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Der Wandel der Städte fordert die Kommunikationsbranchen heraus

Der öffentliche Raum – primär in den Städten – wandelt sich stark. Die Strukturen im Handel ändern sich, Städte werden zu immer beliebteren Tourismuszielen und neue Technologien werden die Mobilität und die Arbeitswelt verändern. Was bedeutet das für den öffentlichen Raum und für die Werbebranche?

Menschen bummeln durch eine Einkaufsstraße.
© AdobeStock.com

Über den Wandel des öffentlichen Raums sprach Marta Kwiatkowski-Schenk vom Gottlieb Duttweiler Institut beim „Denkfrühstück“ der WKOÖ-Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation. Obmann Christof Schumacher konnte rund 60 Werbeprofis zur vierten Auflage dieser Veranstaltungsreihe begrüßen: „Was den öffentlichen Raum heute ausmacht, wie er sich in Zukunft aufteilen wird in realen und virtuellen Raum, das beschäftigt uns auch in der Kommunikationwirtschaft“, sagte Schumacher.

Marta Kwiatkowski-Schenk
© Cityfoto
Marta Kwiatkowski-Schenk: „Die Städte werden dichter: Immer mehr Menschen müssen sich immer weniger Platz teilen. Gleichzeitig wandelt sich der städtische Raum. Neue Arbeitswelten, veränderte Mobilität oder der Strukturwandel im Handel tragen dazu bei.“

Fünf große Trends sind es, die laut Kwiatkowski-Schenk die Zukunft des öffentlichen Raum beeinflussen. Dazu gehört das Schrumpfen der Handelsflächen. „Der Handel prägte über Jahrzehnte – ja sogar Jahrhunderte – unsere Innenstädte“, so Kwiatkowski-Schenk. „Einige der prominentesten Straßen der Welt verdanken ihre Bekanntheit ihren exklusiven Läden.“ Auch die Mobilität steckt mitten in einem Veränderungsprozess: Shared Mobility setzt sich bei der jungen, urbanen Bevölkerung immer mehr durch. In Kombination mit dem Hoffnungsträger des autonomen Fahrens wird sich das Erscheinungsbild von Mobilität in der Stadt deutlich verändern.

Freiwerdende Flächen, seien es Büros oder Verkehrsflächen, neu und innovativ zu nutzen, das ist für Kwiatkowski-Schenk eine Herausforderung u.a. auch für die Kreativwirtschaft. Schon jetzt werden Plätze in den Städten von großen Unternehmen übernommen wie z.B. der Mercedes-Platz in Berlin. Diese Plätze werden zu „Urban Entertainment Centern“ umgestaltet. Es entstehen Sitzgelegenheiten und man wird mit WLAN versorgt. Erweiterte Realitäten erzeugen zudem eine neue Wahrnehmung des öffentlichen Raums. Jeder Nutzer dieser Technologie erhält dadurch eine individuelle und damit privatisierte Wahrnehmung dieses Raums – mit freundlicher Unterstützung von Google, Instagram und Apple gewissermaßen.   

„Hier wird die Frage spannend, wer in Zukunft die Deutungshoheit über den öffentlichen Raum hat: die Stadt oder das Unternehmen, das den Platz sponsert“, so Marta Kwiatkowski-Schenk. Denn die globalen  Technologieunternehmen stellen  ihre  eigenen  Hausregeln  in  Bezug auf die Nutzung ihrer Dienstleistungen auf. Diese Nutzungsbedingungen aus Sicht eines Nutzers übertragen sich auf die Rolle als Bürger. Der Bürger versteht sich immer mehr als „User“ einer Stadt. Die   Verwaltungen der Städte finden sich in einem neuen Ökosystem wieder,  wo  sie  von  einer  Rolle  des  Regulators  immer  mehr zu einer Rolle des Moderators übergehen.

Wandel als Chance

Christof Schumacher
© Cityfoto
Christof Schumacher: „Ich glaube, dass es sehr wichtig wird, dass Marken Kooperationen mit dem öffentlichen Raum eingehen, aber – und das ist mir sehr wichtig – das mit einem hohen sozialen Anspruch machen und Verantwortung übernehmen. Ich finde es falsch, die Stadt als rein Projektionsfläche für Werbung zu betrachten. Hier kommen spannende Dinge auf uns zu und wir freuen uns auf unsere Aufgaben als Ideengeber und als Impulsgeber.“

„Diesen Wandel muss man als Chance sehen“, zog Kwiatkowski-Schenk ihr Fazit und Christof Schumacher schlug in dieselb Kerbe: „Als Kreativwirtschaft werden wir uns mit diesem Thema verstärkt auseinandersetzen und unser Know-how bei der Gestaltung des öffentlichen Raums einbringen.“

 

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