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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit

SPIKI SozialPolitik Informativ-Kurz-Innovativ


1.2.2016

  • Mythos kurzlebige Arbeitswelt: Beschäftigungsdauer stabil
  • Gesundheitsförderung: Finanzielle Erleichterung für Betriebe erreicht
  • Überschüsse bei der Bundesagentur für Arbeit – massive Abgänge beim AMS
  • Lob der Mehrheitsgesellschaft
  • Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft präsentiert
  • Gütesiegel für alternsgerechte Unternehmen /Organisationen
  • TRIGOS 2016 – Einreichungen bis 4. März 2016




Mag. Dr. Rolf Gleißner

Mag. Dr. Rolf Gleißner

Mythos kurzlebige Arbeitswelt: Beschäftigungsdauer stabil



Es gibt Mythen, die sich hartnäckig halten, weil jeder sie ungeprüft vom anderen übernimmt. Dazu zählt der Mythos von den immer kürzeren Arbeitsverhältnissen. Im Rahmen des Mikrozensus erhebt die Statistik Austria jährlich die Dauer der Betriebszugehörigkeit von Arbeitnehmern und kam dabei zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Anteil der kurzen bzw. langen Beschäftigungsverhältnisse war in den letzten 10 Jahren stabil. 2014 hatten 15,5% der Arbeitnehmer eine Betriebszugehörigkeit von weniger als einem Jahr. Das ist nur geringfügig mehr als 2004 mit 14,4%, aber weniger als 2011, als 17,1% der befragten Arbeitnehmer eine so kurze Dauer angaben.

Der Anteil der Arbeitsverhältnisse, die schon mehr als 20 Jahre dauerten, stieg zwischen 2004 und 2014 leicht an. Auch die anderen Segmente waren in dem Zeitraum stabil. 

Diese Stabilität ist nicht nur deshalb erstaunlich, weil ständig behauptet wird, die Arbeitswelt wird immer kurzlebiger, die Dienstverhältnisse immer kürzer. So wurde die Forderung nach Ausweitung der 6. Urlaubswoche etwa damit begründet, dass aufgrund der erhöhten Fluktuation heutzutage weniger Arbeitnehmer Anspruch auf die 6. Urlaubswoche hätten als früher. Nun ist der Anteil der mehr als 20jährigen Dienstverhältnisse sogar leicht gestiegen!

Das Ergebnis überrascht auch deshalb, weil von der Einführung der Abfertigung Neu mit 1.1.2003 eine schrittweise Dynamisierung des Arbeitsmarkts erwartet wurde. Sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern fällt eine Beendigung im neuen System ja leichter, weil Arbeitnehmer nicht mehr die Abfertigung Alt verlieren und sie für Arbeitgeber nicht mehr anfällt.

Anteil der Arbeitnehmer nach Dauer der Betriebszugehörigkeit 2004 - 2014 in Prozent

Anteil der Arbeitnehmer nach Dauer der Betriebszugehörigkeit 2004 - 2014 in %

Quelle: Statistik Austria Mikronzensus

In Deutschland ist der Befund ähnlich: Die Analyse „A quarter of a century of job transitions in Germany“ stellt sogar fest, dass die Zahl der Jobwechsel in Deutschland zwischen 1984 und 2010 rückläufig war.

Fazit: Gerade in der Arbeitswelt und im Sozialwesen sollte man Pauschalaussagen hinterfragen und den Dingen auf den Grund gehen.  

Zur Lage in Deutschland siehe:
http://derstandard.at/2000028447345/Hangover-statt-happy-nach-dem-Jobwechsel
A quarter of a century of job transitions in Germany:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3895325/



Mag. Ulrike Klein

Mag. Ulrike Klein

Gesundheitsförderung: Finanzielle Erleichterung für Betriebe erreicht  


Im Zuge der Steuerreform wurde beschlossen, dass bestimmte Formen von Gesundheitsförderung im Betrieb lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei sind.
Bisher galt das nur für „den geldwerten Vorteil aus der Benützung von Einrichtungen und Anlagen (z.B. Erholungs- und Kurheime, Kindergärten, Sportanlagen, betriebsärztlicher Dienst), die der Arbeitgeber Arbeitnehmern zur Verfügung stellt.“

Nun gilt die Befreiung auch für den geldwerten Vorteil aus „zielgerichteter, wirkungsorientierter Gesundheitsförderung (Salutogenese) und Prävention, soweit diese vom Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenversicherung erfasst sind, sowie von Impfungen.“ Damit wurde eine langjährige Forderung der Wirtschaftskammer Österreich umgesetzt. 

Das Finanzministerium und die Sozialversicherung konkretisierten diese Befreiung durch Leitlinien. Die WKÖ engagierte sich aktiv und konnte folgendes erreichen:

  • Erfasst von der Befreiung sind Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Sucht und psychische Gesundheit.
  • Alle diese Maßnahmen müssen zielgerichtet sein, d.h. ein konkretes Ziel verfolgen wie etwa die Stärkung der Rückenmuskulatur, die Bekämpfung von Übergewicht oder Haltungsschwierigkeiten.
  • Allgemeine Maßnahmen wie etwa Beiträge zu Fitness-Abonnements, Kochkurse oder Vorträge sind daher nicht befreit.
  • Diese Kurse müssen von qualifiziertem Personal durchgeführt werden. Das sind im Bereich Ernährung u.a. Ernährungswissenschaftler und Diätologen, beim Thema Bewegung u.a. Sportwissenschaftler, Sport-Trainer oder Physiotherapeuten und für den Bereich psychische Gesundheit Psychotherapeuten und klinische und Gesundheitspsychologen. Auch Ärzte mit entsprechender Weiterbildung dürfen diese Kurse anbieten.
  • Solche gezielten Kurse können auch außerhalb der Räumlichkeiten des Dienstgebers abgehalten werden, wie etwa in Fitnessstudios. 
  • Auch Impfungen sind befreit, solange sie im Impfplan Österreich des Gesundheitsministeriums als „nationale Impfungen gegen impfpräventable Erkrankungen“ angeführt sind. 

Die gesetzliche Regelung findet sich in § 49 Abs. 3 Z 11 lit. b ASVG für den SV-Bereich und in § 3 Abs. 1 Z 13 EStG für die Lohnsteuer. Diese Leitlinien wurden auf der Website der Sozialversicherung publiziert – Link siehe unten. Auch die Finanzbehörden richten sich nach den Leitlinien.

Es ist erfreulich, dass endlich auch ein finanzieller Anreiz für mehr Gesundheitsförderung im Betrieb gesetzt wurde – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer! 

Links:
Leitlinien zu Gesundheitsförderung und Prävention: https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.632879&version=1471584197#

Anwendungsbeispiele: https://www.sozialversicherung.at/cdscontent/load?contentid=10008.626408&version=1471350947 

Impfplan Österreich 2016: http://bmg.gv.at/home/Impfplan 



Mag. Maria Kaun

Mag. Maria Kaun

Überschüsse bei der Bundesagentur für Arbeit – massive Abgänge beim AMS


Im Jahr 2014 erzielte die deutsche Bundesagentur für Arbeit einen Überschuss in Höhe von 1,58 Mrd. Euro. Gründe dafür sind die steigende Beschäftigung, die gestiegenen Beitragsaufkommen und der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Hingegen verzeichnete die österreichische Arbeitslosenversicherung u.a. aufgrund steigender Arbeitslosigkeit 2014 einen Abgang von 1,17 Mrd €, für 2015 wird ein deutlich höherer Abgang erwartet.

Für 2015 und 2016 rechnet die Bundesagentur mit Überschüssen von 2,8 bzw. 1,8 Mrd Euro.
Optimistischer ist das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das Überschüsse von 3,5 bzw. 3,7 Mrd Euro prognostiziert. Man geht weiterhin von steigender Beschäftigung, kräftigen Lohnsteigerungen und sinkenden Arbeitslosenzahlen aus.

Der massive Zustrom von Flüchtlingen betrifft die Bundesagentur kaum. Denn Flüchtlinge haben meist keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, allerdings beanspruchen sie Sozialleistungen, die aber vor allem die Kommunen massiv belasten.

Die Bundesagentur plant für 2016, 350 Mio Euro für die Integration von Flüchtlingen auszugeben. Die Bundesagentur setzt insbesondere auf Kompetenzfeststellung, berufliche Weiterbildung sowie die Ausbildung von Jugendlichen. In Ö stehen dem AMS 2016 bis zu 70 Mio. Euro und 2017 bis zu 80 Mio. Euro für die Integration anerkannter Flüchtlinge zur Verfügung. Für die Gruppe von Asylberechtigten können aus diesen Mitteln auch Deutschkurse, Kompetenzchecks und falls nötig (Nach-) Qualifizierungen finanziert werden.

Altersteilzeit: In Deutschland abgeschafft, in Ö Fass ohne Boden 

Die Ausgaben für die deutsche Altersteilzeit sind rückläufig, weil nur mehr auslaufende Altersteilzeitvereinbarungen gefördert werden. Ganz anders in Ö, wo die Ausgaben für Altersteilzeit rasant von 213,5 Mio Euro im Jahr 2014 auf 243,5 Mio Euro 2015 steigen. Hintergrund ist das anachronistisch niedrige Zugangsalter von 53 bzw. 58 Jahren. 2016 droht ein weiterer Kostenschub, weil ab dann die erweiterte Altersteilzeit (Teilpension) gilt.

Angesichts der rosigen Aussichten schlägt das IfW eine Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags von 3 auf 2,7% vor. Zum Vergleich: Der österreichische Satz beträgt 6 Prozent und deckt dennoch die Ausgaben bei weitem nicht ab. Der Abgang wird – im Gegensatz zu Deutschland – automatisch vom Bundesbudget abgedeckt. 

Warum klaffen Gebarung und Beitragssatz zwischen Deutschland und Österreich so auseinander? Abgesehen von der gegensätzlichen Wirtschafts- und Arbeitsmarktentwicklung ist ein wesentlicher Grund, dass in Ö die Notstandshilfe aus dem Arbeitsmarktbudget finanziert wird, während die Grundsicherung in Deutschland (Hartz IV) aus Steuermitteln bezahlt wird.   

Die Bundesagentur muss unabhängig wirtschaften

Zudem gibt es in Deutschland keine Ausfallhaftung des Bundes, diese wurde 2006 abgeschafft. Dadurch stieg der Druck auf die Bundesagentur, Mittel wirtschaftlich und wirkungsorientiert einzusetzen. 

Der Erfolg gibt Deutschland und seinen Reformschritten Recht. Ö sollte sich daran ein Beispiel nehmen. Die Grundsicherung ist eine allgemeine Aufgabe und wird daher in keinem Land überwiegend vom Beitragszahler, also den Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert und damit vom Faktor Arbeit getragen.

https://www.ifw-kiel.de/medien/medieninformationen/2015/hohe-uberschusse-in-der-arbeitslosenversicherung-2013-beitragssatz-sollte-sinken 


Lob der Mehrheitsgesellschaft


Die Neue Zürcher Zeitung beschreibt, warum die Integration in der Schweiz bis jetzt besser funktioniert als in vielen europäischen Nachbarländern.

http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/lob-der-mehrheitsgesellschaft-ld.4515



Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft präsentiert

Mit dem Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft „Gesundheit 2015“ ist bereits zum siebenten Mal ein umfassendes und kompaktes Nachschlagewerk zu den wichtigsten Eckpunkten der heimischen Gesundheitspolitik und -wirtschaft erschienen. Cover und Inhalte wurden komplett überarbeitet. Erstellt wir das Buch von der „Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich“, einer Initiative von WKÖ und Sanofi. Schwerpunkt sind diesmal chronische Krankheiten. Prävention und Aufklärung sind hier besonders wichtig.

 Kostenlose Bestellung des Jahrbuchs unter www.gesundheitspolitik2015.at
Eindrücke von der Präsentation unter www.wirmachengesundheit.at.



Gütesiegel für alternsgerechte Unternehmen /Organisationen

NESTORGOLD  ist das Gütesiegel für alternsgerechte Unternehmen/Organisationen. Um möglichst viele Unternehmen für Generationenmanagement zu sensibilisieren, wurde die Vor-Stufe NESTORGOLD  BEWEGT entwickelt: Sie besteht aus der Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Verankerung von effektivem Generationenmanagement im Unternehmen/in der Organisation. Die Stufe NESTORGOLD BEWEGT bietet dabei einen einfachen Einstieg ins Generationenmanagement über einen klaren Maßnahmenplan. Dieser Maßnahmenplan soll innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden. Die Urkunde NESTORGOLD BEWEGT wird nach Abnahme des Maßnahmenplans vom Sozialminister verliehen.

Näheres unter: http://www.nestorgold.at/cms/nestor/attachments/2/6/0/CH2020/CMS1435757147126/nestorgold_-_informationsblatt.pdf



TRIGOS 2016 – Einreichungen bis 4. März 2016

Österreichs renommierteste Auszeichnung für Corporate Social Responsibility (CSR)

Bereits zum 13. Mal wird heuer der TRIGOS, Österreichs renommierteste Auszeichnung für Corporate Social Responsibility (CSR), an jene Unternehmen vergeben, die CSR in Handlungsfeldern wie Umwelt, Gesellschaft und Personal ganzheitlich umsetzen. Bis zum 4. März 2016 können sich Betriebe in folgenden Kategorien bewerben:

  • Ganzheitliches CSR-Engagement: Diese Kategorie wird je einmal an einen Klein-, Mittel- und Großbetrieb vergeben. Im Falle einer erneuten Einreichung seit 2013 wird auch die Weiterentwicklung der Maßnahmen beurteilt.
  • Beste Partnerschaft: Unabhängig von der Unternehmensgröße wird die Kategorie „Beste Partnerschaft“ zwei Mal vergeben, und zwar für nationale sowie internationale Partnerschaftsprojekte. Seit 2015 können sich nicht nur Partnerschaften zwischen unternehmerischen und nicht-unternehmerischen Partnern, sondern auch Partnerschaften zwischen mehreren unternehmerischen Partnern bewerben.
  • Social Entrepreneurship: In dieser Kategorie werden jene Unternehmen ausgezeichnet, die an der Lösung gesellschaftlicher oder ökologischer Probleme arbeiten und für die die Gewinnerzielung nicht Hauptmotiv ist.

Bewerbung bis einschließlich 4. März 2016 unter: www.trigos.at/einreichen

Rückfragen und Ansprechpartner zum TRIGOS:
TRIGOS-Büro: Mag. Karin Haselböck/Conni Forsthuber/Laura Bischof
Wiedner Hauptstraße 24/11, 1040 Wien
Tel: 01/7101077-12; Email: office@trigos.at



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