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Produktpiraterie: Fast eine Viertel-Million Fälschungen beschlagnahmt 

Der österreichische Zoll hat 2017 245.712 gefälschte Produkte im Gesamtwert von mehr als 13,7 Millionen Euro, gemessen am Originalpreis, beschlagnahmt.

© BMF/Wilke Produkte im Original-Wert von 13,7 Millionen Euro hat der österreichische Zoll 2017 beschlagnahmt.

Über dem EU-Durchschnitt

Bei Bekleidung und Schuhwaren, Schmuck und Uhren, Taschen und Koffern, Wein sowie Arzneimitteln liegen die Auswirkungen von Fälschungen in Österreich demnach über dem EU-Durchschnitt. „Das belegen auch unsere Aufgriffszahlen, denn nahezu 91 Prozent unserer Produktpiraterie-Aufgriffe betreffen diese Bereiche“, bestätigt Gerhard Marosi, Experte für Produktpiraterie im Finanzministerium, diese Statistik aus der täglichen Arbeit des Zolls und präzisiert: „Gefälschter Wein ist zwar noch nicht in Österreich, sondern nur in anderen Ländern aufgetaucht. In den anderen vier Sparten verzeichnen wir 2017 1.514 Aufgriffe mit einem Originalwert der Waren von rund 10,5 Millionen Euro.“  

Indien vor China

Bei den Herkunftsländern, also den Staaten, in denen die Fälschungen produziert wurden, hat im Jahr 2017 Indien bei der Anzahl der Fälle (60,9 %) China im Vergleich zum Vorjahr überholt. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass von den insgesamt 54.895 aus dem Verkehr gezogenen Medikamentenplagiaten allein 54.609 Stück aus Indien stammen.

Mehr als die Hälfte aller vom Zoll aufgegriffenen gefälschten Artikel stammen nach wie vor aus China.

Insgesamt stammen die in Österreich aufgegriffenen Waren hauptsächlich aus dem asiatischen Raum oder aus der Türkei.

Online-Handel mit Fälschungen floriert

Die weitaus meisten Sendungen, 90 Prozent der Fälle, wurden per Post verschickt. Der Online-Handel für den Verkauf von Fälschungen floriert – vor allem für gefälschte Arzneimittel, aber auch für Kleidung, Schuhe, Sonnenbrillen, Handtaschen, Uhren und Mobiltelefone. Daraus ergibt sich ein entsprechend hoher Versand in Kleinstsendungen auf dem Postweg. 

Gefährliche Arzneimittelfälschungen 

Der österreichische Zoll hat 2017 bei 1.018 Sendungen 54.895 Medikamentenplagiate im Wert von 1.097.460 Euro aus dem Verkehr gezogen. „Arzneimittelfälschungen stellen die gefährlichste Form der Produktpiraterie dar“, informiert Finanz-Staatssekretär Hubert Fuchs und hält weiter fest: „Hier ist nicht nur der gesamtwirtschaftliche Schaden, sondern vor allem auch das gesundheitliche Risiko durch die Einnahme gefälschter Medikamente alarmierend!“ 

Nachdem 2016 mit insgesamt 53.389 gefälschten Medikamenten bereits ein Höchststand erreicht worden war, stellt sich mit dieser Bilanz 2017 neuerlich ein trauriger Rekord ein. 

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