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Steig um, steig ein! Lkw-Lenker/in, ein Job wie im Film

Um dem zunehmend problematischeren Fachkräftemangel im Lkw-Cockpit gegenzusteuern, starten Oberösterreichs Transporteure jetzt eine großangelegte Lkw-Lenker-Kampagne.

Lkw-Lenker
© WKOÖ-RG Präsentation der Lkw-Lenker-Kampagne: v. l. Günther Reder, Transporteure-Obmann Franz Danninger und Spartengeschäftsführer Christian Strasser.

Dass Oberösterreichs Wirtschaft heute national wie international reüssieren und Erfolge „einfahren“ kann, verdankt sie ganz maßgeblich einer leistungsfähigen Verkehrswirtschaft. Allein im oö. Transportgewerbe bemühen sich rund 2000 Unternehmen mit etwa 25.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, rund 13.000 Lkw und über 3000 Kleintransportfahrzeugen, „das zu bringen, was wir täglich brauchen“, skizziert Fachgruppenobmann Franz Danninger das Leistungsportfolio des oö. Güterbeförderungsgewerbes. Sie sorgen also in Oberösterreich als Industrie- und Exportbundesland Nummer 1 nicht nur dafür, dass Waren und Exportartikel „made in Oberösterreich“ pünktlich und verlässlich an ihre Absatzmärkte gelangen. Sie sichern auch unsere regionale Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs. Die Lkw bringen als Friends on the Road, was wir täglich brauchen. Umgerechnet sind das immerhin über 70 Kilogramm Güter des täglichen Bedarfs für jeden von uns.

Und solange der Verkehr noch nicht vollständig autonom funktioniert, sitzt in jedem Transportfahrzeug auch ein Mensch hinterm Steuer. Der Lkw-Lenker bzw. die Lkw-Lenkerin ist somit ein absolut unverzichtbarer Beruf. 

Und dennoch wird es für die Transportbranche zunehmend schwieriger, die Plätze in den Lkw-Cockpits ausreichend zu besetzen, bedauert Fachgruppenobmann Danninger. Obwohl der Lkw einen modernen Arbeitsplatz – verbunden mit hohen Investitionen in stets neue, innovative Technologien – und auch mehr Abwechslung und Eigenständigkeit als ein Job in weiten Bereichen von Produktion und Dienstleistung bietet, kommt der Beruf in der Öffentlichkeit – und hier vor allem bei Jugendlichen und Frauen – nicht ausreichend attraktiv hinüber. So hat der allgemeine Fachkräftemangel im Transportwesen in den letzten Jahren besonders aufgeschlagen. 

Jede zehnte Lenkerstelle nicht besetzt

Eine im letzten Jahr von der WKO österreichweit durchgeführte Umfrage zum Thema Lkw-Lenkermangel hat die vielen Einzelberichte von Transportunternehmen auch in Oberösterreich bestätigt. Demnach ist mindestens jede zehnte Lkw-Lenkerstelle nicht besetzt, geht Fachgruppenobmann Danninger ins Detail.  Mittelfristig wird sich die Situation sogar noch dramatisch verschärfen, schneidet Danninger die Altersstruktur im Lenkerbereich als weiteres Kriterium an. Derzeit sind rund 40 Prozent der Lenker über 50 Jahre alt, ein Drittel zwischen 40 und 50 Jahre, nur 20 Prozent liegen zwischen 30 und 40 Jahren und der Anteil der Unter-30-Jährigen beträgt gerade einmal 7 Prozent. 

Eine aktuelle Studie des europäischen Dachverbands International Road Transport (IRU) bestätigt diese Zahlen. Demnach liege im Fernverkehr der aktuelle Mangel bereits über 20 Prozent. Das Lenker-Durchschnittsalter sei europaweit mindestens 45 Jahre - Tendenz steigend. Etwa jeder zweite Lenker werde bis 2027 in den Ruhestand gehen und der Frauenanteil im Beruf liege bei einigen wenigen Prozenten.

Verzerrtes Image des Lkw-Lenkrs ist korrekturbedürftig 

Das bedeutet, dass sich der Lenkermangel künftig noch eklatant zuspitzen wird, befürchtet auch Verkehrs-Spartenge­schäfts­führer Christian Strasser. Als Ursachen dafür werden neben einem schlechten Image des Berufs meist die Arbeitsbedingungen angesehen – und hier vor allem die Annahme, in diesem Job lange Zeit von zu Hause weg sein zu müssen, was vor allem Frauen abhält, in den Beruf einzusteigen. Dieses verfälschte Bild wird in der Öffentlichkeit stark vermittelt. Mythen wie Asphalt-Cowboys verzerren die häufige Annahme, Lkw-Lenker müssten wochenlang unterwegs sein und meist im Lkw leben.

Fakt ist hingegen, dass rund 90 Prozent des Transportaufkommens im regionalen Nah- und Versorgungsverkehr mit Entfernungen unter 100 Kilometern erfolgen. Das bedeutet in Wahrheit für die Lenker großteils überschaubare und planbare Arbeitszeiten sowie im Regelfall tägliches Heimkommen, außer eben bei Fahrten im internationalen Fernverkehr, rückt Strasser das Bild klar. 

Ein Beruf mit interessanten Zukunftsperspektiven

Der Lenkerberuf hat viele Vorzüge und attraktive Seiten, wie die Ergebnisse eines von der Branche durchgeführten Open Space Workshops mit Teilnahme von Jugendlichen, Branchenvertretern und Fuhrparkmanagern im Juni letztes Jahr bestätigen. Vorurteile beiseite gestellt, wird der Beruf von Jugendlichen als spannend, abwechslungsreich und durch die Möglichkeit des aktiven Erlebens modernster Fahrzeugtechnologie als sehr attraktiv erlebt. Immerhin sind die Lkw vielfach Vorreiter beim Einsatz neuer Assistenzsysteme, die die Sicherheit erhöhen und Umweltbelastungen verringern. Strasser: „Man darf sie sehr wohl als Pioniere am Entwicklungspfad hin zum autonomen Fahren bezeichnen.“

Diese überwiegend faszinierend beurteilte Vision wird das Jobprofil des Lenkers langfristig verändern — in Richtung mehr systemsteuernde und überwachende Tätigkeiten. Durch das Voranschreiten der Digitalisierung in Transportmanagement, bei der Disposition, bei Frachtdokumenten usw. werden Lkw-Lenker selbst bei autonomen Transporten ihre unersetzbare Schlüsselrolle beibehalten, ist Strasser überzeugt.

Branche startet breit angelegte Informationskampagne 

„Diese Fakten will die Branche nun verstärkt kommunizieren und die Öffentlichkeit damit informieren. Es geht darum, das Bild des Lenkerberufs zurecht zu rücken, unrichtige Vorurteile aufzuzeigen und einen realen Eindruck über den Arbeitsplatz als Lkw-Lenker/in zu vermitteln“, verrät Strasser. Ziel ist es dabei natürlich, arbeitsuchende oder umstiegswillige Personen, selbstverständlich verstärkt auch Jugendliche und Frauen, für einen möglichen Einstieg in die Transportbranche zu motivieren. Die WKOÖ-Fachgruppe Güterbeförderungsgewerbe startet deshalb ab April ihre Kommunikationskampagne „Steig um – steig ein! Lkw-Lenker/in, ein Job wie im Film“.

Die Kampagne besteht aus insgesamt drei Elementen. Zum einen werden klassische Medienkanäle wie Radiospots, Kinospots, Plakate an über 200 stark verkehrsfrequentierten Standorten, Flyer, Folder usw. eingesetzt. Diese Flyer, Plakate und Folder werden auch den Fahrschulen sowie den regionalen AMS-Geschäftsstellen als Info für Interessierte zur Verfügung gestellt.

Um vor allem auch die jüngeren Zielgruppen zu erreichen, ist ein weiterer großer Schwerpunkt der Kampagne im Social-Me­dia-Bereich angesetzt. Neben Suchmaschinenoptimierung, Google Adds und Instagram wird das gerade bei der Jugend beliebte Medium YouTube ebenfalls zum Transport der Informationen und Botschaften genutzt.

Die Authentizität der Botschaften wird dadurch verstärkt, dass ausschließlich Personen eingesetzt werden, die den Beruf als „echte“ Lkw-Lenker und -Lenkerinnen tatsächlich ausüben. Auf den Einsatz von Models zur Kommunikation der Kampagnenbotschaften wird bewusst verzichtet. 

Jobplattform www.lkwlenker.at ist Herzstück der Kampagne

Das Herzstück der Kommunikation findet sich auf www.lkwlenker.at, wo eine Jobplattform eingerichtet ist, auf der Transportbetriebe über konkrete Jobangebote informieren, erklärt Günther Reder, der als Fachgruppenausschussmitglied diese Kampagne maßgeblich mitgestaltet hat. Diese Angebote werden sehr konkret dargestellt, um einen echten Eindruck zu vermitteln. Interessierte können so die Auswahl des für sie passenden Jobs leichter treffen. 

Oberösterreichs Transportbetriebe können diese Plattform kostenlos nutzen und Jobinserate hochladen. Nach einer einmaligen Registrierung erhält das Unternehmen einen Aktivierungscode zur Platzierung des Unternehmens auf der Plattform. Mit einem individuellen Passwort können dann jederzeit Angebote platziert werden.

Durch die Angabe der Führerscheinklasse wird rasch klar, ob es sich um eine Tätigkeit mit Solofahrzeug (C-Führerschein), einen Hänger-/Sattelzug (C/E-Führerschein) oder einen Kleintransporter (B-Führerschein) handelt. Die Angabe von Zusatz­qualifikationen (Gefahrgutlenkerausbildung, Kran- oder Staplerschein) macht das Angebot ebenso griffiger wie die vorgesehene Differenzierung nach dem gewünschten Ausmaß der Tätigkeit (Vollzeit, Teilzeit, Aushilfstätigkeit) und des präferierten Einsatzbereichs (regional, national, international).

Und natürlich wird auch auf das facettenreiche Tätigkeitsfeld im Transportwesen abgestellt. So erfolgt eine Differenzierung in Verteilerverkehr, Baustellenverkehr, Planen-/Kühl-/Silo-/Kran-/Schwer-/Sondertransport, Tank-/Rundholz-/Milch-/ Wert-/Abfalltransport, Pannen-/Abschleppdienst, Kleintransport bzw. Paket-/Expressdienst. Auch Firmenlogos und Fotos vom Lkw als künftigen Arbeitsplatz können hochgeladen werden. Nach diesen Suchkriterien aufgebaut, können Interessenten den ihren Vorstellungen am besten entsprechenden Job aus einer Reihe derart spezifisch aufgebauten Jobangeboten auswählen. Diese erhöhten Chancen der Treffsicherheit sollen aber auch für Unternehmen zur Optimierung der Auswahl nach persönlichem Interesse und fachlicher Eignung der Jobinteressierten beitragen. 

Jobinteressenten können nach diesen sehr spezifischen Kriterien eine Auswahl treffen und sich sofort über die Plattform für ein Angebot bewerben. Dabei haben Interessenten die Möglichkeit, eine selbst formulierte Bewerbung samt Unterlagen einzubringen, oder gleich ein auf der Seite platziertes standardisiertes Bewerbermail abzusenden. Durch gezielte Selektion ohne Umweg zum Ziel – diese Funktion soll die Plattform allen Interessierten bieten, legt Reder großen Wert auf Praktikabilität.

Lkw Friends on the Road Show in Linz

 Eine gute Gelegenheit, sich über die Karrierechancen in der Transportwirtschaft zu informieren, bietet auch die Lkw Friends on the Road Show, verweist Fachgruppenobmann Franz Danninger auf eine weitere attraktive Promotion-Aktion der Transporteure. Wie jedes Jahr findet sie im Rahmen des Linzer Stadtfests statt. Heuer wird der Auftritt auf der Linzer Promenade am 23. und 24. August auch dazu genutzt werden, neben der Bedeutung der Transportbranche auch die Jobplattform und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für jene, die sich eine Tätigkeit im und mit dem Lkw vorstellen können, vorzustellen.

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