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SPIK - SozialPolitik Informativ & Kurz

Newsletter Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit

SPIKI SozialPolitik Informativ-Kurz-Innovativ


16.2.2015

  • „Frühpensionitis“: Öffentliche Institutionen gehen mit schlechtem Beispiel voran
  • Deutsche Studie zu Neueinstellungen von Älteren
  • Zahl der Arbeitsunfälle rückläufig
  • Selbständige mit Behindertenpass können sich in der Krankenversicherung von Kosten befreien
  • Das Teilzeit-Paradoxon
  • Jahresbericht der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
  • Buchtipp: Gesundheitswesen in Österreich – Organisationen, Leistungen, Finanzierungen und Reformen übersichtlich dargestellt
  • Veranstaltungstipp 19.-23.3.2015, Vorlesung Modern China: Law, History and Culture




Mag. Martin Kircher

Mag. Martin Kircher

„Frühpensionitis“: Öffentliche Institutionen gehen mit schlechtem Beispiel voran


Seit Jahren kritisieren Pensionsexperten zu Recht, dass das durchschnittliche Antrittsalter in Österreich zu niedrig ist. Laut einer Studie der Allianz Versicherung aus 2014 darf sich Österreich Frühpensions-Europameister nennen. Die jüngsten Zahlen des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger belegen zwar einen leichten Anstieg des faktischen Pensionsantrittsalters, jedoch auf sehr niedrigem Niveau. Berechnet man die Bezieher des sogenannten Rehabilitationsgeldes mit ein (diese Leistung hat nur ein anderes Mascherl, sie war früher die befristete Invaliditätspension, wird aber unverändert aus den Töpfen der Pensionsversicherung bezahlt), so stieg das Antrittsalter von 58,5 Jahren 2013 lediglich um 0,4 Jahre auf 58,9 Jahre 2014.

Die Lebenserwartung steigt stetig, der Anteil der „Älteren“ wächst im Vergleich zu den Jüngeren rasant und die Kosten im Pensionssystem klettern in luftige Höhen – daran gibt es nichts zu rütteln. Vor diesem Hintergrund setzt das Regierungsprogramm das Ziel, das faktische Pensionsantrittsalter bis 2018 auf 60,1 Jahre anzuheben. So weit, so gut. Aber wie?

Rechnungshofbericht kritisiert fehlende Anreize…

In seinem am 5. Februar 2015 erschienenen Bericht untersuchte der Rechnungshof das Pensionsantrittsalter in ausgesuchten Ressorts. Er prüfte dabei, welche Maßnahmen bei der Anhebung des Antrittsalters erfolgreich sind und welche Erfolgsfaktoren sich im internationalen Vergleich zeigen.

Die Ergebnisse des Berichts sind ernüchternd:

  • 2011 gingen lediglich 1 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer (!!) zum Regelpensionsalter von 65 Jahren in Alterspension. Zum Vergleich: In der Privatwirtschaft waren es immerhin 16 Prozent der Männer bzw. 42 Prozent der Frauen. Keinem der vom RH untersuchten Ministerien (Innen-, Justiz- und Sozialministerium) ist es auch nur ansatzweise gelungen, Bedienstete in ausreichendem Maß über das Mindestpensionsantrittsalter von 60 Jahren hinaus in Beschäftigung zu halten.
  • Die Frühpensionsausgaben betrugen allein im Jahr 2012 für die Beamten in den drei Ministerien rund 143 Millionen Euro oder rund 4 Prozent der Pensionsausgaben für Bundesbeamte. 
  • Die Hacklerpensionsregelung nutzen 2011 rund 56 Prozent der Männer bzw. 55 Prozent der Frauen, die von den Ministerien pensioniert wurden. Zum Vergleich: In der Privatwirtschaft waren es lediglich 27 Prozent der Männer bzw. 24 Prozent der Frauen. 

...und stellt Nachholbedarf im öffentlichen Dienst fest

Ernüchternd sind diese Zahlen nicht nur für den Steuerzahler, sondern auch für Österreichs Betriebe, denen gebetsmühlenartig vorgeworfen wird, Ältere zu wenig (lang) zu beschäftigen. Diesem Gedankengang folgend, fordert der Sozialminister ja Beschäftigungsquoten und Strafzahlungen für Betriebe, die diese Quoten nicht erfüllen. Dabei bestätigt der Rechnungshof, dass gerade auch das Sozialministerium in punkto Pensionsantrittsalter vor der eigenen Tür kehren sollte! 

Rechnungshofbericht unter
http://www.rechnungshof.gv.at/berichte/ansicht/detail/wirkungen-rechtlicher-und-personalwirtschaftlicher-massnahmen-auf-das-pensionsantrittsalter-in-ausge.html



Mag. Maria Kaun

Mag. Maria Kaun

Deutsche Studie zu Neueinstellungen von Älteren



Der Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der  Universität  Duisburg untersuchte für Deutschland die Entwicklung der Neueinstellungen von Älteren zwischen 55 und 64 Jahren im Zeitraum 1993 bis 2010.

Am Ende des Beobachtungszeitraumes und im Vergleich der Jahre 2008 und 2010 steigen die Eintrittsraten für die Älteren leicht an. Ein klarer Trend ist aber nicht erkennbar. Die Zahl an neu eingestellten Älteren nimmt zwar zu, noch stärker steigt allerdings die Bestandszahl der älteren Beschäftigten. Die zunehmende Erwerbsbeteiligung  Älterer geht bislang eher auf die Verlängerung des Erwerbslebens von bestehenden Jobs zurück und nicht oder nur nachrangig auf die Zunahme der Neueinstellung von Älteren.

Faktoren, die die Einstellungschancen Ältere beeinflussen

  • Eine gesamtwirtschaftlich niedrige Fluktuation, wie sie in Deutschland ab 2004 beobachtet wurde, spricht gegen steigende Eintrittschancen bei den Älteren. Je undynamischer ein Arbeitsmarkt, umso geringer sind auch die Neueintrittschancen älterer Arbeitsloser.
  • Eine günstige Arbeitsmarktlage nähert die Einstellungshäufigkeit von Älteren an die der Jüngeren an.
  • Neueinstellungen sind umso häufiger in Bereichen, in denen die Beschäftigungsstabilität niedrig ist.
  • Die Chancen für Ältere, in KMU eingestellt zu werden, haben sich verbessert.
    Dies zeigt auch die österr. Synthesis Studie von 2012 auf. Neueinstellungen Älterer (55+) erfolgen häufig im Tourismus oder im Bau, also in Branchen mit hoher Fluktuation. Umgekehrt erfolgen Neueinstellungen Älterer seltener in großen Unternehmen mit stabilen Beschäftigungsverhältnissen. Großbetriebe verfügen über entwickelte interne Arbeitsmärkte. Davon profitieren ältere Beschäftigte, da Arbeitsplätze überwiegend intern nachbesetzt werden.
  • Eine Einstellung Älterer ist unwahrscheinlicher, wenn die Entlohnung mit dem Alter steigt. Beanspruchen Ältere zu hohe Löhne, wird vielfach eine Neueinstellung verhindert.  In diesen Fällen sind Lohnkostenzuschüsse für Unternehmer oder ein Kombilohn für die Arbeitnehmer hilfreich.
  • Werden Frühpensionsmöglichkeiten verschlossen, so werden ältere Bewerber nachdrücklicher als bisher als Stellenbewerber auftreten.

Noch wenige Bewerbungen Älterer

Aktuelle Analysen von Bewerberverhalten zeigen jedoch, dass vielen Unternehmen keine Bewerbungen von Älteren vorliegen. Die Angst, dass Bewerbungen von vornherein aussichtslos sind, könnte dafür eine Ursache sein, vermuten die Autoren.

Ältere Beschäftigte suchen seltener aktiv eine alternative Beschäftigung, weil sie die Risiken eines Wechsels höher einschätzen als Jüngere. Sie haben ihre individuellen beruflichen Ziele erreicht und streben nicht ohne einen besonderen Grund in eine neue Tätigkeit.

Ältere Bewerber stoßen derzeit noch in Betrieben auf Vorbehalte, weil sie etwa nicht den betrieblichen Vorstellungen von Erwerbsverläufen entsprechen oder weil Skepsis hinsichtlich des Leistungsvermögens besteht.  Hinzu kommt bei Bewerbungen aus der Arbeitslosigkeit die Stigmatisierung durch befürchteten bzw. tatsächlichen Kompetenzverlust. Jobsuche noch aus aufrechter Beschäftigung erhöht somit die Einstellungschancen aus der Sicht der Betriebe.

Eine steigende Beschäftigung älterer Arbeitskräfte wird auch die Neueinstellung älterer Bewerber begünstigen. Sammeln Betriebe mehr Erfahrungen mit älteren Beschäftigten, so entwickeln sie positive Einschätzungen gegenüber der Leistungsfähigkeit älterer Bewerberinnen und Bewerber.

Die Forschung zu altersspezifischem Rekrutierungsverhalten steht allerdings noch immer ganz am Anfang, so die Autoren des Altersübergangs-Reports 2014.

Studie unter
http://www.iaq.uni-due.de/auem-report/2014/auem2014-02.php




Zahl der Arbeitsunfälle rückläufig

EUROSTAT hat die Daten zu Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen aus der Arbeitskräfteerhebung 2013 veröffentlicht. Demnach hat sich Zahl der Arbeitsunfälle zwischen 2007 und 2013 in den meisten Mitgliedstaaten verringert, was zum Teil mit der zurückhaltenden Konjunktur, aber auch mit vermehrter Prävention erklärbar ist. So ist z.B. in Österreich die Zahl der Personen, die einen Arbeitsunfall melden von 5,1 auf 4,0% zurückgegangen. Gesamtzahlen für die EU 28 liegen nicht vor. Vom allgemeinen Abwärtstrend in der Anzahl der Arbeitsunfälle gibt es jedoch auch einige Ausnahmen, wie Luxemburg (Anstieg von 3,5 auf 3,7%), Finnland von 6,8 auf 8,9%, Schweden von 5,1 auf 5,3 % sowie UK von 5,1 auf 5,3%. Eurostat analysiert derzeit noch diese Unterschiede.

Details: http://ec.europa.eu/eurostat/data/database  Accidents at work (zu finden unter New Items)




Selbständige mit Behindertenpass können sich in der Krankenversicherung von Kosten befreien

In der Vergangenheit gab es teilweise Probleme für Selbständige, die gleichzeitig Inhaber eines Behindertenpasses sind. Weil viele nicht wissen, dass sie eine Kostenanteilsbefreiung in der Krankenversicherung beantragen können, wird der Antrag oft nicht oder spät gestellt.
Die SVA hat nun gemeinsam mit dem Sozialministeriumservice eine unbürokratische Lösung gefunden. Künftig erfolgt gleichzeitig mit der Zustellung des Behindertenpasses eine Information zur Befreiung vom Kostenanteil auf Antrag. Damit ist sichergestellt, dass Behindertenpassinhaber zeitnah einen Antrag auf Befreiung vom Kostenanteil stellen können. 



Das Teilzeit-Paradoxon


Im Zuge der Steuerreform plant die Regierung, auch Personen, die keine Einkommensteuer zahlen, zu fördern. Die Politik macht damit Teilzeit noch attraktiver - und beklagt gleichzeitig, dass immer mehr Menschen in Teilzeit arbeiten, schreibt Rolf Gleißner in der Wiener Zeitung.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/732593_Das-Teilzeit-Paradoxon.html


Jahresbericht der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit

https://www.wko.at/Content.Node/Interessenvertretung/Arbeit-und-Soziales/Jahresbericht-Sozialpolitik-und-Gesundheit-2014.pdf



Buchtipp: Gesundheitswesen in Österreich – Organisationen, Leistungen, Finanzierungen und Reformen übersichtlich dargestellt

Autor: Dr. Gerhard Pöttler
 
Dieses Buch bietet einen kompakten und leicht zu lesenden Überblick über Status quo, Struktur, Organisation, Personen, Einrichtungen, Finanzierungen und Reformen im österreichischen Gesundheitswesen.

  • Überblick über das Gesundheitswesen in struktureller und organisatorischer Hinsicht
  • detaillierte Beschreibung aller Institutionen, beschäftigten Menschen und Einrichtungen
  • vollständige Tabellen und Übersichten zu Personal und Einrichtungen, Leistungen, Finanzierung (Kosten und Einnahmen) und gegenseitigen Abhängigkeiten
  • Zukunftsszenarien mit möglichen neuen Alternativen
  • Inklusive Gesundheitsreform 2013 und deren Auswirkungen 


Zu bestellen unter
gerhard_poettler@gmx.at oder
www.gerhard-poettler.at




Veranstaltungstipp 19. bis 23. März 2015
Vorlesung Modern China: Law, History and Culture

Details unter
http://www.univie.ac.at/arbeitsrecht/php/veranstaltungen.php


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