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„Jeder Euro, den wir an die EU überweisen, kommt drei Mal zurück“

Ein Interview mit Christian Mandl, Leiter der Abteilung Europapolitik in der Wirtschaftskammer Österreich

Christian Mandl, Leiter der Abteilung Europapolitik in der Wirtschaftskammer Österreich
© WKÖ Christian Mandl, Leiter der Abteilung Europapolitik in der Wirtschaftskammer Österreich

Ein wenig provokant gefragt: Was hat die EU Österreich gebracht?

Wir alle profitieren ganz massiv vom EU-Beitritt 1995. Jeder Euro, den wir an die EU überweisen, kommt drei Mal zurück. Zum Beispiel durch die insgesamt 600.000 Arbeitsplätze, die seitdem geschaffen wurden. Oder durch billigere Preise für heimische Konsumentinnen und Konsumenten, die wir dem gemeinsamen EU-Markt verdanken. Der Binnenmarkt hat übrigens auch dafür gesorgt, dass die österreichischen Exportbetriebe ihre Ausfuhren in die EU seit dem Beitritt auf über 100 Mrd. Euro verdreifacht haben.

Warum ist das Jahr 2019 für die Europäische Union so bedeutend?

Die EU ist den Menschen sehr wichtig. Sie wissen, was sie an ihr haben. Das hat auch die hohe Wahlbeteiligung von 60% bei der letzten EU-Wahl gezeigt. Nun gilt es, gemeinsam die EU weiterzuentwickeln und zukunftsfit zu machen. Denn nur so können wir unser Standing zwischen den USA und China als globaler, wirtschaftlicher Player absichern. Dazu hat die Wirtschaftskammer im Juni eine „EU-Agenda 2019-2024“ vorgestellt. Von einer solchen Neuaufstellung profitieren wir alle: Sowohl die Unternehmen als auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Familien.

In welchen Bereichen gibt es den größten Handlungsbedarf?

Wir haben unsere Vorschläge zur Neuaufstellung der EU in vier Bereiche gegliedert: Unternehmertum stärken, Binnenmarkt forcieren, Innovationskraft fördern und Nachhaltigkeit sichern. Das ist unser Plan für einen „europäischen Weg“, der ein wirtschaftlich und sozial nachhaltiges Europa zum Ziel hat. Europa muss jetzt Stärke zeigen und auf die richtigen Themen setzen: Wir müssen die Menschen in den Mittelpunkt stellen und auf unsere Talente setzen.

Können Sie uns hier konkrete Beispiele nennen?

Das Unternehmertum stärken wir, indem wir die Bürokratie in Europa abbauen. Etwa durch europäische Vorabprüfungen, wenn auf nationaler Ebene neue Dienstleistungsvorschriften festgelegt werden. Oder indem wir das Wettbewerbsrecht fit machen für Globalisierung und Digitalisierung.

Indem wir die Breitband- und Verkehrsnetze ausbauen, forcieren wir den EU-Binnenmarkt, das Herzstück der EU. Das bringt sowohl den Konsumentinnen und Konsumenten als auch den Betrieben in Europa einen enormen Mehrwert. 

Wie wichtig ist der Ausbau des Breitbandnetzes?

Absolut unerlässlich! Denn der Breitbandausbau betrifft nicht nur den Binnenmarkt, sondern auch das Thema Innovation. Um Innovationen besser fördern zu können, müssen wir uns EU-weit auf die Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz und Blockchain konzentrieren, diese fördern und öffentliche „Big Data“ für unternehmerische Innovationen nutzbar machen. Das geht aber nur mit einem modernen Breitbandnetz.

Beim Thema Nachhaltigkeit geht es vor allem darum, den Klimaschutz und die Dekarbonisierung auf globaler Ebene voranzutreiben. So hat die EU beim Handelsabkommen mit Mercosur darauf geachtet, dass das Pariser Klimaschutzabkommen eingehalten wird. Damit auch künftige Generationen etwas von unserem Planeten haben.

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