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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit

SPIKI SozialPolitik Informativ-Kurz-Innovativ


11.6.2015

  • Österreicher zählen zu Europas glücklichsten Arbeitnehmern
  • Bertelsmann-Studie: Deutschland braucht Zuwanderung -
    qualifizierte Zuwanderung und „Willkommenskultur“ als Zukunftsfaktoren
  • Erwerbsformen in Ö: Normale Dienstverhältnisse stabil, Teilzeit nimmt zu




Mag. Sabine Brunner

Mag. Sabine Brunner

Österreicher zählen zu Europas glücklichsten Arbeitnehmern


Ein aktuell veröffentlichter Barometer von Edenred-Ipsos bescheinigt den Österreichern im Europavergleich eine hohe Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Bei dieser Online-Umfrage wurden im Januar 2015 rund 13.600 Arbeitnehmer aus 14 EU-Staaten befragt. Die Arbeitszufriedenheit liegt im Europadurchschnitt bei 38 Prozent, wobei rund 36 Prozent der befragten Europäer ihre Lebensqualität im beruflichen Umfeld als hoch einstufen.

In Österreich sind mehr als die Hälfte aller befragten Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitsumfeld „oft“ zufrieden. Damit liegt unsere Nation nur knapp hinter den Niederlanden, wo sich rund 63 Prozent der Befragten am Arbeitsplatz häufig wohlfühlen. Dafür stufen die Österreicher die Lebensqualität am Arbeitsplatz um 10 Prozent höher ein als die niederländischen Arbeitnehmer. Auch in diesem Bereich zählt Österreich daher mit Platz 2 zu den europäischen Spitzenreitern. 

Österreich vor Deutschland, Schweden und Finnland

Die Unterschiede zwischen den an der Befragung teilnehmenden Nationen sind enorm: Das Schlusslicht mit einer beruflichen Zufriedenheit von rund 22 Prozent bildet Polen, knapp gefolgt von der Tschechischen Republik mit nur 27 Prozent. In Polen geben 13 Prozent der Teilnehmer sogar an, dass sie in ihrem Beruf „niemals“ glücklich seien.

Auch andere europäische Länder überraschen mit ihren Ergebnissen. Im Gegensatz zu Österreich gibt in Deutschland, aber auch im vielgelobten Skandinavien weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer an, dass sie in ihrem Beruf „oft“ glücklich sind.

Grafik: Hapiness at work

Die Umfrageergebnisse entsprechen früheren internationalen Erhebungen: Nach dem Flash Eurobarometer 398 der Europäischen Kommission vom April 2014 liegt Österreich in der EU hinter Dänemark an zweiter Stelle bei der Mitarbeiterzufriedenheit. Nach dem European Working Conditions Survey erreicht Österreich bei der Arbeitszufriedenheit Platz 5 – unter 34 europäischen Ländern.

Diese internationalen Ergebnisse können als Auszeichnung für Österreichs Arbeitgeberbetriebe angesehen werden. Sie widerlegen klar die ideologisch motivierten Stimmen, die die heimische Arbeitswelt permanent schlechtreden.

Umfrage von Edenred-Ipsos unter
http://www.epresspack.net/mmr1/download?id=10867&pn=759726-pdf



MMag. Margit Kreuzhuber

MMag. Margit Kreuzhuber

Bertelsmann-Studie: Deutschland braucht Zuwanderung -
qualifizierte Zuwanderung und „Willkommenskultur“ als Zukunftsfaktoren


Die aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung „Zuwanderungsbedarf aus Drittstaaten in Deutschland bis 2050 – Szenarien für ein konstantes Erwerbspersonenpotenzial unter Berücksichtigung der zukünftigen inländischen Erwerbsbeteiligung und der EU-Binnenmobilität“ prognostiziert Deutschland eine dramatische demographische Entwicklung und enthält Einschätzungen, die auch auf Österreich umgelegt werden können.

Zuwanderung wird auch aufgrund der Arbeitsmarktlage vielfach als Problem diskutiert. Die Studie zeigt aber, dass qualifizierte Zuwanderung langfristig massiv zum Erhalt des Wohlstands und zur Sicherung der sozialen Systeme beitragen kann.

Ein relativ konstantes Erwerbspersonenpotenzial ist eine Grundvoraussetzung für den Wohlstand und die wirtschaftliche Stabilität eines Landes. Fehlen qualifizierte Arbeitskräfte, kann dies zur Stagnation oder gar Schrumpfung führen: Unternehmen müssen ihre Geschäftstätigkeiten einschränken oder ins Ausland verlagern oder Löhne zahlen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit einschränken. Steigende Kosten für immer mehr Pensionisten, soziale Sicherungssysteme sowie sonstige staatliche Ausgaben, z.B. für Infrastruktur, müssen von weniger Schultern getragen werden, sodass Steuern und Sozialabgaben massiv steigen.

Das Statistische Bundesamt rechnet damit, dass aus Mangel an Geburten die Zahl der Deutschen im erwerbsfähigen Alter bis zum Jahr 2060 um fast 35% zurückgeht. Ohne Zuwanderung würde das Arbeitskräftepotenzial in Deutschland zwischen 2012 und 2050 um fast 16,2 Mio Personen von 45,1 Mio auf unter 29 Mio Menschen sinken. Nimmt man die durchschnittliche jährliche Nettozuwanderung der vergangenen 60 Jahre an, das waren rund 200.000 Personen, so bringt dies ein Arbeitskräftepotenzial von 6,8 Mio (Migrationseffekt). Kann die Erwerbsbeteiligung in realistischem Maß angehoben werden, bringt das um 1,1 Mio mehr Arbeitskräfte (Verhaltenseffekt). Doch auch wenn man diese Effekte einrechnet, ist ein massiver  Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials zu erwarten.

Zuwanderung bremst den Rückgang bei Erwerbspersonen, stoppt ihn aber nich

Grafik: Erwerbspersonenpotenzial bis 2050

Eine weitere Maßnahme zur Stabilisierung des Erwerbspersonenpotenzials ist die Mobilisierung der inländischen Potenziale. Setzt man hier weitreichende Maßnahmen, die zur Angleichung der Erwerbsquoten von Männern und Frauen sowie zur Rente mit 70 Jahren ab dem Jahr 2035 führen, so können dadurch bis zum Jahr 2050 zusätzlich maximal 4,4 Mio potenzielle Arbeitskräfte in Deutschland gewonnen werden. Anmerkung: Österreich erreicht 2033 gerade erst die Rente mit 65 Jahren und ist damit Schlusslicht in der EU.

Grafik: Effekte höherer Erwerbsquoten

Selbst bei extremer Steigerung der Erwerbsquoten inkl. Rente mit 70 würde Deutschland aber eine Nettozuwanderung von 346.000 pro Jahr benötigen, um das Erwerbspersonenpotenzial bis 2050 konstant zu halten. Wenn die Rente mit 70 und die Angleichung der Erwerbsquoten nicht ganz erreicht werden, wäre sogar eine jährliche Nettozuwanderung von 533.000 nötig, um das Arbeitskräftepotenzial stabil zu halten.

Hohe Zuwanderung aus der EU wird nicht anhalten

Nun wird für 2014 mit einer Rekord-Nettozuwanderung nach Deutschland von mindestens 470.000 Personen gerechnet, knapp 300.000 davon aus der EU. Auf eine nachhaltig starke Zuwanderung aus der EU kann man aber nicht setzen: So wird die durchschnittliche EU-Nettozuwanderung bis 2050 voraussichtlich nur zwischen 42.000 und 70.000 Personen liegen. Die Gründe für den starken Rückgang der Nettozuwanderung aus der EU:

  • Die Zuwanderung aus den neuen EU-Staaten geht kontinuierlich zurück.
  • Mittel- und langfristig ist eine ökonomische Konvergenz zwischen den EU-Staaten beabsichtigt und zu erwarten, sodass der Anreiz zur Migration schwindet. 
  • Die Bevölkerung der wichtigsten Emigrationsländer, insbesondere der neuen EU-Staaten, schrumpft langfristig und damit auch das Migrationspotenzial.

Um die rückläufige Zuwanderung aus der EU auszugleichen, müsste die Zuwanderung aus Drittstaaten auf jährlich zwischen 276.000 (bei extremer Steigerung der Erwerbsquoten und relativ günstiger EU-Zuwanderung) und 491.000 (bei normaler Steigerung der Erwerbsquoten und relativ niedriger EU-Zuwanderung) steigen. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre lag die Nettozuwanderung aus Drittstaaten nach Deutschland bei weniger als 100.000.

Daraus folgt zweierlei: Einerseits müsste die Anstrengungen für qualifizierte Zuwanderung massiv verstärkt werden. Denn nur diese stärkt Wirtschaft und Sozialsysteme. Andererseits müssten die Fortzüge z.B. durch gezielte Integrationspolitik reduziert werden. Auch hier liegt ein wesentliches Potenzial angesichts der Tatsache, dass jährlich 300.000 Migranten aus Drittstaaten Deutschland wieder verlassen.

Auch eine pronatalistische Familienpolitik wie in Frankreich kann zur Stabilisierung beitragen. Allerdings wirkt diese nur sehr langfristig.

In Deutschland spricht man von der „demographischen Keule“.  Um das Erwerbspotenzial bis 2050 aufrecht zu erhalten, müsste die Zuwanderung massiv ansteigen, was sich schwer realisieren lassen wird. Ein Maßnahmenpaket aus höheren Erwerbsquoten, längeren Arbeitszeiten, längerer Lebensarbeitszeit und mehr Zuwanderung kann den Rückgang des Erwerbspotenzials jedoch bremsen und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Wohlstand und Sicherung der Sozialsysteme zumindest abfedern.

Fazit für Österreich

Wenngleich Deutschland von der “demographischen Keule“ stärker betroffen sein wird als Österreich, lassen sich die grundlegenden Entwicklungen und Handlungsoptionen auch auf Österreich übertragen. Auch bei uns wird die Zuwanderung bald versiegen, zumal in Deutschland – derzeit eines der wichtigsten Herkunftsländer – der Arbeitsmarkt bald austrocknet.

Gerade angesichts der aktuellen emotionalen Diskussionen sollte man die langfristige Bedeutung von qualifizierter Zuwanderung im Auge behalten. Sowohl Probleme als auch Chancen von Zuwanderung sollten sachlich thematisiert werden. In diesem Zusammenhang sollte man nicht vergessen, dass die Willkommenskultur vor allem für internationale Talente und Spitzenkräfte eine große Rolle bei der Entscheidung für ein Land spielt. Überhitzige Diskussionen können dem internationalen Image Österreichs nachhaltig schaden. 

Link zur Studie:
http://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_IB_Zuwanderungsbedarf_aus_Drittstaaten_in_Deutschland_bis_2050_2015.pdf




Mag. Dr. Rolf Gleißner

Mag. Dr. Rolf Gleißner

Erwerbsformen in Ö: Normale Dienstverhältnisse stabil, Teilzeit nimmt zu


Die Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria spiegelt die Entwicklung der Erwerbsformen wider. Die Bremsspuren am Arbeitsmarkt werden auch hier sichtbar: Der Anteil der Vollzeitdienstverhältnisse an der erwerbsfähigen Bevölkerung ist 2014 leicht zurückgegangen. Im langjährigen Vergleich ist der Vollzeitanteil allerdings stabil. Auch die meisten anderen Segmente verändern sich kaum. Eine Zunahme atypischer Verhältnisse ist nicht erkennbar.

Grafik: Anteil an der erwerbsfähigen Bevölkerung in Prozent

Nur zwei Segmente verschieben sich: Der Anteil der inaktiven Bevölkerung geht stetig zurück. Hingegen steigt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten Jahr für Jahr an. Nach Eurostat arbeiten 27,7% aller Beschäftigten (Anmerkung: die oberen Zahlen beziehen sich auf die gesamte erwerbsfähige Bevölkerung) in Ö Teilzeit, das ist der zweithöchste Anteil in der EU nach den Niederlanden, wo jeder zweite (!) Teilzeit arbeitet. Im EU-Schnitt sind es 20,2%.

Teilzeit ist eindeutig gewollt: Nach Eurostat arbeiteten 2014 nur 11,5% der Teilzeitbeschäftigten unfreiwillig Teilzeit, im EU-Schnitt waren es 29,4%!

Der Trend zu Teilzeit entspricht dem Trend zur erhöhten Frauenbeschäftigung, wird aber in Ö zusätzlich massiv gefördert:

Die meisten Teilzeitbeschäftigten zahlen keine Lohnsteuer und keinen Arbeitslosenversicherungsbeitrag (bei voller Versicherung). Sie erhalten sogar eine Negativsteuer, also einen Transfer vom Finanzamt. Geringfügig Beschäftigte zahlen gar keine Direktabgaben, sind aber meist anderweitig versichert. Altersteilzeit wird massiv aus Beitrags- und Steuermitteln subventioniert. Das alles gilt unabhängig von der Bedürftigkeit, also auch dann, wenn der Partner/die Partnerin ein hohes Einkommen hat. Steigt eine Teilzeitkraft auf Vollzeit um, fallen nicht nur die obigen massiven Abgaben an, sondern gehen auch viele Sozialtransfers verloren. Ein großer Frisörunternehmer beklagte neulich, dass er aus diesen Gründen nur Teilzeit-, aber keine Vollzeitbeschäftigen findet, 30 Personen würde er sofort einstellen.

Im Zuge der Steuerreform wird nun die Negativsteuer massiv angehoben, Teilzeit wird damit noch attraktiver. Es soll sich nur hinterher niemand beschweren, wenn bald jede/r Dritte Teilzeit arbeitet. Die Politik hat es so gewollt. 




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