im Übrigen wird die Rolle der dualen Ausbildung und die dabei vermittelten komplexen Kenntnisse negative Beschäftigungseffekte im mittleren Ausbildungsniveau verhindern können. 

„Crowdworker“ prominent diskutiert, wenig relevant

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln ging auch dem Phänomen „Crowdworking“ nach. Crowdworking fällt derzeit kaum ins Gewicht, Anhaltspunkte für einen massiven Bedeutungszuwachs gibt es nicht. Selbst Unternehmen in der Informationswirtschaft, von denen man annehmen könnte, dass sie hier eine Vorreiterrolle einnehmen, nutzen Crowdworking kaum: Nur 4,2% nutzen derartige Plattformen oder denken daran, sie künftig zu nutzen. 8 von 10 der befragten Unternehmen in der Informationswirtschaft geben an, dass sich die Arbeitsinhalte für eine Fremdvergabe schlicht nicht eignen. Nicht die technischen Möglichkeiten entscheiden, sondern andere Gründe. Crowdworking ist jedenfalls kein Massenphänomen, sondern eine sehr spezifische Erwerbsform für vereinzelte junge Menschen, häufig als Nebenbeschäftigung neben einem regulären Dienstverhältnis oder parallel zu einer (akademischen) Ausbildung. 

Teilzeitbeschäftigung und Digitalisierung

Teilzeit ist in Deutschland ähnlich wie in Österreich weit weitverbreitet, nur ein verschwindender Teil davon unfreiwillig. In einer Betriebs- und Beschäftigtenbefragung in Deutschland zeigte sich, dass gerade Teilbeschäftigte von den digitalen Technologen profitieren könnten. Deutlich mehr Teilzeitbeschäftigte wollen im Homeoffice arbeiten, offenbar mit dem Gedanken, damit ihre Arbeitszeit auszuweiten. Die ersparte Wegzeit zum und vom Arbeitsplatz könnte zur Ausdehnung der Arbeitszeit, aber auch für mehr Zeit mit der Familie oder sonstige Freizeit genutzt werden.

Smartphones, Tablets – von AN gewollt und nicht aufgezwungen

Viele Studien bestätigen, dass nur eine Minderheit (ein Fünftel und weniger) der Beschäftigten, hauptsächlich Führungskräfte, in ihrer Freizeit beruflich erreichbar sind.
Die wichtigsten Gründe, warum Beschäftigte oft oder immer dienstlich erreichbar sind, liegt allerdings weniger in der Erwartungshaltung der eigenen Führungskraft oder der Anforderung der Aufgabe, sondern vielmehr in der eigenen Motivation. Die meisten arbeiten gerne, sind gerne am Laufenden oder erachten es als zweckmäßig. Derart „digital“ ausgestattete Beschäftigte planen signifikant häufiger ihre Arbeit eigenständig, nehmen Einfluss auf die ihnen zugewiesene Arbeitsmenge, ohne auf Anweisungen angewiesen zu sein. Damit passen ihre Arbeitsbedingungen mit der permanenten Erreichbarkeit zusammen und die überwiegende Mehrheit (80% und mehr) empfinden diese auch nicht belastend.

Fazit

Die Ängste vor einer digitalisierten Arbeitswelt der Zukunft sind unbegründet. Die Arbeitswelt wird sich verändern, wie sie das auch in der Vergangenheit getan hat. Jobverluste werden umso unwahrscheinlicher, je eher sich Beschäftigte wie auch Unternehmen an die ständigen Veränderungen anpassen. Österreichs duale Ausbildung wird eine wesentliche Rolle spielen, damit die Digitalisierung letztlich zur Chance und nicht zur Sackgasse für unsere Betriebe und deren Beschäftigte wird. 

Studie unter
http://www.iwkoeln.de/_storage/asset/287569/storage/master/file/9668543/download/Gutachten-Arbeitswelt%20und%20Arbeitsmarktordnung%20der%20Zukunft.pdf


Mag. Dr. Rolf Gleißner

Mag. Dr. Rolf Gleißner

SV-Einnahmen steigen stabil
Furcht vor Erosion des Sozialstaats unbegründet 


Der Sozialstaat wird zu einem großen Teil durch Abgaben auf die Lohnsumme finanziert. Durch den technologischen Wandel steigt die Produktivität. Aus dem Grund befürchten manche Jobverluste und daraus folgend eine Schmälerung der Lohnsumme und damit der Finanzierungsbasis für den Sozialstaat. Um zusätzliche Einnahmen zu gewinnen bzw. um die Abgaben auf die Lohnsumme zu reduzieren, wird daher aktuell eine Wertschöpfungsabgabe gefordert.

Dass die Wertschöpfungsabgabe kontraproduktiv ist, haben wir bereits analysiert (siehe https://www.wko.at/Content.Node/Interessenvertretung/Arbeit-und-Soziales/Die-Wertschoepfungsabgabe---gut-gemeint-ist-das-Gegenteil-vo.pdf). Doch auch die Grundannahme, der technologische Fortschritt führe zur Erosion des Sozialstaats, ist falsch. Ein langjähriger Vergleich zeigt: Die Mittel der Sozialversicherung stiegen 1990 konstant genauso schnell wie das BIP, seit der Wirtschaftskrise 2008/09 sogar etwas schneller. 

Grafik: Entwicklung Mittel der Sozialversicherung vs BIP


Zum selben Schluss kommt auch die Agenda Austria: Nach Zahlen des Hauptverbands stiegen die Einnahmen der SV-Träger seit 2005 demnach um 48%, das BIP hingegen nur um 34%.

Fazit: Das Sozialsystem verfügt über mehr als genug Mittel und braucht keine weiteren Finanzquellen. Es ist zutiefst richtig, die Lohnnebenkosten zu senken und so Beschäftigung zu fördern. Den Spielraum erhält man durch Reformen und Sparsamkeit.




Welche Arbeit ist zumutbar?

Die Neue Zürcher Zeitung analysiert die Zumutbarkeitsregeln verschiedener Länder. Der Vergleich zeigt: Österreich ist relativ großzügig.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/zumutbarkeitsregeln-welche-arbeit-ist-zumutbar-ld.109626



Junge verdienen heute deutlich besser als ihre Eltern früher

Gern wird verbreitet, dass die Durchschnittslöhne sich nur schwach entwickeln und das Leben heute weniger leistbar sei als vor 30 Jahren. Das ist schlicht und einfach falsch: Unter Verweis auf WIFO-Zahlen berichtet der Standard, dass die Reallöhne und damit die Kaufkraft gestiegen sind.

http://derstandard.at/2000042442834/Junge-verdienen-heute-deutlich-besser-als-ihre-Eltern-frueher




Neuer Kommentar zum GSVG

Im Fokus des Kommentars steht die Relevanz des GSVG für Steuerberater und andere Anwender in ihrer täglichen Beratungspraxis. Das Werk bietet rasche, klare, aber gleichzeitig auch tiefgehende Informationen über das Sozialversicherungsrecht für GSVG- und FSVG-Versicherte auf mehr als 1.300 Seiten.

• Kommentierung der für Steuerberater wichtigen Bestimmungen des GSVG, FSVG und APG
• Transparente Darstellung der Verwaltungs- und Vollzugspraxis der SVA
• Mehr als 90 Praxisbeispiele
• einzigartige Betrachtung des Opting-Out für Freiberufler

Herausgeber ist Dr. Thomas Neumann, Generaldirektor-Stellvertreter der SVA der Gewerblichen Wirtschaft. Mitgearbeitet an diesem Kommentar haben 30 Autoren aus der SVA, Wirtschaft, gesetzlichen Interessenvertretung, Wissenschaft, öffentlichen Verwaltung und Top-Experten aus der Steuerberatung.

Details und Bestellung unter:
http://www.manz.at/list.html?tisbn=978-3-214-08782-1




Neue Auflage vom „Arbeitsrecht für Arbeitgeber“ von Dr. Thomas Rauch

Das Fachbuch „Arbeitsrecht für Arbeitgeber“ ist nunmehr in der 15. Auflage erschienen (899 Seiten mit Mustern zum Download). Die neue Auflage behandelt unter anderem praxisrelevante Themen  wie Alkohol am Arbeitsplatz, Rauchpausen, Krankenstandsmissbrauch und Detektiveinsatz, private Nutzung des Firmen-PC, Beschimpfungen von Arbeitgebern und anderen Mitarbeitern etc.

In die 15. Auflage wurden insbesondere die Neuerungen zu All-in-Klauseln, Ausbildungskostenrückersatz, Dienstzettel, Mutterschutz, Informationspflicht für Teilzeitbeschäftigte sowie etliche neue Entscheidungen der Höchstgerichte aufgenommen. 

Details und Bestellung unter:
http://www.lindeverlag.at/titel-1-1/arbeitsrecht_fuer_arbeitgeber-6560/




Vortrag von Wolfgang Clement auf Youtube

Wolfgang Clement war von 2002 bis 2005 deutscher Wirtschafts- und Arbeitsminister und Schlüsselfigur der deutschen Arbeitsmarkt- und Rentenreformen. Bei einem Vortrag in der WKÖ sprach er über Beschäftigungsanreize, Ungleichheit und den Handlungsbedarf der EU.

https://www.youtube.com/watch?v=rwUuXQoznAE&feature=youtu.be
https://www.youtube.com/watch?v=02jRLFGulLo&feature=youtu.be




Veranstaltungstipp 12., 13. Oktober 2016 HR Inside Summit

Zwei Tage lang bietet der HR Inside Summit ein Kongressprogramm auf internationalem Niveau. Top-Vortragende aus der ganzen Welt referieren zu den aktuellsten Themen der HR Branche. Zusätzlich bieten mehr als 24 Sessions à 50 Minuten in kleiner Runde die Möglichkeit zum vertiefenden Know-How-Transfer. Erstmalig wird der HR-Award in sechs Kategorien verliehen.

Zeit: 12./13. Oktober 2016
Ort: Hofburg Wien
Details auf www.hrsummit.at




Vorankündigung zur Personal Austria 2016
15 Jahre Personal Austria: Neues Forum erörtert Chancen der Zuwanderung

Österreichs „place to be“ in Sachen HR, die Personal Austria, feiert 2016 ihr 15-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsausgabe am 9. und 10 November in Halle A der Messe Wien trumpft zu diesem Anlass mit neuen Formaten wie zum Beispiel einer Integration Area auf, in deren Fokus die Zuwanderungssituation steht. Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit, Wirtschaftskammer Österreich, wird dort erörtern, wie sich das Fachkräftepotenzial der Flüchtlinge nachhaltig nutzen lässt.

http://www.personal-austria.at  




Neu gestaltetes Fachmagazin vielgesundheit.at informiert

Nach einem Relaunch erscheint das Portal vielgesundheit.at in neuem Gewand. Ebenfalls neu: das Fachmagazin vielgesundheit.at informiert. Aktuell finden sich unter https://www.vielgesundheit.at/informiert u.a. Berichte über die Gesundheitsgespräche des Europäischen Forums Alpbach, Kurzbeiträge im neuen Format „Rupturiert!“ unter zwei Minuten und ein Artikel über Epidemien.



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