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Neue WKNÖ-Standortanalyse: Hohe Überlebensquote, weniger Konkurse, Plus bei Eigenkapital und „Gazellen“

Zwazl: „Niederösterreichs Unternehmen sind auf einem guten Erfolgsweg. Niederösterreichs Unternehmertum wird immer vielfältiger und kommt in immer breiteren Schichten unserer Gesellschaft an.“

Gruppenfoto
© Daniela Matejschek WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer und Präsidentin Sonja Zwazl bei der Präsentation der WKNÖ-Standortanalyse.

Überdurchschnittliche Überlebensquoten, eine verbesserte Eigenkapitalbasis und Umsatzrentabilität bei den KMU, ein Sinken bei den Konkursen, sowie deutliche Steigerungen bei Betriebsübernahmen und so genannten „Gazellen“, also Unternehmen, deren Beschäftigtenstand besonders rasch wächst, weist eine neue Standortanalyse der Wirtschaftskammer Niederösterreich (WKNÖ) aus, die nun von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl und WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer präsentiert wurde. „Niederösterreichs Unternehmen sind auf einem guten Erfolgsweg. Niederösterreichs Unternehmertum wird immer vielfältiger. Das Unternehmertum kommt in immer breiteren Schichten unserer Gesellschaft an“, resümiert Zwazl die Ergebnisse. 

„WKNÖ-Mitgliederlandschaft immer flexibler und konkurssicherer“ 

So liegt die so genannte Überlebensquote, also der Anteil der Unternehmen, die fünf Jahre nach ihrer Gründung nach wie vor auf dem Markt sind, in Niederösterreich stabil bei über 68 Prozent – und damit über dem Österreich-Schnitt von rund 65 Prozent. „Das bedeutet freilich nicht, dass jene Gründungen, die nicht mehr auf dem Markt sind, in Konkurs gegangen sind“, räumt WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer mit einem öfter verbreiteten Irrtum auf. „Im Gegenteil: Der Anteil der Konkurse gemessen an der Zahl der Unternehmen in Niederösterreich sinkt.“ 2010 entfielen noch sechs Prozent der WKNÖ-Mitgliederabgänge auf Konkurse, 2019 waren es 2,8 Prozent. „Die WKNÖ-Mitgliederlandschaft wird also immer flexibler und zugleich - anders als es oft dargestellt wird - immer konkurssicherer“, betont Zwazl. 

Tatsächlich haben sich neben dem klassischen Unternehmertum mittlerweile verschiedene zusätzliche Formen der Selbstständigkeit etabliert, die oft gar nicht auf Dauer ausgerichtet sind: 

  • So genannte Hybride – also Menschen, die Selbstständigkeit mit unselbstständiger Tätigkeit paaren
  • So genannte Switcher – das sind Menschen, die in ihrem Erwerbsleben öfter zwischen Selbstständigkeit und Unselbstständigkeit wechseln 
  • Die viel zitierten Start-ups, die eine Idee sehr rasch zur Marktreife führen und in der Folge oft übernommen werden
  • Und schließlich Gründer 60+ - denn immer öfter entscheiden sich Menschen nach der Pensionierung, ihr Wissen und ihre Erfahrung unternehmerisch zu nutzen.

 

Gründungen in reglementierten Bereichen signifikant nachhaltiger – Zwazl: „Zugangskriterien sind auch Stabilitätskriterien“ 

Zugleich zeigt die WKNÖ-Analyse, dass Gründungen in überwiegend reglementierten Gewerben signifikant nachhaltiger sind als in überwiegend freien Bereichen. Während die Überlebensquoten in den letzten Jahren gesamt bei im Schnitt bei rund 68 Prozent liegen, waren es  

  • in der KFZ-Technik 86%,
  • bei den Friseuren, den Fußpflegern, Kosmetikern und Masseuren 85%,
  • bei den Ingenieurbüros 83%
  • und bei den Tischlern 79% 

„Zugangskriterien sind auch Stabilitäts- und Nachhaltigkeitskriterien“, fasst Zwazl dieses Ergebnis zusammen.  


Schedlbauer: Rasanter Anstieg besonders beschäftigungs- und wachstumsintensiver Unternehmen

 

Auffallend ist auch der rasante Anstieg so genannter Gazellen, also von Arbeitgeberbetrieben, die in einem dreijährigen Zeitraum ein durchschnittlich jährliches Beschäftigungswachstum von mindestens zehn Prozent aufweisen. „Von 2015 bis 2018 ist die Zahl dieser besonders beschäftigungs- und wachstumsintensiven Unternehmen in Niederösterreich von 386 auf 537 gestiegen. Das ist ein Plus von 39 Prozent“, unterstreicht WKNÖ-Direktor Schedlbauer. Fast die Hälfte aller „Gazellen“ finden sich in drei Bereichen: Handel, Bau, sowie Herstellung von Waren. 

Mehr Top-Performer als Low-Performer 

Ebenfalls erfreulich ist die Entwicklung bei den niederösterreichischen KMU: Die Eigenkapitalquote ist hier zwischen 2008 und 2017 von 26,3 auf 33,9 Prozent gestiegen, die Umsatzrentabilität von 2,2 auf 3,8 Prozent. Zugleich ist der Anteil der „High Performer“ – also der Unternehmen, die betriebswirtschaftliche Gewinne von mehr als 10% des Netto-Umsatzes erwirtschaften und mehr als 30% des Betriebsvermögens mit Eigenkapital finanzieren – unter den niederösterreichischen KMU von 9,2 auf 13,2 Prozent gestiegen. Der Anteil der überschuldeten Unternehmen ist dagegen massiv – von 19,6 auf elf Prozent – gesunken. WKNÖ-Direktor Johannes Schedlbauer: „Wir haben jetzt also mehr Top-Performer als Low-Performer.“ 

Zwazl drängt auf Investitionsanreize 

Bei den Betriebsübernahmen war seit 2015 ein Plus von knapp 21 Prozent zu verzeichnen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Zahl bei rund 1.000 Betriebsübergaben im Jahr einpendeln wird. Zwazl verweist in diesem Zusammenhang darauf, wie wichtig es ist, Unternehmen, die in absehbarer Zeit übergeben werden sollen, attraktiv zu erhalten und keinen Investitionsstau aufkommen zu lassen. „Gerade vor dem Hintergrund von kleinen Wolken am Konjunkturhimmel halte ich daher Investitionsanreize für wichtig – natürlich nicht nur für Übergeber, sondern für unsere gesamte Wirtschaft. Steuersenkungen sind hier sich ein guter und wichtiger Punkt. Aber der Ruf in Richtung der Bundesregierung nach eigenen Investitionsanreizen, etwa über entsprechende Freibeträge, bleibt aufrecht.“    


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