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"Keine Barrieren im Web – das wünsch' ich mir"

Werner Rosenberger sitzt seit einem Arbeitsunfall vor zwölf Jahren im Rollstuhl. Beruflich ist er wieder aufgestanden und hat sich selbstständig gemacht. Nun wurde dem 45-jährigen Rohrendorfer (bei Krems) der AUVA-"Back to Life"-Award Niederösterreich verliehen.

Werner Rosenberger hat sich einen barrierefreien Arbeitsplatz eingerichtet. Eine spezielle Maus erleichtert die Eingabe am PC.
© Jacqueline Godany Werner Rosenberger hat sich einen barrierefreien Arbeitsplatz eingerichtet. Eine spezielle Maus erleichtert die Eingabe am PC.

NÖWI: Gratulation zur Auszeichnung! Wofür steht sie?

Rosenberger: Formell werden mit dem „Back to Life“-Award der AUVA Menschen ausgezeichnet, die nach einem Arbeitsunfall mit einer beispielhaften sozialen und beruflichen Rehabilitation den Weg zurück ins Leben geschafft haben.

Persönlich steht der Award für die vielen Menschen, die in meinem Leben eine wichtige Stütze sind – allen voran meine Lebensgefährtin Maria und meine ganze Familie sowie jene Menschen, die mich beruflich unterstützen.

Wie kam es dazu, dass Sie im Rollstuhl sitzen?

Ich hatte vor zwölf Jahren einen schweren Arbeitsunfall, als ich auf dem Nachhauseweg mit dem Rad gestürzt bin. Am Anfang konnte ich nur den Kopf bewegen. Ich war halsabwärts gelähmt. Mein ältester Sohn war zum Zeitpunkt des Unfalls gerade einmal zehn Wochen alt. Über zehn Monate war ich am „Weißen Hof“ in Klosterneuburg auf Rehabilitation. Da es sich um eine inkomplette Querschnittslähmung handelt, sind einige Funktionen wieder langsam zurückgekommen.

Wie ging es dann weiter?

Ich wollte das Beste aus mir herausholen und habe auch nach der Zeit am „Weißen Hof“ mit verschiedenen Therapien weitergemacht. Ich wollte wieder normal arbeiten können, jedoch war das mit meinem vorigen Beruf in der Logistik in der Gastronomie sowie Selbständigkeit im Handel nicht möglich – also musste ich mich neu aufstellen. 

Über die AUVA hatte ich die Möglichkeit ein Fernstudium an der Donau Universität in Krems zu besuchen. Ich habe PR studiert und anschließend den Master in Unternehmenskommunikation gemacht. Eine „persönliche Assistenz am Arbeitsplatz“ – eine Person, die mir meine Hände und Füße ersetzt – hat mir während des Studiums geholfen und unterstützt mich auch heute noch bei meinem Arbeitsalltag.

Woher kam die Motivation? 

Für mich war es immer wichtig, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. So habe ich mich ehrenamtlich bei verschiedenen Vereinen und Initiativen engagiert – wie etwa bei „Chancengleich“, „CEOs on Wheels“ oder „Licht für die Welt“. 

Nach meinem Studium habe ich bei Firmen und Organisationen in Form von Praktika Berufserfahrung gesammelt. Bei der Marken- und Digital-Agentur gugler* in St. Pölten, die im CSR-Bereich sehr aktiv ist, konnte ich beruflich Fuß fassen und habe mich zudem als PR- und Kommunikationsberater selbstständig gemacht. 

Wie sieht Ihre Arbeit aus?

Neben den „klassischen“ Arbeiten wie Konzeption für Webseiten und -shops und PR-Tätigkeiten habe ich mich vor einigen Jahren auf das Thema „Barrierefreiheit im Web“ spezialisiert.
Für Barrierefreiheit im Internet – Web Accessibility – gibt es bereits internationale Richtlinien von der W3C (internationaler Verband des www). Diesen Standard gilt es zu verwirklichen.

Laut E-Government-Gesetz in Österreich beziehungsweise auch Anforderungen der EU-Directive 2102 müssen Webseiten von öffentlichem Interesse – von der Behörde bis zum Webshop – für alle Menschen zugänglich und damit barrierefrei gemacht werden.

Klingt kompliziert ...

Mit den heutigen Technologien ist es nicht schwer, das umzusetzen. Zudem bringt eine barrierefreie Webseite auch wirtschaftliche Vorteile. Man wird von Suchmaschinen und Sprachsteuerungen wie „Alexa“ besser gefunden. Eine barrierefreie Seite erhöht nicht nur die allgemeine Benutzerfreundlichkeit, sondern erschließt auch eine große Zielgruppe, denn laut Statistik Austria leben rund 1,7 Millionen Menschen in Österreich mit einer temporären oder dauerhaften Beeinträchtigung.

In den letzten Jahren habe ich gemeinsam mit weiteren Akteuren ein Label entwickelt, das barrierefreie Webseiten in Österreich kennzeichnet. Mit dem „Web Accessibility Certificate Austria“ (WACA) sind wir europaweit Vorreiter. Die unabhängige Zertifizierungsstelle OCG (Österreichische Computer Gesellschaft) übernimmt die Zertifizierungen. Unser erster großer Kunde ist REWE. 

Was haben Sie durch Ihren Unfall gelernt und möchten Sie anderen weitergeben?

Immer nach vorne schauen und das Beste aus einer Situation machen. Offen auf andere Leute zugehen und nicht darauf warten, dass man angesprochen wird. Mehr Zufriedenheit und Gelassenheit. 

Was wünschen Sie sich zu Weihnachten? 

Ich wünsche mir ein Web – und eine Welt – ohne Barrieren. Und ich wünsche mir Menschen, aus Politik und Wirtschaft, die das WACA-Projekt weiter unterstützen und fördern. 

V.l.: Lebensgefährtin Maria Schrammel, Sohn Felix, Eltern Josef und Helga Rosenberger, Werner Rosenberger, Sohn Wenzel, Direktor AUVA-Landesstelle Wien Alexander Bernart und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.
© NLK Burchhart V.l.: Lebensgefährtin Maria Schrammel, Sohn Felix, Eltern Josef und Helga Rosenberger, Werner Rosenberger, Sohn Wenzel, Direktor AUVA-Landesstelle Wien Alexander Bernart und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.



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