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Bei Schnee beginnt der Arbeitstag um 2 Uhr früh

Der Winter hat Niederösterreich fest im Griff und sorgt oft auch für Chaos auf den Straßen. Dass nieder­österreichische AutofahrerInnen und VerkehrsteilnehmerInnen gut durch die kalte Jahreszeit kommen, dafür sorgen Unternehmen, die Winterdienst anbieten.

Traktor mit Schneeschaufel montiert.
© Angela Fischer Bei anhaltendem Schneefall muss in sehr kurzen Abständen geräumt und gestreut werden.

Von den 655 niederösterreichischen Unternehmen, die Winterdienst anbieten, sind fast die Hälfte (46 Prozent) Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Helmut Hinterndorfer ist einer davon. Er fährt im Winter mit seinem auf einem Traktor montierten Schneepflug, um die Straßen rund um Arbesbach im Bezirk Zwettl vom Schnee zu befreien.

Um 2 Uhr Früh beginnt der Arbeitstag des Waldviertlers, nachdem am Vorabend die Wetterberichte im Fernsehen, im Internet und auf dem Handy verglichen wurden. Oft fährt Helmut Hinterndorfer auch vorab die Strecke ab, um die Situation in den höheren Lagen zu überprüfen – ob es Sturm und damit Schneeverwehungen gibt. „Ich bin auf 73 Straßenkilometern im Gemeindegebiet für die Schneeräumung zuständig. Meine Tour dauert vier Stunden“, berichtet der Unternehmer über seinem Alltag. Seine Tour fährt er bis zu vier Mal am Tag je nach Witterung wie weiterer Schneefall oder starke Verwehungen. 

Bei Bedarf mit dem Pflug unermüdlich im Einsatz

Ruhepausen sind dann fast keine drin, ein schneller Kaffee, ein Stopp zum Tanken. Seine Nächte sind derzeit kurz. „Im Winter bin ich im Dauereinsatz. Da kann man nichts planen, braucht sich nichts vorzunehmen“, erklärt Hinterndorfer. Die Schneeräumung wird nach Einsatzstunden bezahlt. Kein Einsatz, kein Geld.  Dennoch hat er nicht bereut, dass er den Schritt in die Selbständigkeit gewagt hat. Arbeit gibt es genug. „Ich will alleine bleiben, klein und fein. Es soll für mich passen, das funktioniert tadellos“, freut er sich, sein eigener Chef zu sein.
Einziger Wermutstropfen ist, dass viele Anrainer oft kein Verständnis haben, falls eine Straße wieder zugeweht oder verschneit wurde: „Wenn ich um 3 Uhr in der Früh vorbeifahre, dann kann sich viel tun bis die Leute aufstehen. Viele sind ungeduldig und beschweren sich bei der Gemeinde, dass die Straße nicht ordentlich geräumt ist.“  
Helmut Hinterndorfer war 16 Jahre Polier bei einer Baufirma bevor er sich als Baggerunternehmer selbstständig gemacht hat. Seit 2010 bietet er in der Wintersaison auch Räumungsdienst an.

Witterungsabhängig: Erfahrung ist wichtig

Die Badener Unternehmerin Angela Fischer hat sich ähnlich spezialisiert: Neben Erdarbeiten, Entsorgung, Transport und Baustoffhandel bietet sie auch Winterdienst an.
Unterwegs ist sie auf öffentlichen Straßen, Parkflächen, privaten Gehsteigen oder rund um Wohnhausanlagen – geräumt  wird alles bis  auf Landstraßen oder Autobahnen. Der kleine Betrieb wird von ihr und ihrem Lebensgefährten geführt. Derzeit laufen Bewerbungsgespräche, um zwei neue Mitarbeiter einzustellen.

„Winterdienst ist ein unzuverlässiges Geschäft. Ich stehe in der Nacht mehrmals auf und schaue, ob sich das Wetter auch wirklich so entwickelt, wie vom Wetterbericht vorhergesagt. Bei Schnee starten wir zwischen drei und vier Uhr in der Früh“, beschreibt Angela Fischer.
Je nach Kundenwunsch oder Witterung wird Salz oder Split gestreut, manchmal auch eine Mischung. „Doch bei minus zehn Grad brauche ich kein Salz mehr streuen, weil es dann nicht mehr wirkt“, weiß die Expertin. Die Fahrwege werden mit dem Traktor geräumt, auf den Gehsteigen wird per Hand geschaufelt.

Schneeschaufel und zwei Beine.
© fotolia Auf den Gehsteigen muss händisch Schnee geschaufelt werden.

Falls es einmal sehr viel schneit, wird der Schnee auch mit dem Lkw abtransportiert. Ein Patentrezept für den Räumdienst gäbe es aber nicht. „Man muss das Gebiet, in dem man zuständig ist, gut kennen. Die Erfahrung zeigt dann, wo Schnee länger liegen bleibt, in welchen Regionen es kälter ist oder an welchen Stellen es zu Schneeverwehungen kommt“, so die Chefin von Erdtrans A. Fischer GmbH.

Sie hat sich 2012 selbstständig gemacht und von Anfang an Winterdienst angeboten. Beschwerden gäbe es selten. „Vor allem bei den Wohnhäusern sind die Bewohner nicht so pingelig. Es ist halt Winter. Die Menschen müssen auch Eigenverantwortung übernehmen“, ist für Angela Fischer das Hauptproblem, dass sich viele oft nicht an die Gegebenheiten anpassen. Denn früher gab es ja nur Schneefahrbahnen und das wäre auch gegangen. 

Mehr Informationen zum Unternehmen unter: www.erdtransfischer.at

Foto aus der Führerkabine eines Schneepflugs auf die verschneite Straße.
© Angela Fischer Mit dem Schneepflug schon um 2 Uhr Früh auf Tour.

Information zum Winterdienst

  • 655 Unternehmen in NÖ bieten Winterdienst an. Davon sind 302 EPUs (Ein-Personen-Unternehmen).
  • Wie schon der Gewerbewortlaut „Schneeräumung, Betreuung und Reinigung von Verkehrsflächen (Sommer- und Winterdienst)“ verrät, ist auch ein „Sommerdienst“ dabei. Es handelt sich hier um Kehr-, Wasch- und Räumdienste.
  • Viele Mitglieder melden das Gewerbe im Frühjahr ruhend, da sie nur den Winterdienst ausüben. Das Gewerbe wird meistens Anfang November/Dezember wieder aktiv gemeldet.
  • 63 Mitglieder haben noch zusätzlich andere Gewerbeberechtigungen, sowohl in der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement als auch in anderen Fachgruppen/Bereichen. Einige haben zusätzlich Entrümpler, Abfallsammler und-behandler, Kanalräumer dabei. Dies ist komplett unterschiedlich.
  • Generell liegt die Herausforderung beim Winterdienst darin, dass man nie genau sagen kann, wie viele Einsatztage pro Winter anfallen werden, aber man dennoch die Maschinen und Gerätschaften braucht. Zusätzlich ist die Haftungsfrage ein wesentliches Thema.
  • Bei anhaltendem Schneefall muss in sehr kurzen Abständen geräumt und gestreut werden, was sehr personalintensiv ist und man fast rund um die Uhr tätig sein muss, was für EPUs eine noch größere Herausforderung darstellt.
  • T  02742 851 19720
    E  erm@wknoe.at
    www.wirtragenverantwortung.at


Lawiengefahr-Schild.
© Fotolia

Betriebe, die von

  • Straßensperren infolge Lawinengefahr oder
  • Schäden durch Lawinen betroffen sind,

können eine Unterstützung aus dem Existenzsicherungsfonds der WKNÖ beantragen.
Ansprechpartner ist die regionale Bezirksstelle der WKNÖ, die betroffenen Mitgliedern bei der Antragstellung mit Rat und Tat zur Seite steht.


Die Anträge sind innerhalb von sechs Monaten ab Kenntnis des Schadens bei der Bezirksstelle einzureichen.

Schäden durch Schneedruck sind im Wege der Sturmschadenversicherung versichert. Die Schadensmeldung und -abwicklung ist über die zuständige Versicherung vorzunehmen.


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