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Rückkehr ins Berufsleben erleichtert

Zur Erleichterung der Wiedereingliederung können Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit 1. Juli 2017 die Herabsetzung der bisherigen Arbeitszeit mit einer Wiedereingliederungsteilzeit vereinbaren.  

Mit einer Teilzeit-Vereinbarung kann die Wiedereingliederung ins Berufsleben nach längerem Ausfall erleichtert werden.
© Fotolia Mit einer Teilzeit-Vereinbarung kann die Wiedereingliederung ins Berufsleben nach längerem Ausfall erleichtert werden.


Das Wichtigste in Kürze

  • Ununterbrochener Krankenstand von mindestens sechs Wochen
  • Der Arbeitnehmer muss wieder arbeitsfähig sein (Bestätigung)
  • Erstellung eines Wiedereingliederungsplans
  • Vereinbarung mit Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Beschäftigung
  • Herabsetzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit um mindestens
  • 25 % und höchstens 50 % / Mindestens 12 Stunden pro Woche
  • Teilzeit-Vereinbarung ist für mindestens ein Monat und bis höchstens
    sechs Monate möglich / Verlängerung um maximal drei Monate
  • Der Arbeitnehmer kann eine vorzeitige Rückkehr zur ursprünglichen
    Normalarbeitszeit verlangen / Ankündigung drei Wochen vorher


Folgende Voraussetzungen müssen vorliegen

Als Voraussetzung muss ein mindestens sechswöchiger ununterbrochener Krankenstand und mindestens dreimonatiges Arbeitsverhältnis vorliegen (Karenzzeiten sind anzurechnen).
Ab Beginn der Wiedereingliederungsteilzeit muss eine Bestätigung über die Arbeitsfähigkeit vorliegen. Es handelt sich nicht um einen Teilkrankenstand!  

Wiedereingliederungsplan ist zu erstellen

Zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer ist nach einer fit2work-Beratung ein Wiedereingliederungsplan zu erstellen und eine schriftliche Vereinbarung über eine befristete Reduzierung der Arbeitszeit zu treffen. Die Beratung kann entfallen, wenn alle Beteiligten dem Wiedereingliederungsplan zustimmen.

Bei Saisonbetrieben muss das aktuelle Dienstverhältnis mindestens zwei Monate gedauert haben. Zusätzlich müssen in den letzten vier Jahren in Summe drei Monate Beschäftigung vorliegen.
Die Vereinbarung hat Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung einvernehmlich zu enthalten. Gibt es einen Betriebsrat, ist dieser beizuziehen.

Die getroffene Vereinbarung kann höchstens zweimal im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer schriftlich geändert werden (Verlängerung bis zum Höchstausmaß, Änderung des Stundenausmaßes). 

Ausmaß der Arbeitszeitreduktion 

Die wöchentliche Normalarbeitszeit ist um mindestens 25 Prozent und höchstens 50 Prozent herabzusetzen. Dabei darf die wöchentliche Normalarbeitszeit 12 Stunden nicht unterschreiten. Das Entgelt muss über der Geringfügigkeitsgrenze liegen. 

Eine abweichende Vereinbarung ist zulässig, wenn die geleistete Arbeitszeit – bezogen auf die Gesamtdauer der Wiedereingliederungsteilzeit – im Durchschnitt zwischen 50 und 75 Prozent der ursprünglich vereinbarten Arbeitszeit liegt. Das Ausmaß darf 30 Prozent der ursprünglichen Wochen-Normalarbeitszeit nicht unterschreiten. Die 12-Stunden-Grenze und die Geringfügigkeitsgrenze dürfen dabei nicht unterschritten werden.

Der Verlauf der festgelegten Arbeitszeit muss gleich bleiben oder ansteigen. Eine Unter- oder Überschreitung der Arbeitszeit ist in einzelnen Wochen um maximal  10 Prozent möglich.

Dauer der Teilzeit

Die Wiedereingliederungsteilzeit kann für mindestens einen Monat und bis höchstens sechs Monate vereinbart werden. Bei arbeitsmedizinischer Zweckmäßigkeit ist eine einmalige Verlängerungsmöglichkeit um mindestens einen und höchstens drei Monate möglich. Eine chefärztliche Genehmigung ist sowohl für die erstmalige Inanspruchnahme, als auch für die Verlängerung erforderlich.

Der Arbeitnehmer kann eine vorzeitige Rückkehr zur ursprünglichen Normalarbeitszeit verlangen. Die Rückkehr ist frühestens drei Wochen nach schriftlicher Bekanntgabe möglich. 

Arbeitsrechtliche Auswirkungen 

Es besteht kein Rechtsanspruch auf Wiedereingliederungsteilzeit – es braucht eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und -geber (Motivkündigungsschutz).

Die Vereinbarung einer Wiedereingliederungsteilzeit bewirkt keine Änderung des Arbeitsvertrages. Während der Wiedereingliederungsteilzeit darf keine Mehrarbeit und keine Änderung der Lage der Arbeitszeit angeordnet werden. 

Bei der Abfertigung alt und der Urlaubsersatzleistung wird das für den letzten Monat vor Beginn der Wiedereingliederungsteilzeit gebührende Entgelt herangezogen. Dasselbe gilt für die Vorsorge-Beiträge zur Abfertigung Neu. 

Sonderzahlungen: Obwohl ein besonderer Verweis auf eine Mischberechnung fehlt, wird die diesbezügliche aktuelle OGH-Judikatur (Mischberechnung bei Fehlen einer kollektivvertraglichen Regelung) anzuwenden sein. 

Entlohnung und Wiedereingliederungsgeld

Der Arbeitgeber hat das dem vereinbarten Arbeitszeitausmaß entsprechende Entgelt zu leisten. Das Entgelt ist nach dem Ausfallsprinzip gemäß § 3 EFZG zu bemessen. Es gebührt daher ein vereinbartes Überstundenpauschale anteilig weiter. 

Wird eine Vereinbarung getroffen, bei der die Arbeitszeit zunächst um mehr als 50 Prozent reduziert wird, ist das zustehende Entgelt gleichmäßig entsprechend der durchschnittlich geleisteten Arbeitszeit zu bezahlen. 

Zur teilweisen Abdeckung des Einkommensverlustes hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld von der Krankenkasse.


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