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Projekt „Nachhaltige Logistik 2030 + Niederösterreich Wien“ gewinnt VCÖ-Preis NÖ

Der diesjährige VCÖ-Mobilitätspreis NÖ stand unter dem Motto „Verkehr auf Klimakurs bringen“ (VCÖ: Verkehrsclub Österreich).


Gruppenfoto der Preisträger
© NLK Burchhart Gruppenfoto Preisträger

Gruppenfoto Preisträger (von links): Mobilitätsbeauftragter Manfred Dwornikowitsch (Pernitz), Regionalmanager Christof Hermann (ÖBB-Personenverkehr AG), VCÖ-Sprecher Christian Gratzer, Bürgermeister Josef Leitner (Wieselburg), LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Christian Popp (Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung RU7), Landesrat Ludwig Schleritzko, Patrick Hartweg (Leiter Verkehrspolitik WKNÖ) und Bürgermeister Herbert Janschka (Wiener Neudorf).

Siegerprojekt
Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich Wien

Sieger ist das Projekt „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich Wien“.
In intensiver Zusammenarbeit der Länder Niederösterreich und Wien, der Wirtschaftskammern beider Bundesländer sowie zahlreichen Akteuren wurden seit dem Jahr 2017 zehn Pilotprojekte und 35 Maßnahmenpakete geplant, im Jahr 2019 beschlossen und bereits einiges gestartet und umgesetzt. Unter anderem soll der Lieferverkehr durch betreiberunabhängige Paketboxen reduziert werden. Mikro-Hubs sollen in Städten dafür sorgen, dass die Feinverteilung von Waren emissionsfrei mit Cargo-Bikes oder E-Transportern erfolgen. In einem Projekt werdenLösungen für die Reduktion der Entsorgungsverkehr auf Großbaustellen erarbeitet.

Patrick Hartweg, Leiter der Abteilung Verkehrspolitik in der WKNÖ, nahm den Preis entgegen: „Mit dem Projekt Logistik 2030+ ist es gelungen, dass die Länder Niederösterreich und Wien gemeinsam mit den Wirtschaftskammern dieser zwei Bundesländer einen Aktionsplan zur „nachhaltigen Logistik“ und deren Umsetzung vorgelegt haben. Im November 2019 wurde dieser Plan mit 35 Maßnahmen und 130 Einzelaktionen von den vier Projektträgern vorgestellt. Erfreulich ist, dass trotz Corona-Krise 43 % aller Aktionen bereits gestartet wurden. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich ist in diesem Prozess ein konstruktiver Projektpartner, gilt es doch, mit den Partnern ökologisch Wünschenswertes und ökonomisch Sinnvolles zu bewerten und auf die Praxistauglichkeit zu testen.
In einigen Pilotprojekten zeigen Unternehmen aus Niederösterreich und Wien, wie Neues im Logistik- und Transportbereich umgesetzt werden kann. Der gesamte Projektverlauf wird durch Stakeholder aus den Bereichen der Wirtschaft und Verwaltung begleitet und es ist erfreulich, dass sich Firmenvertreter ehrenamtlich für diese Funktion zur Verfügung stellen. Insofern ist der Siegespreis beim VCÖ-Mobilitätspreis des Landes NÖ für dieses Projekt nicht nur ein Preis für die beteiligten Organisationen, sondern eine gewaltige Anerkennung für Unternehmen, die im wirtschaftlichen Wettbewerb stehen und sich aktiv für eine effizientere und ressourcenschonende Logistik- und Transportwirtschaft einsetzen.“

Weitere Preisträger

Wiener Neudorf

Wiener Neudorf wurde für die Ortszentrum-Entwicklung samt Mobilitätskonzept prämiert. Dort entsteht im Zentrum eine Wohnhausanlage mit 114 Wohneinheiten, ein paar Gehminuten von der Station der Badener Bahn entfernt. Die Bewohner werden mit einem umfassenden Mobilitätsangebot verwöhnt. Sie erhalten eine ÖV-Jahreskarte – gedeckelt mit 600 Euro pro Person und 1.200 Euro pro Wohnung. Insgesamt stehen dafür 400.000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich gibt es ein umfassendes Sharing-Angebot mit fünf Carsharing-Autos und zehn Elektro-Fahrrädern. Ausreichend Fahrrad-Abstellplätze, eine Fahrradservicestation und persönliche Mobilitätsberatung runden das Angebot ab. Möglich ist die Finanzierung des Angebots, weil weniger Pkw-Parkplätze errichtet werden.

Wieselburg

In Wieselburg ist in jüngster Vergangenheit das Angebot für klimaverträgliche Mobilität stark ausgebaut und erweitert worden. Am Bahnhof wurde im vergangenen Herbst ein neues Mobilitätszentrum eröffnet mit Busbahnhof, überdachten Fahrrad-Abstellplätzen, versperrbaren Fahrradboxen, E-Tankstellen und einer barrierefreien Fußgängerbrücke. Seit Juli bringt ein Elektro-Niederflur-Kleinbus die Fahrgäste emissionsfrei ans Ziel. Zudem wird das innerstädtische Radwegenetz ausgebaut.

Pernitz-Muggendorf

Beim Bahnhof Pernitz-Muggendorf wurde ein neuer Busterminal errichtet. Die Fahrgäste können nun vom Zug zum Bus beziehungsweise umgekehrt leichter umsteigen. Seit Juli gibt es auch mehr bezirksübergreifende Verbindungen in die nächstgelegenen regionalen Zentren und neue Verbindungen zu touristischen Zielen wie Myrafälle und Schneeberg. Bis zu 60 Busse pro Tag fahren vom neuen Busterminal ab. Der am Bahnhof entlang führende Piestingtal-Radweg wurde an das Ortszentrum angebunden. In der Bahnstraße gilt nun Tempo 30 statt 50. Zudem wurden beim Bahnhof Ladestationen für e-Pkw errichtet.

Stimmen zum VCÖ-Preis

VCÖ-Sprecher Christian Gratzer

„Der Verkehr ist auch in Niederösterreich jener Sektor, der den meisten CO2-Ausstoss verursacht. Im Jahr 1990 hatten Verkehr und Gebäudesektor noch ungefähr gleich hohe CO2-Emissionen, zuletzt sind die Verkehrsemissionen drei Mal so hoch wie jene des Gebäudesektors. Daher ist das diesjährige Motto des VCÖ-Mobilitätspreise in Niederösterreich mit ‚Verkehr auf Klimakurs bringen‘ bewusst gewählt worden. Von 57 eingereichten Projekten wurden vier ausgezeichnet.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf

„Man darf sich von Klimaskeptikern nicht entmutigen lassen. Es gilt CO2-Emissionen zu vermindern. Entweder setzt man dazu auf alternative Antriebsformen oder man fährt weniger. In Niederösterreich sind seit heuer bereits 10.000 e-Autos unterwegs, damit sind wir österreichweit Spitzenreiter.“

Landesrat Ludwig Schleritzko

Landesrat Ludwig Schleritzko auf die Frage, wo man in Niederösterreich im Bereich der Mobilität stehe: „Wir wissen, dass Emissionen reduziert werden müssen. Die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sind viel unterwegs, weil Niederösterreich ein Flächenbundesland ist. Aber: Mehr Personen denn je sind im Öffentlichen Verkehr unterwegs. Daher werden wir das Bus- und Bahnangebot weiter ausbauen. Bis 2030 investiert das Land 1,1, Milliarden Euro in ein verbessertes Zugangebot. Ein weiterer Fokus liegt am Ausbau des Radverkehrs. Besonders kurze Strecken können zu Fuß oder mit dem Rad bewältigt werden. Unser Ziel ist es, den Radanteil in Niederösterreich in den nächsten Jahren zu verdoppeln. Denn wir müssen dem Klimawandel aktiv entgegentreten.“

Christof Hermann von der ÖBB Personenverkehr AG

Christof Hermann von der ÖBB Personenverkehr AG zum Bahnangebot: „Bus- Bahn- und Shared-Services greifen ineinander. Jene Initiativen, die gemeinsam mit Partnern und Gemeinden angeboten werden, sind ganz wichtig. Ein Ziel der ÖBB ist es, bis 2030 CO2-neutral unterwegs zu sein. Dazu setzen wir auf die Elektrifizierung der Bahnstrecken. Und dort, wo es wirtschaftlich nicht möglich und sinnvoll ist, setzen wir auf Alternativen.“

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