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Anzug und Krawatte gegen Jeans und Turnschuhe getauscht

Michael Priessnitz hat sich nach einer Karriere in der Versicherungsbranche selbstständig gemacht und produziert in Schiltern erfolgreich Sirup. Biozertifiziert, nachhaltig und mit sozialem Engagement: So arbeiten in der Produktion Menschen, die nach einer psychischen Erkrankung wieder auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.  

Michael Priessnitz steht vor einem Rosenstock, hält eine Rosenblüte in der Hand und lächelt in die Kamera.
© Barbara Pullirsch Unternehmer Michael Priessnitz zeigt, was im Garten von Schloss Schiltern alles für die Sirup- Produktion angebaut und geerntet wird: Darunter Rosen, Lavendel, Eberraute.

Der Duft der „Königin der Blumen“, der Damaszener Rose, liegt schwer und betörend im Schloss Schiltern in der der Luft, wenn bei „Green Sheep“ der Rosenblütensirup abgefüllt wird. Knapp vier Kilo Blüten werden nach zwei Tagen Kaltansatz im 1.000-Liter-Tank gefiltert, pasteurisiert und in Flaschen abgefüllt. „Mir ist wichtig, dass alles in Handarbeit geschieht. Menschen mit einer psychischen Erkrankung brauchen eine sinnvolle, manuelle Tätigkeit. Und prinzipiell ist es egal, ob an einem Tag 200 oder 500 Flaschen abgefüllt werden“, erklärt Unternehmer Michael Priessnitz seine Zusammenarbeit mit dem Psychosozialen Zentrum Schiltern.  

Alle Sirupsorten, darunter Wiesenkräuter, Kirsch-, Fliederblüten, aber auch Zirben oder Raunen, werden angesetzt, wodurch die ätherischen Öle im Endprodukt erhalten bleiben. Die Rohstoffe kommen aus Österreich, werden teilweise sogar vor der „Haustüre“ in Schiltern angebaut und geerntet, weshalb Priessnitz nun nicht mehr in Anzug und Krawatte, sondern Jeans und Turnschuhen herumläuft. Denn er legt auch gerne selbst bei der Ernte Hand an. „Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch, doch die Natur ist nicht zu beeinflussen. Lavendel wächst einfach nicht schneller, auch wenn ich mir das wünsche. Manche Sorten fallen wieder aufgrund des Wetters aus, wenn Hagel die Ernte zerstört“, musste sich der Sirupproduzent an diese Herausforderungen erst gewöhnen.  

Maschine mit Flaschen, die gerade befüllt werden.
© Barbara Pullirsch Die Abfüllung des Sirups.
Hände, die in ausgepresste Rosenblüten greifen.
© Barbara Pullirsch Der Ansatz des Rosenblütensirups.

Keine Tricks, keine chemische Keule 

Nach Jahren in der Versicherungsbranche wollte er eine Veränderung und hat sich vor neun Jahren diese Nische gesucht. Mit Leidenschaft und Eifer werden auch immer wieder neue Produkte ausprobiert und verkostet. „Der Rauna-Sirup wird nach dem alten Rezept einer Dame aus dem Waldviertel hergestellt. Ein Mitarbeiter gab die Anregung dazu. Auf die Idee mit den Zirben bin ich durch einen Vertriebspartner gekommen. Er meinte, dass es nur Schnaps und Likör aus den Zapfen gibt“, macht Michael Priessnitz diese Aufgabe sehr viel Spaß. Er hat dabei festgestellt, dass auch Geschmack regional ausgeprägt ist. So gibt es Produkte, die in Salzburg beliebter sind als in Wien und umgekehrt.  

„Unsere Rohstoffe sind sauber und gesund. Alles ist streng biozertifiziert. Nichts wird mit Chemikalien behandelt. Wir arbeiten mit Liebe an unseren Produkten und nehmen uns Zeit. Diesen Unterschied schmeckt man“, ist Priessnitz überzeugt. Ein besonders beliebtes Produkt bei Kinder und Eltern ist der Colasirup. Dieser wird aus dem „Colakraut“ Eberraute hergestellt, die Farbe ist zwar ungewöhnlich, nämlich weiß, aber der Saft beinhaltet kein Koffein. Eine gute Alternative, auf die gerne zurückgegriffen wird.  

Michael Priessnitz schaut in einen großen Edelstahlkessel.
© Barbara Pullirsch Michael Priessnitz inspiziert den Sirup-Ansatz.

Österreichs erster „Social Drink“ 

„Konsumieren und dabei Gutes tun“ – nach diesem Motto hat Michael Priessnitz seine „Kräuter Sternderl“, Österreichs ersten „Social Drink“ kreiert. Es ist das einzige Produkt, das green sheep nicht in einer Glasflasche, sondern in einer Aludose anbietet, weshalb es gefahrlos Kindern zum Schulausflug mitgegeben werden kann. Für dieses Projekt konnte die Firma Egger als Partner gewonnen werden, die das Getränk in Radlberg abfüllt. Der Gewinn am Ende des Jahres kommt dem Kinderhospiz Sterntalerhof zu Gute.  

Weiter ausbauen will der Unternehmer seinen B2B-Service: „Viele Firmen wollen ihren Mitarbeitern nicht nur Wasser als Getränk zur Verfügung stellen. Unsere Produkte sind hier die optimale Ergänzung.“ Doch auch den Themen Export und Digitalisierung will er sich in –––nächster Zukunft widmen. Hier ist die Wirtschaftskammer Niederösterreich sein Ansprechpartner: „Ich bekomme viele wichtige Informationen als regelmäßiger Leser der NÖ Wirtschaft. Doch nun möchte ich mich gezielt für Beratungen anmelden.“ 

www.greensheep.at

Hände, die Flaschen zu einer Etikettiermaschine halten.
© Barbara Pullirsch Auch das Etikettieren geschieht in Handarbeit.
Flaschen in einer Holzkiste.
© Barbara Pullirsch Siruplager.


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