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WKNÖ-Wirtschaftsparlament 2019: Großes Vertrauen auf die Kraft der Betriebe

Die Wolken am Konjunkturhimmel werden zwar dichter, Niederösterreichs Wirtschaft blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft.

Podium Wirtschaftsparlement 2019
© Andreas Kraus WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl führte den Vorsitz beim Wirtschaftsparlament der WKNÖ.

WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer präsentierte beim blaugelben Wirtschaftsparlament eine bei 700 NÖ Betrieben durchgeführte aktuelle Umfrage, der zur Folge die momentane Geschäftslage zumeist noch als sehr gut beurteilt wird. „Was die künftigen Erwartungen betrifft“, so Schedlbauer, „fallen die Aussagen deutlich vorsichtiger aus.“ Trotzdem zeigt man sich in der WKNÖ optimistisch. „Unsere Wirtschaft steht stabil da“, meinte Präsidentin Sonja Zwazl in ihrer Rede vor den Delegierten. Ihr Optimismus gründet sich auf die konstante Inlandsnachfrage, die hohen Exportpotenziale, einen stabilen Mittelstand und die hohe Diversifikation der NÖ Wirtschaft sowie auf ihre hohe Innovationskraft. Noch einen Umstand strich die Präsidentin hervor: „Die funktionierende Sozialpartnerschaft und die gute Zusammenarbeit mit den politischen Akteuren in unserem Bundesland.“

An Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz führt kein Weg vorbei

Sowohl für Präsidentin Zwazl als auch für Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav steht fest, dass an Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz kein Weg vorbeiführe. Mit den „denk digital“-Weiterbildungsangeboten am WIFI, der Initiative KMU DIGITAL und der „KI-Initiative Niederösterreich“ habe die WKNÖ für ihre Mitgliedsbetriebe ein umfassendes Service- und Unterstützungsprogramm etabliert. „Unsere KI-Initiative ist fixer Bestandteil des Hauses der Digitalisierung, dem Leuchtturmprojekt des Landes“, bedankte sich die Präsidentin bei der Wirtschaftslandesrätin für die gute Zusammenarbeit. 

Forderungskatalog an künftige Bundesregierung

Zwazl bezog auch zu den laufenden Koalitionsverhandlungen Stellung: „Unsere Unternehmen brauchen unbedingt eine Regierung, die handelt und nicht nur verwaltet.“ Die Hauptforderungen der Wirtschaft seien bekannt. „Das Betätigungsfeld ist breit. Steuerentlastungen, Anreize für Investitionen, weniger unsinnige Bürokratie!“, skizzierte Zwazl die Hauptstoßrichtungen. Konkret beinhaltet der Forderungskatalog der Wirtschaft eine Senkung der Lohn- und Einkommensteuer auf allen Tarifstufen, die Senkung des KöSt-Satzes von 25 in Richtung 19 Prozent, die Erhöhung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 1.500 Euro und mehr Absetzmöglichkeiten für Arbeitszimmer/Arbeitsbereiche im Wohnbereich.

Zukunftsinvestitionen in Klimaschutz und Bildung

Neue Investitionsfreibeträge im Bereich Klimaschutz wären ein nahezu perfektes Beispiel für Fördermittel, die sehr viel mehr bringen, als sie kosten, erläuterte Zwazl: „Die 61 Millionen Euro, die 2009 im Konjunkturpaket II für die Gebäudesanierung eingesetzt wurden, haben letztlich Investitionen in Höhe von 485 Millionen Euro ausgelöst. Sie haben also acht Mal mehr gebracht, als investiert werden musste. Das ist ein Hebel, den man nutzen muss.“ Interessant in Sachen Zukunftsinvestition findet Zwazl eine Idee, die beim von der WKNÖ veranstalteten „BildungsKonzil Heldenberg“ entwickelt wurde: „Nämlich ein spezieller Bildungsinvestitions-Bonus, mit dem Fortbildungskosten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unterstützt werden, etwa im Form einer doppelten Abschreibung.“ Das Ziel dieser Maßnahme sei es, die persönliche „Employability“, also die Beschäftigungsfähigkeit, zu steigern.

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