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Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand

Der Industrietag 2019 am 22. Mai ab 14 Uhr im Design Center Linz beschäftigt sich mit dem Thema „Geschäftsmodelle auf dem Prüfstand - Disruptive Zeiten verlangen nach neuen Lösungen“.

Industrietag 2019
© Sparte INDUSTRIE

„Erfolge entstehen im Kopf!“ ist die Grundlage der Vorträge von Edgar K. Geffroy. Veränderung soll Spaß machen, die Menschen mitreißen. Mit seiner charismatischen Art und mit einem Feuerwerk an Ideen für neue Wege, wird er dieses Mal auch die Zuhörer beim Industrietag begeistern und zu unternehmerischem Neudenken inspirieren. Er hinterfragt überhebliche Genügsamkeit, plädiert dafür, veraltete Geschäftsmodelle über Bord zu werfen und ein neues Denken zu etablieren. In seinem Vortrag erklärt Geffroy, welche Chancen und Gefahren von disruptiven Entwicklungen ausgehen, was zielgerichtetes disruptives Denken ausmacht und warum erst Mensch und Kunde, dann Geschäft und Gewinn kommen. Im Vorfeld des Industrietags bat die OÖW den Autor von 29 Büchern zum Interview.

Herr Geffroy, was sind aus Ihrer Sicht die Ursachen, weshalb zahlreiche Geschäftsmodelle aktuell und in Zukunft verstärkt wegbrechen?

Geffroy: An oberster Stelle die Digitalisierung und die daraus folgenden Geschäftsmodelle. Diese führen zu neuem Kundennutzen. Wer den Kundennutzen erkennt, wird reüssieren. Wer das nicht tut, der wird verschwinden. Für mich ist die Digitalisierung das Lösen von Kundenproblemen, die bisher nicht zu lösen waren.

Welche Branchen sind am stärksten gefährdet?

Geffroy: Banken, Versicherungen und die Automotivebranche sehe ich hier maßgeblich betroffen. Es ist aber ein Trugschluss, zu glauben, die eigene Branche trifft es nicht. Jedes Geschäftsmodell muss hinterfragt werden, ansonsten sehe ich dafür in den nächsten fünf Jahren keine Chance mehr.  

Gibt es taugliche Strategien, wie mit veralteten Geschäftsmodellen umgegangen werden soll? 

Geffroy: Wegschmeißen und ein neues, innovatives, disruptives Kerngeschäft definieren. Der Kunde wird immer Produkte und Lösungen kaufen, die ihm helfen sein Leben besser und einfacher zu machen aber er wird andere Ansprüche und Vorstellungen haben. Und die Art und die Umsetzung, wie er kauft, wird sich ändern. 

Edgar K. Geffroy.
© Geffroy
„Unternehmen müssen sich jetzt um eine Zukunftsstrategie kümmern – morgen könnte es schlicht zu spät sein. Ob Produktneueinführung, Strategieänderung, neue Unternehmenskultur oder Mitarbeiter- und Kundenbeziehung: Unternehmen, die überleben wollen, müssen umdenken und Erfolg neu definieren. Erst kommt der Mensch dann das Geschäft.“
Edgar K.Geffroy

Warum bezeichnen Sie die Welt als „disruptiv"?

Geffroy: Nicht die Welt für sich ist disruptiv, sondern die Wirtschaft wird immer mehr disruptiver. Das heißt, Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen werden von Newcomern zerstört, die die digitale Welt und die Bedürfnisse der Kunden besser verstehen. Die Beispiele aus den USA wie Apple, Uber, Facebook, Amazon und Co lassen hier grüßen. Viele Unternehmen realisieren zu spät, dass sie und ihr Geschäftsmodell bedroht werden. Wenn der Kundennutzen offensichtlich wird, ist es bereits zu spät.

Welche Chancen und Gefahren sehen Sie in der disruptiven Entwicklung für Unternehmen?

Geffroy: Alles ist offen im Augenblick. Was auf jeden Fall mehr denn je zählt ist die Fokussierung auf den einzelnen Kunden. Viele Unternehmen realisieren erst jetzt, welche Bedeutung das „Clienting“ hat. Es gibt sozusagen eine digitale Renaissance der Kundenorientierung. Das ist für die Unternehmen Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite ist die Macht der Kunden gestiegen, man ist mit einem Klick beim Mitbewerber bzw. beim nächsten Produkt. Auf der anderen Seite können Unternehmen, die den Kunden und seine Bedürfnisse verstehen, richtig abheben. Eine Gefahr sehe ich in der „Zufriedenheitsfalle“, die Wirtschaft läuft ja scheinbar, die Steuereinnahmen sprudeln hierzulande. Noch toleriert die Konjunktur fehlerhafte Geschäftsmodelle. Wenn aber der nächste Konjunkturabschwung kommt, werden die Firmen, die sich nicht in Frage stellen, nicht überleben.

Wie sollen neue Strategien entwickelt werden?

Geffroy: Die meisten Ideen sind in den Köpfen der Mitarbeiter und werden nicht aktiviert. Brain-Data statt Big-Data ist dazu mein Motto. Wir können alle Daten analysieren, aber was nutzt es, wenn wir den Kundennutzen nicht verstehen.

Sehen Sie „Kreativität“ ebenfalls als wichtige Kernkompetenz der Zukunft?

Geffroy: Kreativität ist für mich nichts Neues, vielmehr ist Empathie der Schlüssel in eine erfolgreiche Zukunft. Sich in den Kunden hineinversetzen und erster im Kopf des Kunden zu werden, darauf kommt es an. Die Unternehmen brauchen empathische Intelligenz um überleben. 90 Prozent der Unternehmen denken noch immer in Produkten, es geht aber vielmehr um Kundenbegeisterung. Weg vom Produktdenken hin zum Kundendenken.

Industrietag 2019:

Mittwoch, 22. Mai, ab 14 Uhr, Design Center Linz

Teilnahmegebühr: 185 Euro (zzgl. MwSt.). 

Anmeldung: www.industrietag.at

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