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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit

SPIKI SozialPolitik Informativ-Kurz-Innovativ


2.10.2015

  • OECD-Bericht zu Arbeit und psychischer Gesundheit legt Systemdefizite offen  
  • Tipps & Lösungen zu alternsgerechtem Arbeiten
  • Externe Betreuung von Kleinkindern seit 2007 fast verdoppelt
  • Pro & contra Arbeitszeitverkürzung 
  • Ungleichheit, das richtige Maß
  • Die Schweiz reduziert die Sozialhilfe
  • Fünf vor zwölf im Rentnerparadies Österreich
  • Arbeitsrecht für Arbeitgeber, neue 14. Auflage



Mag. Dr. Rolf Gleißner

Mag. Dr. Rolf Gleißner

OECD-Bericht zu Arbeit und psychischer Gesundheit legt Systemdefizite offen  


Der aktuelle OECD-Bericht zu Arbeit und psychischer Gesundheit rückt sachlich und faktenbasiert Mythen zurecht und zeigt eine Fülle an Systemdefiziten und Lösungen auf. In dem aktuellen Bericht hält die OECD fest: Der Anstieg der Anträge auf Invaliditätspension aufgrund psychischer Erkrankungen ist nicht auf einen tatsächlichen Anstieg der Fälle zurückzuführen, sondern auf die verstärkte Diagnose dieser Krankheitsbilder. Das liegt daran, dass psychische Erkrankungen heute nicht mehr tabuisiert, sondern akzeptiert werden. Dem entspricht, dass etwa der Arbeitsklimaindex der AK Oberösterreich im Langzeitvergleich eine sinkende physische und psychische Belastung in Österreich ausweist. Auch zeigen alle Umfragen eine im internationalen Vergleich hohe Arbeitszufriedenheit der Österreicher.

AK OÖ: Belastung in Ö rückläufig!

Diese Erkenntnisse widerlegen alle Stimmen, die die heimische Arbeitswelt pauschal schlechtreden und für alle Probleme verantwortlich machen wollen. Von Statistiken über Sozialleistungen kann nicht auf den tatsächlichen Gesundheitszustand geschlossen werden. Natürlich gibt es ein Problem und Handlungsbedarf, wenn Krankenstände und Invaliditätspensionen aus psychischen Gründen massiv zunehmen. Ursachen dafür sind aber vor allem Systemdefizite, die die OECD auch klar aufzeigt.

OECD empfiehlt rigorose Umsetzung von Reha vor Pension

So befürwortet die OECD zwar das Prinzip Rehabilitation und Integration vor Pension, vermisst aber die Wirkung in Österreich. Es ist bisher kaum gelungen, betroffene Personen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die OECD empfiehlt daher eine rigorose Umsetzung des Prinzips und vorweg eine genaue Prüfung der Wirkung von Rehabilitationsmaßnahmen. Weiters legt die OECD Österreich nahe, Frühpensionen aus psychischen Gründen zu verhindern, ein Modell für Teilarbeitsfähigkeit und Wiedereingliederung zu entwickeln und für eine verbesserte und frühzeitige Kooperation zwischen Behörden zu sorgen.

Fazit: Arbeit kann physisch und psychisch belasten, aber auch Sinn, Struktur und Wohlstand geben. Schließlich sind für die Gesundheit eines Individuums auch seine spezielle Lebenssituation und seine Verhaltensweisen außerhalb der Arbeitszeit wesentlich. Ein Vollzeitbeschäftigter verbringt ja maximal 10% seiner Lebenszeit am Arbeitsplatz.

OECD-Bericht unter:
http://www.oecd.org/employment/mental-health-and-work.htm




Mag. Maria Kaun

Mag. Maria Kaun

Tipps & Lösungen zu alternsgerechtem Arbeiten


Der neue Online-Ratgeber zur Umsetzung von alternsgerechtem Arbeiten im Betrieb ist online - www.arbeitundalter.at

Die Lebenserwartung steigt stetig, ebenso der Anteil Älterer in den Belegschaften. Daraus ergeben sich viele Fragen für Betriebe: Was bedeutet die Alterung der Belegschaft, der Kunden für mich als Betrieb? Wie wettbewerbsfähig und innovativ bleiben? Wie bleiben die Mitarbeiter gesund und motiviert?

Diese Fragen beantworten die Tipps & Lösungen zu alternsgerechtem Arbeiten der Sozialpartnerinitiative www.arbeitundalter.at. WKÖ, IV, ÖGB und AK haben mit Unterstützung der AUVA gemeinsam ein in Europa einzigartiges Online-Produkt für Betriebe und Belegschaftsvertreter entwickelt.

Alternsgerechte Gestaltung ist auch für KMU ein Gewinn

Große Betriebe haben Know-how und Ressourcen, was alternsgerechten Arbeiten betrifft, kleine und mittelständische Betriebe müssen sich dieses Wissen aneignen oder es zukaufen. Deswegen hat die Initiative Arbeit & Alter gemeinsam mit praktisch erfahrenen Unternehmensberaterinnen das leicht umsetzbare Angebot „Alternsgerecht arbeiten- Tipps und Lösungen“ für den Betrieb entwickelt.

Dass die Vorschläge von allen Sozialpartnern empfohlen werden, sollte zu hoher Akzeptanz bei Betriebsführung und Belegschaft führen. Zu den vier Bereichen Führung, Weiterbildung, Gesundheit und Arbeitsorganisation bietet die Website einen Mix aus Information, praktischen Beispielen und konkreten Instrumenten an. So hat nach Studien eine wertschätzende Führung einen doppelt so hohen Einfluss auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit als Sport in der Freizeit oder die Reduktion von Fließbandarbeit.

Der Lernerfolg ist nachhaltiger, wenn das Gelernte am Arbeitsplatz besprochen wird. Die Ergonomie ist schon eine „alte Wissenschaft“, aber am Arbeitsplatz kann noch vieles optimiert werden, um Beanspruchungen zu vermindern. Hebe- und Tragehilfen, aber auch Veränderungen bei Arbeitsabläufen reduzieren Muskelarbeit und Kraftaufwand.

Beschäftigungsfähigkeit steigert Produktivität und Motivation

Alternsgerechtes Arbeiten heißt, dass alle Generationen ihr Arbeitspotenzial entfalten können. Dies steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Es geht nicht um die Bevorzugung älterer Mitarbeiter, sondern um passende Angebote für alle Altersgruppen im Betrieb, um auch für alle Generationen attraktiv zu sein.

Zitat nach Karl Farkas: Schau´n Sie sich das an!

www.arbeitundalter.at
Der Folder „Alternsgerecht arbeiten Tipps & Lösungen“ beschreibt prägnant die neuen Inhalte der Website, eignet sich gut zur Auflage bei Veranstaltungen und kann unter sp@wko.at bestellt werden.



Dr. Ingomar Stupar

Externe Betreuung von Kleinkindern seit 2007 fast verdoppelt

Bei den unter Dreijährigen stieg die externe Betreuungsquote auf 23,8% (+ 12%), bei den Drei- bis Fünfjährigen auf 92,3% (+ 6,3%).

Die neueste Kindertagesheimstatistik der Statistik Austria zeigt auf, dass im Kindergartenjahr 2014/15 insgesamt 57.525 der 0- bis 2-Jährigen eine Kinderbetreuungseinrichtung besuchten. 2007/08, also vor Einführung der Förderungen von Bund und Ländern für den Ausbau der Kinderbetreuung waren es noch nicht einmal halb so viele. Auch bei den 3- bis 5-Jährigen bedeuteten 223.517 betreute Kinder einen neuen Höchststand.

Zu Kindertagesheimen zählen alle Krippen, Kindergärten, altersgemischte Kinderbetreuungseinrichtungen, Kindergruppen, Schülerhorte, Tagesheimstätten und ähnliche. Tageseltern sind aber nicht berücksichtigt. 

0- 2-Jährige: große Zuwächse in allen Bundesländern

Bei den Betreuungszahlen der 0- bis 2-jährigen Kinder gibt es im Siebenjahresvergleich bei allen Bundesländern große Zuwächse, den größten in Niederösterreich von 3.825 auf 10.397 Kinder (+171,8%). Der Anstieg in diesem Bundesland ist allerdings nicht nur auf die Schaffung neuer Betreuungsplätze für Kleinkinder, sondern auch auf die im September 2008 in Niederösterreich durchgeführte Öffnung der Kindergärten für Zweieinhalbjährige zurückzuführen. 

In Wien wurden 2014/15 sogar schon vier von zehn Kleinkindern in einem Kindertagesheim betreut (40,2%). Damit liegt die Bundeshauptstadt klar über dem Österreich-Durchschnitt von 23,8%.

Österreichweit besuchte knapp die Hälfte der Zweijährigen eine Kinderbetreuungseinrichtung (49,7%), bei den Einjährigen lag die Betreuungsquote bei 19,9%. 1,7% der Kinder unter 12 Monate waren in einem Kindertagesheim untergebracht.

3- bis 5-Jährige: ebenfalls neuer Höchststand 

223.517 Kinder von 3 bis 5 Jahre besuchten ein Kindertagesheim oder als vorzeitig Eingeschulte bereits eine Schule, um 15.322 mehr als vor sieben Jahren (+7,4%). Die Betreuungsquote lag österreichweit bei 92,3%, wobei das Burgenland mit 98,0% und Niederösterreich mit 96,0% die höchsten Werte aufwiesen. Die Steiermark (85,7%) und Kärnten (87,5%) lagen hingegen relativ deutlich unter dem Österreich-Durchschnitt. 

Kinderbetreuung


Fazit: Beim Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen wurden in den letzten Jahren viele Fortschritte erzielt. Nun gilt es den Ausbau weiter zu forcieren, um das Barcelona-Ziel (33% Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen) zu erreichen. Bei den Öffnungszeiten besteht noch Handlungsbedarf: Durchschnittlich 21,9 Schließtage sind zuviel für berufstätige Eltern. Wir fordern daher, dass Betreuungseinrichtungen höchstens 3 Wochen im Jahr geschlossen werden können und mindestens 50 Stunden pro Woche geöffnet haben.

Kindertagesheimstatistik unter
http://www.statistik.at/web_de/services/publikationen/5/index.html



Pro & contra Arbeitszeitverkürzung 

Die Österreichische Gesellschaft für Europapolitik hat soeben zwei kontroversielle Beiträge zur Arbeitszeitverkürzung auf ihre Webseite gestellt. Die Beiträge stammen von Univ.-Prof. Flecker und Dr. Rolf Gleißner.

Links
http://oegfe.at/wordpress/blog/2015/10/01/arbeitszeitverkuerzung-die-rechnung-geht-nicht-auf/
http://oegfe.at/wordpress/blog/2015/10/01/arbeitszeitverkuerzung-als-antwort-auf-gesellschaftliche-herausforderungen-in-oesterreich-und-europa/



Ungleichheit, das richtige Maß

Univ.-Prof. Keuschnigg analysiert den österreichischen Sozialstaat. Er ortet einen Konsens, Ungleichheit zu reduzieren, plädiert aber für Maßnahmen vor allem im Bildungsbereich, die Ungleichheit vorweg verhindern. Nach Keuschnigg schafft Umverteilung zwar mehr Gleichheit, lähmt aber das Wachstum. Der Staat sollte daher maßvoll, transparent und treffsicher umverteilen.

http://www.format.at/wirtschaft/oesterreich/ungleichheit-mass-5842044



Die Schweiz reduziert die Sozialhilfe

Obwohl die Schweiz Budgetüberschüsse hat, besteht ein Konsens, dass Sozialhilfe nicht überversorgen, sondern aktivieren soll. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet, dass Großfamilien und junge Erwachsene daher ab 2016 weniger Sozialhilfe erhalten sollen und Sanktionen verschärft werden. Österreich hat das selbe Problem, nun verschärft durch die Flüchtlingskrise, dennoch unternehmen Bund und Länder nichts in diese Richtung. Dabei spricht sogar das Regierungsprogramm von der „Vermeidung von Beschäftigungshemmnissen“.

http://www.nzz.ch/schweiz/sozialhilfe-wird-reduziert-1.18616887



Fünf vor zwölf im Rentnerparadies Österreich

Österreich verfügt über ein großzügiges Rentensystem, schreibt die Neue Zürcher Zeitung. Aber man kann es sich längerfristig nicht leisten. Die Politik scheitert an der Stabilisierung. Nötig wäre ein Blick über den Tellerrand.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/fuenf-vor-zwoelf-im-rentnerparadies-oesterreich-1.18617475



Arbeitsrecht für Arbeitgeber, neue 14. Auflage

Das gut eingeführte, sehr praxisorientierte Fachbuch von Dr. Thomas Rauch behandelt auf 883 Seiten unter anderem Themen, die wesentlich, aber in der sonstigen Literatur oft vernachlässigt sind, wie etwa Alkohol am Arbeitsplatz, Rauchpausen, Krankenstandsmissbrauch und Detektiveinsatz, private Nutzung des Firmen-PC, Beschimpfungen von Arbeitgebern und Mitarbeitern etc.

In die 14. Auflage wurden insbesondere die Neuerungen zum Lohn-und Sozialdumping, zum AZG und zum ASchG, die neue Verordnung zu Fachkräften in Mangelberufen (§ 12a AuslBG) und etliche neue Entscheidungen der Höchstgerichte aufgenommen.

Details und Bestellung unter
http://www.lindeverlag.at/titel-80-80/arbeitsrecht_fuer_arbeitgeber-6297/


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