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So klappt Standortmarketing

Neue Einblicke in erfolgreiches Standortmarketing eröffnet ein von Wirtschaftskammer und Land Nieder­österreich herausgegebenes Handbuch.

Foto im Geschäft.
© Claus Schindler Bürger­meister Gerhard Wandl (Rastenfeld) mit Nah&Frisch-Chefin Maria Pöll.

„Es sind die Orts- und Stadtkerne, die unser Land liebens- und lebenswert machen“, Franz Kirnbauer, Obmann der Sparte Handel in der WKNÖ, sagt dies aus tiefster Überzeugung. Gerade diese zentralen, oft über Jahrhunderte gewachsenen Kultur- und Lebensräume, sehen sich einem immer stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt. Durch den Wandel von der Produktions- zur Dienstleistungsgesellschaft haben die Ortszentren sukzessive an Bedeutung eingebüßt.
„Es wäre jedoch falsch zu glauben, dass nur die Konkurrenz des EKZ- und Onlinehandels die Zentren veröden lässt“, erklärt Johann Stixenberger, Innenstadt-Koordinator des Stadtmarketing Vereins in Waidhofen an der Ybbs, „Der Leerstand von Geschäften kommt auch schleichend.“ Bei 100 Betrieben, so Stixenberger, würden pro Jahr an die fünf bis sieben aus diversen Gründen zusperren.

Porträtfoto
© Andreas Kraus Franz Kirnbauer, Obmann der Sparte Handel in der WKNÖ.
Porträtfoto in der Stadt.
© Dominik Stixenberger Johann Stixenberger, Innenstadt-Koordinator des Stadtmarketing Vereins in Waidhofen/Ybbs.

Zusammen mit der EKZ- und der Onlinehandel-Konkurrenz führe dies zum Kollaps. Überall in Österreich gäbe es dafür Beispiele, weiß CIMA-Geschäftsführer Roland Murauer, einer der profiliertesten Experten auf dem Gebiet des Stadtmarketings und Verfasser des von Land und WKNÖ neu herausgegebenen Handbuchs zum Thema „Standortmarketing in Niederösterreich“.

Es gehe aber auch anders, meint Murauer. Waidhofen an der Ybbs sei ein Musterbeispiel. Hier sorgte ein gelungener Geschäftemix im Zentrum dafür, dass die Besucherfrequenz gesteigert und die Kaufkraft erhöht werden konnte. Wichtig sei die Bereitschaft, Vorleistungen zu erbringen, so Stixenberger. 

Wenn wo der inflationär gebrauchte Begriff von der „Gemeinsamkeit“ zutreffe, dann beim Thema Standortmarketing, so Obmann Kirnbauer. Damit es klappt, müssen alle an einem Strang ziehen. Geschäftsleute, Hausbesitzer, Gemeinde und politische Entscheidungsträger“, pflichten ihm Stixenberger und Murauer bei.

NAFES sichert die Nahversorgung

Schauplatzwechsel: die idyllische Waldviertler Marktgemeinde Rastenfeld im Bezirk Krems. Maria Pöll ist Betreiberin des örtlichen Nah&Frisch-Geschäftes. Eine Nahversorgerin, wie sich der 1.565 Einwohner zählende Ort wohl keine bessere wünschen könnte. „Ihr altes Geschäft war einfach zu klein“, erzählt Bürgermeister Gerhard Wandl. Dank der verkehrsgünstigen und attraktiven Lage unmittelbar beim Ottensteiner Stausee erfreut sich die Gemeinde eines stetigen Zuzugs, weshalb man sich zur Errichtung eines Nahversorgerzentrums mit Zahnarztpraxis, Massageinstitut, Polizeiinspektion und Maria Pölls  Nah&Frisch-Markt entschloss.


Ein spezielles Lob gibt es von Bürgermeister Wandl für die NAFES – die NÖ Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in Stadt- und Ortszentren: „Diese ist für uns ein wichtiger und unbürokratischer Partner.“ Maria Pölls nagelneuer erweiterter Lebensmittelmarkt samt Café kommt bestens an, ebenso, dass auf regionale Zulieferer Bedacht genommen wird. „Das Erfolgsbeispiel zeigt, wie wichtig Maßnahmen nach Art der NAFES sind, um die Nahversorgung in unseren Gemeinden zu sichern“,  so Obmann Kirnbauer.

Logo NAFES
© WKNÖ
  • Die NAFES (NÖ Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Einkaufs in den Stadt- und Ortszentren) wurde 1998 von Land Niederösterreich und Wirtschaftskammer Niederösterreich ins Leben gerufen.
  • Neben infrastrukturellen Projekten sowie Marketingmaßnahmen wurde seither eine Vielzahl der Aktivitäten von City- und Ortsmarketingvereinen finanziell unterstützt.
  • Allein in der aktuellen Förderperiode 2018/2019 waren es insgesamt 83 Projekte mit einem Förderzusagevolumen von über 1,8 Millionen Euro.


NAFES 1998-2019

1.006 geförderte Projekte

€ 114 Mio.Gesamtkosten*

€ 20 Mio. Förderzusage*

*auf Millionen € gerundet



Roland Murauer, Citymarketing-Experte und Verfasser des Handbuchs „Standortmarketing in NÖ“:

Den Ortszentren wird in schöner Regelmäßigkeit kein langes Leben mehr vorhergesagt. Wie sehen Sie das?

Roland Murauer: Nicht so pessimistisch, sondern realistisch. In den vergangenen 30 Jahren hat der Kampf zwischen den EKZ auf der grünen Wiese und den Innenstadtgeschäften getobt, zusätzlich setzt nun der Onlinehandel viele Orts- und Stadtkerne unter Druck. Bestimmte Städte haben aber den Turnaround geschafft, weil sie ihre Innenstädte konsequent über einen sehr langen Zeitraum gepflegt haben. So etwa Waidhofen an der Ybbs, das österreichweit ein Musterbeispiel ist.

Wie beurteilen Sie die Lage in Niederösterreich?

Niederösterreich zählt zu jenen Bundesländern, das als eines der ersten zur Stadtkernentwicklung dazugekommen ist. Wer hier was als erster gemacht hat, ist aber im Grunde nicht mehr von so großer Bedeutung.

Was dann?

Die Investitionssicherheit muss an Ort und Stelle gegeben sein. Orts- und Stadtkernentwicklung leben von der Investitionsbereitschaft der privaten Hausbesitzer. Und die Unternehmer investieren nur, wenn die Kommunalpolitik eine klare Leitlinie vorgibt. In Niederösterreich hat man seitens der Verantwortlichen sehr früh erkannt, wie sehr und wie nachhaltig man sich dieses Themas annehmen muss. So hat man hier mit der NAFES ein einzigartiges Instrument geschaffen, das mittlerweile mehr als 15 Jahre auf dem erfolgreichen Buckel hat. Wirtschaftskammer und Land unterstützen damit Ortskerninitiativen, etwas, was es in dieser Form in Österreich nirgends gibt. Das ist sicher ein Leuchtturmprojekt. Ein weiteres Instrumentarium ist die Dorf- und Stadterneuerung, die in den letzten Jahren noch stärker ausgebaut worden ist. Hier werden infrastrukturelle Akzente gesetzt, um mittel- und langfristig die Ortskerne wieder auf Schiene zu bringen.

Wie sind Sie methodisch an das Handbuch herangegangen?

Wir beschäftigen uns bereits seit 30 Jahren mit der Thematik Standortmarketing und der Innenstadtproblematik, da hat sich einiges an Know-how angesammelt. In ganz Mitteleuropa ist es seit den 1990er Jahren eine Frage, wie vermarkte ich meine Innenstadt gegenüber den EKZ. Diese Problematik ist 2008 mit dem einsetzenden Onlinehandel noch schwerwiegender geworden. Zudem haben wir Studien aus England, Schweden und den Niederlanden zu Rate gezogen. Das Handbuch ist in dieser Form im deutschsprachigen Raum auch einmalig.

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