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Automatisiert, verbunden, elektrifiziert

Bereits jetzt setzen viele NÖ Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) in Teilbereichen ein. Um am großen Kuchen mitnaschen zu können, organisierten die TIP NÖ (Technologie- und Innovationspartner) eine Exkursion nach Schweden zu Saab und SCANIA.

Gruppenfoto vor dem SCANIA-Gebäude.
© Barbara Pullirsch Die Teilnehmer der Schweden-Exkursion besuchten Saab und SCANIA.

„In Schweden kann es schon einmal passieren, dass ein Gripen Kampfflugzeug auf einer Überlandstraße landet. Diese sind dafür als gerade Strecke gebaut worden, sodass nach Absperren der Straße der Kampfflieger getankt und mit Waffen bestückt wieder starten kann“, erklärt Richard Smith, Marketing & Sales-Chef Gripen. 1937 wurde Saab gegründet, um Schwedens Grenzen zu beschützen. 

In der Produktionshalle in Linköping geht es ruhig und entspannt zu. Bevor die Delegation, bestehend aus niederösterreichischen Unternehmern, die Halle betreten darf, müssen alle Mobiltelefone in einen speziellen Plastiksack gesteckt und dieser zugeklebt werden. Am ganzen Werksgelände herrscht strenges Fotografier-Verbot.  

17.000 Teile werden in einen Gripen verbaut

Bei der ersten Station sieht man ein grobes Flugzeuggerüst, auf dieses werden 35 Kilometer Kabel in 145 Kabelbäumen verlegt, dazu kommen 300 Meter Rohre, die montiert werden. Auf den Flügeln kommen später weitere Rohre und Kabelbäume dazu – insgesamt 17.000 Teile. Danach werden elektrische Geräte, Radar, Motor und Windschutzscheibe eingebaut, zum Schluss wird die Software in den Kampfflieger eingespielt.

Doch das Interesse bei der von den Technologie- und Innovationspartnern NÖ, einer Kooperation von WKNÖ und Land NÖ, organisierten Exkursion gilt vor allem dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) und wie diese in der Luftfahrt angewendet werden kann.

Von Saab werden als mögliche Beispiele das Produktdesign in Verbindung mit 3D-Druck, die Software­-Entwicklung durch „machine learning“, die Kampfsensoren oder die Unterstützung bei Pilotenentscheidungen angeführt.
Prinzipiell könnte der Gripen alleine fliegen und der Pilot die Waffensysteme bedienen. Bei diesen wird KI direkt ins Produkt eingebaut. So kann der Flieger mit neuen Waffen bestückt werden und muss nicht zurück zum Stützpunkt fliegen, um neu programmiert zu werden. Das erspart Zeit und Kosten.

KI hilft Piloten bei komplexen Flugszenarien

Dieses System spiegelt die grundsätzliche Philosophie von Saab, den Jet in allen Bereichen wartungsarm und flexibel zu gestalten, wider. So kann beispielsweise auch das (heiße) Triebwerk eines Gripen in weniger als einer Stunde komplett getauscht werden. Da ein Kampfpilot in der Luft im Team arbeitet, kann Künstliche Intelligenz den Piloten bei komplexen Flugszenarien unterstützen. Wobei die Sicherheit gegeben sein muss, dass KI keine fatalen Entscheidungen trifft.

Gruppenfoto vor einem Kampfjet.
© Lasse Hejdenberg
Gruppenfoto vor einem Gripen Kampfjet.
© Lasse Hejdenberg

Am zweiten Tag konnte das 95.000 Quadratmeter große SCANIA Werk in Södertälje besichtigt werden. Lkw- und Bus-Chassis werden hier erzeugt: 60 Lkw und 16 Busse pro Tag. Schon alleine die Logistikhalle beeindruckt. 13.000 unterschiedliche Artikel werden hier in den jeweils richtigen Lkw eingebaut.

Eine große Ehre wird der NÖ Delegation mit der Besichtigung der „smart factory“ zu Teil. Das SCANIA-Forschungslabor ist offiziell noch nicht eröffnet. Hier können Produktionsmitarbeiter mittels virtual reality neue Arbeitsschritte erlernen oder üben. Weiters wird die Zusammenarbeit Mensch und Roboter erforscht. So demonstriert eine Mitarbeiterin, wie der Roboter erkennt, was er hochhebt, die feinen Arbeiten übernimmt jedoch immer noch der Mensch. Auch im Logistikbereich werden neue Wege eingeschlagen. Die ersten Versuche mit Brillen, die anzeigen, welche Teile aus dem Warenlager zusammengesucht werden sollen, waren nicht für die Produktion geeignet, da man durch die Brille schnell ermüdet oder Kopfschmerzen bekommt. Nun gibt es ein Lichtersystem, das anzeigt, wie viele Teile zu holen sind und welcher Weg der effizienteste ist.

Håkan Schildt, Direktor für Strategie und Geschäftsentwicklung des Scania Geschäftsbereichs Connected Services and Solutions, verrät, wie er sich die Zukunft der Lkw und Busse vorstellt: „Automatisiert, verbunden, elektrifiziert.“
www.wko.at/noe/tip
www.plattform-ki.at

Porträtfoto von Albrecht Zimburg.
© Barbara Pullirsch

Wirtschaftsdelegierter Albrecht Zimburg:

„Ich freue mich, dass eine so große Gruppe aus Österreich zu uns nach Schweden gekommen ist. Gerade das Thema KI ist sehr wichtig für Schweden, hier wird viel dazu geforscht. Die Entspanntheit und eine gewisse Langsamkeitskultur der Schweden sind von Vorteil, denn es braucht Ruhe, um diese Technologien zu entwickeln. In Schweden gibt es flache Hierarchien, Entscheidungen werden im Kollektiv getroffen. Mit Fehlern wird ganz anders umgegangen. Wenn etwas schiefläuft, wird kein Schuldiger gesucht, alles sehr offen kommuniziert und dann verbessert.

In Schweden ist es wichtig, dass man pünktlich zu einem Termin kommt. Das gehört dazu, um Vertrauen aufzubauen. Es braucht viel Fingerspitzengefühl. Oft scheitert ein Kontakt in der Geschäftswelt, weil man sich nicht interkulturell vorbereitet hat. Hier können wird gerne helfen.“

Porträtfoto Beate Färber-Venz.
© Barbara Pullirsch

Beate Färber-Venz, VENZ Logistik, Hagenbrunn (Bezirk Korneuburg), WKNÖ-Spartenobfrau Transport und Verkehr:

„Bei SCANIA war ich beeindruckt, dass ein Hersteller sich so genau überlegt, was ich als Transportunternehmerin brauche. Künstliche Intelligenz ist ein spannendes Feld, die beiden besuchten Firmen waren als Kombination sehr gut ausgesucht. Für mein Unternehmen ist es noch zu früh, dass ich mich damit beschäftige. Auch, wenn ich sie noch nicht umsetze, möchte ich über den neuesten Stand der Entwicklungen informiert sein. Ich denke, dass Änderungen passieren müssen und werden. Dabei möchte ich nicht die letzte sein. Ich will informationstechnisch einen Schritt voraus sein. Autonomes Fahren ist nicht mehr aufzuhalten, dies bedeutet aber nicht unbedingt unbemanntes Fahren.“

Porträtfoto August Reiter.
© Barbara Pullirsch

Brigadier August Reiter, Verteidigungsattaché:

„Wenn eine Nation fähig ist, ein Kampfflugzeug wie den Gripen zu produzieren, dann sieht man die Innovationsfähigkeit dieses Landes. Ich konnte von unserer Besichtigung bei Saab einiges mitnehmen. Künstliche Intelligenz war einer der Gründe, warum ich bei der Exkursion mitgefahren bin.“

Porträtfoto Wolf-Dietrich Karl-Rückert
© Barbara Pullirsch

Wolf-Dietrich Karl-Rückert, Senior Advisor NOVOMATIC (Gumpoldskirchen, Bezirk Mödling):

„Ich habe zwei Jahre lang bei der NASA am Kennedy Space Center am Cape Canaveral gearbeitet und habe selbst auch in Österreich einen Kongress für Luft- und Raumfahrt organisiert. Deshalb war es für mich sehr interessant den Gripen zu sehen. Ich wusste immer schon, dass das ein guter Flieger ist, von den Betriebskosten her das billigste Flugzeug. Auch wir bei NOVOMATIC setzen künstliche Intelligenz ein. Bei den Spielautomaten ist eine wirklich komplizierte Technik dahinter. Diese Reise war für mich eine Wissenserweiterung.“

Porträtfoto Ernst Kurri
© Barbara Pullirsch

Ernst Kurri, Geschäftsführer und Eigentümer MSW GmbH (Wiener Neustadt), WKNÖ-Bezirksvertrauensmann Landesinnung der Mechatroniker:

„Wir produzieren seit 28 Jahren Bauteile für die Luftfahrt. Ich bin selbst auch Pilot. Künstliche Intelligenz in die Produktion zu integrieren ist grundsätzlich sehr interessant. Wir arbeiten derzeit noch viel mit ‚human intelligence‘. Ich wollte mich über den status quo informieren und neue Kontakte knüpfen. Ich stelle mir die Frage, wo geht die Reise mit Künstlicher Intelligenz hin und wie sehr betrifft das meine Kunden.“

Porträtfoto Markus Leopold
© Barbara Pullirsch

Markus Leopold, INDAT GmbH (Rohrbach a.d. Gölsen, Bezirk Lilienfeld):

„Wir bei INDAT setzen Künstliche Intelligenz für die Verbesserung der Ablaufprozesse unserer Maschinensteuerungen ein. Der Einsatz von KI wird in Zukunft deutlich ansteigen, für mich ist das Thema ‚machine learning‘ von Interesse und wie weit andere Firmen auf diesem Gebiet sind. Saab verwendet wie INDAT für die Produktion der Gripen CATIA V5 und den CATIA COMPOSER, diese Software kann eine digitale Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Zusammenbau eines Produkts geben. Wenn Saab diese auch einsetzt, zeigt das, dass sie auf dem richtigen Weg sind ;-)“

Porträtfoto Herwig Schreiner
© Barbara Pullirsch

Herwig Schreiner, Siemens AG Österreich:

„Wie beschäftigen uns seit über 25 Jahren mit dem Thema Künstliche Intelligenz, vor allem im Bereich der Konfiguration großer und komplexer Systeme. Für mich als Informatiker war es besonders interessant, einmal die echte Hardware zu sehen und mitzuverfolgen wie sie zusammengebaut wird. Vor allem die Produktionslogistik bei SCANIA war beeindruckend - dass nämlich der richtige Teil einer kundenspezifischen Lösung zur richtigen Zeit vorort ist und montiert werden kann. Durch ihr ausgeklügeltes Modul-Konzept kann SCANIA ihren Kunden zwar Millionen von Möglichkeiten bieten, aber trotzdem die Vielfalt beherrschen. Ich bin sehr froh, dass die WKNÖ diese Exkursion organisiert hat und dass ich dabei war.“

Porträtfoto Johannes Frauenberger
© Barbara Pullirsch

Johannes Frauenberger, Diamond AIRCRAFT, Wiener Neustadt:

„Neben der Entwicklung und der Produktion von Kleinflugzeugen für allem für den Ausbildungs- und Trainingssektor, vertreiben wir auch weltweit Spezialflugzeuge für die verschiedensten Anwendungen. Die Exkursion zu Saab ergab für uns einen guten Erstkontakt und Gespräche. Eine Kooperation im Bereich der Integration von Sensorik wie Kamera- oder Radarsysteme wäre ein zielführender Ansatz für gemeinsame Geschäftsbeziehungen.

Bei SCANIA hat mich der Aufbau der Produktion und die Handhabung der Logistik interessiert. Wie sie als Lkw-Hersteller die Zukunft sehen, war ein interessanter Ansatz.“

Porträt Luca Schnall
© Barbara Pullirsch

Luca Schnall, ZKW Group GmbH (Wieselburg, Bezirk Scheibbs):

„ZKW produziert innovative Premium-Lichtsysteme & Elektronik für die globale Automobilindustrie, unter anderem für SCANIA. Beim Besuch der Fertigung in Stockholm habe ich besonders auf die Station geachtet, an der der Verbau unserer Scheinwerfer stattfindet. Auch ZKW will eine smart factory aufbauen, deshalb ist es interessant zu sehen, wie hier in Schweden die Entwicklungsarbeit geschieht. Beeindruckt hat mich die Produktionsplanung, die vom Produkt ausgeht, zuerst simuliert und dann umgesetzt wird. Wir bei ZKW beschäftigen uns bereits intensiv damit, wie sich die Rolle des Lichts in der Zukunft verändern wird. In Hinblick auf autonomes Fahren arbeiten wir bereits an Lösungen, um strategische Eckpunkte des Fahrzeugs abzudecken. Durch Sensortechnologien integriert in den Lichtsystemen soll hier zukünftig die Rund-um-Sicht durch einen 360-Grad-Blick ermöglicht werden.“

Porträtfoto Riku Liukkonen
© Barbara Pullirsch

Riku Liukkonen, Mondi (Wien):

„Künstliche Intelligenz ist wirklich sehr wichtig. Für mich war interessant zu sehen, wie andere Firmen Digitalisierung einsetzen. Bei mondi wird Papier erzeugt, da muss ich wissen, ob am Ende eine gute Qualität herauskommt. Durch eine genaue Analyse im Vorfeld und ein gutes Training der Arbeiter soll am Schluss diese Qualität gewährleistet sein. Wir verwenden derzeit Künstliche Intelligenz in Grundzügen und wir sammeln Daten als Grundlage. Bei diesem inspirierenden Trip habe ich viel gelernt. Der Gripen hat mich begeistert. Bei jeder Waffe, die montiert wird, wird die dazugehörige Applikation ins System gespielt. Diese Herangehensweise könnte auch für uns von Interesse sein.“


Porträt Jürgen Heinrich
© Lasse Hejdenberg

Jürgen Heinrich, Diamond AIRCRAFT, Wiener Neustadt:

„Bei SCANIA beschäftigt man sich mit autonomen Fahren. Wir beschäftigen uns mit autonomen Fliegen. Vielleicht finden wir hier einen Anbindungspunkt.“

Porträt Lothar Hofmann
© Lasse Hejdenberg

Lothar Hofmann, Rechtsanwalt Wien, Vorstandsmitglied Schwedische Handelskammer:

„Die Schwedische Handelskammer sieht sich als Brücke zwischen der österreichischen und schwedischen Wirtschaft. Deshalb haben wir gemeinsam mit Business Sweden, der Schwedischen Außenhandelsstelle, für die TIP-Exkursion den Erstkontakt zu Saab und SCANIA hergestellt. Ich bin selbst sehr interessiert an KI, arbeite als Anwalt mit verschiedenen ‚legal tech‘ Anwendungen, die juristische Arbeitsprozesse unterstützen.“

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