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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit

SPIKI SozialPolitik Informativ-Kurz-Innovativ


4.5.2015

  • Reichtum macht nicht gesund
  • Trend zu Teilzeit von Politik gefördert
  • Familienpolitik: Geldleistungen immer noch wichtiger als Sachleistungen 
  • Neue Homepage www.barriere-check.at begleitet Unternehmen auf dem Weg zur Barrierefreiheit
  • Junge arbeiten für ein Taschengeld
  • Veranstaltungstipp: ZAS-Tag 15. 10. 2015 – Schwerpunkt Beschäftigungsformen und Abgrenzungsfragen
  • Veranstaltungstipp: Jahreskonferenz des European Institute of Social Security in Wien




Mag. Ulrike Klein

Mag. Ulrike Klein

Reichtum macht nicht gesund


Reiche Menschen leben länger, das steht fest. Daraus wird häufig vereinfacht geschlossen, dass Armut krank macht. Dass zwischen Gesundheit und Reichtum kein Kausalzusammenhang besteht, belegt nun eine aktuelle Studie. Ein internationales Forscherteam untersuchte eine Gruppe, bei der Reichtum unverhofft auftritt: Lottogewinner.

Die Forscher aus Schweden, Großbritannien und den Vereinigten Staaten widmeten sich unter anderem der Frage, ob Reichtum gesund macht. Sie analysierten die Gesundheitsdaten von über 2.000 Gewinnern stattlicher Lottopreise über zwei Jahrzehnte.  Das Ergebnis: Die Lottogewinne brachten den Personen zwar mehr Geld, aber keine längere Lebenserwartung. Auch an den Krankenhaus-Aufenthalten und am Medikamentenkonsum änderte sich nichts. Ebenso wenig an der Gesundheit der Kinder der Lottogewinner.   
Die Gewinne wurden teils monatlich über einen längeren Zeitraum, teils einmalig ausbezahlt. Die Ergebnisse dieser beiden Gruppen waren fast gleich. 

Die Studie wurde in Schweden durchgeführt, das für sein egalitäres Gesundheitssystem bekannt ist. Dieser potentielle Einwand gegen die Studienergebnisse wird allerdings dadurch abgeschwächt, dass die Unterschiede zwischen Arm und Reich bei der Lebenserwartung in den USA nicht höher sind. Und das, obwohl das Gesundheitssystem dort zum großen Teil privat organisiert ist. 

Die Ergebnisse der Studie sind wenig überraschend. „Armutsexperten“ argumentieren gern, dass reiche Menschen sich bessere Ärzte leisten können und genug Geld für gesunde Lebensmittel haben. Doch hat in Österreich jeder Zugang zu denselben hochwertigen medizinischen Leistungen. Und welche Lebensmittel sind günstig? Nicht verarbeitete Produkte wie Gemüse und Obst. Der Lebensmittelhandel bietet in allen Preiskategorien Nahrungsmittel höchster Qualität an. Jeder kann sich in Österreich gesundes Essen leisten. Die Frage ist nur: Bin ich über den Effekt meines Essverhaltens informiert? Weiß ich wie man gesund kocht, z.B. mit verschiedenen Gemüsesorten? Das gilt auch für andere Bereiche: Sind mir die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Alkohol, Zigaretten und Bewegungsmangel bewusst?

Hier stößt man auf den Hauptgrund für mangelnde Gesundheit bei weniger einkommensstarken Gruppen: Bildung. Weniger einkommensstarke Gruppen sind regelmäßig auch weniger gebildet. Auch wenn es in den Ohren vieler politisch nicht korrekt klingen mag: Bildungsmangel macht krank, nicht Geldmangel.

Grafik

Wer gebildeter ist, lebt länger


Link zur Studie: http://www.ifn.se/eng/publications/wp/2015/1060
Presse-Artikel: http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/4700292/Studie_Man-lebt-nicht-laenger-nur-weil-man-reich-ist
FAZ-Artikel: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/lebenserwartung-von-armen-und-reichen-in-sozialen-schichten-13519176.html





Dr. Rolf Gleißner

Dr. Rolf Gleißner

Trend zu Teilzeit von Politik gefördert


Nach Eurostat arbeiteten 2014 27,7% aller Beschäftigten (Anmerkung: die oberen Zahlen beziehen sich auf die erwerbsfähige Bevölkerung) in Ö Teilzeit, das ist der zweithöchste Anteil in der EU nach den Niederlanden, wo jeder zweite (!) Teilzeit arbeitet. Im EU-Schnitt sind es 20,2%. Teilzeit ist eindeutig gewollt: Nach Eurostat wollen nur 14,9% der Teilzeitbeschäftigten in Ö mehr arbeiten, im EU-Schnitt immerhin 22,2%.

Der Trend zu Teilzeit entspricht dem Trend zur erhöhten Frauenbeschäftigung, wird aber in Ö zusätzlich massiv gefördert:

Die meisten Teilzeitbeschäftigten zahlen keine Einkommenssteuer und keinen Arbeitslosenversicherungsbeitrag (bei voller Versicherung). Sie erhalten sogar eine Negativsteuer, also einen Transfer vom Finanzamt. Geringfügig Beschäftigte zahlen gar keine Direktabgaben, sind aber meist anderweitig versichert. Altersteilzeit wird massiv aus Beitrags- und Steuermitteln subventioniert. Das alles gilt unabhängig von der Bedürftigkeit, also auch dann, wenn der Partner/die Partnerin ein hohes Einkommen hat. Steigt eine Teilzeitkraft auf Vollzeit um, fallen nicht nur die obigen massiven Abgaben an, sondern gehen auch viele Sozialtransfers verloren. Ein großer Frisörunternehmer beklagte neulich, dass er aus diesen Gründen nur Teilzeitbeschäftigte finde, dabei würde er sofort 30 Vollzeitkräfte einstellen.

Im Zuge der Steuerreform werden nun Geringverdienern die SV-Beiträge erstattet. Teilzeit wird damit noch attraktiver, die Hürde zur Vollzeit noch höher. Es soll sich nur hinterher niemand beschweren, wenn bald jede/r Dritte Teilzeit arbeitet. Die Politik hat es so gewollt. 

Eurostat-Zahlen unter 
http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/6800419/3-27042015-AP-DE.pdf/bbe143c1-2996-4c32-be0c-d94708864065




Dr. Ingomar Stupar

Familienpolitik: Geldleistungen immer noch wichtiger als Sachleistungen

 
Zwei aktuelle Berichte des WIFO stellen den Fokus der Österreichischen Familienpolitik dar und vergleichen die Situation mit der in anderen Ländern. 

Der aktuelle WIFO-Bericht „Familienpolitische Leistungen in Österreich im Überblick“ (2015, 88(3), S. 185-194) zeigt deutlich, dass in Österreich nach wie vor Geldleistungen die Familienpolitik bestimmen.

Die Aufwendungen der öffentlichen Hand für Familien steigen in Österreich seit 2006 von 7,9 Mrd. Euro auf knapp 9,3 Mrd. Euro (2013). Das entspricht 2,9% des BIP. Erhöht haben sich aber auch die Kosten für Kinderbetreuungseinrichtungen: Sie verdoppelten sich zwischen 2006 und 2013 auf fast 3.661 Euro pro Kind unter 6 Jahren. Die gesamten Familienleistungen pro Kind wurden um 25%, die direkten Geldleistungen pro Kind um 11% und die Steuererleichterungen um 17% erhöht. 

Nachholbedarf bei Betreuungsquote  

Zwar wurden in Österreich in jüngerer Vergangenheit einige Schritte unternommen, um vor allem den Ausbau der unter 3-jährigen zu forcieren, die Betreuungsquote von 25,1% (inkl. Tageseltern; 2007 waren es insges. nur 13,9%) liegt für diese Altersgruppe aber immer noch deutlich unter dem anvisierten Barcelona-Ziel von 33%. 

Trotz Ausbaus der Kinderbetreuungsplätze überwiegen die direkten Geldleistungen mit knapp zwei Dritteln der Gesamtausgaben noch immer deutlich. Eine Trendwende können aber auch der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und der Nachmittagsbetreuung an Schulen (insges. 750 Mio. Euro) bis 2018 nicht einleiten. Denn durch die Erhöhungen der Familienbeihilfe und des Kinderfreibetrages im Zuge der Steuerreform werden bis 2018 ca. 1,1 Mrd. Euro investiert.

Im internationalen Vergleich überwiegen die Ausgaben für Sachleistungen

Ein weiterer WIFO-Bericht über „Familienleistungen und familienpolitische Instrumente in ausgewählten europäischen Ländern“ (2015, 88(3), S. 195-209) zeigt, dass im internationalen Vergleich hingegen die Ausrichtung klar auf den Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes, den Ausbau der Väterbeteiligung und die Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit gerichtet ist. Lediglich in Österreich und Deutschland werden neben den Betreuungseinrichtungen auch die Geldleistungen tendenziell eher ausgebaut. Der internationale Vergleich zeigt aber auch, dass Ö bei Familienleistungen in Prozent des BIP nur im Mittelfeld liegt. Ein Vielfaches wird hierzulande für Pensionen ausgegeben. 

Grafik

Links zu den Studien:

http://www.wifo.ac.at/publikationen/wifo-monatsberichte?detail-view=yes&publikation_id=57855here Informationen
http://www.wifo.ac.at/publikationen/wifo-monatsberichte?detail-view=yes&publikation_id=57856



Mag. Pia-Maria Rosner-Scheibengraf

Mag. Pia-Maria Rosner-Scheibengraf

Neue Homepage www.barriere-check.at begleitet Unternehmen auf dem Weg zur Barrierefreiheit


Bis 1.1.2016 müssen Unternehmen, soweit zumutbar, Barrieren für Menschen mit Behinderung abbauen. Dabei stellen sich die Fragen, welche Bereiche barrierefrei sein müssen und wie das umzusetzen ist. Nicht leicht zu beantworten, denn Barrierefreiheit wird nicht vom Gesetz vorgeschrieben und es gibt eine Vielzahl von Normen und unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern, die etwa bei baulichen Adaptierungen zu beachten sind.

Ab sofort hilft die Homepage www.barriere-check.at. Auf dieser neuen Homepage, die die Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit dem ÖZIV (Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen) entwickelt hat, finden Betriebe umfassende Informationen und einen übersichtlich aufgebauten und informativen Selbst-Check, der Unternehmen einen ersten Status der Barrierefreiheit in seinem Betrieb gibt.

Dafür wird der Unternehmer durch einen übersichtlichen, kurzen Online-Fragebogen geführt. Das Tool macht es möglich, den Check auf die ganz individuelle Situation des Betriebes zuzuschneidern – egal, ob es etwa um WC-Anlagen in einem Bäckereigeschäft oder um die Leergutrückgabe im Handel geht.

In kurzer Zeit bekommt der Unternehmer damit den Status Quo zur Barrierefreiheit samt möglichen Schwachstellen in seinem Betrieb. Das Ergebnis kann er frei verwenden: mit einen positiven Befund werben, mögliche Schwachstellen mit Experten analysieren und beheben.

Allerdings ist der Online-Check keine endgültige Beurteilung, weil diese von vielen individuellen Faktoren abhängt.

Neben der persönlichen Beratung hat die WKÖ auch rund um den Online-Auftritt www.barriere-check.at für ihre Mitglieder eine umfassende Service-Seite unter www.wko.at/barrierefreiheit konzipiert, die Betriebe in das Thema einführt.



Junge arbeiten für ein Taschengeld

Veronika Kronberger/GPA-djp und Rolf Gleißner diskutieren im Standard über Praktika.

http://derstandard.at/2000014362116/Praktikum-Junge-arbeiten-fuer-ein-Taschengeld



Veranstaltungstipp: ZAS-Tag 15. 10. 2015 – Schwerpunkt Beschäftigungsformen und Abgrenzungsfragen

Wie schon in den vergangenen Jahren bietet der Manz-Verlag in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich ein Update zum Arbeits- und Sozialrecht des Jahres in einem Tag. Geboten werden
•    die aktuelle Judikatur 2015
•    die aktuelle Gesetzgebung 2015 und
•    Schwerpunkt Beschäftigungsformen und Abgrenzungsfragen
o    Rechtsprobleme der Teilzeit
o    Abgrenzung Werkvertrag, Dienstvertrag, freier Dienstvertrag aus Sicht von Wissenschaft und Praxis
o    Lösungsansätze für mehr Rechtssicherheit

Ort: Wirtschaftskammer Österreich, Saal 2, Wiedner Hauptstraße 63, 1045 Wien
Zeit: Mittwoch, 15. Oktober 2015, 9:00 (Eintreffen) – 16:45 Uhr

Details unter:
https://www.manz.at/dms/Veranstaltungen/2015/10/ZAS-Jahrestagung_2015_205x280_low.pdf

Anmeldung unter: 
https://www.manz.at/produkte/Seminare/Anmeldung.html?veruuid=a2dc8b31-8a7a-47b7-8f71-842c80922bf0



Veranstaltungstipp: Jahreskonferenz des European Institute of Social Security in Wien

Die Jahreskonferenz des European Institute of Social Security (EISS) findet dieses Jahr in Wien statt. Die gemeinsam mit dem Institut für Österreichisches und Europäisches Arbeitsrecht und Sozialrecht der WU Wien veranstaltete Konferenz wird sich am 10. und 11. September 2015 dem Thema „Migration und Sozialhilfe“ widmen.
Nähere Informationen unter http://www.wu.ac.at/ars/eiss-2015



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