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Umfrage der NÖ Industrie: Volle Auftragsbücher, Fachkräfte fehlen

Spartenobmann Industrie NÖ Thomas Salzer: „Die unternehmerischen Erwartungen haben einen neuen Höchstwert erreicht. Größtes Problem für unsere Industriebetriebe bleibt weiterhin der zunehmende Fachkräftemangel.“

Spartenobmann Industrie NÖ Thomas Salzer
© Josef Bollwein Spartenobmann Industrie NÖ Thomas Salzer

Die Industrie sichert in Niederösterreich gemeinsam mit den vor- und nachgelagerten Dienstleistungen nahezu jeden zweiten Arbeitsplatz in Niederösterreich. Durch indirekte Effekte entstehen weitere 342.000 Arbeitsplätze in anderen Wirtschaftsbereichen. „Die Industrie ist damit ein wichtiger Beschäftigungsmotor für Niederösterreich“, so Salzer.

Wie diese Industrieunternehmen die wirtschaftliche Lage einschätzen, untersucht das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) quartalsmäßig mit einem Konjunkturtest. Im Juli 2018 nahmen knapp 60 Betriebe mit insgesamt 18.600 Beschäftigten daran teil.

31 Prozent der Unternehmen bauten Produktion aus, aber Wachstum bremst sich ein

„Die Produktion der letzten drei Monate ist wieder überdurchschnittlich stark gestiegen, allerdings nicht mehr in dem Ausmaß wie im Frühjahr. 31 Prozent der Unternehmen haben ihre Produktion ausgeweitet, nur acht Prozent meldeten Rückgänge. Die Auftragseingänge haben sich stark verbessert, im Vergleich zum Vorquartal war das Wachstum jedoch weniger ausgeprägt“, erklärt Spartenobmann Industrie NÖ Thomas Salzer.

Weiterhin als „sehr gut“ bewerten die Betriebe die Auftragslage. 86 Prozent sind mit dem Auftragsbestand zufrieden, der nur knapp unter dem Rekordergebnis aus dem Frühjahr liegt. 16 Prozent empfinden die Produktionskapazität als nicht mehr ausreichend, womit der Wert deutlich über dem Durchschnitt der letzten Jahre und um zwei Prozentpunkte höher ist als noch dieses Frühjahr. Die Produktion ist für die nächsten 175 Tage gesichert, gegenüber April entspricht dies einer Zunahme von 10 Tagen.“

Größte Herausforderung bleibt der Fachkräftemangel

Nur mehr 57 Prozent der Unternehmen produzieren ohne Schwierigkeiten, das ist der niedrigste Wert seit Ende 2009. „Das größte Produktionshindernis ist und bleibt für fast jedes sechste Unternehmen der Mangel an Fachkräften. Das entspricht fast einer Verdopplung zum April. Wir müssen darauf achten, dass dieser zuspitzende Fachkräftemangel die positive Entwicklung nicht zunichtemacht. Umso wichtiger sind daher die Aufwertung des Images der Lehrausbildung sowie berufliche Weiterbildungen — vor allem, um in puncto Digitalisierung am Ball bleiben zu können“, so Salzer.  

Zugang zu Rohstoffen ist Voraussetzung für einen starken Wirtschaftsstandort

Weiteres wichtiges Thema ist für Salzer die weltweite Verknappung der Rohstoffe: „Europa hat dieses wichtige Themenfeld in den vergangenen Jahren zusehends aus der Hand gegeben. Gerade für die heimische Industrie ist es aber von immenser Bedeutung, einen möglichst leistbaren, uneingeschränkten und nachhaltigen Zugang zu Rohstoffen auf den Weltmärkten zu erhalten, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben.“

NÖ Industrie ist optimistisch und rechnet mit steigender Beschäftigung  

Beim Ausblick auf die kommenden Monate herrscht unter den NÖ Industriebetrieben Optimismus vor. 26 Prozent rechnen mit einer Steigerung der Produktion, nur sechs Prozent mit einem Rückgang — der Saldo erreicht damit den besten Wert seit dem Frühjahr 2011.

Sehr positiv sind die Erwartungen bei der Beschäftigtenentwicklung. 26 Prozent der befragten Unternehmen planen zusätzliches Personal aufzunehmen, allerdings mit deutlichen Unterschieden innerhalb der Branchen. „Das ist der beste Wert, der in den letzten fünf Jahren erzielt worden ist“, freut sich Thomas Salzer.


Konjunktureinschätzung der einzelnen Industriebranchen

Optimistisch ist die Bergwerke, Stein- und keramische Industrie sowie Glasindustrie. Die Unternehmen rechnen mit einem vorsichtigen Wachstum der Produktion, nachdem die Erwartungen in den beiden Vorquartalen deutlich negativ waren. Gleichzeitig erwarten die Firmen verstärkt steigende Verkaufspreise.   

Die Erdöl- und chemische Industrie meldet weiterhin einen positiven Konjunktur-verlauf. In den letzten drei Monaten konnte die Produktion überdurchschnittlich stark gesteigert werden, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie noch im Vorquartal. Die Auftragsbestände befinden sich stabil auf sehr hohem Niveau.  

In der Papiererzeugenden, Papierverarbeitenden Industrie (PROPAK) und Holzindustrie bleibt die Konjunktur dynamisch. Der überwiegende Anteil der Betriebe konnte die Produktion steigern, speziell im Bereich der Holzindustrie. Die Auftragslage bleibt hervorragend, auch Bestellungen aus dem Ausland bewegen sich auf hohem Niveau.  

Die Produktion in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie ist seit dem Frühjahr wieder gestiegen. Die Auftragslage hat sich deutlich verbessert, vor allem die Exportaufträge konnten zulegen. Die aktuelle Geschäftslage wird besser bewertet als im Vorquartal, befindet sich trotzdem leicht im negativen Bereich. 

Die Unternehmen der Gießereiindustrie, NE-Metallindustrie, Maschinen- und Metallwarenindustrie melden eine überdurchschnittlich starke Steigerung der Produktion, die allerdings nicht an die Zunahmen der Vorquartale anschließen konnte. Die Auftragsbücher bleiben trotz eines Rückgangs gut gefüllt, dasselbe Bild zeigt sich auch bei den Exportaufträgen. Mit 90 Prozent werden die Kapazitäten sehr gut genutzt.



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